Der Pate – Teil II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Pate – Teil II
Originaltitel The Godfather Part II
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Zusätzliche Sprachen:
Sizilianisch
Spanisch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 196 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Francis Ford Coppola
Drehbuch Mario Puzo,
Francis Ford Coppola
Produktion Francis Ford Coppola,
Gray Frederickson
Musik Nino Rota,
Carmine Coppola
Kamera Gordon Willis
Schnitt Barry Malkin,
Richard Marks,
Peter Zinner
Besetzung

Der Pate – Teil II ist ein US-amerikanischer Mafiafilm von Regisseur Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1974 und die Fortsetzung des Erfolgsfilms Der Pate. Er erzählt in Rückblenden die Vergangenheit der Familie Corleone und parallel stellt Coppola die Zeitgeschichte und den Schauplatz Amerika dar. Der Autor der Vorlage des ersten Teils, Mario Puzo, ist erneut für das Drehbuch verantwortlich. Der Film gilt als außergewöhnlich gelungene Fortsetzung und wie sein Vorgänger als einer der besten Filme aller Zeiten.

Die Fortsetzung Der Pate III schließt die Trilogie ab.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen. Neben der Schilderung der Gegenwart, die ein weiteres Kapitel in Michael Corleones Leben als Don beschreibt, widmet sich der zweite Strang des Films der Jugend seines Vaters Don Vito, nun dargestellt von Robert De Niro.

Don Michael Corleone ist Pate und Oberhaupt seiner Familie. Ihm zur Seite stehen sein älterer, aber etwas dümmlicher Bruder Fredo, sein Stiefbruder Tom Hagen als Rechtsanwalt und die Capos Al Neri und Rocco Lampone. Der Film beginnt im Jahr 1957, am Tag der Kommunionsfeier seines Sohnes in der Sierra Nevada, bei der Michael verschiedene Geschäfte der Familie regelt. Michael möchte die Aktivitäten der Familie erweitern und in Las Vegas und Havanna in den Casinos weiter Fuß fassen, er stößt jedoch auf Widerstand. Für seine Geschäfte in Las Vegas benötigt er die Zustimmung eines Senators, der allerdings die Erteilung weiterer Konzessionen von hohen Schmiergeldzahlungen abhängig macht, was Michael ablehnt. Gleichzeitig führt Michael geheime Gespräche mit Hyman Roth (Lee Strasberg), einem jüdischen Gangster, der Meyer Lansky nachempfunden ist. Er will sich mit diesem verbünden und ihm die Anteile an mehreren Hotels abkaufen, sowie mit dessen Hilfe in Havanna Fuß fassen. Endziel ist es, die Geschäfte der Corleones in legale Felder zu verlagern.

Am Abend der Feier wird Michael aber durch die Fensterscheiben seines Schlafzimmers beschossen, übersteht den Anschlag allerdings unverletzt. Schnell begreift er, dass Hyman Roth hinter dem Anschlag steckt und außerdem ein Mitglied aus dem engsten Kreis seiner Familie ein Verräter sein muss, der den Attentätern entscheidende Informationen gab. Um diesen Verräter ausfindig zu machen, versucht er, Roth zu täuschen und behandelt ihn weiterhin als seinen Geschäftspartner und Freund. Während Roth hinter den Kulissen gegen Michael intrigiert, entwickelt dieser einen Gegenplan, der auf Kuba seinen ersten Höhepunkt findet: Michael versucht, Roth durch seinen Leibwächter umzubringen, dies wird allerdings durch den Zufall und die Wirren der kubanischen Rebellion verhindert, die auch die geplanten Investitionen der Mafia auf der Insel vereitelt. In Kuba findet Michael außerdem heraus, dass es sein Bruder Fredo war, der ihn verraten hat. Er lässt dies Fredo wissen („Ich weiß, dass du es warst, Fredo. Es bricht mir das Herz!“), der daraufhin zunächst untertaucht.

Wieder in den USA kann Michael nur noch an Rache denken. Doch bevor er neue Pläne schmieden kann, droht ihm eine neue Gefahr: Frankie Pentangeli, New Yorker Statthalter der Familie Corleone, fühlt sich nach einem auf ihn erfolgten Mordanschlag, der von Hyman Roth veranlasst worden war, von seinem Paten Michael verraten und stellt sich den Strafverfolgungsbehörden als Kronzeuge zur Verfügung. Michael muss sich vor einem Kongressausschuss verantworten. Fredo kehrt zurück und verrät Michael, dass Roth den Ausschussvorsitzenden bestochen hat. Er erklärt seinen Verrat an Michael damit, dass er nicht gewusst habe, was Roth plante; zudem habe er sich gedemütigt und übergangen gefühlt, da nicht er, sondern Michael die Familie führte. Michael kann Fredo den Verrat nicht verzeihen und befiehlt seinem Leibwächter, seinem Bruder dürfe zwar nichts passieren, aber nur, „solange meine Mutter noch lebt“.

Michael erfährt erst jetzt, dass der totgeglaubte Pentangeli noch lebt und als Kronzeuge auftreten soll. Es gelingt ihm jedoch, Pentangelis Bruder aus Sizilien herbeizuschaffen und kurz im Ausschuss zu zeigen. Pentangeli wird durch das Auftauchen seines Bruders an der Seite Michaels an die Tradition der Omertà und die damit verbundene Gefahr für seine Familie erinnert und widerruft daraufhin seine Aussage; Michael wird mangels Beweisen freigesprochen. Tom Hagen gibt Pentangeli zu verstehen, dass er sich nun selbst umzubringen habe, um so zumindest seine Familie vor der Rache der Corleones zu bewahren. Pentangeli gehorcht. Nach der überstandenen Gerichtsverhandlung kommt es in Michaels Ehe zum großen Bruch, denn seine Frau will das Mafialeben nicht länger ertragen. Sie hat erkannt, dass es Michael entgegen seinen Versprechungen nie schaffen wird, ein legales Leben zu führen. Michael versucht, sie mit erneuten Versprechungen zu halten, die er allerdings zu oft wiederholt hat, als dass sie noch glaubwürdig wirkten. Als seine Frau ihm zudem gesteht, dass sie sein drittes Kind, einen Sohn, nicht verloren, sondern abgetrieben hat, kommt es zum endgültigen Bruch. Er verbietet seiner Frau, die Kinder zu sehen, und zieht sich völlig zurück.

Geschäftlich läuft es hingegen wieder besser für Michael. Roth ist auf der Flucht, und der widerspenstige Senator war schon zuvor in eine Intrige der Corleones verstrickt worden, die ihn so erpressbar machte, dass er zum Verbündeten der Corleones wird. Der flüchtende Roth, der eigentlich nach Israel auswandern wollte, wird wieder in die USA zurückgeschickt und in Miami von Rocco Lampone, einem Capo der Corleones, erschossen. Nach dem Tod seiner Mutter veranlasst der menschlich völlig verbitterte Michael die Ermordung seines Bruders Fredo, den er zuvor auf Wunsch ihrer gemeinsamen Schwester zurückkehren lassen und glauben lassen hatte, er habe ihm seinen Verrat vergeben.

Erbarmungslos hat Michael so alle seine Feinde getötet und seine geschäftlichen Ziele erreicht, dabei aber seine Menschlichkeit und seine Familie verloren. Am Ende sitzt er vereinsamt in einem Stuhl und besinnt sich einer Szene aus seiner Vergangenheit, im Dezember 1941, als er seinen Brüdern seine freiwillige Meldung zum Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg eröffnet hatte. Auf diese Weise hatte er damals versucht, sich von seiner Familie abzugrenzen und eigene Wege zu gehen.

In dem anderen Handlungsstrang wird beschrieben, wie viele Jahre zuvor der neunjährige Vito Andolini aus dem sizilianischen Dorf Corleone miterleben muss, wie sein Vater, sein Bruder und seine Mutter von dem örtlichen Großgrundbesitzer und Mafiapaten ermordet werden. Bekannte helfen ihm, nach Amerika zu fliehen, wo er 1901 nach einem Missverständnis am Einwanderungsschalter unter dem Namen Vito Corleone einreist und aufwächst. In mehreren Rückblenden wird sein Aufstieg vom einfachen Arbeiter zum mächtigsten Mafia-Paten von New York nacherzählt. Der letzte Rückblick endet damit, wie Vito schließlich nach vielen Jahren auf Sizilien am örtlichen Paten blutig Rache für den Tod seiner Familie nimmt.

Kritik[Bearbeiten]

„Gegenüber dem ersten Teil sind die grellen, spektakulären Effekte stark zurückgenommen. Der brillant inszenierte und exzellent gespielte Film verbindet in angemessener Form gesellschaftliche Reflexion und spannende Unterhaltung.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Das zweite Handlungsgerüst über den jungen Vito Corleone war von Puzo auch im Roman Der Pate verwendet worden. Die Handlung in der Gegenwart wurde von ihm und Coppola für den Film neu entworfen.
  • In einigen abgedrehten Szenen trugen die Darsteller Hosen mit Reißverschluss. Ein Musiker am Set wies darauf hin, dass dieser zu der Zeit, in der der Film spielt, noch gar nicht erfunden war, so dass einige Szenen neu gedreht wurden.
  • Lee Strasberg spielte in diesem Film eine seiner wenigen Filmrollen. Besonders bekannt ist er als Begründer des Method Acting. Zu seinen Schülern zählten neben vielen anderen auch Al Pacino, Marlon Brando und Robert De Niro, alle drei Darsteller in den Pate-Filmen.
  • Coppola bestand auf den Titel „The Godfather: Part II“, was Paramount zunächst allerdings ablehnte, da Fortsetzungen zu dieser Zeit grundsätzlich einen anderen Namen erhielten. Coppola konnte sich schließlich doch durchsetzen, wofür nicht zuletzt sein großer Erfolg beim ersten Teil verantwortlich war.
  • Coppola wollte zunächst nicht selber als Regisseur dienen, weshalb er Martin Scorsese vorschlug.
  • Für die Rolle des jungen Vito Corleone war ursprünglich Marlon Brando vorgesehen, der die Rolle schon im ersten Film spielte. Nachdem dieser sich aber mit Paramount zerstritten hatte, wurde die Rolle von Robert De Niro übernommen.
  • Der von Hyman Roth geflüsterte Satz an den Paten, „Wir sind größer als US Steel“, geht auf die Zusammenfassung eines Tonbandmitschnittes zurück, als das FBI Meyer Lansky nach seiner Rückkehr von Kuba überwachte.
  • Der überwiegende Teil des Sprechtextes von Robert de Niro war auf Sizilianisch, einer Sprache, die er nicht verstand.[2]
  • Im Jahr 1977 veröffentlichte Coppola eine vierteilige Fernsehfassung, bestehend aus dem ersten und zweiten Teil und zusätzlichen, bislang ungezeigten Szenen unter dem Titel Der Pate: Die Saga.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Pate war der erste Film, dessen Fortsetzung ebenfalls den Oscar als bester Film erhielt.[3]

Oscarverleihung 1975

Außerdem nominiert für:

Golden Globe Award 1975

Nominiert in den Kategorien:

Britischer Filmpreis – Award 1975

Außerdem nominiert in den Kategorien:

  • Beste Filmmusik – Nino Rota
  • Bester Schnitt – Peter Zinner, Barry Malkin und Richard Marks
  • Bester Nachwuchsdarsteller (Hauptdarsteller) – Robert De Niro

Directors Guild of America

  • Auszeichnungen an Regisseur Francis Ford Coppola, Unit Production Manager Michael S. Glick und an die Regisseurassisstenten Newt Arnold und Henry J. Lange, jr. in der Kategorie Outstanding Directorial Achievement in Motion Pictures

Writers Guild of America

  • Auszeichnungen an die Autoren Mario Puzo und Francis Ford Coppola in der Kategorie Best Drama Adapted from another Medium

Kansas City Film Critics Circle Award

  • Auszeichnung an Francis Ford Coppola für beste Regie

National Society of Film Critics Award, USA

  • Auszeichnung an Gordon Willis für beste Kamera
  • Auszeichnung an Francis Ford Coppola für beste Regie

Das American Film Institute sieht Der Pate – Teil 2 als einen der 100 besten amerikanischen Filme (Platz 32). 1993 wurde er aufgenommen in das „National Film Registry“ der Library of Congress.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Pate – Teil II im Lexikon des Internationalen Films
  2.  Gene D. Phillips: Godfather: The Intimate Francis Ford Coppola. University Press of Kentucky, Lexington, Kentucky 2004, ISBN 0813123046, S. 129.
  3. Filmpreise für The Godfather: Part II (1974). In: IMDb. IMDb.com, Inc., abgerufen am 2. August 2010 (englisch).