Großmaischeid

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Großmaischeid
Großmaischeid
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Großmaischeid hervorgehoben
50.5047222222227.6338888888889280Koordinaten: 50° 30′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Dierdorf
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 15,52 km²
Einwohner: 2334 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56276
Vorwahl: 02689
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 5
56269 Dierdorf
Webpräsenz: www.grossmaischeid.de
Ortsbürgermeister: Uwe Engel (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Großmaischeid im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
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Großmaischeid (mundartlich: Grußmäschd, Mäschd oder Maischeid) ist eine mittelgroße Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie ist mit rund 2.500 Einwohnern die größte Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Dierdorf. Sie liegt nahe dem Naturpark Rhein-Westerwald und ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort mit einer guten Infrastruktur und günstigen Verkehrsanbindungen, wie zum Beispiel eine direkte Anbindung an die A 3 zwischen den Ballungsräumen Köln und Frankfurt.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Großmaischeid liegt im Westerwald im nördlichen Rheinland-Pfalz im Landkreis Neuwied, nahe dem Mittelzentrum Neuwied und dem Oberzentrum Koblenz. Großmaischeid hat eine günstige wirtschaftliche Lage zwischen den Ballungsräumen Köln und Frankfurt am Main und als Nachbarort von Kleinmaischeid auch eine touristisch attraktive Lage, da Kleinmaischeid einst der Mittelpunkt der 25 Mitgliedsstaaten von Europa war. Lokal gesehen liegt Großmaischeid südwestlich der Stadt Dierdorf im Naturpark Rhein-Westerwald, auf einem von Osten nach Westen zum Tal des Ommelsbach abfallenden Gelände. Zur Ortsgemeinde Großmaischeid gehören die Ortsteile Großmaischeid und Kausen sowie die Wohnplätze Ommelsbachermühle und das Jagdschloss Sayneck.[3]

Umliegende Gemeinden und Städte[Bearbeiten]

Unmittelbare Nachbargemeinden:

Die nächsten Städte:

Die nächsten Großstädte:

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste Besiedlung Großmaischeids fand bereits in der mittleren Bronzezeit statt (1550–1200 v. Chr.). Dies belegen die beim Bau der Autobahn (1937–1939) entdeckten Hügelgräber zwischen Giershofen und Großmaischeid. Im Jahre 80 n. Chr. errichteten die Römer den Grenzwall Limes, der etwa 6 km südwestlich von Großmaischeid verlief. Die heutige Gemarkung Großmaischeid war vor der Besiedlung bewaldet. Es war eine Naturlandschaft, die wahrscheinlich in der Zeit 850–1300 n. Chr. gerodet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung als Metscheid erfolgte am 20. Januar 1148 durch eine Bestätigungsurkunde der Abtei Laach (heute Abtei Maria Laach) von Papst Eugen III.. Der Papst erwähnte in diesem Schreiben an den Laacher Abt Gilbert († 1152) den salischen Zehnten (decimae salicae) zu Maischeid, der auf eine Schenkung des Rembold von Isenburg (1092–1121) zurückgeführt wurde. Diese Schenkung diente offensichtlich zur Güteraustattung des 1093 gegründeten Klosters Laach.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Grossmaischeid.png

Die Wappenbeschreibung lautet: „Spätgotischer Halbrundschild von Silber vor Blau gespalten; vorn zwei rote Balken, hinten ein durchgehendes Hochkreuz“.

Der vordere Teil bezieht sich auf das Wappen der Herrschaft Niederisenburg, zu der bis 1664 die Orte Großmaischeid und Kausen gehörten und stellt die Isenburgischen Grundfarben des Remboldstammes dar. Die horizontalen Querbinden oder Balken sind im alten Gerichtssiegel der Gemeinde Großmaischeid zu finden. Der hintere Teil zeigt ein Kreuz, das ein altes christliches Kirchspiel symbolisiert und sich an eine Darstellung im linken gotischen Fenster der Apsis in der Pfarrkirche des Ortes anlehnt.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Großmaischeid.

