Paul Berg

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Paul Berg 1980

Paul Berg (* 30. Juni 1926 in Brooklyn, New York City) ist ein amerikanischer Biochemiker und Molekularbiologe, der 1980 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die Nukleinsäure-Biochemie und vor allem für die Erkenntnisse zur Hybrid-DNA bekam. Gemeinsam mit ihm wurden Walter Gilbert und Frederick Sanger ausgezeichnet.

Biographie[Bearbeiten]

Paul Berg wurde 1926 in New York geboren und studierte an der Pennsylvania State University bis 1948. Seine Promotion erfolgte 1952 an der Case Western Reserve University in Ohio. 1959 folgte er der Berufung auf eine Professur für Biochemie an die Stanford University in Kalifornien.

Werk[Bearbeiten]

Wie seine Kollegen Sanger und Gilbert befasste sich auch Paul Berg vor allem mit der biomedizinischen Forschung an Nukleinsäuren. Diese beiden widmeten sich allerdings vornehmlich der Ermittlung der Basensequenzen der Nukleinsäuren, während sich die Forschung von Paul Berg auf die Hybrid-DNA konzentrierte. 1972 fand Paul Berg eine Möglichkeit, mit der er die Desoxyribonukleinsäure (DNA) mit Hilfe von Enzymen in Teile zerschneiden konnte. Diese Restriktionsenzyme, entdeckt und erforscht von Werner Arber, Daniel Nathans und Hamilton Othanel Smith (Nobelpreis für Medizin 1978), lieferten Bruchstücke der DNA, die mit Hilfe anderer Enzyme wieder zusammengesetzt werden konnten. Auf diesem Weg war Paul Berg der erste Wissenschaftler, der die DNA-Sequenzen unterschiedlicher Organismen zu Hybrid-DNA-Molekülen zusammenfügen konnte.

1978 gelang Paul Berg die Konstruktion einer hybriden DNA, bei der er ein Gen des Kaninchens in eine Viren-DNA einbringen konnte und diese funktionstüchtig in eine Primatenzelle transferierte. Damit gelang ihm als erstem die Genmanipulation durch die Verschmelzung von Genen verschiedener Organismen. Trotz seiner persönlichen Erfolge und Fortschritte bei der Hybridisierung warnte Paul Berg vor den Risiken dieser Technik und war hauptverantwortlich für ein 1975 international beschlossenes Moratorium der Genchirurgie, welches über mehrere Jahre die Forschung an bestimmten, besonders heiklen und virulenten Experimenten durch freiwilligen Verzicht unterband.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Kupfer: Lexikon der Nobelpreisträger, Patmos Verlag Düsseldorf 2001

Weblinks[Bearbeiten]