Dan Shechtman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dan Shechtman am Technion (2010)
Quasiperiodischer Kristall, wie sie Dan Shechtman untersuchte.

Daniel „Dan“ Shechtman (auch Schechtman; hebräisch ‏דן שכטמן‎; * 24. Januar 1941 in Tel Aviv, damals Völkerbundsmandat für Palästina) ist ein israelischer Physiker. 2011 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der Quasikristalle verliehen.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Nobel Dan Shechtman 2011-12-08.ogv
Interview mit Dan Shechtman nach seiner Nobelvorlesung

Dan Shechtman wurde 1941 in Tel Aviv geboren und wuchs zunächst in Ramat Gan dann in Petach Tikwa (einige Kilometer östl. von Tel Aviv) auf. Seine Großeltern waren während der Zweiten Alija (1903 – 1914) nach Palästina eingewandert und hatten dort eine Druckerei gegründet. Der Wirkung eines Buches ist es zu verdanken, daß Dan Shechtman sich der Wissenschaft zuwandte und nicht dem Druckgewerbe. Als Kind verschlang er Jules Vernes Werk „Die geheimnisvolle Insel“ ungezählte Male und sein Kindheitstraum war Ingenieur zu werden wie Cyrus Smith, der Held des Romans. „I thought that was the best thing a person could do. The engineer in the book knows mechanics and physics, and he creates a whole way of life on the island out of nothing. I wanted to be like that." („Ich glaubte, das wäre das Beste, was jemand überhaupt tun konnte. Der Ingenieur in diesem Buch kennt sich aus mit Mechanik und Physik und er schaft aus dem Nichts auf der Insel einen vollständigen Lebensraum. So wie er wollte [auch] ich sein.“) [2]

Er nahm am Technion (Israel Institute of Technology - Israelisches Institut für Technologie) in Haifa, ein Studium der Ingenieur- und Materialwissenschaften auf. [3] Am Technion machte Shechtman seinen B.Sc (Bachelor of Science) und M.Sc (Master of Science) (Titel - s. engl. Wiki) und wurde im Jahre 1972 (ebenfalls am Technion) promoviert. Unmittelbar nach seiner Promotion ging er mit Frau und seinen drei Töchtern als NRC-Fellow in die USA, um in den Forschungslaboren der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio für die US-Luftwaffe zu forschen.

Während seines dreijährigen Forschungsaufenthaltes beschäftigte er sich mit der Mikrostruktur und den physikalisch-metallurgischen Eigenschaften von Titan-Aluminiden. Ab 1975 arbeitete er am Institut für Materialwissenschaften der Technischen Universität Technion in Haifa, Israel. Von 1981 bis 1983 arbeitete er im Rahmen eines Sabbaticals an der Johns Hopkins University mit sich rasch verfestigenden Aluminium-Metall-Legierungen und entdeckte dort die sogenannte ikosaedrische Phase, die das neue Forschungsgebiet der quasiperiodischen Kristalle eröffnete.

Dan Shechtman ist Professor am Technion und forscht am Louis Edelstein Center und am Wolfson Centre, dem er vorsteht. Seit vielen Jahren fördert er Unternehmensgründungen von Absolventen des Technion, indem er Unternehmer zu Vorträgen dort einlädt.[4]

[Bearbeiten] Privates

Dan Shechtman ist verheiratet mit (T)zipora Shechtman, Leiterin des Department of Counseling and Human Development an der Universität Haifa und Autorin mehrerer Bücher und zahlreicher Artikel in Fachzeitschriften zum Thema Psychotherapie.[5] [6] Das Paar hat einen Sohn und drei Töchter.[7] [8] [9]

[Bearbeiten] Preise

  • 1986: Physics award of the Friedenberg Fund for the Advancement of Science and Education
  • 1987: International Award for New Materials (vergeben durch die American Physical Society)
  • 1987/88: New England Academic Award of the Technion for Academic Excellence
  • 1990: Rothschild Prize in Engineering
  • 1993: Weizmann Prize in Science
  • 1999: Wolf-Preis in Physik
  • 2000: Gregori-Aminoff-Preis für Kristallographie der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
  • 2011: Nobelpreis für Chemie

[Bearbeiten] Ausgewählte Publikationen

  • D. Shechtman, I. Blech, D. Gratias, J. W. Cahn: Metallic phase with long-range orientational order and no translational symmetry. In: Physical Review Letters. Band 53, 1984, S. 1951–1953, doi:10.1103/PhysRevLett.53.1951. (Dies ist die grundlegende Arbeit für den Nobelpreis).
  • D. Shechtman, I. Blech: The microstructure of rapidly solidified Al6Mn. In: Metallurgical Transactions. Band 16A, 1985, S. 1005–1012, doi:10.1007/BF02811670
  • D. Shechtman: Twin-determined growth of diamond films. In: Materials Science and Engineering. Band A184, 1994, S. 113–118, doi:10.1016/0921-5093(94)91025-1.
  • D. van Heerden, E. Zolotoyabko, D. Shechtman: Microstructure and strain in electrodeposited Cu/Ni multilayers. In: Journal of Materials Research. Band 11, Nr. 11, 1996, S. 2825–2833, doi:10.1557/JMR.1996.0357.
  • I. Goldfarb, E. Zolotoyabko, A. Berner, D. Shechtman: Novel sample preparation technique for the study of multicomponent phase diagrams. In: Materials Letters. Band 21, 1994, S. 149–154, doi:10.1016/0167-577X(94)90209-7.
  • D. Josell, D. Shechtman, D. van Heerden: fcc Titanium in Ti/Ni Multilayers. In: Materials Letters. Band 22, 1995, S. 275–279, doi:10.1016/0167-577X(94)90039-6.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Dan Shechtman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. The Nobel Prize in Chemistry 2011 bei nobelprize.org, 5. Oktober 2011 (englisch; abgerufen am 5. Oktober 2011).
  2. Haaretz 1. April 2011: Clear as crystal
  3. Der Standard 5. Oktober 2011: „Quasiforscher“ wird doch noch Nobelpreisträger
  4. Video des Technion auf YouTube (6:11; engl.), abgerufen am 5. Oktober 2011
  5. Professor Zipora Shechtman
  6. He deserves it, wife of 2011 Nobel Chemistry laureate says
  7. LinkedIn: Profil Yoav Shechtman
  8. Shechtman Wins Chemistry Nobel for Crystal Find
  9. Genealogy of the Shechtman family
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen