Straßenhaus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Straßenhaus (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Straßenhaus
Straßenhaus
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Straßenhaus hervorgehoben
50.5391666666677.5186111111111365Koordinaten: 50° 32′ N, 7° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Rengsdorf
Höhe: 365 m ü. NHN
Fläche: 10,16 km²
Einwohner: 1886 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56587
Vorwahl: 02634
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 071
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Westerwaldstraße 32–34
56579 Rengsdorf
Webpräsenz: www.strassenhaus.de
Ortsbürgermeisterin: Birgit Haas (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Straßenhaus im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild

Straßenhaus ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf an. Straßenhaus ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Naturpark Rhein-Westerwald nördlich von Rengsdorf.

Zur Gemeinde Straßenhaus gehören die Ortsteile Niederhonnefeld, Ellingen sowie Jahrsfeld und der Wohnplatz Jahrsfeldermühlen.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn ders 17. Jahrhunderts ließ sich im Raum Honnefeld und Rengsdorf eine Familie Reinhard nieder, die aus der wied-runkelischen Herrschaft kam. Sie erbaute ein Haus in unmittelbarer Nähe des heutigen Marktplatzes. Noch 1817 war Straßenhaus – so genannt, weil an der Horhäuser Straße ursprünglich ein Einzelhaus stand – ein Teil des Ortes Jahrsfeld. Dieses Haus von Reinhard war abwechselnd und manchmal gleichzeitig Gasthaus und Zollstation. Zuletzt lag hier bis 1803 die Grenze zwischen der Grafschaft Wied und dem Kurfürstentum Trier. Die Voraussetzung zur Entwicklung zum heutigen Ort Straßenhaus war der um 1900 einsetzende Fremdenverkehr. Im Jahre 1911 öffnete sich der Gasthof zur Post (später Hotel zur Post) für den Kurbetrieb.

Von 1832 bis 1852 wurde auf Jahrsfelder Anhöhe eine optisch-mechanische Telegrafenstation betrieben. Sie war ein Bestandteil der preußischen Telegrafenverbindung von Berlin nach Coblenz. Eine Depesche konnte durch optische Signale von Station zu Station innerhalb weniger Stunden übermittelt werden. Ein einfaches Zeitsignal war bereits nach wenigen Minuten von Koblenz nach Berlin übermittelt. 1852 wurde das System durch eine elektromagnetische Verbindung ersetzt. Eine stilisierte Telegrafenstation ist auch Teil des Wappens von Straßenhaus.

Die Gemeinde Straßenhaus wurde am 1. August 1966 aus den Gemeinden Jahrsfeld und Niederhonnefeld-Ellingen neu gebildet.[4] Niederhonnefeld und Ellingen waren bereits 1845 im Zusammenhang mit der Einführung der „Preußischen Landgemeindeordnung für die Rheinprovinz“ zu einer politischen Gemeinde vereinigt worden.[5]

Schule

Die ersten Schulanfänge von Straßenhaus weisen nach Niederhonnefeld-Ellingen. Die Aktivitäten zur Erbauung eines Schulgebäudes gingen nach dem Ersten Weltkrieg durch die Inflation zunichte. Im Jahre 1929 stimmten die beiden Gemeinderäte von Jahrsfeld und Niederhonnefeld-Ellingen auf Betreiben des Neuwieder Landrats Großmann der Erbauung einer Schule in Jahrsfeld für 78.000 RM zu. Im Jahre 1931 setzte der Schulbetrieb ein. In der Folge der Schulreform (1973) wurde die Hauptschule von Jahrsfeld aufgelöst. Die letzten Lehrer hießen 1984 Rimsa und Keßler.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Straßenhaus bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1815 456 1950 875
1835 495 1961 1006
1871 672 1970 1224
1905 622 1987 1465
1939 771 2005 1928

Politik[Bearbeiten]

Rekonstruktion der Straßenhauser Telegrafenstation an der B 256

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Straßenhaus besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE WGR Gesamt
2014 4 2 10 16 Sitze
2009 6 6 4 16 Sitze
2004 6 7 3 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Schräglinks geteilt von Grün und Gold; oben ein goldener Eichenzweig mit zwei Blättern und einer Eichel; unten ein schwarzer, optisch-mechanischer Telegraph mit sechs Flügeln auf einem niedrigen schwarzen Turm mit Geländerplattform und Anbau rechts, in beiden je ein offenes Fenster“.

Der Eichenzweig symbolisiert die alten Eichen auf dem Marktplatz und die waldreiche Umgebung. Der Telegraph erinnert an die hier zwischen 1832 und 1852 bestehende Station Nr. 57 der optisch-mechanischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz. Das Wappen ist rechtsgültig seit dem 29. April 1980 nach einem Entwurf von Rudolf Rabs, Straßenhaus.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1991 besteht eine Partnerschaft mit Ellingen in Bayern und seit November 1996 mit Hohenberg-Krusemark in Sachsen-Anhalt (Landkreis Stendal).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Niederhonnefeld, Luisenstraße 5

In allen drei Ortsteilen befinden sich denkmalgeschützte Fachwerkhäuser

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet liegen drei Naturdenkmäler:

  • Baumgruppe auf dem Marktplatz in Straßenhaus (ND-7138-435)
  • Felsformation Stangenstein (ND-7138-436)
  • Felsformation Hangeley (ND-7138-440)

Naturschwimmbad Niederhonnefeld[Bearbeiten]

Naturschwimmbad Niederhonnefeld

Naturschwimmbad Niederhonnefeld Im Ortsteil Niederhonnefeld besteht ein Naturschwimmbad. 1927 wurde ein Zweckverband für den gemeinsamen Kurbetriebes gegründet und der Mühlenbesitzer Jung erhielt einen zehnjährigen Pachtvertrag zur Errichtung des Strandbades. 1928 wurde das Garderobenhauses 1930 für 3000 RM das Nichtschwimmerbecken gebaut.

Ab 1968 erfolgten eine Reihe von Verbesserungen am Schwimmbad, darunter die Erweiterung des Vorwärmbeckens, der Bau eines Schlamm- und Rückhaltebeckens und der Bau eines Kinderplanschbeckens.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährlich am ersten Donnerstag im September findet der „Jahrfelder Markt“ (mundartlich: Jorschelder Moat) statt. Dieser Markt wurde erstmals 1707 urkundlich erwähnt.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenhaus liegt an der Bundesstraße 256, in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 3.

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Hardt: Im wiedischen Land. Rengsdorf 1989, Seite 488–493

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenhaus – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 34 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 Seite 197 (PDF; 2,1 MB)
  5. Ortschronik von Straßenhaus auf www.strassenhaus.de
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Rudolf Rabs: Wappen der Ortsgemeinde Straßenhaus. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1981, S. 31–32.
  8. Geschichte des Jahrmarktes auf www.strassenhaus.de