Formel-1-Saison 1970

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Formel-1-Saison 1970
Rindt at 1970 Dutch Grand Prix.jpg
Weltmeister
Fahrer: OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
Konstrukteur: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford
Saisondaten
Anzahl Rennen: 13
< Saison 1969

Saison 1971 >


Die Formel-1-Saison 1970 war die 21. FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 13 Rennen in der Zeit vom 7. März 1970 bis zum 25. Oktober 1970 ausgetragen.

Jochen Rindt gewann zum ersten und einzigen Mal die Fahrerweltmeisterschaft. Er starb beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza am 5. September 1970 und ist der einzige Weltmeister der Formel 1, dem posthum dieser Titel zugesprochen wurde, da sein Punktevorsprung nicht mehr eingeholt wurde. Lotus-Ford wurde zum vierten Mal Konstrukteursweltmeister.

Änderungen 1970[Bearbeiten]

Reglement[Bearbeiten]

Abgesehen von einer Erhöhung des Mindestgewichts der Autos auf 530 kg blieb das Regelwerk der Formel 1 im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Nach wie vor waren alternativ aufgeladene Motoren mit einem Hubraum von bis zu 1,5 Litern oder unaufgeladene Motoren mit maximal 3,0 Litern Hubraum zugelassen. Tatsächlich nutzte wie in den Jahren zuvor kein Hersteller die Möglichkeit einer Aufladung. Der von Ford finanzierte Cosworth-DFV-Motor wurde gleichsam zum Standardtriebwerk der Formel 1: 18 von 21 Teams setzten ausschließlich oder überwiegend DFV-Triebwerke ein. Lediglich BRM, Ferrari und Matra verwendeten eigene Motoren. Hinzu kam ein Achtzylindermotor von Alfa Romeo, der zu einzelnen Rennen in einem dritten Werkswagen des McLaren-Teams gemeldet wurde. Im Laufe der Saison gab es einen Leistungseinbruch bei den in den vergangenen Jahren auch sportlich dominierenden Cosworth-DFV-Motoren. Er war vor allem darauf zurückzuführen, dass Cosworth in den Sommermonaten 1970 zeitweise mit der Wartung der zahlreichen im Umlauf befindlichen Motoren überfordert war.[1]

Teams[Bearbeiten]

Im Bereich der Teams gab es 1970 einige Veränderungen. Mit March Engineering kam ein neuer Konstrukteur hinzu, der nicht nur ein eigenes Werksteam betrieb, sondern darüber hinaus auch neu aufgebaute Rennwagen an Kundenteams verkaufte. Der March 701 war das am meisten verbreitete Auto der Saison 1970: In diesem Jahr setzten fünf Rennställe insgesamt acht Exemplare des 701 ein.
Im Laufe der Saison wandelte sich Tyrrell von einem Kundenteam zu einem Konstrukteur. Nachdem die seit 1968 bestehende Allianz mit Matra Ende 1969 aus unternehmenspolitischen Gründen zerbrochen war – das inzwischen zum Chrysler-Konzern gehörende Unternehmen Matra lehnte die von Tyrrell praktizierte Kombination des Matra-Chassis mit Motoren von Cosworth bzw. Ford nunmehr ab –, begann Ken Tyrrell die Saison mit Chassis von March, ließ aber zur gleichen Zeit sein erstes eigenes Chassis entwickeln, das im Sommer 1970 zunächst als Einzelstück einsatzbereit war. Im Gegenzug kehrte Matra, das sich 1969 auf die Ausrüstung des Tyrrell-Teams beschränkt hatte, 1970 nach einjähriger Pause mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 zurück.
Als neuer Konstrukteur kam 1970 auch das Team Surtees hinzu, der neu gegründete Rennstall des mehrfachen Motorrad- und Formel-1-Weltmeisters John Surtees. Surtees hatte nach einer erfolglosen Vorsaison bei BRM für 1970 kein Werkscockpit mehr erhalten und entschied sich dafür, ähnlich wie Jack Brabham ein Jahrzehnt zuvor seine Fahrerkarriere mit einem eigenen Rennstall fortzusetzen. Bis das erste Surtees-Auto einsatzbereit war, half sich das Team mit älteren Kundenautos von McLaren aus.
Neu war außerdem der Bellasi F170, ein von Vittorio Bellasi konstruiertes Auto, das der Tessiner Rennfahrer Silvio Moser in seinem privaten Rennstall einsetzte.
Der britische Rennstall Frank Williams Racing Cars, der zuvor Kundenautos von Brabham eingesetzt hatte, brachte den italienischen Sportwagenhersteller De Tomaso in die Formel 1 zurück. Williams setzte als einziges Team Rennwagen ein, die von De Tomaso konstruiert und aufgebaut worden waren. Die Verbindung endete bereits nach einem Jahr; De Tomaso zog sich daraufhin dauerhaft aus der Formel 1 zurück.

Neben den zehn Werksteams, die selbst konstruierte Autos einsetzten, traten 1970 elf Kundenteams an, die üblicherweise nur bei einzelnen Rennen an den Start gingen. Rob Walker Racing war der einzige private Rennstall, der sich für nahezu alle Weltmeisterschaftsläufe des Jahres meldete.

Fahrer[Bearbeiten]

Posthum Weltmeister: Jochen Rindt

1970 debütierten François Cevert, Emerson Fittipaldi, Peter Gethin, Ignazio Giunti, Henri Pescarolo, Ronnie Peterson, Clay Regazzoni, Tim Schenken, Rolf Stommelen und Reine Wisell in der Formel 1.

Zu Saisonbeginn gab es einige Fahrerwechsel. Graham Hill, der im Jahr zuvor noch für das Lotus-Werksteam angetreten war, erhielt keinen neuen Vertrag und wechselte zu dem privaten Rob-Walker-Team. Spitzenfahrer bei Lotus war Jochen Rindt; im zweiten Werkswagen fuhr John Miles. Nach dem tödlichen Unfall Rindts in Monza führten Emerson Fittipaldi und Reine Wisell die Saison für Lotus zu Ende. Tyrrell setzte neben dem amtierenden Weltmeister Jackie Stewart nun Johnny Servoz-Gavin ein, der den eng mit Matra verbundenen Jean-Pierre Beltoise ersetzte. Servoz-Gavin zog sich allerdings nach einigen Rennen aus der Formel 1 zurück. Ken Tyrrell wollte ihn zunächst durch Brian Redman ersetzt, entschied sich dann aber Empfehlung Jackie Stewarts für den französischen Debütanten François Cevert. Chris Amon, der im Jahr zuvor für die Scuderia Ferrari gefahren war, wechselte zum neu gegründeten March-Werksteam. Neben ihm fuhr der Schweizer Jo Siffert, dessen Fahrergehalt in diesem Jahr nahezu vollständig von Porsche finanziert wurde.

Fahrerseitig wurde die Saison 1970 zu einer der tragischsten der Formel-1-Geschichte. Im Laufe des Jahres ereigneten sich mehrere tödliche Unfälle.
Am 2. Juni 1970 verunglückte Bruce McLaren bei einer Testfahrt mit einem CanAm-Rennwagen in Goodwood am 2. Juni 1970 tödlich. Bei dem Unfall wurde die Heckverkleidung des Fahrzeugs infolge des hohen Anpressdruckes weggerissen, der Wagen prallte bei 200 km/h gegen eine Mauer. Bruce McLaren wurde aus dem Auto herausgeschleudert und war sofort tot.
Am 21. Juni 1970 verunglückte Piers Courage bei einem Unfall während des Großen Preises der Niederlande in Zandvoort tödlich. Sein de Tomaso-Ford fing nach einem Unfall Feuer. Courage konnte nicht mehr rechtzeitig aus dem Fahrzeug befreit werden und verbrannte.
Am 5. September 1970 ereignete sich eine halbe Stunde nach Trainingsbeginn auf der Rennstrecke in Monza ein schwerer Unfall von Jochen Rindt. Rindt fuhr mit Höchstgeschwindigkeit auf die Parabolica zu. Noch auf der Geraden zog der Lotus plötzlich mit 30 Grad scharf nach links, prallte mit der flachen Schnauze unter die Leitplanke, drehte sich unter Verlust des ganzen Vorderbaues mehrfach, prallte ein zweites Mal an die Planken und blieb schließlich in Fahrtrichtung im Sand stecken. Rindt erlitt einen Luftröhrenriss und starb noch auf dem Transport zum Krankenhaus in Mailand an seinen schweren Verletzungen.

Teams und Fahrer[Bearbeiten]

In der nachstehenden Übersicht werden alle Fahrer aufgeführt, die in der Saison als Stammfahrer zu Weltmeisterschaftsläufen gemeldet waren. Für die Fahrer wurden keine festen Startnummern vergeben; die Startnummern wechselten von Rennen zu Rennen.

Bild Team Chassis Motor Reifen Stammfahrer Rennen
McLaren M14A
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bruce McLaren Motor Racing McLaren M14A Ford Cosworth DFV V8 G NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren 1–3
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Gethin 5, 8-13
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney 5-7
NeuseelandNeuseeland Denis Hulme 1–3, 6-13
Alfa Romeo TT33 V8 ItalienItalien Andrea de Adamich 2-3, 5-12
ItalienItalien Nanni Galli 10
March 701 von Ronnie Peterson
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin Crabbe Racing
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Antiques Automobiles Racing Team
March 701 Ford Cosworth DFV V8 G SchwedenSchweden Ronnie Peterson 3-8, 10-12
SchwedenSchweden Écurie Bonnier McLaren M7C Ford Cosworth DFV V8 G SchwedenSchweden Joakim Bonnier 10,12
Matra MS 120
FrankreichFrankreich Équipe Matra Elf Matra MS120 Matra MS12 3,0 V12 G FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise 1–13
FrankreichFrankreich Henri Pescarolo 1–13
De Tomaso 505
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Williams Racing Cars De Tomaso 505 Ford Cosworth DFV V8 D Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Piers Courage 1–5
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brian Redman 7-8
AustralienAustralien Tim Schenken 9-12
Lotus 72
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Gold Leaf Team Lotus
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Garvey Team Lotus
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich World Wide Racing
Lotus 49 Ford Cosworth DFV V8 F OsterreichÖsterreich Jochen Rindt 1, 3-4
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles 1, 3
SpanienSpanien Alex Soler-Roig 2, 6
BrasilienBrasilien Emerson Fittipaldi 7-9
Lotus 72 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt 2, 5-9
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles 2, 4-9
BrasilienBrasilien Emerson Fittipaldi 12-13
SchwedenSchweden Reine Wisell 12-13
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gus Hutchison Brabham BT26 Ford Cosworth DFV V8 G Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gus Hutchison 12
DeutschlandDeutschland Hubert Hahne March 701 Ford Cosworth DFV V8 F DeutschlandDeutschland Hubert Hahne 8
March 701 von Chris Amon
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March Engineering March 701 Ford Cosworth DFV V8 F NeuseelandNeuseeland Chris Amon 1-13
SchweizSchweiz Jo Siffert 1-13
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Motor Racing Developments
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Auto Motor und Sport
Brabham BT 33 Ford Cosworth DFV V8 G AustralienAustralien Jack Brabham 1-13
DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen 1-13
BRM P153
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Owen Racing Organisation
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Yardley Team BRM
BRM P153 BRM P142 V12 D Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver 1–13
MexikoMexiko Pedro Rodríguez 1–13
KanadaKanada George Eaton 2-3, 5-7, 9-12
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Westbury 12
BRM P139 KanadaKanada George Eaton 1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Lovely Volkswagen Inc. Lotus 49 Ford Cosworth DFV V8 F Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Lovely 5-7, 12
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Rob Walker Racing
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brooke Bond Oxo Racing Rob Walker
Lotus 49 Ford Cosworth DFV V8 F Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill 1-8
Lotus 72 10-12
Ferrari 312B
ItalienItalien Scuderia Ferrari SpA SEFAC Ferrari 312B Ferrari 001 B12 F BelgienBelgien Jacky Ickx 1-13
ItalienItalien Ignazio Giunti 4,6,9-10
SchweizSchweiz Clay Regazzoni 5, 7-13
Sudafrika 1961Südafrika Scuderia Scribante Lotus 49 Ford Cosworth DFV V8 F Sudafrika 1961Südafrika Dave Charlton 1
SchweizSchweiz Silvio Moser Racing Team Bellasi F170 Ford Cosworth DFV V8 G SchweizSchweiz Silvio Moser 5-6, 8-10
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten STP Corporation March 701 Ford Cosworth DFV V8 F Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti 1–2, 7-9
Sudafrika 1961Südafrika Team Gunston Lotus 49 Ford Cosworth DFV V8 F RhodesienRhodesien John Love 1
Brabham B26 G Sudafrika 1961Südafrika Peter de Klerk 1
Surtees TS7
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Team Surtees McLaren M7A Ford Cosworth DFV V8 F Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees 1-3, 5
Surtees TS7 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees 7–13
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Derek Bell 12
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tom Wheatcroft Racing Brabham BT26 Ford Cosworth DFV V8 G Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Derek Bell 4
Tyrrell 001
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tyrrell Racing Organisation March 701 Ford Cosworth DFV V8 D Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart 1–10
FrankreichFrankreich Johnny Servoz-Gavin 1–3
FrankreichFrankreich François Cevert 5-13
Tyrrell 001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart 11-13

Rennkalender: Die Weltmeisterschaftsläufe[Bearbeiten]

Die Saison 1970 umfasste 13 Weltmeisterschaftsläufe. Daneben wurden zahlreiche Rennen nach dem Formel-1-Reglement abgehalten, die nicht zur Weltmeisterschaft zählten.

Nr. Datum Grand Prix
(Strecke)
Distanz
(km)
Sieger Zweiter Dritter Pole-
Position
Schnellste
Rennrunde
Gesamtführender
Fahrer
Gesamtführender
Konstrukteur
01 7. März Flag of South Africa 1928-1994.svg Südafrika
( Kyalami)
328,320 AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
NeuseelandNeuseeland Denis Hulme
(McLaren-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees
(McLaren-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
02 19. April Flag of Spain.svg Spanien
(Jarama)
306,36 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren
(McLaren-Ford)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti
(March-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
03 10. Mai Flag of Monaco.svg Monaco
(Monaco)
251,60 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
FrankreichFrankreich Henri Pescarolo
(Matra)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
04 7. Juni Flag of Belgium (civil).svg Belgien
(Spa-Francorchamps)
394,80 MexikoMexiko Pedro Rodríguez
(BRM)
NeuseelandNeuseeland Chris Amon
(March-Ford)
FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise
(Matra)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
NeuseelandNeuseeland Chris Amon
(March-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
05 21. Juni Flag of the Netherlands.svg Niederlande
(Zandvoort)
355,44 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
06 5. Juli Flag of France.svg Frankreich
(Clermont-Ferrand)
306,09 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
NeuseelandNeuseeland Chris Amon
(March-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
07 18. Juli Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien
(Brands Hatch)
341,2 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
AustralienAustralien Denis Hulme
(McLaren-Ford)
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
AustralienAustralien Jack Brabham
(Brabham-Ford)
08 2. August Flag of Germany.svg Deutschland
(Hockenheim)
339,45 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
AustralienAustralien Denis Hulme
(McLaren-Ford)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
09 16. August Flag of Austria.svg Österreich
(Spielberg)
354,66 BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen
(Brabham-Ford)
OsterreichÖsterreich Jochen Rindt
(Lotus-Ford)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
010 6. September Flag of Italy.svg Italien
(Monza)
391 SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(March-Ford)
FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise
(Matra)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
011 20. September Flag of Canada.svg Kanada
(Mont-Tremblant)
383,85 BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
NeuseelandNeuseeland Chris Amon
(March)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart
(Tyrrell)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
012 4. Oktober Flag of the United States.svg USA
(Watkins Glen)
399,708 BrasilienBrasilien Emerson Fittipaldi
(Lotus)
MexikoMexiko Pedro Rodríguez
(BRM)
SchwedenSchweden Reine Wisell
(Lotus)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
013 25. Oktober Flag of Mexico.svg Mexiko
(Mexiko-Stadt)
325 BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
NeuseelandNeuseeland Denis Hulme
(McLaren-Ford)
SchweizSchweiz Clay Regazzoni
(Ferrari)
BelgienBelgien Jacky Ickx
(Ferrari)

Rennberichte[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt enthält eine Zusammenfassung der Geschehnisse bei den 13 Weltmeisterschaftsläufen der Formel-1-Saison 1970.

Großer Preis von Südafrika[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 1:49:35,4
2 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford + 8,1
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford + 17,1
PP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 1:19,3
SR AustralienAustralien Jack Brabham /
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham /
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
1:20,8

Der Große Preis von Südafrika 1970 fand am 7. März 1970 auf dem Kyalami Grand Prix Circuit statt. Er ging über 80 Runden zu je 4,094 km und hatte damit eine Gesamtdistanz von 327,52 km.
Gemeldet waren alle Werksteams sowie die privaten Teams von Rob Walker, STP, Surtees und Tyrrell. Hinzu kamen mit der Scuderia Scribante und dem Team Gunston zwei südafrikanische Teams, die drei lokale Fahrer an den Start brachten und zu keinem weiteren Weltmeisterschaftslauf des Jahres antraten. Bei diesem Rennen gab der erst ein Jahr zuvor gegründete Rennwagenkonstrukteur March Engineering sein Formel-1-Debüt. In Kyalami standen insgesamt fünf Fahrzeuge vom Typ March 701 am Start. Im Training waren sie die schnellsten Autos. Jackie Stewart (Tyrrell) und Chris Amon (March-Werksteam) erzielten mit ihren 701 im Qualifikationstraining identische Rundenzeiten und belegten die erste Startreihe. Im Rennen führte zunächst Stewart in Tyrrells Kunden-March. Er wurde aber nach dem ersten Viertel von Jack Brabham (Brabham) überholt, der von Platz drei gestartet war. Brabham gewann das Rennen vor Denis Hulme im Werks-McLaren und Stewart, der mit seinem dritten Platz bereits im ersten Rennen die erste Podiumsplatzierung für March Engineering herausfuhr. Jack Brabham und John Surtees, der ein älteres Kundenauto von McLaren fuhr, teilten sich mit 1:20,8 Min. die schnellste Rennrunde.

Großer Preis von Spanien[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 2:10:58,2
2 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford + 1 Runde
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford + 1 Runde
PP AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham 1:23,9
SR AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham 1:24,3

Der Große Preis von Spanien war der zweite Weltmeisterschaftslauf der Saison 1970. Er fand am 19. April 1970 auf dem Circuito del Jarama statt. Das Rennen ging über 90 Runden à 3,404 km und hatte eine Gesamtdistanz von 306,36 km.
Zu dem Rennen meldeten sich 15 Teams mit insgesamt 22 Fahrern. Zum Rennen waren allerdings aus Sicherheitsgründen nur 16 Fahrer zugelassen. Im Qualifikationstraining setzte sich Jack Brabham (Brabham) gegen Denis Hulme (McLaren) und Jackie Stewart (Tyrrell) durch. Der Abstand der drei Trainingsschnellsten betrug jeweils nur eine Zehntelsekunde. Sechs Fahrer waren nicht qualifiziert. Zu ihnen gehörten der Deutsch Rolf Stommelen (Brabham) und Jo Siffert im 701 des March-Werskteams. Im Rennen setzte sich der von Platz drei startende Jackie Stewart in Tyrrells Kunden-March bereits in der ersten Runde an die Spitze des Feldes. Stewart, der im Laufe des Rennens alle übrigen Fahrer mindestens einmal überrundet hatte, gewann denn Großen Preis von Spanien vor Bruce McLaren (McLaren Racing) und Mario Andretti, der einen weiteren Kunden-March für das private Team STP Corporation einsetzte. Damit war es March als Konstrukteur gelungen, bereits im zweiten Weltmeisterschaftslauf einen Großen Preis zu gewinnen und zwei Podiumsplätze zu belegen. Insgesamt kamen nur fünf Fahrer ins Ziel.
In der ersten Runde kam es zu einem schweren Feuerunfall zwischen Jacky Ickx (Ferrari) und Jackie Oliver (BRM): Nach einem Bremsdefekt prallte Olivers BRM mit hoher Geschwindigkeit auf Ickx' Ferrari. Durch den Aufprall wurden die Tanks des Ferrari aufgerissen. Das auslaufende Benzin entzündete sich. Beide Fahrer entkamen den brennenden Autos, Ickx' Overall fing allerdings Feuer, das von Streckenposten nach einiger Zeit gelöscht wurde. Beide Fahrer bleiben unverletzt.[2]


Großer Preis von Monaco[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 1:54;37,4
2 AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham + 23,1
3 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo FrankreichFrankreich Matra + 51,4
PP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 1:24,0
SR OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 1:23,2

Der Große Preis von Monaco fand am 10. Mai 1970 auf dem Circuit de Monaco statt. Er ging über 80 Runden zu je 3,145 km und hatte eine Gesamtdistanz von 251,6 km.
Insgesamt meldeten sich 13 Teams mit insgesamt 21 Fahrern. Ronnie Peterson debütierte hier in der Formel 1; er fuhr einen March 701 für Colin Crabbes Antique Automobiles Racing Team. Wiederum waren nur 16 Fahrer zum Rennen zugelassen. Auf der Poleposition stand Jackie Stewart in Tyrrells privatem March 701 vor Chris Amon, der ein Auto vom gleichen Typ für das March-Werksteam einsetzte, und Denis Hulme (McLaren). Nicht qualifiziert waren Rolf Stommelen und John Miles in den Werkswagen von Brabham bzw. Lotus sowie Johnny Servoz-Gavin, der Teamkollege des Polefahrers, im zweiten Tyrrell-March. Servoz-Gavin beendete nach diesem Großen Preis seine Motorsportkarriere. Im Rennen führte Stewart 56 Runden lang das Feld an, bis ein Motorschaden seinen Einsatz vorzeitig beendete. Die Führung übernahm daraufhin zunächst Stewarts Verfolger Jack Brabham (Brabham), der seinerseits von Jochen Rindt im Lotus verfolgt wurde, nachdem die zwischen ihnen liegenden Fahrer Amon und Hulme ebenfalls hatten aufgeben müssen. In der letzten Kurve des Rennens verbremste sich Brabham bei dem Versuch, einige zurückliegende Konkurrenten zu überrunden, und rutschte in die Strohballen am Streckenrand. Rindt wich aus, ging vorbei und siegte. Da Brabham nur leicht eingeschlagen war, konnte er das Rennen auf Rang zwei vor Henri Pescarolo (Matra) beenden. Dieser dritte Platz war das beste Ergebnis, das Pescarolo in seiner Formel-1-Karriere erreichte, und es war zugleich seine einzige Podiumsplatzierung in dieser Serie. Ronnie Peterson kam bei seinem Formel-1-Debüt als letzter ins Ziel. Er belegte Platz sieben.

Großer Preis von Belgien[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 MexikoMexiko Pedro Rodríguez Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 1:38,10,1
2 NeuseelandNeuseeland Chris Amon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford + 1,1
3 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise FrankreichFrankreich Matra + 1:43,7
PP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 3:28,0
SR NeuseelandNeuseeland Chris Amon Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March 3:27,4

Der Große Preis von Belgien fand am 7. Juni 1970 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps statt. Das Rennen ging über 28 Runden à 14,1 km und hatte eine Gesamtdistanz von 394,8 km. Die Strecke, die Straßen mit einbezog, die für den öffentlichen Verkehr gewidmet waren, war in weiten Teilen nicht gesichert. Es gab keine Auslaufzonen und nur an wenigen Stellen Leitplanken. Der Große Preis von Belgien 1970 war der letzte GP der Formel-1-Geschichte, der auf einer Hochgeschwindigkeits-Strecke ohne Auslaufzonen stattfand. Im folgenden Jahr gab es keinen Weltmeisterschaftslauf in Belgien, ab 1972 wurde der Große Preis von Belgien auf dem neu gebauten Kurs von Nivelles-Baulers ausgetragen.
Zum Rennen meldeten sich 12 Teams mit 18 Fahrern. Das McLaren-Team trat nicht an, da Bruce McLaren fünf Tage vor dem Rennen bei Testfahrten mit einem CanAm-Rennwagen auf dem Goodwood Circuit ums Leben gekommen war und Denis Hulme noch an den Folgen eines Unfalls litt, den er drei Wochen zuvor beim Training zum diesjährigen Indy-500-Rennen erlitten hatte. Tyrrell erschien zu dem Rennen mit nur einem Auto. Nach dem Rückzug von Johnny Servoz-Gavin Anfang Mai 1970 war François Cevert als dessen Nachfolger verpflichtet worden. Im Hinblick auf den hohen Schwierigkeitsgrad des Ardennenkurses verzichtete Ken Tyrrell allerdings darauf, Cevert bereits in Spa debütieren zu lassen.
Im Qualifikationstraining dominierte Tyrrells einziger Fahrer Jackie Stewart im March 701. Er belegte die Poleposition, gefolgt von Jochen Rindt (Lotus) im neuen Lotus 72. Chris Amon, der einen weiteren March 701 für das March-Werksteam einsetzte, startete von Platz drei. Der einzige nicht qualifizierte Fahrer war der Spanier Alex Soler-Roig, der den dritten Werks-Lotus unter der Bezeichnung World Wide Racing einsetzte. Das Rennen gewann Pedro Rodríguez (British Racing Motors). Es war der zweite und letzte Formel-1-Sieg für Rodríguez und der letzte für den Reifenhersteller Dunlop.

Großer Preis der Niederlande[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus-Ford Cosworth 1:50:43,410
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart March-Ford Cosworth + 30,0 sek.
3 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari + 1 Runde
PP OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 1:18,50
SR BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari 1:19,23

Der Große Preis der Niederlande fand am 21. Juni auf dem Circuit Park Zandvoort statt. Er ging über 80 Runden à 4,193 km und hatte eine Gesamtdistanz von 335,44 km.
Zum Rennen meldeten sich 13 Teams mit 24 Fahrern. Das McLaren-Team trat, nachdem es das vorherige Rennen ausgelassen hatte, wieder an. Die Fahrer waren Peter Gethin und Dan Gurney. Silvio Moser erschien erstmals mit dem in seinem Auftrag konstruierten Bellasi F170, der sich als nicht ausgereift erwies. Bei Tyrrell debütierte François Cevert, bei Ferrari der Schweizer Clay Regazzoni, der Ignazio Giunti ersetzte. Zum Rennen waren 20 Fahrer zugelassen.
Jochen Rindt, der den neuen Lotus 72 einsetzte, startete von der Pole-Position, Jackie Stewart (Tyrrell) und Jacky Ickx (Ferrari) von den Plätzen zwei und drei. Nach dem Start übernahm Rindt sofort die Führung. In der 22. Runde verunglückte Piers Courage, der einen von Frank Williams eingesetzten De Tomaso 505 fuhr, tödlich. Ungeachtet des Umstands, dass sein Wagen einige Zeit ungelöscht am Rand der Strecke brannte, wurde das Rennen nicht abgebrochen. Rindt behauptete die Führung bis zum Rennende. Mit Ausnahme des Zweitplatzierten Jackie Stewart hatte Rindt alle Konkurrenten mindestens einmal überrundet. Sein Erfolg war der erste von 20 Siegen, den der Lotus 72 in den 1970er-Jahren einfuhr.


Großer Preis von Frankreich[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus-Ford Cosworth 1:55:57,0
2 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford Cosworth + 7,61
3 AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford + 44,83
PP BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari 2:58,22
SR AustralienAustralien Jack Brabham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham 3:00,75

Der Große Preis von Frankreich fand am 5. Juli 1970 auf dem Circuit de Charade statt. Das Rennen ging über 38 Runden zu je 8,055 km und hatte eine Gesamtdistanz von 306,09 km. Es war der vorletzte Formel-1-Lauf, der auf dem verwinkelten und als unsicher geltenden Kurs in der zentralfranzösischen Auvergne.
Zu dem Rennen meldeten sich 12 Teams mit 23 Fahrern; 20 Fahrer waren zum Start zugelassen. Die Teams von Frank Williams und John Surtees traten nicht an.
Im Qualifikationstraining fuhr Jacky Ickx (Ferrari) die Poleposition heraus, Jean-Pierre Beltoise (Matra) belegte Startplatz zwei. Beltoise erreichte hier das beste Qualifikationsergebnis seiner Formel-1-Karriere. Nicht qualifiziert waren Silvio Moser (Silvio Moser Racing Team), Alex Soler-Roig (Lotus) und der US-amerikanische Autohändler Pete Lovely (Pete Lovely Volkswagen Inc.). Ickx übernahm zunächst die Führung, schied aber in Runde 15 infolge eines Motorschaden aus. Der bis dahin zweitplatzierte Beltoise übernahm die Führung, die er bis zur Runde 26 behielt, als er wegen eines Plattfußes die Box ansteuern musste. Danach ging Rindt in Führung. Er gewann das Rennen vor Chris Amon im Werks-March und Jack Brabham (Brabham).
Mit seinem Sieg übernahm Rindt die Führung in der Fahrwertung, und Lotus belegte den ersten Rang der Konstrukteurswertung. Team und Fahrer gaben diese Positionen bis zum Saisonende nicht mehr ab.


GP Großbritannien – Brands Hatch (18. Juli)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus-Ford Cosworth 1:57:02,000
2 AustralienAustralien Jack Brabham Brabham-Ford Cosworth + 32,9 Sek.
3 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren-Ford Cosworth + 54,4 Sek.
4 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari + 54,8 Sek.
5 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford Cosworth + 1 Runde
6 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus-Ford Cosworth + 1 Runde


GP Deutschland – Hockenheimring (2. August)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus-Ford Cosworth 1:42:00,300
2 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari + 0,7 Sek.
3 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren-Ford Cosworth + 1:21,8 Min.
4 Brasilien 1968Brasilien Emerson Fittipaldi Lotus-Ford Cosworth + 1:55,1 Min.
5 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham-Ford Cosworth + 1 Runde
6 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Matra + 1 Runde

Erstmals findet ein Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring statt. Die Fahrervereinigung GPDA hatte zuvor beschlossen aufgrund schwerer Unfälle in der Vergangenheit den Nürburgring zu boykottieren, da der Veranstalter dem Wunsch der Fahrer mit dem Bau von mehr Leitplanken nicht nachgekommen war.

GP Österreich – Österreichring (16. August)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 1:42:17,320
2 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari + 0,610 Sek.
3 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham-Ford Cosworth + 1:27,880 Min.
4 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. + 1 Runde
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver B.R.M. + 1 Runde
6 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra + 1 Runde

Erstmals findet ein Formel-1-Rennen auf dem ein Jahr zuvor eingeweihten Österreichring statt.

Rolf Stommelen fährt zum ersten und einzigen Male in seiner Formel-1-Karriere aufs Podium.

GP Italien – Monza (6. September)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari 1:39:06,880
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart March-Ford Cosworth + 5,730 Sek.
3 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra + 5,800 Sek.
4 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren-Ford Cosworth + 6,150 Sek.
5 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham-Ford Cosworth + 6,410 Sek.
6 FrankreichFrankreich François Cevert March-Ford Cosworth + 1:03,460 Min.

Der Führende in der Gesamtwertung, Jochen Rindt, kommt bei einem Trainingsunfall zum Großen Preis von Italien am 5. September ums Leben.

GP Kanada – Mont-Tremblant (20. September)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 2:21:18,400
2 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari + 14,8 Sek.
3 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford Cosworth + 57,9 Sek.
4 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. + 1 Runde
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees Surtees-Ford Cosworth + 1 Runde
6 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Gethin McLaren-Ford Cosworth + 2 Runden

Der in der WM-Wertung vorher schlechter platzierte Ickx gewinnt vor seinem Teamkollegen Regazzoni und kann durch zwei weitere Siege noch Weltmeister werden.

GP USA – Watkins Glen (4. Oktober)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Großer Preis der USA 1970
Platz Fahrer Team Zeit
1 Brasilien 1968Brasilien Emerson Fittipaldi Lotus-Ford Cosworth 1:57:32,970
2 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. + 36,210 Sek.
3 SchwedenSchweden Reine Wisell Lotus-Ford Cosworth + 44,990 Sek.
4 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari + 1 Runde
5 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford Cosworth + 1 Runde
6 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Derek Bell Surtees-Ford Cosworth + 1 Runde

Ickx ist Trainingschnellster, fällt im Rennen aber durch Defekt eine Runde zurück, womit der in Italien verunglückte Jochen Rindt als posthumer Weltmeister feststeht. Emerson Fittipaldi gewinnt sein erstes Formel-1-Rennen, Lotus wird damit durch sechs Siege vorzeitig Konstrukteursweltmeister.


GP Mexiko – Mexiko-Stadt (25. Oktober)[Bearbeiten]

Platz Fahrer Team Zeit
1 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 1:53:28,360
2 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari + 45,460 Sek.
3 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren-Ford Cosworth + 45,970 Sek.
4 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford Cosworth + 47,050 Sek.
5 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra + 50,110 Sek.
6 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. + 1:24,760 Min.

Nach einer Kollision mit einem Hund in der 15. Runde muss Jackie Stewart sein Rennen in Runde 33 aufgeben.

Weltmeisterschaftswertungen[Bearbeiten]

Fahrerwertung[Bearbeiten]

1 OsterreichÖsterreich Jochen Rindt Lotus-Ford 45
2 BelgienBelgien Jacky Ickx Ferrari 40
3 SchweizSchweiz Clay Regazzoni Ferrari 33
4 NeuseelandNeuseeland Denis Hulme McLaren-Ford 27
5 AustralienAustralien Jack Brabham Brabham-Ford 25
6 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Stewart March-Ford 25
7 MexikoMexiko Pedro Rodríguez B.R.M. 23
8 NeuseelandNeuseeland Chris Amon March-Ford 23
9 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Beltoise Matra-Simca 16
10 Brasilien 1968Brasilien Emerson Fittipaldi Lotus-Ford 12
11 DeutschlandDeutschland Rolf Stommelen Brabham-Ford 10
12 FrankreichFrankreich Henri Pescarolo Matra-Simca 8
13 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Lotus-Ford 7
14 NeuseelandNeuseeland Bruce McLaren McLaren-Ford 6
15 SchwedenSchweden Reine Wisell Lotus-Ford 4
16 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mario Andretti March-Ford 4
17 ItalienItalien Ignazio Giunti Ferrari 3
18 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Surtees McLaren-Ford & Surtees-Ford 3
19 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich John Miles Lotus-Ford 2
20 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jackie Oliver B.R.M. 2
21 FrankreichFrankreich Johnny Servoz-Gavin March-Ford 2
22 FrankreichFrankreich François Cevert March-Ford 1
23 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Peter Gethin McLaren-Ford 1
24 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dan Gurney McLaren-Ford 1
25 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Derek Bell Surtees-Ford 1

Die ersten sechs Plätze bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkte. Die besten sechs Ergebnisse der ersten sieben und die besten fünf der restlichen sechs Rennen zählten zur Meisterschaft.

Konstrukteurswertung[Bearbeiten]

1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 59
2 ItalienItalien Ferrari 52
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March-Ford 48
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham-Ford 35
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Ford 35
6 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich B.R.M. 23
7 FrankreichFrankreich Matra 23
8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Surtees-Ford 3

Kurzmeldungen Formel 1[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Motorbuch Verlag Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Formel-1-Saison 1970 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Motorbuch Verlag Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9, S. 226.
  2. Foto