Harold Kroto

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Sir Harold Walter Kroto KBE (* 7. Oktober 1939 in Wisbech, Cambridgeshire) ist ein britischer Chemiker mit deutschen Wurzeln.

Harold Kroto

Für die Entdeckung der Fullerene, einer neuen Form des Kohlenstoffs mit kugelförmigen Molekülen, erhielt er 1996 zusammen mit Robert F. Curl und Richard E. Smalley den Nobelpreis für Chemie. Er war eng befreundet mit dem im August 2005 verstorbenen Sir Józef Rotblat, dem einzigen Wissenschaftler des Manhattan-Projekts, der vor dem Bau der Atombombe aus diesem Projekt ausstieg.

Leben[Bearbeiten]

Kroto wurde als Harold Krotoschiner geboren. Der Nachname ist schlesischen Ursprungs. Die Familie des Vaters stammte aus Bojanowo, Polen, die der Mutter aus Berlin. Beide Eltern wurden in Berlin geboren und sind in den 30er Jahren vor den Nazis nach England geflüchtet, da sein Vater jüdisch war. 1955 wurde der Familienname zu Kroto verkürzt.

Er wuchs in Bolton, damals Lancashire, auf. Er besuchte dort die Bolton School, unter anderem zusammen mit dem Schauspieler Sir Ian McKellen. Als Schüler begann er, sich für Chemie, Physik und Mathematik zu interessieren. Auf Empfehlung seines Chemielehrers Harry Heaney (der später Professor für Organische Chemie wurde) begann er ein Chemiestudium in Sheffield.

1963 heiratete er Margaret Henrietta Hunter.

Studium und Arbeit[Bearbeiten]

1961 bekam Kroto den Bachelor of Science und 1964 den Ph.D. in Chemie an der University of Sheffield. Seine Forschung im Rahmen der Promotion beinhaltete hochaufgelöste Elektronenspektren freier Radikale nach Blitzlichtphotolyse.

Er beschäftigte sich auch mit der Herstellung der ersten Phosphoalkene (Verbindungen mit Kohlenstoff-Phosphor-Doppelbindungen). Durch seine (unveröffentlichte) Forschung an Kohlenstoffsuboxid begann er, sich für Moleküle mit Kohlenstoffketten und Mehrfachbindungen zu interessieren. Ursprünglich mit Organischer Chemie befasst, tendierte er zunehmend zur Quantenchemie.

Nach der Promotion arbeitete er am National Research Council in Kanada und an den Bell Laboratories in den USA. Ab 1967 lehrte und forschte er an der University of Sussex in England. Er wurde 1985 Professor und war von 1991–2001 Royal Society Research Professor.

In den 1970er Jahren begann er in Sussex ein Forschungsprogramm zur Suche von Kohlenstoffketten im interstellaren Raum; in früheren Studien war dort Cyanoacetylen, H−C≡C−C≡N, entdeckt worden. Seine Arbeitsgruppe konnte zwischen 1975 und 1978 Cyanobutadiin, H−C≡C−C≡C−C≡N, und Cyanohexatriin, H−C≡C−C≡C−C≡C−C≡N, spektral nachweisen.

Zusammen mit Richard E. Smalley und Robert F. Curl von Rice University, Texas, versuchte er, die Chemie eines Kohlenstoffsterns zu simulieren. Dabei entstanden nicht nur die oben erwähnten Kettenstrukturen, die Experimente führten 1985 auch zur Entdeckung des C60-Moleküls (Buckminsterfulleren, siehe Fullerene). Den drei Wissenschaftlern wurde dafür 1996 der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Kroto arbeitet seit 2004 an der Florida State University in Tallahassee und forscht im Bereich Nanotechnologie.

Seit 1995 arbeitet er im Rahmen des von ihm mitgegründeten Vega Science Trust an über 100 wissenschaftlichen Filmen mit, von denen über 50 von BBC ausgestrahlt wurden. Auf der britischen Website www.vega.org.uk können die Filme kostenlos heruntergeladen werden.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harold Kroto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien