Henri Moissan

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Henri Moissan

Ferdinand Frederic Henri Moissan (* 28. September 1852 in Paris; † 20. Februar 1907 ebenda) war ein französischer Chemiker.

Leben[Bearbeiten]

Moissan war ein französischer Chemiker. Zuerst arbeitete er am naturwissenschaftlichen Museum im Laboratorium für Bodenkultur, wurde 1883 Leiter der praktischen Arbeiten und 1886 Professor an der höhern Schule für Pharmazie, auch Professor der Chemie an der Universität in Paris. Er arbeitete über die Cyanverbindungen, die Oxyde des Eisens, die Chromverbindungen, über Fluorverbindungen, über die Karbide, Silicide, Hydrüre etc.

Weltberühmt wurde Moissan, als ihm am 26. Juni 1886 nach etlichen Versuchen die elektrochemische Gewinnung von elementaren, reinen Fluor aus wasserfreier Flusssäure/ Kaliumfluorid in einer Platinapparatur bei minus 50° Celsius gelang. Den Apparat ersetzte er später durch ein Kupfergerät, das fünf Liter Fluor/ h erzeugte. Die Entdeckung führte zur Verleihung des angesehenen „Prix La Caze“ durch die französische Akademie der Wissenschaften. Auch reines Bor stellte er als erster her. 1893 erzeugte er kleine, künstliche Diamanten.

1904 entdeckte Moissan im Meteoriten-Krater Barringer-Krater, Arizona ein bis dahin unbekanntes Mineral, das in seinen Eigenschaften denen von Diamant recht nahe ist und als das zweithärteste natürlich vorkommende Material gilt. Es wurde nach seinem Entdecker Moissanit genannt.[1]

Nachdem Moissan 1892 gezeigt hatte, dass der von ihm entwickelte elektrische Ofen zur Herstellung von Karbiden geeignet ist, von denen die meisten bis dahin unbekannt waren, ist seine Benutzung immer bekannter geworden. Mit ihm konnten einige Elemente mit hoher Reinheit gewonnen werden und auch aus Legierungen abgetrennt werden.

1902 gelang ihm der Nachweis der Silicium-Wasserstoff-Verbindung Monosilan nach der saueren Zersetzung (Protolyse) von Lithiumsilicid. Moissan erhielt 1906 den Nobelpreis für Chemie „als Anerkennung des großen Verdienstes, das er sich durch seine Untersuchung und Isolierung des Elements Fluor sowie durch die Einführung des nach ihm benannten elektrischen Ofens in den Dienst der Wissenschaft erworben hat“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henri Moissan: Nouvelles recherches sur la météorite de Canon Diabolo. In: Comptes rendus. 1904, 139, S. 773-786 (Text bei Gallica, franz.).

Literatur[Bearbeiten]

  • "Sur les oxydes métalliques de la famille du fer" (Paris 1880);
  • "Série du cyanogène" (1885);
  • "Recherches sur l'isolement du fluor" (1887);
  • "Le four électrique" (1897; deutsch "Der elektrische Ofen" von Zettel, Berlin 1900);
  • "Le fluor et ses composés* (1900; deutsch von Zettel, das. 1900);
  • "Classification des éléments" (1904; deutsch von Zettel, das. 1904);
  • "Traité de chimie minérale" (1905, 2 Bde.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henri Moissan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien