Elisabeth Görgl

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Elisabeth Görgl Ski Alpin
Elisabeth Görgl (2014)
Elisabeth Görgl vor den Olympischen Winterspielen 2014
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 20. Februar 1981
Geburtsort Bruck an der Mur
Größe 166 cm
Gewicht 68 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Kapfenberger Sportvereinigung
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Junioren-WM 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze Vancouver 2010 Abfahrt
Bronze Vancouver 2010 Riesenslalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Val-d’Isère 2009 Super-Kombination
Gold Garmisch-Partenk. 2011 Abfahrt
Gold Garmisch-Partenk. 2011 Super-G
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Bronze Pra Loup 1999 Slalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 10. März 2000
 Weltcupsiege 6
 Gesamtweltcup 4. (2007/08, 2010/11)
 Abfahrtsweltcup 3. (2011/12)
 Super-G-Weltcup 2. (2007/08, 2009/10)
 Riesenslalomweltcup 2. (2007/08)
 Slalomweltcup 5. (2003/04)
 Kombinationsweltcup 4. (2009/10, 2010/11)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 2 3 6
 Super-G 2 3 0
 Riesenslalom 2 3 10
 Slalom 0 3 0
 Parallelrennen 0 0 1
 Super-Kombination 0 1 2
letzte Änderung: 12. März 2014

Elisabeth „Lizz“ Görgl (* 20. Februar 1981 in Bruck an der Mur) ist eine österreichische Skirennläuferin. Als Allrounderin konnte sie Podestplätze in allen Weltcup-Disziplinen feiern. Sie ist die Tochter von Traudl Hecher und die jüngere Schwester von Stephan Görgl. Ihr bisher größter Erfolg ist der Doppel-Weltmeistertitel 2011 im Super-G und in der Abfahrt.

Biografie[Bearbeiten]

Görgl wuchs in Parschlug auf und absolvierte das Skigymnasium in Stams. 1994 gewann sie den Slalom und den Riesenslalom des Whistler Cups und 1994 sowie 1996 den Slalom beim Trofeo Topolino. Ab November 1996 nahm sie an FIS-Rennen teil, doch bereits einen Monat später erlitt sie einen Kreuzbandriss. Nachdem sie zu Beginn des Winters 1997/98 wieder einige Rennen bestreiten konnte, folgte im Jänner 1998 ein zweiter Kreuzbandriss, der abermals zu einer vorzeitigen Beendigung der Saison führte.[1] Nachdem Görgl im Dezember 1998 erstmals ein FIS-Rennen gewonnen hatte, kam sie ab Jänner 1999 im Europacup zum Einsatz. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 1999 in Pra Loup gewann sie die Bronzemedaille im Slalom.

Am 15. März 2000 gab Görgl im Slalom von Sestriere ihr Debüt im Weltcup, blieb aber ohne zählbares Ergebnis. Im Winter 2000/01 gelangen ihr drei Podestplätze in Europacuprennen, doch ein dritter Kreuzbandriss im Februar 2001 warf sie erneut zurück.[1] Nach mehrmonatiger Pause etablierte sie sich im Winter 2001/02 wieder in den vorderen Rängen des Europacups. Mit neun Siegen in vier verschiedenen Disziplinen entschied Görgl in der Saison 2002/03 die Gesamtwertung des Europacups deutlich für sich, ebenso die Slalom- und die Riesenslalomwertung. Die ersten Weltcuppunkte holte sie am 12. Dezember 2002 als 13. des Slaloms von Val-d’Isère. Drei Wochen später, am 5. Jänner 2003, gelang ihr mit dem zweiten Platz im Slalom von Bormio die erste Podestplatzierung in einem Weltcuprennen. Dies brachte ihr die Qualifikation für die Alpinen Weltmeisterschaft 2003, wo sie allerdings ausschied.

In der Weltcupsaison 2003/04 erzielte Görgl vier weitere Podestplätze, zweimal Zweite im Slalom und zweimal Dritte im Riesenslalom. Um sie zu einer Allrounderin weiterzuentwickeln, setzten ihre Trainer sie vermehrt auch in Abfahrten und Super-G-Rennen ein. Diese Strategie fing sich an auszuzahlen, als sie im Jänner 2005 erstmals eine Top-10-Platzierung in einem Super-G erzielte. Während sie im Riesenslalom ihr Niveau mit einem weiteren Podestplatz halten konnte, brachte die Diversifizierung eine Verschlechterung der Leistungen im Slalom mit sich. In der Saison 2005/06 klassierte sich Görgl in zwei Abfahrten und einem Riesenslalom jeweils als Dritte. Eher enttäuschend verliefen die Olympischen Winterspiele 2006 mit dem Ausfall in der Abfahrt.

Zwar fuhr Görgl in der Weltcupsaison 2006/07 eine weitere Podestplatzierung heraus, ansonsten war sie überwiegend im Mittelfeld klassiert. Bei der Weltmeisterschaft 2007 kam sie nicht über den 18. Platz in der Abfahrt hinaus. Eine deutliche Leistungssteigerung gelang Görgl hingegen in der Saison 2007/08, mit Siegen in den Riesenslaloms von Maribor am 12. Jänner 2008 und von Bormio am 15. März 2008. Hinzu kamen fünf weitere Podestplätze. In den Disziplinenwertungen von Super-G und Riesenslalom belegte sie jeweils den zweiten Platz, im Gesamtweltcup den vierten Platz.

Mit drei Podestplätzen konnte Görgl in der Weltcupsaison 2008/09 zunächst nur im Riesenslalom das Niveau des Vorwinters halten. Bei der Weltmeisterschaft 2009 gewann sie dann eher unerwartet die Bronzemedaille in der Super-Kombination, eine weitere Medaille in der Abfahrt verpasste sie knapp. Am 6. Dezember 2009 siegte Görgl in Lake Louise erstmals in einem Weltcup-Super-G, zwei weitere Podestplätze kamen im Verlaufe der Saison 2009/10 hinzu. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver gewann sie zweimal Bronze, in der Abfahrt und im Riesenslalom - 50 Jahre nach ihrer Mutter Traudl Hecher, die 1960 als 16-jährige die erste ihrer beiden olympischen Abfahrts-Bronzemedaillen gewonnen hat.

Zu Beginn der Saison 2010/11 erzielte Görgl im Weltcup drei Podestplatzierungen und gehörte somit zum erweiterten Favoritenkreis für die Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Nachdem sie dort bei der Eröffnungsfeier das offizielle WM-Lied You’re the hero gesungen hatte, gewann sie am darauf folgenden Tag die Goldmedaille im Super-G.[2] In der Super-Kombination belegte sie nach Bestzeit in der Abfahrt den 5. Gesamtrang. Weiters gewann sie die Spezialabfahrt mit fast einer halben Sekunde Vorsprung vor Lindsey Vonn und Maria Riesch, den beiden Dominatorinnen der vorangegangenen 15 Abfahrten.[3][4] Damit holte Görgl ihre zweite Goldmedaille innerhalb von nur wenigen Tagen. Im Riesenslalom belegte sie nach der drittbesten Laufzeit im ersten Durchgang schließlich den 10. Platz. Nach der Weltmeisterschaft fuhr sie im Weltcup noch dreimal auf den dritten Podestplatz und kämpfte im Weltcup-Finale mit der slowenischen Riesentorlauf-Weltmeisterin Tina Maze und der US-amerikanischen Super-G-Vizeweltmeisterin Julia Mancuso um den dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung –- weit abgeschlagen hinter den beiden überlegen führenden Spitzenreiterinnen Riesch und Vonn. Diesen Dreikampf um Platz drei entschied Tina Maze durch ihren Sieg im abschließenden Slalom deutlich für sich, Görgl wurde Vierte und Mancuso Fünfte.

Am 7. Jänner 2012 gewann Görgl in Bad Kleinkirchheim ihre erste Weltcupabfahrt. Mit zwei weiteren Podestplätzen in dieser Disziplin wurde sie am Ende der Saison 2011/2012 Dritte im Abfahrtsweltcup.

Zwei Jahre später, am 11. Jänner 2014 gewann sie die Weltcupabfahrt in Zauchensee, welcher auch der erste Sieg einer österreichischen Abfahrerin seit ihrem Sieg in Bad Kleinkirchheim ist.

Erfolge[Bearbeiten]

Elisabeth Görgl in Altenmarkt-Zauchensee (2011)

Olympische Spiele[Bearbeiten]

  • Vancouver 2010: 3. Abfahrt, 3. Riesenslalom, 5. Super-G, 7. Slalom, 18. Super-Kombination
  • Sotschi 2014: 11. Riesenslalom, 16. Abfahrt

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten]

Weltcupwertungen[Bearbeiten]

  • Saison 2003/04: 4. Riesenslalomweltcup, 5. Slalomweltcup
  • Saison 2007/08: 4. Gesamtweltcup, 2. Super-G-Weltcup, 2. Riesenslalomweltcup
  • Saison 2008/09: 4. Riesenslalomweltcup, 5. Kombinationsweltcup
  • Saison 2009/10: 6. Gesamtweltcup, 2. Super-G-Weltcup, 4. Kombinationsweltcup
  • Saison 2010/11: 4. Gesamtweltcup, 4. Abfahrtsweltcup, 4. Riesenslalomweltcup, 4. Kombinationsweltcup, 9. Super-G-Weltcup
  • Saison 2011/12: 3. Abfahrtsweltcup, 10. Kombinationsweltcup
  • Saison 2012/13: 19. Gesamtweltcup, 14. Super-G-Weltcup, 15. Riesenslalomweltcup, 15. Kombinationsweltcup
  • Saison 2013/14: 8. Gesamtweltcup, 4. Super-G-Weltcup, 7. Abfahrtsweltcup, 11. Kombinationsweltcup

Weltcupsiege[Bearbeiten]

  • 38 Podestplätze, davon 6 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
12. Jänner 2008 Maribor Slowenien Riesenslalom
15. März 2008 Bormio Italien Riesenslalom
6. Dezember 2009 Lake Louise Kanada Super-G
7. Jänner 2012 Bad Kleinkirchheim Österreich Abfahrt
11. Jänner 2014 Zauchensee Österreich Abfahrt
23. Jänner 2014 Cortina d’Ampezzo Italien Super-G

Europacup[Bearbeiten]

  • Saison 2002/03: 1. Gesamtwertung, 1. Riesenslalomwertung, 1. Slalomwertung
  • 19 Podestplätze, davon 9 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
25. November 2002 Åre Schweden Slalom
26. November 2002 Åre Schweden Slalom
23. Jänner 2003 Abetone Italien Riesenslalom
3. Februar 2003 Pas de la Casa Andorra Slalom
6. Februar 2003 La Molina Spanien Riesenslalom
24. Februar 2003 Innerkrems Österreich Abfahrt
26. Februar 2003 Innerkrems Österreich Super-G
10. März 2003 Piancavallo Italien Riesenslalom
11. März 2003 Piancavallo Italien Slalom

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elisabeth Görgl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Portrait Elisabeth Görgl. skiinfo.de, 8. Februar 2011, abgerufen am 8. Februar 2011.
  2. Görgl ist der "Hero" - Riesch startet mit Bronze. Kicker, 8. Februar 2011, abgerufen am 8. Februar 2011.
  3. Goergl stuns Vonn and Riesch again. Reuters, 13. Februar 2011, abgerufen am 13. Februar 2011.
  4. Kein Neid beim entthronten Speed-Duo. ORF.at, 14. Februar 2011, abgerufen am 14. Februar 2011.
  5. Görgl von französischer Sportakademie geehrt. sport.orf.at, 2. April 2012, abgerufen am 3. April 2012.