Kenianische Cricket-Nationalmannschaft

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Die Kenianische Cricket-Nationalmannschaft repräsentiert Kenia bei internationalen Spielen im Cricket. Sie sind seit 1981 Associate Member im International Cricket Council, nachdem sie zuvor Teil der Ostafrikanische Cricket-Nationalmannschaft waren.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge des Crickets in Kenia[Bearbeiten]

Cricket wurde in Kenia durch Kolonialisten zum Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Das erste Match fand 1899 statt, nationale Spiele wurden regulär ab 1910 ausgetragen. Erste internationale Spiele fanden im Jahr 1951 statt als sie gegen Tanganjika spielten. Der Verband, die Kenyan Cricket Association, wurde im Jahr 1953 gegründet.[1] In der Folge tourten einige Teams, wie die nichteuropäische Mannschaft Südafrikas, durch das Land und bestritten einige Spiele.[2]

Bestandteil von Ostafrika[Bearbeiten]

Im Jahr 1966 schloss sich Kenia mit Tansania, Uganda und Sambia zusammen und bildete die Ostafrikanische Cricket-Nationalmannschaft, die sogleich dem ICC beitrat. Im Rahmen dessen wurden Spiele gegen Indien und England ausgetragen und am Cricket World Cup 1975 teilgenommen. Bei der ICC Trophy 1979 verpasste das Team die Qualifikation für den Cricket World Cup 1979, als es sich in der Vorrunde nicht gegen Bermuda durchsetzen konnte.

Nach der Eigenständigkeit[Bearbeiten]

Im Jahr 1981 löste sich Kenia von der Ostafrikanischen Mannschaft und versuchte nun eigenständig sich im ICC zu etablieren.[1] Dabei standen zunächst die Qualifikationen zu den nächsten Weltmeisterschaften im Vordergrund. Bei der ICC Trophy 1982 wurden sie in ihrer Vorrundengruppe hinter Simbabwe, Papua-Neuguinea und Kanada Vierter und schieden damit aus. Bei der Ausgabe 1986 belegte man ebenfalls einen vierten Platz in der Vorrunde. Besser verlief es bei der ICC Trophy 1990. Hier überstanden sie als Vorrundenzweiter in einer Vierergruppe die Vorrunde. In der Zwischenrunde belegten sie ebenfalls den zweiten Platz hinter Simbabwe. Erst im Halbfinale, wo sie mit 5 Wickets gegen die Niederländische Cricket-Nationalmannschaft verloren, endete für die Mannschaft das Turnier.

Erste Erfolge[Bearbeiten]

Die ICC Trophy 1994 wurde im eigenen Land ausgetragen und anders als in den Vorjahren waren drei Plätze beim Cricket World Cup 1996 zu vergeben. Sowohl in der Vorrunde, als auch in der Zwischenrunde belegten sie den ersten Platz ihrer Gruppe und nach einem Sieg gegen bermuda im halbfinale verloren sie im Finale mit zwei Wickets gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Beim Hauptturnier gelang ihnen ein überraschender Sieg gegen die West Indies verloren aber alle anderen Spiele. So schieden sie als Letzter ihrer Vorrundengruppe aus. Also Konsequenz wurden sie vom ICC zur einzigen Nicht-Testnation mit ODI-Status bedacht, was der Mannschaft neue Spielgelegenheiten verschaffte. Zu dieser Zeit war das Team weithin als kommende Testnation gehandelt.[1] Im Jahr darauf qualifizierten sie sich souverän als zweiter hinter Bangladesch bei der ICC Trophy 1997 für den Cricket World Cup 1999. Dort verloren sie jedoch jedes ihrer Vorrundenspiele. Das ICC KnockOut 2000 wurde in Kenia selbst ausgetragen, die Heimmannschaft verlor jedoch ihr Qualifikationsspiel gegen Indien. Bei der nächsten Ausgabe, der ICC Champions Trophy 2002 verlor Kenia ihre beiden Vorrundenspiele und schied damit aus.

Weltmeisterschaft 2003 und möglicher Teststatus[Bearbeiten]

Für die Cricket-Weltmeisterschaft 2003 brauchte sich Kenia dank seines ODI-Status nicht zu qualifizieren. Das Turnier wurde in Südafrika ausgetragen, zwei Vorrundenspiele sollten jedoch in Nairobi stattfinden. Nachdem die Mannschaft gegen Südafrika deutlich verloren hatte gelang im zweiten Vorrundenspiel ein knapper Sieg gegen Kanada. Das dritte Spiel sollte in Nairobi gegen Neuseeland ausgetragen werden. Jedoch verweigerte Neuseeland aus Sicherheitsgründen die Reise dorthin und Kenia gewann kampflos.[3][4] Nach zwei weiteren Siegen gegen Bangladesch und Sri Lanka und einer Niederlage gegen die West Indies schloss Kenia die Vorrundengruppe als Dritter ab und qualifizierte sich so für die Super Six-Runde. Dort verloren sie gegen Indien und Australien, während sie sich gegen Simbabwe durchsetzen konnten.[5] Sie profitierten jedoch von den Vorrundensiegen gegen Neuseeland und Sri Lanka und qualifizierten sich deshalb als Gruppendritter für das Halbfinale. Hier schieden sie dann erwartungsgemäß gegen Indien aus, als sie mit einem 91 Runs verloren.[6] Im Zuge dieser Überraschung, war Kenia wieder der Topkandidat auf einen Teststatus.[7]

Die Krise[Bearbeiten]

Erste Probleme nach der Weltmeisterschaft 2003 erreichten die Nationalmannschaft im Jahr 2004, als ihr Kapitän Maurice Odumbe wegen Spielbetrug verurteilt wurde.[8] Auch litt die Mannschaft unter zahlreichen Spielerstreiks, da der Verband KCA seine finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte.[1] Bei der folgenden Champions Trophy verlor Kenia seine beiden Vorrundenspiele und schied dadurch sehr früh aus. Um die Nicht-Testnationen an die Mehrtagesspiele heranzuführen führte der ICC den ICC Intercontinental Cup ein. Bei der ersten Ausgabe 2004 verlor Kenia im Halbfinale gegen Schottische Cricket-Nationalmannschaft, im Folgejahr verlor das Team das Finale gegen Irland. Organisatorisch geriet der Verband zu dieser Zeit immer weiter in die Krise, da er die Vorgaben des ICC nicht erfüllen konnte.[9] Im Rahmen von Ermittlungen bezüglich Missmanagement löste die Regierung den Verband zugunsten eines neuen, Cricket Kenya, auf und versuchte diesen zu etablieren.[10] Der ICC entschied sich in der Folge Kenia den ODI-Status wieder abzuerkennen.[11] Das alles führte dazu, dass die Leistung der Mannschaft in der Folgezeit sank. Beim Intercontinental Cup 2007-08 schied Kenia als Vorrundendritter schon frühzeitig aus. Beim Cricket World Cup 2007 konnte man sich nur gegen Kanada durchsetzen und schied ebenfalls in der Vorrunde aus. Gleiches folgte beim ICC World Twenty20 2007, wo zwei sehr deutliche Niederlagen gegen Sri Lanka und Neuseeland das vorzeitige Aus bedeuteten. In den Folgejahren scheiterte Kenia jeweils in den Qualifikationen für dieses Turnier (2008: 4. Platz; 2010: Vorrundenaus; 2012: 9. Platz). Beim Cricket World Cup 2011 verlor die Mannschaft alle Spiele und schied in der Vorrunde als Gruppenletzter aus.

Internationale Turniere[Bearbeiten]

Cricket Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

World Twenty20[Bearbeiten]

ICC Intercontinental Cup[Bearbeiten]

Champions Trophy[Bearbeiten]

  • 1998 nicht qualifiziert
  • 2000 Qualifikation
  • 2002 Vorrunde
  • 2004 nicht qualifiziert
  • 2006 nicht qualifiziert
  • 2009 nicht qualifiziert
  • 2013 nicht qualifiziert

Weblinks[Bearbeiten]

Offizielle Seite von Cricket Kenya

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Martin Williamson: A brief history of Kenyan cricket (englisch) Cricinfo. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  2. South African Non-Europeans in East Africa 1958/59 (englisch) Cricket Archive. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  3. New Zealand Cricket reconfirms Kenyan decision (englisch) Cricinfo. 16. Februar 2003. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  4. Lynn McConnell: New Zealand has nothing to be sorry for in Kenyan stance (englisch) Cricinfo. 21. Februar 2003. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  5. Stephen Lamb: Fantastic Kenya through after Zimbabwe wilt (englisch) Cricinfo. 12. März 2003. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  6. Anand Vasu: India set up dream final after brushing Kenya aside (englisch) Cricinfo. 20. März 2003. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  7. Oliver Brett: No Test fast-track for Kenya (englisch) BBC. 22. März 2003. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  8. The charges against Odumbe (englisch) Cricinfo. 18. August 2004. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  9. Court bars fresh Kenyan board elections (englisch) Cricinfo. 1. Juni 2004. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  10. Another day of confusion in Kenya (englisch) Cricinfo. 17. Februar 2005. Abgerufen am 17. Februar 2013.
  11. Kenya to lose ODI member status (englisch) Cricinfo. 18. Mai 2005. Abgerufen am 17. Februar 2013.