Marienhausen

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Marienhausen in Deutschland; zu der deutschen Bezeichnung für die Stadt Viļaka siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Marienhausen
Marienhausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Marienhausen hervorgehoben
50.5638888888897.6927777777778270Koordinaten: 50° 34′ N, 7° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Dierdorf
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 4,84 km²
Einwohner:

491 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56269
Vorwahl: 02689
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 201
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 5
56269 Dierdorf
Webpräsenz: www.marienhausen.de
Ortsbürgermeister: Egon Radermacher
Lage der Ortsgemeinde Marienhausen im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild

Marienhausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Dierdorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dierdorf hat.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographische Lage

Marienhausen liegt nordöstlich von Dierdorf auf einer Anhöhe des Westerwalds.

[Bearbeiten] Geschichte

Es gibt eine gewisse Verwirrung über das Jahr des ersten urkundlichen Dokuments über Marienhausen, welches den 2. Februar 1302 als Datum nennt. Die Jahreszahl rechnet sich nach dem so genannten „Trierer Stil“, d. h. ein neues Jahr wurde erst an Mariä Verkündigung am 25. März begonnen. Also beginnt die erste urkundliche Erwähnung nach unserer Zeitrechnung im Jahr 1303. In der Urkunde verzichtete ein Heinrich, Sohn eines Egmans aus Marienhausen (Egmans de Mergerinhusin), auf Güter der Abtei Rommersdorf. Grundherr wurde Salentin III. von Isenburg (1303–1344). Am 5. März 1311 trug Salentin dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307–1354) Lehen zu Marienhausen auf. Kurtrier erwarb hierdurch Rechte in diesem Ort, in dem es noch nicht begütert war. Im Jahr 1346 war Salentin IV. von Isenburg (1319–1364) aufgrund einer Auseinandersetzung mit Erzbischof Balduin gezwungen Marienhausen zu verpfänden. Nach der Niederlage des Erzbischofs Balduin in der Grenzauer Fehde (1347) gelang Salentin IV. der Rückkauf. In der Pfändungsurkunde von 1346 ist erstmals für Marienhausen ein Gericht erwähnt, erst 1719 wurden die Befugnisse des Marienhausener Gerichts eingeschränkt.

Nach dem Tod des kinderlosen Grafen Ernst von Isenburg-Grenzau 1664 erlosch diese Isenburger Linie. Marienhausen wurde mit der Herrschaft Herschbach in den Kurstaat Trier eingegliedert, dort verblieb der Ort bis zur Säkularisation im Jahr 1803. Marienhausen gehörte zum Amt Herschbach, die Dorfgemeinde selbst wird in dem Marienhausener Gerichtsweistum 1536 unter dem Begriff „Nachbarn“ erwähnt, die stets gemeinschaftlich handelte, ohne dass Führungspersonen hervortraten. Spätesten im 18. Jahrhundert kam das Amt des Bürgermeisters hinzu, erstmals bezeugt 1739. Wirtschaftlich war Marienhausen landwirtschaftlich geprägt, daneben gab es eine Mühle im Ort. Im Zuge der Koalitionskriege erreichten die französischen Truppen mit 14.000 Mann am 17. September 1795 Marienhausen, seitdem war der vordere Westerwald besetzt. Seit 1797 galt der Rhein als französische Staatsgrenze, das Kurfürstentum Trier bestand nun nur noch aus einen kleinen rechtsrheinischen Rest. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Amt Herschbach und damit auch Marienhausen 1803 zum Fürstentum Nassau-Weilburg und aufgrund der Rheinbundakte 1806 zum Herzogtum Nassau.

Auch nach der Neuordnung der Herrschaftsgebiete durch den Wiener Kongress (1815) blieb Marienhausen beim Herzogtum Nassau, die Grenze zu Preußen verlief westlich des Orts. Marienhausen gehörte nun zum Amt Selters, in dem das Amt Herschbach aufging. Die Verwaltung der Gemeinde oblag nun einen von der Landesregierung eingesetzten Schultheiß. Im Jahr 1848 wurde in Nassau eine neue Gemeindeordnung eingeführt die einen gewählten Bürgermeister vorsah. 1866 wurde das Herzogtum Nassau in den preußischen Staat eingegliedert, Marienhausen gehörte nun innerhalb des Regierungsbezirks Wiesbaden zum neu gebildeten Unterwesterwaldkreis mit Sitz in Montabaur.

Seit 1970 gehört Marienhausen zur Verbandsgemeinde Dierdorf und damit zum Landkreis Neuwied.

Die Katholische Kirche „Mariä Geburt“ wurde von 1922 bis 1924 gebaut und 1997 renoviert. Die Schule wurde im Jahr 1929 fertiggestellt, 1972 wurde die Schule geschlossen und beherbergt seitdem das Dorfgemeinschaftshaus und das Gemeindebüro.

[Bearbeiten] Religionen

Bis in die 1930er Jahre war Marienhausen rein katholischer Ort, heute gehören rund 60 % der Katholischen Kirche an. Die seit 1922 bestehende Pfarrvikarie ist der Pfarrgemeinde Herschbach angegliedert. Rund 22 % der Einwohner gehören der Evangelischen Kirche an.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat in Marienhausen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

[Bearbeiten] Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „Die eingeschweifte Spitze stellt eine rote stilisierte Marienkrone auf goldenem Grund dar. Die vordere Seite zeigt zwei rote Balken in Silber. Es sind die Farben des Rembold-Stammes der Isenburger. Die hintere Seite zeigt den rot bewehrten goldenen Nassauer Löwen auf blauem Grund“.

[Bearbeiten] Gebietsreform 1970

Im Rahmen der Mitte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform wurde Marienhausen mit Wirkung vom 7. November 1970 aus dem Unterwesterwaldkreis ausgegliedert und dem Landkreis Neuwied sowie der Verbandsgemeinde Dierdorf neu zugeordnet.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Marienhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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