Isenburg (Westerwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Isenburg
Isenburg (Westerwald)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Isenburg hervorgehoben
50.4772222222227.5897222222222160Koordinaten: 50° 29′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Dierdorf
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 4,17 km²
Einwohner: 619 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56271
Vorwahl: 02601
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 031
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 5
56269 Dierdorf
Webpräsenz: www.ortsgemeinde-isenburg.de
Ortsbürgermeister: Detlef Mohr
Lage der Ortsgemeinde Isenburg im Landkreis Neuwied
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Über dieses Bild
Der Ort mit der gleichnamigen Burgruine

Isenburg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dierdorf an. Wahrzeichen der Gemeinde ist die in der Ortsmitte gelegene Ruine der Burg Isenburg. Isenburg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Isenburg liegt auf halber Wegstrecke zwischen Bendorf (Rhein) und Dierdorf (Westerwald) im Sayntal. Die Gemeinde ist ein landschaftlich äußerst reizvoll gelegener Ort. Von den Anhöhen hat man einen herrlichen Ausblick auf den historischen Ortskern. Das Dorf hat durch seine Topografie eine besonders interessante Lage. Vier Bachläufe sorgen für eine besondere Zertalung. Die höchste Erhebung ist der Iserkopf mit 313 m über NN. Isenburg hat über den Fußweg zur Kirchenruine Hausenborn einen offiziell ausgewiesenen Zuweg zum Rheinsteig. Man erreicht Isenburg von Koblenz oder Neuwied kommend ab Bendorf über die B 413 nach 7 km, oder von der A 3 (Ausfahrt Dierdorf) über Kleinmaischeid nach etwa 4 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1103. Die Geschichte des Dorfes steht in direktem Zusammenhang mit den Herren von Isenburg. Um 1100 erbauten Reinbold und Gerlach im Gebiet einer Grundherrschaft der Abtei Fulda die Isenburg als Stammburg der Herren von Isenburg. Bald nach dem Bau der Burg siedelten sich die ersten Bewohner im Tal an und bauten ihre Häuser rund um den Burgberg. Isenburg war ein Burgflecken und hatte besondere Rechte wie den Status eines gefreiten Ortes. Zu einer Stadtgründung ist es aber nie gekommen, die Lage des Ortes bot keinerlei Ausdehnungsmöglichkeiten. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Isenburg befestigt. Die Befestigung, die sich in einem großen Umkreis um Burg und Tal erstreckte, schützte nicht nur den Ort, sondern diente auch der Burg als vorgeschobene Sicherung. Die Ostsbefestigung bestand aus einer Ummauerung mit vier Toren. Zwei Tore - die „Alte Porz“ und die „Schildpforte“ - sowie Teile der Ummauerung sind erhalten.

Mit dem Tod von Graf Ernst von Isenburg-Grenzau (1584-1664) sind die Herren von Isenburg ausgestorben. Landesherren wurden dann ab 1666 im Rahmen einer Gemeinherrschaft die Grafen von Walderdorff und zu Wied-Neuwied (ab 1700 Wied-Runkel).

Die Bevölkerung, die bisher in den Diensten der Herren von Isenburg gestanden hatte, baute jetzt als Erwerbsquelle das Nagelschmiedehandwerk auf, das bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bestand hatte. Auch wurde in Isenburg über viele Jahre Hopfen bis 1917 angebaut.

Heute ist Isenburg eine reine Wohngemeinde.

Siehe auch: Geschichte der Burg Isenburg

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Isenburg besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Schwarz und Silber, vorne ein wachsender silberner vierzinniger Turm mit schwarzem spitzbogigem Tor und silbernem dreizinnigem Aufsatz, darin ein schwarzes spitzbogiges Fenster, hinten zwei rote Balken“.

Die Isenburg im Sayntal war der im Jahr 1103 erstmals genannte Stammsitz der sich nach ihr benennenden Edelherren. Der Torturm soll sowohl die Burg als auch die Umwehrung des mit quasistädtischen Freiheiten ausgestatteten Burgfleckens versinnbildlichen. Die Burg ist als Ruine, die Ortsumwehrung in Torresten erhalten. Die roten Balken in Silber sind das Wappen des Rembold-Stammes der Isenburger bzw. der Herrschaft Niederisenburg bis 1664, deren Vorort der Burgflecken Isenburg war. Der Gerlach-Stamm - der andere Hauptstamm der Isenburger - führt in seinem Wappen in Silber zwei schwarze Balken, dessen Farben in der heraldisch linken Hälfte des Gemeindewappens erscheinen.

Die Ruine der Isenburg
Die Isenburg aus der Vogelperspektive

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Ruine der Isenburg.
  • Torhaus „Alte Porz“ und die „Schildpforte“, Relikte aus der Ortsbefestigung im 14. Jahrhundert.
  • Neugotische Pfarrkirche St. Katharina mit gotischem Chor aus dem 14. Jahrhundert.
  • Die nahe gelegene Kirchenruine „Hausenborn“.
  • Heimatmuseum

Erzbergwerk[Bearbeiten]

In der Dorfflur von Isenburg lagen die Erzgruben Ludwig I und Hausenborn. Erste Betreiber der am 1. April 1855 gemuteten Gruben waren die Isenburger Peter Wiegel, Simon Schmengler und Wilhelm Becker. Letzter Betreiber war Louis Schramm aus Wiesbaden. Weitere Gruben in der Gemarkung waren die Eisenerz- und Schwefelkiesgrube Carolus und im Distrikt Ginsterthal die Erzgrube Mit Gott 29, die zwischen 1856 und 1865 betrieben wurde.

Schieferabbau[Bearbeiten]

Von größerer Bedeutung war der Abbau von Dachschiefer in den Gruben Bertha, Constantin, Henriette, Iserthal und Marianne, die im 19. Jahrhundert im Tage- und Stollenabbau betrieben wurden. Am ertragreichsten war die Grube Iserthal. Dort stand eine 18 Meter starke Schieferschicht bester Qualität. Die Grube war von 1861 bis 1922 unter verschiedenen Besitzer in Betrieb.

Am Ortsausgang Richtung Kleinmaischeid lag eine weitere ertragreiche Grube. Sie trug den Namen Constantin und wurde von 1864 bis 1877 betrieben Die übrigen Gruben waren weniger bedeutend.

Nagelschmiede[Bearbeiten]

Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es in Isenburg Nagelschmieden, zwischen 1870 und 1920 waren rund 200 Nagler tätig. Ein Nagelschmied fertigte am Tag ungefähr 2000 Schuhnägel. Es wurden Nägel für alle Bereiche hergestellt. Sie wurden teilweise von den Herstellern selbst im weiteren Umkreis verkauft, oder von der Neuwieder Nagelagentur, die wöchentlich zwei Fuhrwerke Nägel abnahm, bis nach England vertrieben.

Als um das Jahr 1817 die ersten Nagelmaschinen eingeführt wurden, und die Firma Boesner in Augustenthal (Neuwied) und das Hammerwerk Nettegut in Miesenheim Nägel maschinell herstellten, war das Ende der Isenburger Nagelschmiede erkennbar. 1923 gab der letzte Nagelschmied sein Handwerk auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte das Nagelschmiedehandwerk nochmals auf. In einigen noch betriebsbereiten Nagelschmiedewerkstätten wurden nochmals Nägel geschmiedet; in erster Linie produzierte man Schuhnägel. Sie wurden in den landwirtschaftgeprägten Nachbardörfern gegen Brot, Kartoffeln, Butter und Speck getauscht. Nach der Währungsreform versiegte dann das alte Handwerk endgültig. Eine originale Nagelschmiede ist heute im Isenburger Heimatmuseum zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Wasser: Isenburg und die Isenburger - 900 Jahre Dorfgeschichte, 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isenburg (Westerwald) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat