Kreis Bergstraße

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Bergstraße Deutschlandkarte, Position des Kreises Bergstraße hervorgehoben49.6407638888898.644375Koordinaten: 49° 38′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Heppenheim (Bergstraße)
Fläche: 719,54 km²
Einwohner: 261.695 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 364 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HP
Kreisschlüssel: 06 4 31
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Gräffstraße 5
64646 Heppenheim (Bergstraße)
Webpräsenz: www.kreis-bergstrasse.de
Landrat: Matthias Wilkes (CDU)
Lage des Kreises Bergstraße in Hessen
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Über dieses Bild

Der Kreis Bergstraße ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Nachbarkreise sind im Norden die Landkreise Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg, im Osten der Odenwaldkreis und im Süden der baden-württembergische Rhein-Neckar-Kreis und der Stadtkreis Mannheim. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Rheinland-Pfalz. Hier grenzt der Kreis kurz an den Landkreis Alzey-Worms, an die kreisfreie Stadt Worms und an den Rhein-Pfalz-Kreis. Er ist Bestandteil zweier Metropolregionen: Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Geographie[Bearbeiten]

Ein Teil des Kreises liegt im Odenwald, der andere befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene und gehört zum Teil zum Hessischen Ried. Die beiden Städte Hirschhorn und Neckarsteinach im Neckartal sowie die Gemarkung Michelbuch haben keine direkte Verbindung zum restlichen Kreisgebiet und bilden eine Exklave.

Namensgebend ist die Bergstraße, eine touristische Route, die von Darmstadt nach Süden bis nach Wiesloch in Baden-Württemberg führt. Der nördliche Teil dieser Strecke führt durch den Kreis Bergstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des Kreises Bergstraße gehörte vor 1800 größtenteils zu Kurmainz, teilweise zur Kurpfalz, der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Erbach-Schönberg. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam es an Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen in die Provinz Starkenburg. Die Verwaltungseinheiten waren zunächst die Ämter Bensheim, Fürth, Gernsheim, Heppenheim, Hirschhorn, Kürnbach, Lampertheim, Lindenfels, Lorsch, Pfungstadt, Schönberg, Seeheim, Wald-Michelbach, Wimpfen und Zwingenberg. 1821 wurden statt der Ämter nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise. Im Bereich des heutigen Landkreises Bergstraße wurden die Landratsbezirke Bensheim, Heppenheim, Hirschhorn und Lindenfels, sowie Wimpfen mit Amt Kürnbach als Exklave in Baden gebildet. Dabei wurden einige Orte an benachbarte Landratsbezirke abgegeben.

Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch Kreise, nicht mehr Landratsbezirke, und zwar den Kreis Bensheim und den Kreis Lindenfels geben. Heppenheim war zur Eingliederung in den Kreis Bensheim vorgesehen, sein Landratsbezirk sollte an den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet, die Stadt Heppenheim mithin nicht in den Kreis Bensheim eingegliedert wurde. Der Landratsbezirk Wimpfen blieb selbständiger Verwaltungsbezirk.

Am 31. Juli 1848 wurden die beiden Kreise Bensheim und Heppenheim dann zum Regierungsbezirk Heppenheim zusammengeschlossen. Der Landratsbezirk Wimpfen kam zum Regierungsbezirk Erbach. Diese Verwaltungsreform dauerte jedoch nur knapp vier Jahre, denn am 12. Mai 1852 wurde die Zusammenlegung wieder aufgehoben. Dabei entstand wieder der Kreis Lindenfels und der neue Kreis Wimpfen, die 1874 aber endgültig aufgelöst wurden und den Kreisen Bensheim und Heppenheim zugeschlagen wurden.

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei ehemaligen hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen, dessen Gebiet auf drei Nachbarkreise verteilt wurde. Der größte Teil wurde dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch die Rechtsnachfolgerschaft des Kreises Bensheim übernahm und gleichzeitig in Kreis Bergstraße umbenannt wurde. Das Gebiet der heutigen Gemeinden Alsbach-Hähnlein, Bickenbach und Seeheim-Jugenheim (ohne Malchen) kam zum Kreis Darmstadt während das Gebiet der heutigen Gemeinden Biblis, Bürstadt, Groß-Rohrheim und Lampertheim an den Kreis Worms abgegeben wurde.[2]

Die nach 1945 erfolgte Grenzziehung der Besatzungszonen entlang des Rheins sorgte für eine Eingliederung der rechtsrheinischen Gebiete des Landkreises Worms und der kreisfreien Stadt Worms in den Kreis Bergstraße. Ebenfalls durch alliierte Verfügung wurde im Gegenzug das bisher als Exklave zum Kreis Bergstraße gehörende Bad Wimpfen an den badischen Landkreis Sinsheim abgegeben.

Bei der Gebietsreform in Hessen[3] wurde der Kreis Bergstraße in seinen Außengrenzen kaum verändert. Einzig die Gemeinde Laudenau ging am 1. Juli 1971 nach einer Bürgerbefragung an den Landkreis Erbach und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Reichelsheim im Odenwald.[4]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Bensheim, Kreis Heppenheim und Landkreis Bergstraße[5].

Kreise Bensheim und Heppenheim

Jahr Kreis Bensheim Kreis Heppenheim
1900 55.916 47.083
1910 65.760 51.909
1925 72.863 55.087
1933 78.917 59.000

Landkreis Bergstraße

Jahr Landkreis Bergstraße
1939 97.105
1950 170.373
1961 186.562
1969 226.100
1970 223.991
1990 248.500

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kommunalwahl im Kreis Bergstraße 2011
 %
40
30
20
10
0
36,8 %
29,2 %
19,4 %
5,1 %
3,8 %
2,3 %
2,2 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,5 %p
-4,8 %p
+11,4 %p
+0,5 %p
-1,8 %p
-0,9 %p
-0,1 %p
+1,3 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 2006: WASG

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 30 42,3 34 43,2 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,2 23 34,0 28 38,8 31
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,4 16 8,0 6 7,3 6
FWG Freie Wählergemeinschaft Kreis Bergstraße 5,1 4 4,6 4 5,7 5
FDP Freie Demokratische Partei 3,8 3 5,6 4 4,5 4
REP Die Republikaner 2,3 2 3,2 3
LINKE Die Linke (2006: WASG) 2,2 2 2,3 2
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,3 1
Gesamt 100,0 81 100,0 81 100,0 81
Wahlbeteiligung in % 49,3 46,0 52,0

Seit den Kreistagswahlen 2001 regierte eine Mehrheitskoalition aus CDU, FDP und FWG, die die zuvor regierende große Koalition ablöste. 2011 verlor diese Koalition die Mehrheit und wurde durch ein Bündnis von CDU und Grünen abgelöst. Durch den Übertritt einer Abgeordneten von den Linken zu den Piraten verfügen die Piraten seit Januar 2012 über Fraktionsstärke, während die Linke den Fraktionsstatus verlor.[7]

Landräte[Bearbeiten]

Matthias Wilkes, seit 2003 Landrat des Kreises Bergstraße
Name Partei Amtszeit
Walther Nanz NSDAP 1939 bis 1945 (Ernannt)
Gustav König Parteilos 1945 (Ernannt)
Wilhelm Dengler SPD 1945 bis 1946
Hans Steinmetz CDU 1946 bis 1948
Wilhelm Dengler SPD 1948 bis 1951
Ekkehard Lommel SPD 1951 bis 1976
Lothar Bergmann SPD 1976 bis 1982
Franz Hartnagel CDU 1982 bis 1985
Dietrich Kaßmann SPD 1985 bis 1997
Norbert Hofmann SPD 1997 bis 2003 (Direktwahl)
Matthias Wilkes CDU seit 2003 (Direktwahl)

Die Wahlzeit der Landräte ist im Hessischen Kommunalwahlrecht geregelt und beträgt sechs Jahre. Die nächste Landratswahl findet im März 2015 statt.

Wappen[Bearbeiten]

Landkreiswappen des Landkreises Kreis Bergstraße

Das Wappen wurde am 27. Oktober 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Das gevierte Schild zeigt im 1. blauen Feld einen silbernen Zinnenturm auf silbernem Berg; im 2. silbernen Feld eine rote fünfblättrige Blüte mit goldenen Butzen; im 3. silbernen Feld das rote Lorscher Nagelspitzkreuz und im 4. blauen Feld den hessischen Löwen.“[8]

Der silberne Zinnenturm stellt die Starkenburg dar, eine der ehemals wichtigsten Befestigungen der Region (heute Ruine). Die rote fünfblättrige Blüte steht für die Blütenvielfalt im Frühling. Das Nagelspitzkreuz ist das Wappen des Klosters Lorsch.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Karte des Kreises Bergstraße

Die Bergstraße ist eine Tourismusregion. Bei dem recht milden Klima werden aber auch Tabak, Spargel und Wein angebaut. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind das Felsenmeer im Lautertal, die karolingische Königshalle des ehemaligen Klosters Lorsch (seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe), die Starkenburg bei Heppenheim, das Auerbacher Schloss sowie der Staatspark Fürstenlager bei Bensheim-Auerbach.

An der Bergstraße sind international agierende Unternehmen wie BASF (ehemals Ciba, Lampertheim), IXYS Semiconductor (Lampertheim), Langnese-Iglo (Heppenheim), SAP SI (Bensheim), Sirona (Bensheim), Suzuki (Bensheim) und Tyco Electronics (Bensheim) angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Heidelberg–Darmstadt), 6 (Kaiserslautern–Heilbronn), 67 (Mannheim–Darmstadt) und 659. Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 3 (Heidelberg–Darmstadt), die B 37, B 38 (Saukopftunnel), B 44, B 47 und B 460.

Der öffentliche Personennahverkehr im Kreis ist gemeinsam mit den anderen Landkreisen des Rhein-Neckar-Dreiecks im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) organisiert. Für Fahrten aus dem Landkreis heraus in die angrenzenden Landkreise in Hessen gelten auch die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisMunicipalities in HP.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2012[9])

Städte

  1. Bensheim (39.395)
  2. Bürstadt (15.551)
  3. Heppenheim (Bergstraße) (24.968)
  4. Hirschhorn (Neckar) (3455)
  5. Lampertheim (31.358)
  6. Lindenfels (5027)
  7. Lorsch (12.991)
  8. Neckarsteinach (3831)
  9. Viernheim (32.851)
  10. Zwingenberg (6715)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Michelbuch (Wohnbevölkerung gehört zur Stadt Neckarsteinach)

Gemeinden

  1. Abtsteinach (Sitz: Ober-Abtsteinach) (2448)
  2. Biblis (8812)
  3. Birkenau (10.004)
  4. Einhausen (6174)
  5. Fürth (10.447)
  6. Gorxheimertal (Sitz: Unter-Flockenbach) (4054)
  7. Grasellenbach (Sitz: Hammelbach) (3872)
  8. Groß-Rohrheim (3760)
  9. Lautertal (Odenwald) (Sitz: Reichenbach) (7151)
  10. Mörlenbach (9843)
  11. Rimbach (8488)
  12. Wald-Michelbach (10.500)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Land Hessen 1939 Verwaltungsstruktur, Stand 10. Mai 2008
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße vom 11. Juli 1972 , GVBl. I S. 222
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  5. Land Hessen Landkreis Bergstraße
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Kreiswahl
  7. echo-online: Piraten als Fraktion
  8. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 46 Seite 1086
  9. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Literatur über den Kreis Bergstraße[Bearbeiten]

  • Einsingbach, W.: Die Kunstdenkmäler des Landes Hessen: Kreis Bergstrasse. Im Auftrag des Hessischen Kultusministers herausgegeben vom Landeskonservator von Hessen. Deutscher Kunstverlag Berlin 1969.
  • Hess, U.: Blüten, Reben, Drachenblut. Der Kreis Bergstraße. Diesbach Medien Weinheim 2008. ISBN 978-3-936468-41-0
  • Kopetzky, Friedrich, Hans Todt und Reinhard Büge: Kreis Bergstraße - Land an Rhein und Neckar. Kreisausschuß des Kreises Bergstraße in Heppenheim, 1986.
  • Kreisverwaltung des Kreises Bergstraße (Hrsg.): Kreis Bergstraße- Landschaft und Natur, Freizeit und Kultur, Wirtschaft und Soziales. Deutsche Landkreise im Portrait. Oldenburg Kommunikation & Wirtschaft 2004. ISBN 3883632317

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Bergstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bergstraße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien