Foo Fighters

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Dieser Artikel behandelt die Band Foo Fighters. Zu ihrem Debütalbum siehe Foo Fighters (Album). Zu Lichterscheinungen im Zweiten Weltkrieg siehe Foo-Fighter.
Foo Fighters
Foofighters-logo.svg
Allgemeine Informationen
Herkunft Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Genre(s) Alternative Rock, Post-Grunge, Hard Rock
Gründung 1995
Website www.foofighters.com
Gründungsmitglieder
Dave Grohl
Leadgitarre, Gesang
Pat Smear (1995–1997, seit 2011)
Nate Mendel
William Goldsmith (1995–1997)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Rhythmusgitarre, Keyboard
Dave Grohl
Gitarre, Gesang
Pat Smear (1995–1997, seit 2011)
E-Bass
Nate Mendel
Schlagzeug, Percussion, Gesang
Taylor Hawkins (seit 1997)
Gitarre, Gesang
Chris Shiflett (seit 1999)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre, Gesang
Franz Stahl (1997–1999)

Foo Fighters (engl. foo ist die Bezeichnung für unbekannte Flugobjekte im Zweiten Weltkrieg, siehe „Foo-Fighter“) ist eine US-amerikanische Rockband. Prominentestes Mitglied und Band-Gründer ist der ehemalige Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründungsjahre und Formierung einer Band (1995–1996)[Bearbeiten]

Bereits während seiner Zeit bei Nirvana schrieb Dave Grohl zahlreiche eigene Stücke. Bis auf „Marigold“ (1993, B-Seite von Heart-Shaped Box) fand jedoch keine Komposition des Musikers den Weg ins Repertoire der Band. Nach dem Tod des Frontmanns Kurt Cobain und der daraus folgenden Auflösung der Band nahm Grohl ein Demo-Tape auf, für das er alle Instrumente mit Ausnahme des Gitarrenparts eines Liedes (X-Static, mit Greg Dulli von The Afghan Whigs) komplett selbst einspielte. 1995 wurde das Demo als Foo Fighters veröffentlicht. Dass Grohl überhaupt das Projekt Foo Fighters begann, hat er, wie er in einem Interview mit MTV sagte, seinem Psychologen zu verdanken. Dieser motivierte ihn demnach, die Musik nicht aufzugeben.

Grohls Solodebüt sowie die Singles This Is a Call, I’ll Stick Around, For All the Cows und Big Me stiegen alle auf Anhieb in die US-Charts ein. Um mit dem Album Promotion machen und auf Tournee gehen zu können, stellte Grohl noch im gleichen Jahr eine Band zusammen, die zunächst aus dem ehemaligen Nirvana-Tour- und The-Germs-Gitarristen Pat Smear sowie der Sunny-Day-Real-Estate-Rhythmusgruppe – Bassist Nate Mendel und Schlagzeuger William Goldsmith – bestand.

Erfolg mit The Colour and the Shape und There Is Nothing Left to Lose (1997–1999)[Bearbeiten]

Diese waren auch an den Aufnahmen zum zweiten Album beteiligt. Während der Aufnahmen kam es jedoch zu einem Streit zwischen Grohl und Goldsmith, der letztendlich zu dessen Rausschmiss führte. Nach der Veröffentlichung von The Colour and the Shape im Mai 1997, wurde Taylor Hawkins als neuer Schlagzeuger engagiert, der vorher für Alanis Morissette tätig war. Auf dem Album selbst spielte Grohl beinahe alle Schlagzeugparts selbst ein; einzig in zwei Stücken ist noch Goldsmith zu hören. Auch Pat Smear stieg aus der Band aus. Ihn ersetzte zunächst Franz Stahl (Ex-Scream-Mitglied) und schließlich Chris Shiflett von No Use for a Name. 1999 erschien das dritte Album There Is Nothing Left to Lose, das Hit-Singles wie Learn To Fly und Breakout enthielt und bei den Grammys als bestes Rock-Album (2001) ausgezeichnet wurde.

One by One, In Your Honor und Echoes, Silence, Patience and Grace (2000–2007)[Bearbeiten]

2000 arbeitete Grohl hauptsächlich an seinem eigenen Heavy-Metal-Projekt namens Probot und tourte als Schlagzeuger mit den Queens of the Stone Age. Zeitgleich begab sich Taylor Hawkins wegen zunehmender Drogenprobleme in eine mehrmonatige Behandlung. 2001 begannen die Aufnahmen zu One by One, dem vierten Album. Es wurde 2002 veröffentlicht. Als Gast ist unter anderem der Queen-Gitarrist Brian May im Lied Tired of You zu hören.

Das wohl bekannteste Bandlogo der Foo Fighters, das Doppel-F
Shiflett, Grohl, Hawkins, Mendel bei einem Akustik-Auftritt mit Gastmusikern 2006

Im US-Wahlkampf 2004 unterstützte die Band den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry mit mehreren Live-Auftritten. Sie tat dies als Reaktion darauf, dass George W. Bush ihren Titel Times Like These für seine Kundgebungen benutzte. Im Frühjahr 2005 erschien In Your Honor, ein Doppelalbum, das neben zehn Stücken im klassischen Foo-Fighters-Stil ebenso zehn Akustik-Stücke enthält. An dieser Produktion hat der Ex-Led-Zeppelin-Bassist John Paul Jones als Arrangeur und Keyboarder wesentlichen Anteil.

Nach ihrer In-Your-Honor-Welttournee (Ende 2005/Anfang 2006) hatte die Band eine kleine Akustik-Tour durch die USA und zwei europäische Städte geplant, auf der sie ihr Akustik-Set präsentierte, das aus Songs ihrer Akustik-CD und aus anderen, älteren Foo-Fighters-Liedern (z. B. Everlong, See You) im Akustik-Stil besteht.

Am 25. September 2007 erschien ihr neues Album Echoes, Silence, Patience and Grace, dessen erste Auskopplung The Pretender auf Platz 95 der deutschen Single-Charts eingestiegen ist. Für das Album (Bestes Rockalbum) und die Single (Beste Hardrock-Darbietung) gewannen die Foo Fighters am 10. Februar 2008 ihre Grammys Nummer 5 und 6 bei drei weiteren Nominierungen. Bei den Brit Awards 2008 gehörten sie mit zwei Auszeichnungen für beste Band und bestes Album international zu den erfolgreichsten Interpreten.

Pause und Rückkehr mit Wasting Light (seit 2008)[Bearbeiten]

Am 17. September 2008 gab Dave Grohl bei der Chris Moyles Show bekannt, dass die Band eine längere Pause einlegen würde. Außerdem sollten ihre Fans keine neue Musik für längere Zeit erwarten. Dave Grohl kommentierte: „We've never really taken a long break, I think it's time, After doing Wembley we shouldn't come back there for 10 years because we've played to everybody. We're over in the UK every year, every summer, so I think it's time to take a break and come back over when people really miss us.“

Am 12. Februar 2009 widerlegte Schlagzeuger Taylor Hawkins jedoch Grohls Aussage. So behauptet er, dass es sich hierbei keinesfalls um eine derart lange Pause handele, sondern dass die Band bereits Ideen für ihr nächstes Studioalbum sammelt, welches sie im Sommer dieses Jahres produzieren werden.[1] Das Album heißt Wasting Light und wurde am 8. April 2011 veröffentlicht.[2] Die erste Single Rope wurde am 23. Februar 2011 vorgestellt. Anfang Februar 2011 wurde auf der Foo-Fighters-Homepage bereits bekannt gegeben, dass Pat Smear wieder als festes Bandmitglied dabei ist.

Anlässlich des Record Store Day veröffentlichte die Band am 16. April 2011 das Album Medium Rare, für das die Foo Fighters Coverversionen von Liedern von u.a. Hüsker Dü, Pink Floyd, Thin Lizzy und Cream eingespielt haben. Das Album ist auf 2.000 Stück limitiert und ausschließlich als Schallplatte (Vinyl) erschienen.

Im Film Thor (2011) wird in der Szene in der Thor und Selvig in einer Bar sitzen und beim Abspann das Stück Walk gespielt.

Am 6. September 2012 trat die Band auf der Democratic National Convention in Charlotte zur Nominierung von Barack Obama für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012 auf.[3] Am 2. Oktober 2012 kündigte die Band an, dass bis auf unbestimmte Zeit keine Konzerte mehr gespielt würden. Es sei nicht klar, wann die Band wieder zusammen spielen würde, es sei jedoch keinesfalls eine Trennung, teilte Frontsänger Dave Grohl mit.[4] Doch schon am 20. Februar 2013 kündigte Dave Grohl an, dass die Band in derselben Woche noch ins Studio gehen wird.[5]

Für 2014 ist die Veröffentlichung des achten Studioalbums geplant, welches nach Angaben Dave Grohls eine völlig neue Richtung einschlagen soll.[6] Der Titel des Albums lautet „Sonic Highways“. Es wird am 10. November 2014 veröffentlicht und wurde in acht legendären US-amerikanischen Aufnahmestudios produziert.[7]

Musikvideos[Bearbeiten]

Eine besondere Bedeutung in der Geschichte der Foo Fighters hatten von Anfang an die Videos zu den Singles. So bürgerte sich auf Grund des Videos zu Big Me (1996) – einer Parodie der berühmten Mentos-Werbung – die Sitte ein, Dave Grohl auf Konzerten mit ebendiesen Süßigkeiten zu bewerfen, was heute auf Bitte des Sängers aber praktisch niemand mehr macht.

Zu ihrem zweiten Album gab es unter anderem das unter der Regie von Michel Gondry produzierte Everlong, das eine Geschichte in verschiedenen Traumrealitäten erzählt.

Im Video zu ihrer Hitsingle Learn to Fly (1999) spielt jedes Bandmitglied verschiedene Personen an Bord eines Flugzeugs, dessen Crew ebenso wie fast alle Passagiere versehentlich vom Reinigungspersonal (gespielt von Jack Black und Kyle Gass von Tenacious D) unter Drogen gesetzt wurde. 2001 wurde dieses Werk mit einem Grammy ausgezeichnet.

Das Video zu Low (2003) zeigt Grohl und erneut Jack Black als Special Interests-auslebende Rednecks. Die beiden fahren zu einem einsamen Motel aufs Land, um dort verkleidet eine exzessive Sex- und Drogennacht zu verbringen. Daher wurde es von den meisten Musiksendern nicht ausgestrahlt.

Zur ersten Single von In Your Honor, Best of You (2005), wurde unter der Regie von Mark Pellington ein Performancevideo mit einer Collage aus verschiedenen TV-Bildern vermischt.

Im Video zu Long Road to Ruin (2007) zeigen die Foo Fighters erneut ihren Hang zu Verkleidungen, das unter anderem eine Persiflage von Soaps aus den 1970er Jahren zeigt.

Im Video zu White Limo (2011) spielt Lemmy Kilmister von Motörhead den Chauffeur, außerdem wurde dieses Video mit einer handelsüblichen Digitalkamera abgedreht.

Das Video zu Walk (2011) ist eine Adaption des Films Falling Down mit Michael Douglas. Dave Grohl schlüpft hierbei in die Rolle des Krawattenträgers, der im Stau stehend die Nerven verliert und zu Fuß einen Gang der eskalierenden Gewalt beginnt.

Diskografie[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Foo Fighters/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1995 Foo Fighters 33
(15 Wo.)
13
(12 Wo.)
26
(7 Wo.)
3
(17 Wo.)
23
(51 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Juli 1995
Verkäufe: + 1.100.000
1997 The Colour and the Shape 41
(6 Wo.)
19
(7 Wo.)
50
(1 Wo.)
3
(13 Wo.)
10
(74 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Mai 1997
Verkäufe: + 1.170.000
1999 There Is Nothing Left to Lose 23
(4 Wo.)
34
(2 Wo.)
10
(16 Wo.)
10
(41 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. November 1999
Verkäufe: + 1.240.000
2002 One by One 5
(12 Wo.)
19
(13 Wo.)
28
(10 Wo.)
1
(47 Wo.)
3
(50 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2002
Verkäufe: + 1.520.000
2005 In Your Honor 4
(17 Wo.)
5
(20 Wo.)
7
(14 Wo.)
2
(40 Wo.)
2
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Juni 2005
Verkäufe: + 2.315.000
2007 Echoes, Silence, Patience & Grace 3
(30 Wo.)
4
(22 Wo.)
2
(11 Wo.)
1
(35 Wo.)
3
(48 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. September 2007
Verkäufe: + 1.365.000
2011 Wasting Light 1
(30 Wo.)
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. April 2011
Verkäufe: 2.100.000[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • BRIT Awards
    • 2008: für „International Group“ [10]
    • 2008: für „International Album“ (Echoes, Silence, Patience & Grace) [10]
    • 2012: für „International Group“
  • Grammy Awards
    • 2001: für „Best Rock Album“ (There Is Nothing Left to Lose)
    • 2001: für „Best Short Form Music Video“ (Learn to Fly)
    • 2003: für „Best Hard Rock Performance“ (All My Life)
    • 2004: für „Best Rock Album“ (One by One)
    • 2008: für „Best Rock Album“ (Echoes, Silence, Patience & Grace)
    • 2008: für „Best Hard Rock Performance“ (The Pretender)
    • 2012: für „Best Rock Album“ (Wasting Light)
    • 2012: für „Best Rock Song“ (Walk)
    • 2012: für „Best Rock Performance“ (Walk)
    • 2012: für „Best Hard Rock/Metal Performance“ (White Limo)
    • 2012: für „Best Long Form Music Video“ (Back and Forth)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Foo Fighters – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Online-Magazin NME, Gespräch mit Taylor Hawkins, 12. Februar 2009, abgerufen am 17. September 2009
  2. Bandhomepage, News, 23. Februar 2011, abgerufen am 24. Februar 2011
  3. Parteitag der Demokraten: Prominente Unterstützung für Obama, sueddeutsche.de vom 7. September 2012 (abgerufen am 7. September 2012).
  4. http://www.focus.de/kultur/diverses/musik-foo-fighters-legen-pause-ein-keine-trennung_aid_831598.html
  5. Foo Fighters gehen wieder ins Studio. fan-lexikon.de. 21. Februar 2013. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  6. Foo Fighters – Albumaufnahmen 2014. Visions. 19. August 2013. Abgerufen am 21. August 2013.
  7. [1]
  8. Chartquellen: DE AT CH UK US
  9. http://www.mediatraffic.de/albums-week09-2012.htm
  10. a b http://www.brits.co.uk/history/shows/2008