  • 1815 – 0 560
  • 1835 – 0 867
  • 1871 – 0 917
  • 1905 – 1.029
  • 1939 – 1.297
  • 1950 – 1.367
  • 1961 – 1.559
  • 1965 – 1.704
  • 1970 – 1.747
  • 1975 – 1.772
  • 1980 – 1.876
  • 1985 – 1.873
  • 1987 – 1.848
  • 1990 – 1.928
  • 1995 – 2.168
  • 2000 – 2.396
  • 2005 – 2.457
  • 2010 – 2.351

Die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Großmaischeid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[5]

  SPD CDU Gesamt
2009 9 7 16 Sitze
2004 7 9 16 Sitze

Gebietsreform 1974[Bearbeiten]

Im Rahmen der mit Wirkung vom 17. März 1974 ausgeführten Gebietsreform in Rheinland-Pfalz wurde mit diesem Datum die bis dahin selbstständige Gemeinde Kausen in die Ortsgemeinde Großmaischeid eingegliedert.[6]

Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Wasserturm Großmaischeid
Katholische Kirche „St. Bonifatius“ Großmaischeid

Großmaischeid[Bearbeiten]

  • der Wasserturm Großmaischeid wurde 1922/23 gebaut und wurde von 1924 bis 1968 genutzt. Er wurde im Jahre 2007 renoviert und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Er ist eine Sehenswürdigkeit, in dem heute kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
  • die römisch-katholische Pfarrkirche St. Bonifatius mit einem romanischen Westturm. Das Langhaus wurde 1716/17 erbaut, das neugotische Querhaus und Chor 1875/76.
  • das älteste Haus Großmaischeids steht in der Poststraße. Man geht davon aus, dass der Fachwerkbau um das Jahr 1700, oder früher, auf noch älteren Grundmauern aufgeschlagen wurde.

Gemarkung[Bearbeiten]

  • südwestlich der Ortslage im Wald, oberhalb des Sayn: Jagdschloss Sayneck
  • südwestlich der Ortslage: Wegekapelle; steinsichtig verputzter Bruchsteinbau, wohl aus dem 18. Jahrhundert

Großmaischeid-Kausen[Bearbeiten]

  • Hohlstraße 8: Fachwerk-Quereinhaus, teilweise massiv, 18. Jahrhundert

Gemarkung[Bearbeiten]

  • westlich oberhalb der Ortslage an der Straße nach Großmaischeid: Wegekreuz; Schaftkreuz, Basalt, bezeichnet 1851

→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Großmaischeid

Musik[Bearbeiten]

In Großmaischeid gibt es einen Spielmannszug, der 2010 sein 60-jähriges Bestehen feierte.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Seit August 2012 verfügt Großmaischeid über einen Kunstrasenplatz (vorher Hartplatz). Des Weiteren gibt es mehrere Reiterhöfe, einen Reitplatz, einen Hundeplatz, einen Tennisplatz, eine Turnhalle, eine große Grillhütte und mehrere Spielplätze.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Veilchendienstagszug
  • Große Zeltkirmes
  • Martinsfeier
  • Plätzchenmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die günstige Lage von Großmaischeid in der Nähe des Oberzentrums Koblenz und des Mittelzentrums Neuwied, sowie zwischen den Ballungsräumen Köln/Düsseldorf und Frankfurt und die günstige Verkehrsanbindung durch die A 3 mit eigener Anschlussstelle (AS Dierdorf) begünstigen die wirtschaftliche Entwicklung der Ortsgemeinde. Besonders stark entwickeln konnte sich die kunststoffverarbeitende und metallverarbeitende Industrie, der Schattierungsbau und der Tourismus.

Bildung[Bearbeiten]

  • Katholische Kindertagesstätte „St.Bonifatius“
  • Grundschule Großmaischeid, „Hermann Gmeiner Schule“

Weiterführende Schulen gibt es in der benachbarten Stadt Dierdorf („Martin-Butzer-Gymnasium“ und „Nelson-Mandela-Realschule plus“ (beide freiwillige Ganztagsschulen)).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großmaischeid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 32 (PDF; 2,3 MB)
  4. Kurze Historie zu Großmaischeid auf Großmaischeid.de, abgerufen am 15. Juli 2011
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 178 (PDF; 2,6 MB)