Ricarda Huch

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Ricarda Huch um 1930 fotografiert von Wanda von Debschitz-Kunowski
Ricarda Huch, Radierung von Johann Lindner, 1901
Ricarda Huch um 1914

Ricarda Octavia Huch (* 18. Juli 1864 in Braunschweig; † 17. November 1947 in Schönberg im Taunus, heute Stadtteil von Kronberg; Pseudonym: Richard Hugo) war eine deutsche Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft, Studium, Bibliotheksarbeit[Bearbeiten]

Ricarda Huch entstammte einer Kaufmannsfamilie, die in ihrer Generation gleich mehrere zum Teil äußerst produktive Literaten hervorbrachte – ihr Bruder Rudolf und ihre Vettern Friedrich und Felix waren ebenfalls bekannte Schriftsteller –, und wuchs in Braunschweig auf. Mit 16 Jahren verliebte sie sich in den Mann ihrer Schwester, was in der bürgerlichen Kleinstadt für einen Skandal sorgte. 1886 ging sie nach Zürich, wo sie das Abitur nachholte und Geschichte, Philologie sowie Philosophie studierte.[1] Ein Frauenstudium war in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht möglich. 1892 wurde sie als eine der ersten deutschen Frauen überhaupt an der philosophischen Fakultät der Universität Zürich promoviert[1] mit einer historischen Arbeit über „Die Neutralität der Eidgenossenschaft während des spanischen Erbfolgekrieges“. Seit ihren Studientagen war sie mit der Tiermedizinerin Marianne Plehn befreundet, die später die erste deutsche Professorin in Bayern wurde. In der Zürcher Pension Walder in Hottingen[2] lernte Huch ihre lebenslange Freundin, die Chemiestudentin und spätere Sozialpolitikerin Marie Baum, kennen, die ihr 1950 ein biographisches Denkmal setzte: Leuchtende Spur.

Während ihres Studiums an der Universität Zürich arbeitete Ricarda Huch seit 1889 als unbezahlte Hilfskraft in der dortigen Stadtbibliothek. Ihre Tätigkeit beschränkte sich zunächst auf die formale Erfassung von ca. 6000 Broschüren aus der Zeit der Französischen Revolution aus der Sammlung Usteri. Zwei Jahre später wurde für die junge Studentin eigens eine Sekretärsstelle geschaffen, die sie am 1. November 1891 antrat. Der Aufgabenbereich umfasste vor allem Korrespondenzen und die Verarbeitung von Druckschriften. Aus privaten Schreiben Ricarda Huchs geht hervor, dass sie den bibliothekarischen Alltag oft als langweilig und öde, sich selbst als unterfordert empfand. Andererseits schien sie sich im Habitus der Bibliotheksbeamtin auch wieder zu gefallen.

Während ihrer Dienstzeit, die bis 1894 dauerte, erschien in Berlin Ricarda Huchs erstes Bühnenstück Evoë!, das in der Presse wohlwollende Aufnahme fand, wenngleich der enzyklopädisch-gelehrte Stil moniert wurde. Parallel zur bibliothekarischen Tätigkeit begann Huch auch an der Töchterschule zu unterrichten, eine Tätigkeit, welche die Arbeit in der Bibliothek immer mehr an den Rand drängen sollte, bis sie im Herbst 1894 das Entlassungsgesuch einreichte. Nach ihrem Austritt aus der Stadtbibliothek erschien im Jahr 1895 das von ihr verfasste Neujahrsblatt über die Nachrichtensammlung des Zürcher Chorherrn Johann Jakob Wick. Inspiriert durch Wicks Beschreibung eines Exorzismus, publizierte Huch darauf im Sonntagsblatt des Bundes eine Novelle mit dem Titel Eine Teufelei. Nachgelassene Papiere des Staatsschreibers Potzmanterle.

Triest, München, Berlin[Bearbeiten]

Tafeln zur Erinnerung an das 1943 zerstörte Geburtshaus Huchs auf dem Inselwall in Braunschweig.
Braunschweig, Bruchtorwall 1, hier lebte Huch von 1907 bis 1910
Ehemaliges Haus von Ricarda Huch im Ricarda-Huch-Weg in Jena

Huch arbeitete zunächst als Bibliothekarin und – von diesem Beruf wenig erfüllt – als Lehrerin in Zürich und Bremen. Ab 1897 lebte sie in Wien, wo sie 1898 den Zahnarzt Ermanno Ceconi heiratete. Ihm folgte sie 1898–1900 in seine Heimatstadt Triest, die damals zu Österreich gehörte. In dieser Zeit erarbeitete sie als erste die Geschichte der italienischen Einigung „Risorgimento“ unter der Führung von Giuseppe Garibaldi. Weil sie sich mit dieser Forschung Verdienste um Italien erworben hatte, wurde sie von den italienischen Faschisten geschätzt, weshalb sie im nationalsozialistischen Deutschland nicht verfolgt wurde (s. u.).

Lange lebte sie – mit Unterbrechungen – in München (1912–1916, 1918–1927), wo viele wichtige Bücher entstanden, zum Beispiel ihre Biographie Michael Bakunin und die Anarchie (1923). Hier kam sie auch in Kontakt mit der Frauenbewegung, mit deren Vordenkerinnen Ika Freudenberg und Gertrud Bäumer sie korrespondierte. Katia Mann schildert in ihren Lebenserinnerungen, dass ihre Kinder bei Ermanno Ceconi in zahnärztlicher Behandlung waren.[3] In den Jahren 1927 bis 1932, die sie und ihre Tochter Marietta in Berlin verbrachten, erreichte sie die Nachricht vom Tode Ceconis. Hier entstand eine Arbeit über die Deutsche Revolution 1848/1849, Alte und neue Götter (1930).

Während der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten verweigerte Ricarda Huch eine von den Mitgliedern der Preußischen Akademie der Künste verlangte Loyalitätserklärung gegenüber dem neuen Regime mit der Begründung, dass sie „… verschiedene der inzwischen vorgenommenen Handlungen der neuen Regierung aufs schärfste mißbillige“.[4] Als Protest gegen den Ausschluss von Alfred Döblin aus der gleichgeschalteten Akademie unter ihrem Präsidenten Max von Schillings trat sie noch im Frühling 1933 als erstes Mitglied aus. Diese Tatsache wurde im Dritten Reich nicht veröffentlicht.

Das Verhalten der neuen Machthaber ihr gegenüber blieb widersprüchlich. Zwar bekam Huch zu ihrem 80. Geburtstag persönliche Glückwunschtelegramme von Goebbels und Hitler, doch in der Presse durfte ihr Geburtstag nicht erwähnt werden. Man wusste, dass sie dem Nationalsozialismus feindlich gegenüberstand, wollte aber wegen ihrer italienischen Verbindungen und wegen des befürchteten negativen Propagandaeffekts nicht gegen sie vorgehen.

Der erste, 1934 erschienene Band ihrer Deutschen Geschichte, die das Regime als implizite Kritik verstand, wurde von der offiziellen Literaturkritik verrissen. Einzig Reinhold Schneider würdigte ihr Werk in einer Buchrezension[5] und unterstrich ihre Grundaussage sogar mit einer noch in derselben Ausgabe erscheinenden religionsphilosophischen Abhandlung,[6] die kaum anders zu verstehen war denn als offene Kritik daran, dass der Nationalsozialismus das deutsche Volk in fataler Weise zu Gottes auserwähltem Volk verklärt hatte. Der zweite Band konnte 1937 nur unter großen Schwierigkeiten erscheinen, der dritte und letzte, 1941 fertiggestellte Band überhaupt nicht mehr. Er wurde erst 1949, zwei Jahre nach Ricarda Huchs Tod, in Zürich veröffentlicht.

Die Zeit von 1935 bis 1947, in der sie mit ihrer Tochter und deren Ehemann Franz Böhm in Jena lebte, lässt sich bis zum Kriegsende als innere Emigration beschreiben. Diese war bei Huch gekennzeichnet durch zahlreiche Kontakte zu Gegnern des nationalsozialistischen Regimes. Weil es in der Zeit des Nationalsozialismus wenig Häuser gab, in denen ein offenes Wort gesprochen werden konnte, entwickelte sich Ricarda Huchs Wohnung am damaligen Oberen Philosophenweg (heute Ricarda-Huch-Weg) zu einem Gesprächsort, wo neben Künstlern und Wissenschaftlern auch Personen verkehrten, die selbst oder deren Verwandte später am missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt waren. Ihr Schwiegersohn hatte es nur einer Namensverwechslung zu verdanken, dass er nicht im Zuge der Verfolgungen nach dem 20. Juli verhaftet wurde. Er und Huch hatten bei einer privaten Einladung im Mai 1937 die Politik der Nationalsozialisten kritisiert, woraufhin beide vom Hochschullehrer Richard Kolb denunziert wurden[7] und Böhm daraufhin der Lehrauftrag an der Universität Jena entzogen wurde. Huch, und damit auch Böhm, standen allerdings unter der Protektion des nationalsozialistischen Reichsjustizministers Franz Gürtner.[8] 1944 erhielt Huch den Wilhelm-Raabe-Preis.

Letzte Jahre[Bearbeiten]

Den Frauen und Männern des Widerstands ein Denkmal zu setzen, war der mittlerweile greisen Dichterin eine Aufgabe, die sie sich für die Zeit nach dem „Dritten Reich“ vorgenommen hatte. Dieses Projekt, die Lebensläufe der Widerstandskämpfer in Biographien festzuhalten, gelang nicht vollständig. Immerhin gelang es ihr, die Münchener Weiße Rose und die Geschwister Scholl der Nachwelt einzuprägen. Material zu den Widerstandsgruppen der Roten Kapelle übergab sie 1947 dem Schriftsteller Günther Weisenborn, der es für sein Buch Der lautlose Aufstand verwendete. Andere Dokumente, die Ricarda Huch für ihr letztes Buchprojekt gesammelt hatte, gingen nach ihrem Tod teils an die Eigentümer zurück, teils an das Institut für Zeitgeschichte in München.[9] Erst 1997 wurden die Originalarbeiten Ricarda Huchs im Leipziger Universitätsverlag veröffentlicht: In einem Gedenkbuch zu sammeln … Bilder deutscher Widerstandskämpfer.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit bemühten sich die kommunistischen und sowjetischen Stellen darum, Ricarda Huch für sich zu gewinnen: So zeichnete die Jenaer Friedrich-Schiller-Universität Huch 1946 mit der Ehrendoktorwürde aus. Auf dem Ersten deutschen Schriftstellerkongress nach dem Krieg in Berlin war sie Ehrenpräsidentin und konnte einen viel beachteten Vortrag halten. Zudem war sie Mitglied und Alterspräsidentin der Beratenden Landesversammlung Thüringen[10][11], dem ernannten ersten Vorparlament des wiedererrichteten Landes Thüringen.

Ein Zitat von Ricarda Huch aus ihrer Zeit als Alterspräsidentin der Beratenden Landesversammlung Thüringen schmückt heute das Parlament in Erfurt: Wer den Thüringer Landtag durch den ursprünglichen Eingang an der Arnstädter Straße betritt, trifft im Foyer auf ihre Worte vom 12. Juni 1946, die wie eine Widmung wirken: „Es sei dem Lande Thüringen beschieden, dass niemals mehr im wechselnden Geschehen ihm diese Sterne untergehen: Das Recht, die Freiheit und der Frieden.“[12]

Trotzdem übersiedelte sie von Jena nach Frankfurt am Main, nachdem ihr Schwiegersohn Franz Böhm in Hessen Kultusminister geworden war. Den Reisestrapazen im ungeheizten Zug über die Sektorengrenze war ihre Gesundheit jedoch nicht mehr gewachsen. Im Gästehaus der Stadt Frankfurt in Schönberg starb sie am Morgen des 17. November 1947. Auf dem Hauptfriedhof Frankfurt fand sie ein Ehrengrab (Grablage: Gewann II, 204).[13]

Ricarda Huch war zweimal verheiratet, zunächst von 1898 bis 1906 mit Ermanno Ceconi, danach, von 1907 bis 1911, kurz und unglücklich mit ihrem Jugendschwarm und Schwager Richard Huch. Beide Ehen endeten mit Scheidungen.

Literarisches Schaffen[Bearbeiten]

Ricarda Huch; 1916, von Paul Peterich, Bildhauer, 1864–1937

Ricarda Huchs literarisches Werk ist äußerst umfangreich und von thematischer wie stilistischer Breite. So begann sie mit Gedichten, schrieb dann jedoch zunehmend Romane und vor allem historische Werke, die zwischen Geschichtswissenschaft und Literatur angesiedelt sind. Ihre Werke über die Romantik (1899/1902) und über Persönlichkeiten des Vormärz und der Deutschen Revolution 1848/1849 (Alte und neue Götter, 1930) bestechen durch ungemein lebendige Personenschilderungen, die keine Scheu vor persönlichen Wertungen haben.

1899 gelang ihr eine der bedeutendsten Adaptionen des Armen Heinrich, bei der die sich freiwillig opfernde Jungfrau im Unterschied zur Vorlage nicht gerettet, sondern geschlachtet wird. Damit bricht sie mit den Erwartungen und Wertvorstellungen des Lesers, was typisch für die frühe literarische Moderne ist.[1] Ricarda Huch gilt als wichtigste Vertreterin des literarischen Jugendstils.[14]

Ricarda Huch widmete sich seit den 1910er Jahren der italienischen, deutschen und russischen Geschichte. Ihre historischen Romane sind meist psychologisch-biographisch. Unter anderem verfasste sie Biographien über Michail Bakunin und Federico Confalonieri. Ihre monumentale deutsche Geschichte entstand zwischen 1934 und 1947 und umfasst sowohl das Mittelalter als auch die Frühe Neuzeit.

Nachleben[Bearbeiten]

Grabstätte von Ricarda Huch auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main

Mit der historischen Prosa (historische Romane, Geschichtsbücher) beeinflusste sie nachdrücklich Golo Mann, der auf ihre Deutsche Geschichte eine Fortsetzung, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, folgen ließ.

Bereits kurz nach ihrem Tod wurden vor allem Mädchengymnasien Ricarda-Huch-Schule genannt, z. B. in Braunschweig-Gliesmarode, Hannover-List, Kiel, Krefeld, Hagen, Gelsenkirchen und Gießen, ebenso eine Schule in Dreieich. In Dortmund gibt es eine Ricarda-Huch-Realschule, ebenso in München. In Aue, Bad Hersfeld, Baiersdorf, Bochum, Bremen-Findorff, Brühl, Chemnitz, Darmstadt, Dresden, Düren, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Köln-Stammheim, Mainz, Lörrach, Lünen, München, Oldenburg, Neukirchen-Vluyn, Neuss, Nürnberg-Langwasser, Ostfildern, Potsdam, Rendsburg, Reutlingen, Schneverdingen, Schwabach-Wolkersdorf, Schwerin, Stuhr (Brinkum), Verden, Wilhelmshaven und Zwickau wurden Straßen nach ihr benannt. In Balingen, Ratzeburg, Ulm und Wien gibt es einen Ricarda-Huch-Weg, in Jena sowohl einen Ricarda-Huch-Weg als auch ein Ricarda-Huch-Haus.

Zur Erinnerung verleiht Darmstadt alle drei Jahre einen Ricarda-Huch-Preis.

Nach Ricarda Huch sind zwei Asteroiden benannt: der 1917 entdeckte (879) Ricarda und der 1990 entdeckte und 1998 benannte (8847) Huch.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

40-Pfennig-Sondermarke der Deutschen Bundespost (1975) mit einem Porträt Ricarda Huchs

In Ergänzung der früheren philatelistischen Würdigung des Lebenswerks gab die Deutsche Post AG am 3. Juli 2014 anlässlich des 150. Geburtstags ein Sonderpostwertzeichen im Wert von 145 Eurocent heraus. Auf der Marke findet sich der Ausspruch Ricarda Huchs: Kein Fürchten soll mich lähmen. Der Entwurf stammt von den Grafikern Daniela Haufe und Detlef Fiedler aus Berlin.[15]

  • 1924 Ehrensenatorin der Universität München
  • 1924 nannte Thomas Mann sie anlässlich ihres 60. Geburtstages „Die erste Frau Deutschlands … wahrscheinlich heute die erste Europas …“
  • 1931 Goethepreis der Stadt Frankfurt
  • 1944 Wilhelm-Raabe-Preis
  • 1946 Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität in Jena

Werke[Bearbeiten]

  • Der Bundesschwur. Lustspiel mit Benutzung der historischen Ereignisse in der schweizerischen Eidgenossenschaft vom Jahre 1798. Zürich 1890[16] (veröffentlicht unter dem Namen Richard Hugo)
  • Gedichte. Dresden 1891
  • Die Hugenottin. Historische Novelle. In: Schweizerische Rundschau 1892; als Buch Bern 1932
  • Evoe. Dramatisches Spiel. Berlin 1892
  • Die Neutralität der Eidgenossenschaft besonders der Orte Zürich und Bern während des spanischen Erbfolgekrieges. Diss. Zürich 1892
  • Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren. Roman. Berlin 1893
  • Gedichte. Leipzig 1894
  • Das Spiel von den vier Züricher Heiligen. Aufgeführt zur Einweihung der neuen Tonhalle in Zürich am 22. Oktober 1895. Als Manuskript gedruckt Zürich 1895
  • Die Wick’sche Sammlung von Flugblättern und Zeitungsnachrichten aus dem 16. Jahrhundert in der Stadtbibliothek Zürich. Neujahrsblatt, hrsg. v. d. Stadtbibliothek in Zürich auf das Jahr 1895
  • Der Mondreigen von Schlaraffis. Novelle. Leipzig 1896
  • Teufeleien, Lügenmärchen. Novellen. Leipzig 1897
  • Haduvig im Kreuzgang. Novelle. Leipzig 1897
Fra Celeste, Erstausgabe 1899
  • Fra Celeste und andere Erzählungen. (Der arme Heinrich; Der Weltuntergang; Die Maiwiese). Hermann Haessel Verlag, Leipzig 1899
  • Blütezeit der Romantik. Leipzig 1899
  • Ausbreitung und Verfall der Romantik. Leipzig 1902
  • Dornröschen. Ein Märchenspiel. Leipzig 1902 (als Festspiel gedichtet 1892 in Zürich)
  • Aus der Triumphgasse. Lebensskizzen. Leipzig 1902
  • Vita somnium breve. Roman 2 Bde. Insel Verlag, Leipzig 1903 (Titel ab 5. Aufl. Leipzig 1913: Michael Unger)
  • Von den Königen und der Krone. Roman. Stuttgart 1904
  • Gottfried Keller. Schuster & Loeffler, Berlin und Leipzig 1904
  • Seifenblasen. Drei scherzhafte Erzählungen. (Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück; Aus Bimbos Seelenwanderungen; Das Judengrab) Stuttgart 1905
  • Die Geschichten von Garibaldi. (Bd. 1: Die Verteidigung Roms; Bd. 2: Der Kampf um Rom). Stuttgart/Leipzig 1906–1907
  • Neue Gedichte. Leipzig 1908
  • Das Risorgimento. Leipzig 1908
  • Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri. Leipzig 1910
  • Der Hahn von Quakenbrück und andere Novellen. (Der Sänger; Der neue Heilige) Berlin 1910
  • Der Sänger wieder in: Die dt. Novelle der Gegenwart. Hrsg. Hanns Martin Elster, DBG Berlin o. J. (1925), S. 5–36
  • Der letzte Sommer. Eine Erzählung in Briefen. Stuttgart 1910
  • Der große Krieg in Deutschland, historischer Roman. Bd. 1–3. Leipzig 1912–1914 (neu hg. als: Der Dreißigjährige Krieg. Leipzig 1929).
  • Natur und Geist als die Wurzeln des Lebens und der Kunst. München 1914 (neu hg. als: Vom Wesen des Menschen. Natur und Geist. Prien 1922)
  • Wallenstein. Eine Charakterstudie. Leipzig 1915
  • Luthers Glaube. Briefe an einen Freund. Leipzig 1916[17]
  • Der Fall Deruga. Roman, Berlin 1917.
    • neu aufgelegt: Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main/Berlin 1967
  • Jeremias Gotthelfs Weltanschauung. Vortrag. Bern 1917
  • Der Sinn der Heiligen Schrift. Leipzig 1919
  • Alte und neue Gedichte. Leipzig 1920
  • Entpersönlichung. Leipzig 1921
  • Michael Bakunin und die Anarchie. Leipzig 1923
  • Stein. Wien/Leipzig 1925[18]
  • Teufeleien und andere Erzählungen. Haessel, Leipzig 1924
  • Graf Mark und die Prinzessin von Nassau-Usingen. Eine tragische Biographie. Leipzig 1925
  • Der wiederkehrende Christus. Eine groteske Erzählung. Leipzig 1926
  • Im alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte. (3 Bände: Der Norden/Die Mitte des Reiches/Der Süden) 1927
  • Neue Städtebilder (Im alten Reich Bd. 2). Leipzig 1929
  • Gesammelte Gedichte. 1929
  • Lebensbilder mecklenburgischer Städte. 1930/1931
  • Alte und neue Götter (1848). Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Berlin und Zürich 1930 (später als: 1848. Die Revolution des 19. Jahrhunderts in Deutschland. 1948)
  • Deutsche Geschichte. 1934–49
  • Römisches Reich Deutscher Nation. Bd. 1. Berlin 1934
  • Das Zeitalter der Glaubensspaltung. Bd. 2. Zürich 1937
  • Untergang des Römischen Reiches Deutscher Nation. Bd. 3. Zürich 1949
  • Frühling in der Schweiz. Autobiographische Darstellung. Zürich 1938
  • Weiße Nächte. Novelle, Zürich 1943
  • Herbstfeuer. Gedichte, Insel Verlag, Leipzig 1944 – Insel-Bücherei 144/2
  • Mein Tagebuch. Weimar 1946
  • Urphänomene. Zürich 1946
  • Der falsche Großvater. Erzählung, Insel Verlag, Wiesbaden 1947
  • Die Goldinsel und andere Erzählungen (enthält noch Die Hugenottin. Teufeleien. Patatini. Fra Celeste. Der Weltuntergang. Das Judengrab. Der letzte Sommer). Union Verlag, Berlin 1972
  • In einem Gedenkbuch zu sammeln … Bilder deutscher Widerstandskämpfer. Aus d. Nachlass hg. von Wolfgang M. Schwiedrzik. Leipzig 1997

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1938: Der Fall Deruga – Regie: Fritz Peter Buch
  • 1954: Der letzte Sommer – Regie: Harald Braun
  • 1958: … und nichts als die Wahrheit – nach der Novelle Der Fall Deruga, Regie: Franz Peter Wirth
  • 1990: The Guardian Angel/Schutzengel – nach dem Roman Der letzte Sommer, Regie: Suzanne Osten

Literatur[Bearbeiten]

  • Marie Baum: Leuchtende Spur. Tübingen 1950.
  • Helene Baumgarten: Ricarda Huch. Von ihrem Leben und Schaffen. 2. Aufl. Böhlau, Köln u. a. 1968.
  • Marianne Beese: Kampf zwischen alter und neuer Welt. Dichter der Zeitenwende (Friedrich Hölderlin – Novalis – Heinrich Heine – Friedrich Hebbel – Ricarda Huch). 2. Aufl. Neuer Hochsch.-Schr.-Verl., Rostock 2001, ISBN 3-935319-80-0.
  • Jutta Bendt: Ricarda Huch. 1864–1947. Eine Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs im Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar. 7. Mai–31. Oktober 1994. Schiller-Nationalmuseum Marbach. Dt. Schillerges., Marbach am Neckar 1994 (= Marbacher Kataloge; 47), ISBN 3-929146-13-4.
  • Jean-Pierre Bodmer: Ricarda Huch und die Stadtbibliothek Zürich – eine symbiotische Geschichte. In: Zürcher Taschenbuch. N. F. 125 (2005), S. 363–423.
  • Barbara Bronnen: Fliegen mit gestutzten Flügeln: die letzten Jahre der Ricarda Huch 1933–1947. Arche, Zürich 2007, ISBN 978-3-7160-2373-0.
  • Claudia Bruns: Ricarda Huch und die Konservative Revolution. WerkstattGeschichte 25, Ergebnisse Verlag, Hamburg 2000, 29 S. (PDF; 12 MB).
  • F. D.: Ricarda Huch. Zu ihrem fünfzigsten Geburtstage (18. Juli 1914). In: Westermanns Monatshefte. Band 116, 1914, S. 936–937.
  • Anne Gabrisch: In den Abgrund werf ich meine Seele. Die Liebesgeschichte von Ricarda und Richard Huch. Nagel u. Kimche, Zürich 2000, ISBN 3-312-00264-8.
  • Rüdiger Frommholz: Huch, Ricarda, geborene Huch (Pseudonym Richard Hugo). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 705–709 (Digitalisat).
  • Gunther H. Hertling: Wandlung der Werte im dichterischen Werk der Ricarda Huch. Bouvier, Bonn 1966 (= Abhandlungen zur Kunst-, Musik- u. Literaturwissenschaft; 40).
  • Martin Hürlimann: Ricarda Huch. Aus den Erinnerungen eines Verlegers an einen Autor. In: Du. Kulturelle Monatsschrift. 24, Jg. 1964 (Digitalisat).
  • Hans Henning Kappel: Epische Gestaltung bei Ricarda Huch. Formal-inhaltliche Studien zu 2 Romanen. „Von den Königen und der Krone“, „Der große Krieg in Deutschland“. Lang, Frankfurt am Main 1976 (= Europäische Hochschulschriften; 194).
  • Seong-Eun Kim: Das Prinzip Gerechtigkeit. „Geschichtsgefühl“ und „Gestaltungskraft“ in Ricarda Huchs Werken nach 1914. Shaker, Aachen 2001, ISBN 3-8265-9144-5.
  • Karl Heinz Koehler: Poetische Sprache und Sprachbewußtsein um 1900. Untersuchungen zum frühen Werk Hermann Hesses, Paul Ernsts und Ricarda Huchs. Heinz, Stuttgart 1977 (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik; 36).
  • Cordula Koepcke: Ricarda Huch, ihr Leben und ihr Werk. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-458-16774-9.
  • Dorit Krusche: Wilder, böser, schöner. In: Die Zeit. Nr. 30 vom 17. Juli 2014, S. 17 (Kurzbiographie zum 150. Geburtstag).
  • Vivian Liska: Die Moderne – ein Weib. Am Beispiel von Romanen Ricarda Huchs und Annette Kolbs. Francke, Tübingen u. a. 2000, ISBN 3-7720-2751-2.
  • Michael Meyer: Willensverneinung und Lebensbejahung. Zur Bedeutung von Schopenhauer und Nietzsche im Werk Ricarda Huchs. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1998 (= Hamburger Beiträge zur Germanistik; 25), ISBN 3-631-33302-1.
  • Michael Meyer: Ricarda Huch-Bibliographie. Wien: Edition Praesens. 2005 (= SealsfieldBibliothek; 4), ISBN 3-7069-0257-5.
  • Hans-Werner Peter, Silke Köstler: Ricarda Huch (1864–1947). Jubiläumsband zu ihrem 50. Todestag anlässlich des Internationalen Ricarda-Huch-Forschungssymposions vom 15.–17. November 1997 in Braunschweig. pp-Verl., Braunschweig 1997, ISBN 3-88712-050-7.
  • Christina Ujma: Rom und die Revolution. Ricarda Huchs Geschichten von Garibaldi. In: Gustav Frank, Madleen Podewski (Hg.): Wissenskulturen des Vormärz (Jahrbuch Forum Vormärz Forschung 2011, 17. Jg.). Bielefeld 2012.
  • Christina Ujma, Rotraut Fischer: Poesie der Revolution – Ricarda Huchs Garibaldi-Epos. In: Jahrbuch für internationale Germanistik XVL.1, Bern 2013, S. 105–120.
  • Stefanie Viereck: So weit wie die Welt geht. Ricarda Huch. Geschichte eines Lebens. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, ISBN 3-498-07059-2.
  • Thomas Uecker: Huch, Ricarda. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 1118–1120.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ricarda Huch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Dorit Krusche: Wilder, böser, schöner. In: Die Zeit, Nr. 30 vom 17. Juli 2014, S. 17
  2. Matrikeledition der Universität Zürich
  3. Katia Mann: Meine ungeschriebenen Memoiren. Frankfurt am Main, 2002, S. 55
  4. Ricarda Huch – Kampf um Meinungsfreiheit in finsteren Zeiten (Version vom 3. Oktober 2008 im Internet Archive). In: br-online.de. 25. September 2002.
  5. Siehe den Artikel Bücher deutscher Geschichte: Ein neues Werk Ricarda Huchs in der Ausgabe Februar 1935 der Monatsschrift Weiße Blätter
  6. Siehe den Artikel Reinhold Schneider: Das Gotteserlebnis der Völker in der Ausgabe Februar 1935 der Monatsschrift Weiße Blätter
  7. Schreiben Kolbs abgedruckt bei Joachim Hendel u. a. (Bearb.): Wege der Wissenschaft im Nationalsozialismus. Dokumente zur Universität Jena, 1933–1945. Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09006-3, S. 181–183
  8. Alexander Hollerbach: Streiflichter zu Leben und Werk Franz Böhms (1895–1977). In: Dieter Schwab (Hrsg.): Staat, Kirche, Wissenschaft in einer pluralistischen Gesellschaft. Festschrift zum 65. Geburtstag von Paul Mikat. Duncker & Humblot, Berlin 1989, S. [283]–299 (PDF; 878,61 kB)
  9. Wolfgang Matthias Schwiedrzik: Editorische Vorbemerkung. In: Ricarda Huch: In einem Gedenkbuch zu sammeln … Bilder deutscher Widerstandskämpfer. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1997. S. 43, 48, 67–70. Weisenborns Der lautlose Aufstand enthält in der Titelei und auf dem Einband die Aussage „Nach dem Material von Ricarda Huch“. Diese Aussage sei jedoch, so Schwiedrzik, eine Erfindung der Werbeabteilung des Rowohlt-Verlages. Das Material Huchs sei für Weisenborns Buch nur eine Quelle unter vielen anderen gewesen; auch sei Weisenborns Darstellung des Widerstands anders gewichtet, als Huch das für gut befunden hätte.
  10. Florian Russi: Ricarda Huch. In: Thüringen-Lese des Bertuch Verlages.
  11. Berühmte Persönlichkeiten, die in der Stadt Jena wirkten. In: Website „Entdecke Jena“.
  12. S. 240 in: Holger Zürch: Mit freiem Volk auf freiem Grunde. 15 Jahre Thüringer Landtag im Rückblick einstiger Abgeordneter aus den Gründerjahren im Freistaat Thüringen. Leipzig 2006, ISBN 978-3-939404-01-9. Nachweis: Deutsche Nationalbibliothek
  13. Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Persönlichkeiten auf Frankfurter Friedhöfen. Frankfurt am Main 1985, S. 45
  14. Literatur. Basiswissen Schule. Duden Schulbuchverlag, 2. Auflage, Mannheim/Berlin 2010, ISBN 978-3-89818-061-0, S. 356
  15. Sondermarke zum 150. Geburtstag von Ricarda Huch. Philatelieshop der Deutschen Post, abgerufen am 24. Juli 2014.
  16. Quellen der Werke: M. Baum: Leuchtende Spur – das Leben Ricarda Huchs. 4. Aufl. 1964; Recherchen von Chr. Zemmrich 2007
  17. wieder in Marlis Gerhardt (Hg.): Essays berühmter Frauen. Von Else Lasker-Schüler bis Christa Wolf. Insel, Frankfurt 1987, wieder 1997, ISBN 3458336419 (mit Kurzbiographien)
  18. Stein – der Erwecker des Reichsgedankens. Erinnerung an Ricarda Huch. In: Bücher, Texte und Bilder – zusammengestellt von Peter Godzik. S. 9. In: Website von Peter Godzik (PDF; 369,01 kB)