Cubana

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Cubana
Logo der Cubana
Tupolew Tu-204 der Cubana
IATA-Code: CU
ICAO-Code: CUB
Rufzeichen: CUBANA
Gründung: 1929
Sitz: Havanna, KubaKuba Kuba
Drehkreuz:

Havanna-José Martí

Heimatflughafen: Havanna-José Martí
Leitung: Arturo Bada Álvarez (CEO)
Mitarbeiterzahl: 2400[1]
Flottenstärke: 14
Ziele: National und international

Cubana de Aviación S.A., kurz Cubana, ist eine kubanische Fluggesellschaft mit Sitz in Havanna und Basis auf dem dortigen Aeropuerto Internacional José Martí.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Cubana wurde am 8. Oktober 1929 als Compañía Cubana Nacional de Aviación Curtiss gegründet und zeigte damit die Verbindung mit dem Flugzeughersteller Curtiss. Der Flugbetrieb wurde 1930 aufgenommen. Als 1932 die US-amerikanische Fluglinie Pan Am Cubana aufkaufte, wurde der Zusatz Curtiss gestrichen. 1944 wurde der Name der Fluglinie in Compañía Cubana de Aviación geändert.

1945 wurde der größere Teil der Fluglinie an kubanische Investoren verkauft, Pan Am behielt 42 %. Die erste internationale Flugverbindung nach Miami wurde 1946 mit Flugzeugen vom Typ Douglas DC-3 aufgenommen. Die Route nach Miami wurde wegen ihrer politischen und ökonomischen Bedeutung später ein wichtiger Teil der Geschichte der Cubana. Im Juni 1948 wurde die erste transatlantische Verbindung von Havanna nach Madrid in Betrieb genommen. 1953 konnte man den ersten Linienflug nach Mexiko-Stadt feiern. Im Jahr 1954 ging die Fluggesellschaft vollständig in kubanischen Besitz über. Bis 1959 wurden in Kooperation mit Pan Am täglich 19 Flüge zwischen Havanna und Miami sowie New York durchgeführt.[2]

Entwicklung nach der kubanischen Revolution[Bearbeiten]

Eine ehemalige Antonow An-24 der Cubana

Nach der Kubanischen Revolution wurde die Fluglinie verstaatlicht und der Name in Empresa Consolidada Cubana de Aviación geändert. Allgemein wurde sie jedoch von nun an einfach als Cubana bezeichnet. Durch das von den USA gegen Kuba verhängte Handelsembargo wurden alle Routen in die Vereinigten Staaten einschließlich der nach Miami eingestellt. Das Hauptpassagieraufkommen durch US-Touristen brach ersatzlos weg. Cubana verzeichnete empfindliche Einbußen im Passagieraufkommen auf den internationalen Strecken. Während im Jahr 1959 noch 155.802 Passagiere auf Flügen außerhalb Kubas gezählt werden konnten, sank die Zahl im Jahr 1962 auf den Tiefststand von 13.555 beförderten Fluggästen. Gleichzeitig stieg aber ab 1960 das Passagieraufkommen auf den inländischen Strecken stetig an und vervierfachte sich auf 405.762 Fluggäste bis zum Jahr 1965. Insgesamt konnte die Auslastung der Flüge von 50,9 Prozent vor der Revolution auf über 73 Prozent im Jahr 1964 gesteigert werden, nachdem sie vier Jahre zuvor auf einen Tiefststand von nur 46,2 Prozent gesunken war. Das US-Embargo verhinderte nicht nur den Kauf nordamerikanischer Flugzeuge, sondern erschwerte auch die Beschaffung von Ersatzteilen für die bereits vorhandenen westlichen Flugzeugtypen, so dass Flugzeuge aus der Sowjetunion beschafft werden mussten. Ebenfalls politische Gründe verhinderten 1964 den Kauf von Maschinen des Typs Vickers VC-10 der British Aircraft Corporation.[2]

Kurz nach Beginn des Embargos wurden zunächst Iljuschin Il-14 bezogen, kurze Zeit später Antonow An-12 und Antonow An-24. Nach der Lieferung von Iljuschin Il-62 1974 konnte Cubana Transatlantikflüge nach Madrid Barajas aufnehmen.

Im Mai 1975 bot das inländische Streckennetz der Fluggesellschaft Flüge nach Nueva Gerona, Santa Clara, Camaguey, Santiago de Cuba, Cienfuegos und Holguín. Diese Strecken wurden von den Flugzeugtypen Antonow An-24 sowie Iljuschin Il-18, zum Teil mehrmals täglich, bedient. International konnten im selben Jahr Flüge nach Prag, Madrid, Port of Spain, Mexiko-Stadt, Georgetown und Kingston jeweils einmal pro Woche sowie Berlin-Schönefeld alle 14 Tage mit Iljuschin 62 durchgeführt werden.[2]

In den 1980ern wartete Cubana wie andere Fluggesellschaften auf eine Aufhebung des US-Embargos, um die lukrative Strecke Havanna – Miami wieder bedienen zu können. Dies geschah jedoch bis heute nicht. 1983 wurde Cubana die Nutzung des US-Luftraumes für Flüge nach Kanada untersagt. Begründet wurde dies mit zwei nahen Überflügen von Militäreinrichtungen durch Cubana-Maschinen an zwei aufeinander folgenden Tagen. Erst 1998 wurden die Überflugrechte nach einem bilateralen Abkommen wieder gewährt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion[Bearbeiten]

Economy-Klasse an Bord einer Iljuschin Il-96-300 der Cubana

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte Cubana Flugzeuge auf dem Weltmarkt kaufen, jedoch keine, in denen Teile aus US-amerikanischer Produktion verwendet wurden. Es wurde Ausrüstung des Airbus A320 gekauft und eine McDonnell Douglas DC-10 der französischen AOM geleast. Dieses Flugzeug wurde am 21. Dezember 1999 bei einem Unfall in Guatemala-Stadt zerstört. Cubana erwarb auch ein Flugzeug des Typs Fokker F-27, um seine Flotte zu verstärken. Da ein Teil der alten sowjetischen Flugzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreichte und Ersatzteile schwer zu beschaffen waren, gab es in den 1990ern eine Reihe tödlicher Unfälle.

Modernisierung seit 2000[Bearbeiten]

Check-in-Schalter der Cubana in Havanna

Seit der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Kuba ab 2000 wurde die Wartung der Flotte verbessert und es konnten drei neue Flugzeuge des Typs Tupolew Tu-204 gekauft werden, wobei eine Maschine als Frachtversion bestellt wurde. Zusätzlich wurden 2005 zwei Maschinen des Typs Iljuschin Il-96-300, des modernsten russischen Großraumflugzeugs mit mehr als 300 Plätzen, für Langstreckenflüge erworben. Einen regelmäßigen Einsatz finden diese Flugzeuge unter anderem auf der Strecke Havanna – Madrid. Ein Liefervertrag für zwei weitere Flugzeuge dieses Typs war zu diesem Zeitpunkt schon unterzeichnet, auch vor dem Hintergrund, dass diese Flugzeuge regelmäßig auch für Staatsanlässe zum Einsatz kommen. Nachdem bereits 2006 ein A320-233 von der Grupo TACA, einem Zusammenschluss mehrerer mittel- und südamerikanischer Fluggesellschaften, geleast werden konnte, ergänzt seit Ende September 2007 ein erneut geleaster Airbus A320-232 die Flotte der Cubana.[3] Gleichzeitig wurden immer wieder auch Flugzeuge von verschiedenen Fluggesellschaften Mittelamerikas ausgeliehen, die vor allem auf den inländischen Strecken zum Einsatz kommen. Im Jahr 2007 ergänzte eine Boeing 737-200 Advanced (Reg. V287T) der Fluggesellschaft Venezolana die Flotte der Cubana und im Sommer 2009 ein Flugzeug gleichen Typs der mexikanischen Airline Global Air (Reg. XA-UHY). Weiterhin sind im Spätsommer 2006 auch kurzfristige Einsätze mit Boeing 757 der spanischen Hola Airlines belegt.

Zwischen April und August 2013 wurden drei neue Maschinen vom Typ Antonow An-158 für Inlandsflüge in den Dienst gestellt.[4] Drei weitere sollen ab 2014 folgen.[5]

Flugziele[Bearbeiten]

Cubana bedient zahlreiche Ziele innerhalb Kubas sowie internationale Destinationen in Nord- und Südamerika sowie Europa, beispielsweise Montreal, Mexiko-Stadt, San José, Paris und London.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Iljuschin Il-96-300 der Cubana
Eine Tupolew Tu-204-100C der Cubana Cargo

Mit Stand November 2013 besteht die Flotte der Cubana aus 14 Flugzeugen[6]:

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 1. November 1958 wurde eine Vickers Viscount der Cubana auf der Strecke von Miami über Varadero nach Havanna von kubanischen Rebellen entführt. Die Entführer wollten in der Sierra Cristal in Ostkuba landen, um Waffen an von Raúl Castro kommandierte Rebellen zu liefern. Bei Einbruch der Nacht ging dem Flugzeug der Treibstoff aus und der Pilot versuchte eine Notlandung bei der Zuckerfabrik Preston. Die Maschine landete jedoch im Ozean und brach auseinander. Dabei wurden 13 der 16 Passagiere und alle 4 Besatzungsmitglieder getötet.[7]
  • Am 6. Oktober 1976 wurde Cubana-Flug 455, eine von Barbados gestartete Douglas DC-8, durch einen Terroranschlag auf dem Weg nach Kuba zerstört. Alle 73 Insassen, 48 Passagiere und 25 Besatzungsmitglieder, wurden getötet.[8] Zwei Bomben wurden durch eine CIA-nahe Terrororganisation des Exilkubaners Luis Posada Carriles an Bord gebracht und gezündet. Luis Posada Carriles wurde bis heute nicht für seine Tat durch die USA bestraft. Unter den Passagieren befanden sich 24 Mitglieder der kubanischen Fechtmannschaft, die gerade alle Goldmedaillen in der zentralamerikanischen und karibischen Meisterschaft erhalten hatten.
  • Am 3. September 1989 stürzte eine Iljuschin Il-62M kurz nach dem Start in Havanna in ein Wohngebiet. Alle 126 Insassen sowie 45 Menschen am Boden starben. Zum Unfallzeitpunkt herrschten starker Regenfall und Windgeschwindigkeiten bis 40 km/h.[9]
  • Am 24. Oktober 1990 verunglückte in der Nähe von Santiago eine Jakowlew Jak-40 der Cubana im Hochland. 11 der 31 Insassen kamen ums Leben.[10]
  • Am 11. Juli 1997 zerschmetterte eine Antonow An-24 der Cubana im Karibischen Meer vor der südöstlichen Küste Kubas, wobei alle 44 Insassen getötet wurden.[11]
  • Am 29. August 1998 stürzte eine Tupolew Tu-154 beim Start kurz nach dem Abheben in Quito ab und ging in Flammen auf. Zuvor brach der Pilot bereits zwei Startversuche ab. 70 der 91 Insassen sowie 10 Menschen am Boden kamen bei dem Unfall ums Leben.[12]
  • Am 21. Dezember 1999 schoss die einzige DC-10 der Cubana bei der Landung in Guatemala-Stadt bei nasser Witterung über die Landebahn hinaus und stürzte einen Abhang hinab. Von den 314 Menschen an Bord (inkl. Besatzung) überlebten 16 das Unglück nicht.[13]
  • Am 31. März 2003 zwang ein Entführer mit 2 Handgranaten eine Antonow An-24 von Cubana nach Key West in Florida zu fliegen. Bei einer Zwischenlandung zum Auftanken in Havanna wurden 26 Passagiere freigelassen. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt.[14] Das FBI erwartete das Flugzeug in Key West.
  • Am 20. April 2008 musste eine Il-62 auf dem Cubana-Flug 201, Kennung CU-T1283, die von Santo Domingo, Dominikanische Republik nach Havanna unterwegs war, zum Ausgangsflughafen zurückkehren und dort notlanden. Nach etwa 40 Seemeilen Flug meldete der Pilot den Ausfall von Triebwerk 1 und 2 sowie Feuer in Triebwerk 2. Die Maschine war mit 117 Passagieren und Besatzungsmitgliedern besetzt, die unverletzt blieben. Am Flugzeug selbst entstand irreparabler Sachschaden an Rumpf, Tragflächen und Heckleitwerk.[15]

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. aerosecure.de – Airlineprofil von Cubana abgerufen am 2. März 2010
  2. a b c Kneifel, Dr. Dr. J.I.: Fluggesellschaften und Luftverkehrssysteme der sozialistischen Staaten UdSSR, Polen, CSSR, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Kuba, Jugoslawien und der VR China. Erschienen bei Verlag F. Steinmeier, Nördlingen, 1980
  3. Flottenübersich A320-233 der Cubana auf Airfleets.net (Abgerufen am 22. Oktober 2010; 19:47 Uhr MEZ)
  4. Entregan a Cuba tercer avión An-158, Cubadebate vom 29. August 2013
  5. Cuba Purchases New Planes for Domestic Flights, Prensa Latina/Radio Angulo, 16. Februar 2013, zugegriffen am 29. Juli 2013
  6. Airline Information – Cubana. ch-aviation.ch, abgerufen am 4. November 2013 (englisch).
  7. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 495 im Aviation Safety Network
  8. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 455 im Aviation Safety Network
  9. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  10. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 2886 im Aviation Safety Network
  11. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 787 im Aviation Safety Network
  12. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 389 im Aviation Safety Network
  13. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 1216 im Aviation Safety Network
  14. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  15. Flugunfalldaten und -bericht Cubana-Flug 201 im Aviation Safety Network

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cubana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien