Liste indischer Fürstenstaaten

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Karte von Indien Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Fürstenstaaten sind gelb koloriert.

Diese Liste indischer Fürstenstaaten gibt die bedeutenderen Staatsgebilde wieder, die zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft auf dem Subkontinent (ohne Birma) bestanden. Als „bedeutend“ gelten hierbei diejenigen, deren Herrscher das Recht auf Salutschüsse zugestanden bekommen hatten.[1] Flächenmäßig können sie sehr klein sein. Münzregal und Posthoheit werden erwähnt, da sie ein wichtiges Merkmal von Souveränität darstellen. Insgesamt geht man von 575 Staaten aus, die zum 15. August 1947, dem indisch-pakistanischen Unabhängigkeitstag, bestanden. Das „diplomatische Jahrbuch“ sprach in den 1920ern von 617.[2] Etwa 400 von diesen waren kleiner als 50 km². Besonders auf der Kathiawar-Halbinsel (Bombay) gab es Ländchen, die den deutschen Duodez-Fürstentümern an Kleinheit unterlegen waren. Das Kriterium des Saluts führt dazu, dass einige flächenmäßig große Staaten, wie zum Beispiel Bastar, das größer als Belgien war, in der Liste nicht aufgeführt sind.

Es ist zu beachten, dass noch im 19. Jahrhundert etliche wichtigere Staaten (u. a. Arcot, Assam, Oudh(Awadh), Coorg, mehrere Marathen-Staaten, Punjab, Utkala) in den Provinzen Britisch-Indiens, das seine größte Ausdehnung erst unter George Curzon erreichte, aufgingen. Allerdings kam es nach 1858 nur noch zu geringfügigen Veränderungen der Grenzen, so zum Beispiel mit der Schaffung von Cooch Behar (1873) oder Swat aus Stammesgebieten (1919/1926). Besonders im Nordwesten und Nordosten hielten die Eroberungen bis 1907 an. Die Gesamtfläche der Fürstenstaaten (princely states) betrug knapp 40 %, ihr Anteil an der Bevölkerung und Wirtschaftskraft war geringer. Kontrolliert wurden die Fürsten durch Residencies und Agencies. Etwa 300 kleinere Staaten hatten nicht das Recht der höheren Gerichtsbarkeit und in den meisten Fällen auch keine Verträge, die ihr Verhältnis zur Kolonialmacht regelten.

Das Verhältnis der Staaten zur britischen Krone war geregelt im Interpretation Act 1889[3] und in gewisser Weise im Royal Titles Act 1876.[4] Die vertraglich festgelegten Rechte und Tributpflichten der Herrscher wurden üblicherweise bei Inthronisation eines neuen Herrschers im Sendschreiben (sanad) des Vizekönigs wiederholt. Die Rajas der Staaten, denen elf oder mehr Schuss Salut zugestanden wurden, hatten ab 1921 einen Sitz in der Kammer der Fürsten. Weitere 12 Mitglieder wurden unter 127 kleineren Fürsten gewählt.

A–K[Bearbeiten]

Land Titel, Salut[1] Fläche[5]
Bevölkerung (Tsd.)[6]
Steueraufkommen (Tsd. Rs.)[7] Militär[8] Anmerkungen
Afghanistan Amir, 21 (lokal 31) 652.000 km²
4,9 Mio.
19.500 K, 40.408 I, 210 G nach russisch-britischer Einigung neutraler unabhängiger Pufferstaat. (siehe: Geschichte Afghanistans: 19. und frühes 20. Jahrhundert)
Ajaigarh (Bundelkhand) Raja (ab 1877: Sawai Maharaja), 11 2069 km²
1881: 81, 1891: 93, 1901: 78
225.000 77 K, 544 I, 13 G
Wappen
Gegr. 1731. 1855-9 britisch besetzt.
Alirajpurflag.png Alirajpur Rana, 9 2165 km²
57
11 K, 169 I, 7 G Bev. auch 19.000 Bhil
Alwar flag.svg Alwar Rao Raja (bis 1826), Maharaja Sawai, 15 7802 km²
682
2,6 Mio. 2189 K, 3676 I, 351 K Nov. 1775 aus Teilen Jaipurs entstanden. Protektorat seit 14. November 1803. Teil der Rajputana Agency, Münzregal[9] bis 1893, Posthoheit[2] bis 1902
Flag of Bahawalpur.svg Bahawalpur Nawab, 17 (1966: 21[10]) 44600 km²
1891: 573, 1901: 720, 1941: 984
1911: 3,5 Mio., 1941: 12 Mio. 443 K, 1352 I, 11 G Größter Staat im Punjab. Protektorat 1838. Münzregal, gelegentliche Kupferprägungen.
Balasinor (Gujarat) Babi, 7 488 km²
46
1903: 99543 Rs., Tribut Baroda: 3000, Briten: 9766 60 K 177 I, 5 G Münzregal bis 1885.
Drapeau Banganapalle.png Banganapalle Nawab (ab 1871), 6 (später 9) 428 (später 709) km²
31, 1941: 39
gegründet 1761; Nach 1900 zeitweise unter Zwangsverwaltung. Der einzige muslimische Staat in der Provinz Madras.
Bansda Kiladar (ab 1876: Nawab), 9 554 km²
1891: 35, 1941: 49
Tribut: Rs 7351½ (+ 1500 ab 1858). Seit 1873 Subvention 8698, verblieb netto Rs. 153½ Gegr. als Domäne 1665. 1783-90 von Mysore besetzt, danach eigenständige Herrschaft. Protektorat ab 1818. 1831-48 von Hyderabad annektiert, aber unter britischer Verwaltung.
Banswara flag.svg Banswara Maharawal, 15 ca. 3870[11] km²
1891: 175 (Abnahme bis 1901: < 20%)
640 K, 783 I, 14 G Protektorat ab 1818. Unterstand dem political agent in Udaipur (= Mewar).
Baoniflag.png Baoni Nawab Bahadur, 11 300 km²
1891: 17, 1941: 19
1941: 180.000 Rs. 9 K, 185 I, 2 G Gegr. 1784 von Nachfahren des Nizam-ul-Mulk Asaf Jah I.. Nach Austausch offizieller Schreiben (statt Vertrags) am 24. Dez. 1806 unter britischem Protektorat, Teil der Central India Agency.
Baraundha Raja (Bahadur, seit 1877), 9 611 km²
17
15 K, 75 I, 6 G 34 Generationen dieser Rajput-Dynastie sollen in Rusin (Distrikt Banda) geherrscht haben, bevor man nach Baraundha ging. Protektorat 1807. Residenz zeitweise in Paturkuchar.
Baria Maharawal, 11 2097 km²
1941: 160
1941: 1,1 Mio.
Baroda flag.svg Baroda Maharaja Gaekwar, 21 22110[12] km² (1943: 35774 km²)
1891: 2,185; 1901: 1,95 Mio.
£ 1,53 Mio. 3562 K, 4988 I, 38 G
Territorium Baroda
Erster Bündnisvertrag 26. Jan. 1780. Protektorat 6. Juni 1802. Gebietsabtretungen an die Briten für Verteidigung 1805, 1808, 1817. Absorbierte 1940-3 zahlreiche Zwergstaaten der Region. Münzregal bis 1947.
Barwaniflag.png Barwani (= Bhopawar) Rana, 9 (später 11) 3513 km²
56
17 K, 225 I, 9 G ab 1921 eigene Briefmarken[2] Barwanimarke.jpg
Drapeau Benares.png Benares Raja (ab 1859: Maharaja Bahadur), 13 (vor Ort 15)
für Verteidigung: 219000 Rs. Alte staatliche Tradition als Kashi. 1194 zu Oudh. 1790 eigenständig. Z. Zt. Warren Hastings unter direkte Kontrolle gestellt, 1860 wieder als eigener Staat, der ab 1911 als intern vollkommen eigenständig galt. (Hauptort seit 1947 Varanasi genannt).
Bharatpur Maharaja, 15 (später 19) 5092 km²
1891: 645, 1941: 487
1941: 3,15 Mio. 1647 K, 8207 I, 54 G Gegr. 1752. Protektorat 1803, Vertrag von 1805, endgültiger Vertrag 18. Januar 1828. 1600 Soldaten in Ostafrika im Ersten Weltkrieg.
Bhavnagarflag.png Bhavnagar Thakur Sahib, 13 7639 km²
1941: 500
1941: 10,8 Mio.
Bhopal Begum (Nawab), 19 (lokal 21) 17729 km²
ca. 1 Mio.; 1931: 730
1941: ca. 8 Mio.
Wappen Bhopal

Protektorat seit Dez. 1817. Stand ab 1844-1926 mehrere Generationen unter der Herrschaft von Frauen. Münzregal; bis 1908 Posthoheit. Am 1. Mai 1949 von Indien annektiert.

Bhor (Dekkan) Pant Sachiv, 9 1891: 3846, 1941: 2347 km²
1891: 145, 1941: 141
Die Pant Sachiv waren einer von acht Ministern, die am Mogulhof erblich Ministerämter innehatten.
Bijawar Maharaja, 11 2512 km²
113
1941: 360000 100 K, 1000 I, 13 G Protektorat 1807.
Bikaner.svg Bikaner Maharaja, 17 (1921: 19) 57-60000 km²
1891: 510, 1941: 936
1941: 12,7 Mio. 400 K, 564 I, 91 G 1456 gegr. Titel, vollständig Maharajadhiraj Narendra Maharaja, verliehen von Ahmad Schah Durrani 1752. Protektorat 9. März 1818, mit der Verpflichtung im Kriegsfall den Briten Truppen zu stellen.
Bundi.svg Bundi Maharao Raja  ??? km²
254; bis 1901 > -40% (Hungertote[13])
Tribut: 40000 Rs 446 K, 1835 I, 144 G Gegr. 1342. Protektorat 10. Feb. 1818. Posthoheit, Münzregal, jedoch nur wenige Prägungen[9]
Burdwan Maharaja Adhiraj Bahadur, seit 1877: 13
(im 18. Jahrhundert bis zu 2000 K) Eigentlich kein Herrscher, sondern ein Zamindar. Als solcher der größte Steuerzahler des Empire. Unterstützte die Unterdrückung des Santal-Aufstands 1855.
Cambayflag.png Cambay (= Kambay) Nawab, 11 903 km²
1891: 86, 1941: 89
1941: < 1 Mio. 36 K, 498 I, 12 G Einer der ersten Einfallsorte der Portugiesen. Verteidigungsabkommen gegen Piraten 23. Apr. 1773. Brit. Protektorat 6. Juni 1802. Salzsteuer an die Briten, statt Tribut. Eigene, 13½ Meilen lange Eisenbahn (Tarapur nach Cambay).
Chambaflag.png Chamba Raja Sri 7977 km²
1891: 115, 1931: 147
1941: 981000 12 K, 200 I, 3 G Gegr. 550. 1809-46 Jammu tributpflichtig. Protektorat 9. März 1846. Herrschertitel Paramanabhattaraka Maharajadhiraja bis 1808. Im 19. Jahrhundert Tribut 10000, gegen Landabtretung auf 3800 Rs. reduziert. Posthoheit.
Charakhari Raja; Maharaja (ab 1877, dazu Sipadar-ul-Mulk), 11 2033 km²
143
188 K, 1552 I, 42 G Gegr. 1765. Protektorat 1803
Chhatarpur (Bundelkhand) Raja; Maharaja ab 1919 3013 km²
1891: 167; 1901: 156
1941: 755 39 K, 814 I, 39 G Ein jagir, der erst 1806, als er einen Protektoratsvertrag zeichnete, zum Raja aufstieg. Der letzte Maharaja war in den 1940ern Diwan von Hyderabad.
Chhota Udaipur Raja, 9 2252 km²
1891: 71, 1941: 145
1904: 215391. Tribut an Baroda 7806 Rs., 1941: 1,1 Mio. 50 K, 256 I, 4 G Gegr. 1743. Unterwerfung 1822. Bevölkerung hauptsächlich tribals: Bhil und Koli.
Flag of the Kingdom of Cochin.svg Cochin Raja 3511 km²
1891: 600; 1901: 812, 1941: 1,2 Mio.
1891: 200000 für Verteidigung, 1941: 940000 16 K, 324 I, 4 G Im 16. Jahrhundert von den Portugiesen abhängig, dann enge Beziehungen zur VOC. Schutzverträge mit Briten 1791, 1809. Amt des Diwan 1632-1809 in der Familie Paliat Achan erblich. Voller Titel ab 1895: Maharaja Gangadhara Koviladhi Karikal Sri. Historisch gutes eigenes Postwesen, das weiterbestand. Abweichend gestückelte Währung bis 1911: 6 Putnams = 5 Annas. Ab 1930 gewähltes Parlament (mit hohem Eigentumsvorbehalt). 1948 mit Travancore vereinigt, wobei bis 1950 nochmals Briefmarken verausgabt wurden.
Danta (Mahikantha, Bombay) Maharana, 9 5934 km²
18
70 K, 67 I
Datia (= Duttia; Bundelkhand) Rao (bis 1820er), Raja bis 1865, Maharaja, 15 (ab 1906: 17) 2156 km²
1891: 183, 1931: 159
1941: ca. 120000 945 K, 5203 I, 124 G Zusatztitel des Herrschers: Lokendra („Weltenschützer“). Protektorat 15. März 1801, Vergrößerung des Landes 1817, neuer Vertrag 1818. Posthoheit bis 1921. 1941: Zwei Kompanien Govind Infantry, dazu weitere 1200 Soldaten.
Dewas (Indore) Raja Baba Sahib (ältere Linie, 1728), 15

Raja Dada Sahib (jgr. Linie), 15

Baba: 400, Dada: 145 km²
Baba: 73, Dada: 66, 1941: 70
Baba 1941: 650000 km²
Dada 1941: 900000
Baba: 70 K, 594 I, 14 G km²

Dada: 79 K, 176 I, 6G

Marathen-Staat mit zweigeteilter Herrschaft, Teil der Central India Agency. Beide Rajas residierten in Dewas. Protektorats- und Opiumanbauvertrag Dez. 1818. Beide Herrscher 1918 zum Maharaja erhöht. Gebietszuwachs Anfang des 20. Jahrhunderts
Dhar (Malwa Agency) Raja, 15 4490 km²
1891: 148, 1901: 142, 1941: 243
1941: 1,75 Mio. 367 K, 1249 I, 5 G Gegr. 1762. Protektorat 10. Jan. 1819, stand 1857 auf Seite der Rebellen, daher konfisziert, aber 1864 ohne den Distrikt Bairsia, der an Bhopal ging, rekonstituiert. Zahlreiche kleinere Staaten waren tributpflichtig. Jährliche Kontribution von 12.000 Rs für das Malwa-Korps 1880 durch Einmalzahlung von 300.000 Rs abgelöst. Posthoheit bis 31. März 1901. 1 Anna = 4 Dabel. Münzregal bis 1893 (?)
Dharampur Raja, 9 (später 11) 2048 km²
102
Tribut (ab 1870): 9000 Rs.; 1941: 856000 40 K, 171 I, 4 G Althergebrachte Rajputen-Dynastie (seit 1262 ?). Protektorat 31. Dez. 1802.
Dholpur flag.svg Dholpur Gohad: Rana Shri; ab 1806 vereinigt: Maharaj Rana, 15 ca. 3100 km²
250; 1901: 270
1941, 1,6 Mio. 139 K, 1588 I, 32 G; 1941: 1058 Dholpur gegr. ca. 770 (= Dhavalapura). Gohad (= Gohud) gegr. 1505, das 1740-56 und 1782-Dez. 1805 von Gwalior besetzt wurde. Bahratpur besetzte 1761-75 Dholpur. Britisches Protektorat („ewiger Freundschaftsvertrag“) 2. Dez. 1779. Der Herrscher von Gohad vereinigte 1806 Dholpur und Gohad, zugleich neuer Vertrag mit den Briten.
Dhrangadhra Raj Sahib (ab 1918: Maharaja), 11 (ab 1877: 15) 3010 km² (1943: 4780)
ca. 100
103 K, 470 I, 9 G Staat Jhalawad gegr. 1190 (alternativ: Kuwa, Halwad, Halwad-Dhrangadhra). Zur Gründung der neuen Hauptstadt 1735 umbenannt in Dhrangadhra.


Dhrol Thakur Sahib, 9 730 km²
22
25 K, 285 I, 6 G Gegr. 1595.
Flag of Dungarp.svg Dungarpur Rawal (bis 1808), Maharawal, 15 ca. 2500 km²
154, 1901: 167[13][14]; 1941: 227
Tribut: 17500 Rs.; 1941: ca. 750000 251 K, 535 I, 8 G Staatsgründung 1197. Protektoratsvertrag 11. Dez. 1818 ausgehandelt von Sir John Malcolm (1769-1833[15]). Bevölkerungsanteil der indigenen Bhils um 1900 geschätzte 35%.
Faridkot Sardar (1643-1843); Raja Bahadur, 11 1578 km²
1891: 97, 1941: 170
1941: 180000 70 K, 300 I, 6 G Gründung von Kot Kapura 1643. 1763 Teilung in Kot Kapura und Faridkot. 1807-09 von Punjab besetzt. Ab 3. Apr. 1809 unter brit. Protektorat wieder eigenständig. Stand im Ersten Sikh-Krieg auf britischer Seite, was zu Gebietsgewinn führte. Loyal 1857, deshalb Rangerhöhung. Posthoheit bis 31. Dezember 1886, eigene Briefmarken bis 31. März 1901. Münzstückelung: 8 Fulus = 4 Paisa = 1 Anna.
Gondal (Kathiawar) Thakur Sahib, 11 2641 km²
1941: 205
1941: Staatseinnahmen ½ Mio. (keine Steuern!)
Wappen Gondal
Gleichnamige Dynastie gegr. von Kumbhoji I 1634. Der Staat war frei von Steuern, Abgaben, Zöllen und Akzisen. Man finanzierte sich aus Anlagen. Schulpflicht auch für Mädchen.
Gwalior flag.svg Gwalior Maharaja, 19 (lokal: 21) 74980 km²
1891: 3 Mio., 1901: 2,9 Mio., 1941: 3,52
1941: 24 Mio. 5504 K, 11040 I, 48 G Erster Friedens- und Freundschaftsvertrag 13. Okt. 1781, Protektorat 30. Dezember 1803 (Vertrag von Sarje Anjenagon). Der Herrscher wurde als Scindia bezeichnet. Posthoheit, wobei die Marken für den gesamtindischen Verkehr Gültigkeit hatten. Münzregal mit regelmäßigen Ausgaben bis 1947.
Flag of Hyderabad 1900-1947.png Hyderabad und Berar Nizam, 21 252840[16] km²
1891: 13 Mio., 1901: 11,1 Mio.[17], 1941: 16,3 Mio.
1903: 4,17 Mio. (ohne Jagir, diese ca. ⅓)[18], 1941: 91 Mio. 6228 K, 24068 I, 35 G (1901: gesamt 24012, davon 3594 K[19])
Wappen des Nizam
Der „erste“ Fürst Indiens. Vollständiger Titel: "His Highness Asaf Jah, Muzaffar-ul-Mamalik, Rustam-i-Dauran, Arastu-i-Zaman, Nizam-ul-Mulk, Nizam-ud-daula, Nawab Mir Sir Mahbub Ali Khan Bahadur, Fath Jang." Der Kronprinz war "H. H. the Prince of Berar."

Siehe auch: Kategorie:Hyderabad (Staat)

Idarflag.png Idar (= Nani Marwar) Raja (bis 1843), Maharaja, 15 1891: 6450, 1941: 4306 km²
1891: 258, 1941: 308
Baroda tributpflichtig. 1941: 210000 54 K, 100 I, 15 G Entstand um 1200. 1791-1843 in bis zu fünf Staaten geteilt.
Indore Maharaja, 19 (lokal 21) 21600 km²
1,05 Mio. (ca. 10% tribals), 1901: 850000
1941: 13 Mio. 3231 K, 6128 I, 65 G Erster Protektoratsvertrag 24. Dez. 1805, aufgezwungen von Lord Lake, neuer Vertrag 1818, der große Landabtretungen an die Briten vorsah.


Flag of Jaipur.svg Jaipur Maharaja, 19 (vor Ort 21) 1891: 37320, 1941: 43000 km²
2,5 Mio., 1901: 2,65 (> 6% Hungertote)[13], 1931: 2,6 Mio.
Tribut: 400000 Rs.; 1941: 14,3 Mio. 3578 K, 16099 I, 281 G
Wappen Jaipur
Protektorat 25. Apr. 1818. Schreibung bis 1860er Jeypore. Neuer Protektoratsvertrag 1871, darin auch Abtretung der Salzsteuer. Voller Titel ab 1880: Saramand-i-Rajha-i-Hindustan Raj Rajindra Sri Maharajadhiraj. Posthoheit. Münzregal für Silber und Kupfer bis 1947.[9]
Jaisalmer.svg Jaisalmer (= Jaisalmir) Maharawal (ab 1891: Maharajadhiraj Maharawal), 15 41433 km²
1891: 109, 1941: 76
1941: 420000 140 K, 353 I 25 G Gegr. als Deogarh 731. Neue Hauptstadt Jaisalmer 1156. Protektorat 11. Dez. 1856. (Jessulmere). Münzregal jedoch kene Prägungen.
Jammu-Kashmir-flag.svg Kaschmir/Jammu Maharaja, 19 (ab 1877 lokal: 21) 206000 km²
1891: ca. 1,5 Mio., 1931: 3,6 Mio.
8000 K und I, 288 G; 1941: 8900 (vor Ort) Der Raja von Jammu kaufte Kaschmir nach dem ersten Sikhkrieg für 750000 Rs.[20] 31000 Soldaten im Ersten Weltkrieg.
Janjira.svg Janjira (= Habsan) Nawab, 9 (ab 1919: lokal 13) 836 km²
1891: 77, 1941: 110
1941: 1,1 Mio. 310 I, 179 G Erstes Verteidigungsabkommen (Piratenbekämpfung) 6. Dez. 1733. 1753 Vereinigung mit Jafarabad (97 km²), das nominell als abhängiges Giet galt. Da die Prägestätte Falschgeld für den nahegelegenen Handelsplatz Bombay produzierte, wurde diese 1834 zerstört und das Ländchen zum Protektorat. Jedoch kein Tribut an die Briten.
Jaora Nawab, 13 ca. 1500 km²
1891: 120, 1941: 100
160000 Rs. für Verteidigung 13 K, 167 I, 15 G Schutzvertrag 1818. 1857 loyal. Panth-Piploda wurde 1942 abgetrennt.
Jawhar Raja, 9 794 km²
1941: 57 (meist tribals)
1941: ca. 500000 Keine Tributpflicht. Absolutistischer Herrscher bis 1947.
Jhabua Raja, 11 3446 km²
1672 Rs für Verteidigung 64 K, 253 I, 4 G Ursprünglich Indore tributpflichtig. Als eigener Staat beim Abschluss des Protektoratsvertrags ab 18. Jan. 1818 gegründet. Über 55% Bhil.
Jhalawar.svg Jhalawar Maharaja Rana, 13 1891: 6950, 1941: 2097 km²
1891: 340, 1941: 108
Tribut 80000, ab 1899 30000 Rs; 1941: 711000 403 K, 3873 I, 94 G 1838 aus einem Teil des Staates Kota geschaffen. Ein Teil des Gebietes wurde 1899 wieder zurückgegeben. Posthoheit bis 31. Oktober 1900. Münzregal bis 1893. Rückgang der ländlichen Bevölkerung 1891-1901: 22,7%.


Jind (1886-1914: Jhind) Raja Bahdur (ab 1881: Raja-i Rajgan), 11 3248 km²
1891: 250, 1941: 324
1911: £ 127600; 1941: ca. 260000 Rs. 379 K, 1571 I, 12 G
Briefmarke aus Jind
Per Proklamation unter brit. Schutz 1809. Gebietsvergrößerung und neuer Schutzvertrag 1847 (vgl. Erster Sikh-Krieg). Loyal 1857 mit Gebietszuwachs 1860 (Steueraufkommen 116813 Rs). Posthoheit in Zusammenarbeit mit der kaisierlch-indischen.
Jodhpur.svg Jodhpur (Rajputana) Maharaja, 17 (lokal 21) ca. 95000 km²
1891: 1,75 Mio., 1901: 1,9, 1941: 2,1
115000 Rs für Erinpura Regiment 3162 K, 3653 I, 121 G
Leibgarde Jodhpur Sardar Risala und 1 Infanteriebataillon im Zweiten Weltkrieg für überseeischen Dienst abgestellt.
Gründung des Staates Marwar ca 1250. Etwa 200 Jahre später Umbenennung bei Gründung der neuen Hauptstadt Jodhpur. Voller Titel ab 1751: Raj Rajeshwar Saramad-i-Rajha-i-Hindustan Maharajadhiraja Maharaja. Protektorat 6. Jan. 1818. Interventionen 1824, 1839 und 1870. Teil der Western Rajputana States Agency. Posthoheit bis 1927. Regelmäßige Münzprägung bis 1948. Teil der indischen Union 9. März 1949.
Junagarh (= Junagadh) Nawab, 11 8460 km²
1891: 388; 1947: 545
1941: ca. 10 Mio. 251 K, 1972 I, 66 G Gegr. 1748, Protektorat 1807. Posthoheit. Münzregal, gelegentliche Kupferprägungen.[9] Letztes Rückzugsgebiet des indischen Löwen. 15. Aug. 1947 Beitritt zu Pakistan, von Indien annektiert am 7. Nov. 1947, Volksabstimmung 20. Feb. 1948 für Indien, offizieller Anschluss am 25. Es hatten 91 Wähler für Pakistan gestimmt.
Bilaspurflag.png Kahlur (= Keehloor, = Belashpur, = Bilaspur; Shimla Hills) Raja, 11 1155 km²
1891:86, 1941: 101
1911: 190000, 1941: ca. 300000 40 K, 620 I, 11 G Gegr. um 880. Einer der Shimla Hill States. Unter britischem Schutz ab 1815, nachdem Gurkha-Besatzer (seit 1803) vertrieben wurden.
KalatFlag.gif Kalat (= Khelat; Beluchistan) Wali, 19 1891: ca. 234000, 1941: 141000 km²
1891: ?150; 1901: ?372 (verbesserte Methodik), 1941: 319
1941: 1,5 Mio. 300 K, 1500 I, 6 G Gegr. Ende 16. Jahrhundert Weitere Titel Begar Beli, verliehen 1739 von Nadir Schah. Im Grenzgebiet zu Afghanistan, diesem zeitweise tributpflichtig. Protektorat 1875. Verschiedentlich Gebietsabtretungen, u.a. die tehsils Quetta, Bolan, Nushki, Nasirabad. Kaharan gilt als Teil des Landes. Einer von zwei Staaten der Baluchistan Agency. Weitgehende Zerstörungen bei Erdbeben 1935.
Kapurthala flag.svg Kapurthala (Punjab) Raja, 11 1542 km²
1891: 253, 1941: 316
1941: ca. 400000 197 C, 829 I, 13 G 1846 unter britischer Kontrolle, bald wieder rekonstituiert. Schutzvertrag 1854, Loyalität 1857 mit Gebietgewinnen belohnt, Vertrag erneuert 1876. Dem Raja gehörten weitere 1806 km² Landgüter in britischem Gebiet, die Randhir Singh für seine Loyalität 1857 geschenkt erhielt. Maharaja Jagatjit Singh heiratete 1910 die spanische „Tänzerin,“ Anita Delgrada, die von den Briten nicht als legales Eheweib anerkannt wurde.[21] (Lebensgeschichte 2006 verfilmt: La princesa de Kapurthala). Am 15. März 1948 von Pakistan erobert.
Karauli.PNG Karauli (= Kerowlee; Rajputana) Maharaja, 17 3116 km²
1891: 150, 1931: 140
1875: 300000, ø 1935-40: 671000 281 K, 1640 I, 56 G Gegr. 11. Jahrhundert Bündnis- und Schutzvertrag 13. Juni 1817. Nachdem es bereits 1838-40 und 1848 zu Nachfolgestreitigkeiten gekommen war, sollte das Land 1852 unter der Doctrine of Lapse annektiert werden, was jedoch in London verhindert wurde. 1857 loyal, zeitweise bis in die 1860er unter Zwangsverwaltung wegen Schulden.[22] Absolutistischer Herrscher mit einem Diwan.


Kalahandiflag.png Karond (= Karund, = Kalahandi) Raja (Bahadur, 1877), 9 9662 km²
1891: 224, 1941: 513
Tribut ab 1905: 12000; 1941: 650000 keine Ursprünglich dem Maharaja von Nagpur tributpflichtig, nach dessen Übernahme 1853 ein feudatory state. Bevölkerung meist Gond. Teil des Landes sind fünf große Zamindars. Hauptort Bhawanipatna (19°54' N, 83°10' O). Ab 1938 zur Eastern States Agency.
Khairpurflag.png Khairpur (= Kheirpore) Mir 15760 km²
129
700 K, 774 I, 32 G Protektorat 1838. 1947 zu Pakistan. 1955 in der Western Province aufgegangen, heute Provinz Sindh.
Khilchipur (Bhopal) Rao Bahadur, 9 700 km²
36
83317 Rs.; Tribut an Sindh 13183 Hali-Rs. 44K, 202 I, 2 G Dem Scindia tributpflichtiger Rajputen-Herrscher. Fläche 1881: ca. 407 km². Lage: 23° 52' bis 24° 14' N, 76° 28' bis 76° 45' O[23]
Kishangarh.svg Kishangarh (Rajputana) Maharaja, 15 1891: 1867, 1941: 2213 km²
1891: 113, 1941: 86
1941: 750000 499 K, 2000 I, 51 G
Wappen Kishangarh
Posthoheit bis ca. 1930. Münzregal, das jedoch nicht ausgeübt wurde.
Kolhapur flag.svg Kolhapur (Dekkan) Raja Chhatrapati (Maharaja ab 1900), 19 7268 km²
1891: 800, 1941: 957
1941: ca. 510000 255 K, 1902 I, 67 G Gegr. 1710 von Shivaji II., dem ehem. Herrscher von Satara. Protektoratsvertrag 1. Okt. 1812, in dem einige Forts und der Hafen von Malwan abgetreten wurde. 11 Vasallenstaaten u. a.: Vithalgarh, Bavda, Kapshi, Kagal, Ichalkaranji Torgal, Datva. Ab 1933 Teil der aus 17 Staaten gebildeten Kolhapur Residency & Deccan States Agency. Maharaja Vikramsinhrao, aus der älteren Linie von Dewas wurde 1947 adoptiert und regierte bis 1949.
Kotah.svg Kotah (Rajputana) Maharao, 17 9796; 1893: 14684 km²
1891: 517 (1891-1901: -34,6%[13]), 1901: 544 (vergrößert), 1941: 985
Tribut 1830: 102000; 1838: 200000, 1941: 500000 949 K, 5756 I, 148 G Nicht zu verwechseln mit dem Distrikt Kohat (NWFP). Sezession von Bundi 1631.[24] Protektoratsvertrag 26. Dez. 1817, geändert 1838. Gebietszuwachs aus den Territorien von Jhalawar (1892). Nahe dem Hauptort befand sich 1942 das Internierungslager Camp 17 (Deoli), für deutsche Männer, die aus Niederländisch-Indien verschleppt worden waren.
Drapeau Cooch Behar.png Cooch Behar Maharaja (seit 1884), 13 3372 km²
1891: 602; 1901: 566; 1941: 590
1871: 700000 Rs, davon 50% an die Briten; 1941: 3 Mio. 9 K, 176 I, 4 G Gründung des Staates Kamata, seit 1510/5 unter der Dynastie der „Koch“. Durch den Feldzug von 1783 von Bhutan gewonnen. Die Liebesheirat des zweitgeborenen Prinzen Jitendra (reg. 1913-22) mit Indira Devi von Baroda 1913 galt als skandalös. Die Maharani regierte dann während der Minderjährigkeit ihres Sohnes, dem letzten Raja Jagaddipendra Narayan, der im Zweiten Weltkrieg in der britischen Armee diente.
Kutch (= Kachchh; Cutch) Rao (ab 1885: Sawai Bahadur), 17 (vor Ort: 19) ca. 15500 km² bewohnbar, dazu ~23000 km² Salzsteppe im Rann von Kachchh
1891: 512, 1901: 488, 1941: 500+
Tribut (Anjer-Fort) 88000 Rs; 1929: 186000, 1941: 320000 354 K, 1412 I, 164 G
Wappen Kutch
Gegr. 1320, weitere Eroberungen, Hauptstadt seit 1548 Bhuj. Abkommen mit den Briten 1809, 1813 und nach Intervention im Nachfolgedisput am 13. Okt. 1819 unter Berücksichtigung gewisser Rechte der Jareja-Aristokraten, was zu jahrzehntelangen Disputen führte. Im 19. Jahrhundert fortschrittliche Verwaltung. Seit 1933 unter der Mahi Kantha Agency, zu der 16 salutberechtigte und 236 kleinere Staaten gehörten. Münzregal bis 1947 mit regelmäßigen Prägungen, darunter auch 1936 solche mit dem Namen Edward VIII.[9]

L–Z[Bearbeiten]

Land Titel, Salut[1] Fläche[5]
Bevölkerung (Tsd.)[25]
Steuern (Tsd. Rs.)[7] Militär[8] Anmerkungen
Flag of the State of Las Bela.svg Las Bela (Beluchistan) Jam, 9 21930 km²
1901: 56
33 K, 276 I, 4 G Früher Vasall von Kalat. Unter der Baluchistan Agency. Posthoheit bis März 1907. Hauptort Begräbnisstätte von Muhammed bin Harun († 712) und Sir Robert Groves Sandeman († 1892).
Limbdi (= Limri) Thakur Sahib, 9 887 km²
43 (10% Muslims)
ca. 160.000 Rs, davon 51.396 Tribut 35 K, 174 I, 28 G
Loharu Nawab, 9 583 km²
1941: 23
1941: ca. 137.000
Lunawara (= Lunavada) Rana (1867: Maharana), 9 1001 km²
1891: 76, 1901: 64, 1941: 95
176.000 Rs. Tribut an Baroda 5001, Briten: 9231 201 K, 295 I, 40 G Gegr. 1225 in Virpur, seit 1434 in Lunawara. Protektorat 1819, ab 1826 unter Rewa Kantha Agency. Tributpflichtig an Baroda und Gwalior, dessen Ansprüche die Briten 1861 übernahmen. Loyal 1857.
Maihar Thakur, ab 1869: Raja, 9 ca. 1000 km²
71 (davon 15% tribals)
8 K, 227 I, 7 G Gegr. 1778, 1788-90 besetzt von Banda. Seit 1806 unter Protektorat.
Malerkotla (= Maler Kotla; Punjab) Nawab Bahadur, 11 460 km²
1891: 71, 1941: 84
1941: 805.000 60 K, 228 I, 6 G Gründung des Ortes Malerkotla durch Bazid Khan 1657. Ab 3. Mai 1809 durch Proklamation unter britischem Schutz.
Mandi flag.svg Mandi Raja Bahadur, 11 3150 km²
1891: 140, 1901: 174, 1941: 207
1941: 1,26 Mio. 25 K, 1600 I, 10 G Sezession von Suket ca. 1290. Neue Hauptstadt und Umbenennung 1527. Unter Gurkha-Herrschaft 1803-15. Danach unter dem Superintendent der Hill States. 1839 Invasion der Sikhs. Raja Balbir Sain unterwarf sich im Februar 1846 den Briten, die ihn im Oktober als Herrscher installierten.
Mayurbhanjflag.jpg Mayurbhanj (Eastern States Agency) Maharaja, 9 10989 km²
1901: 610
Morviflag.png Morvi Thakur Sahib, 11 2118 km² (1943: 2430 km²)
1891: 90, 1941: 123, 1943: 154
1891: 80000, 1941: 580000 121 K, 1155 I, 7 G Posthoheit mit eigenen Marken 1931-35.
Mudhol flag.svgMudhol (Dekkan) Raja, 9 949 km²
1941: 63
1935-40: ø 318000 Der älteste weiterbestehende Marathen-Staat.
Flag of Mysore.svg Mysore (= Maisur) Maharaja, 21 158400 km²
1901: 5,5 Mio., 1941: 6,56 Mio.
Tribut: 35 Mio, ab 1926: 25 Mio. 1173 K, 3425 I, 21 G (dazu Imperial Service Corps)
Wappen Mysore
Siehe auch: Hyder Ali und Tipu Sultan. Seit 1831 unter direkter britischer Kontrolle. 1868 rekonstituiert, jedoch wegen Minderjährigkeit des adoptierten Raja bis 1881 unter dem Court of Wards. Massive Hungersnot 1877/78. 1881 wurde das 1834 besetzte Coorg wieder abgesplittert. Kein Münzregal. Waffenimport, Beschäftigung von Ausländern im Staatsdienst und Gesetzesänderungen (!) bedurften der britischen Genehmigung.[26] Fortschrittliche Verwaltung, die in den 1930ern als auf demselben Niveau wie Italien galt.
Nabhaflag.png Nabha (Punjab) Raja (ab 1911: Maharaja), 11 2394 km²
1891: 261, 1901: 297, 1911: 248 (51% Hindus), 1931: 288
1911: 1,7 Mio., 1941: 2,3 366 K, 1253 I, 18 G Gegründet 1652. Expansion unter Jaswat Singh (reg. 1783-1840). Protektorat 1809. Eigene Münzen noch 1846. Post als convention state mit Überdruckmarken. 14 kleinere nicht zusammenhängende Gebiete. Rückständig, bis 1924 noch keine befestigte Straße, jedoch Eisenbahn.
Nagod (= Nagodh) Raja, 9 1161 km²
1891: 79 (10% tribals), 1941: 75
1891: 72400 Rs., 1941: fast 300000 6 K, 116 I, 4 G Gegr. 1344 als Unchahara. 1809 Protektorat. Loyal 1857, dafür ein Bezirk Gebietsgewinn; bis 1865 unter Zwangsverwaltung wegen Verschuldung.
Narsinghgarh (Bhopal) Raja, 11 1607 km²
1891: 112, 1941: 114
1941: 950000 318 K, 450 K, 16 G Die vom Diwan von Rajgarh 1681 gegründete Domäne wurde 1872 als Staat anerkannt. Ab Oktober 1929 Abschaffung von Kinderheirat, Frondiensten (begar) und dem Diwan, der durch ein Exekutivkomitee mit Fachministern ersetzt wurde.
Nawanagar Jam Sahib, 15 9780 km²
1891: 316, 1941: 409
1941: 9,7 Mio. 191 K, 3060 I, 117 G 1812 Unterwerfung.[27]
Orchhaflag.png Orchha (= Tikamgarh) Maharaja, 17 (lokal: 19) 5366 km²
1891: 311, 1911: 321
1945: ca. 150000 50 K, 4400 I, 90 Gegr. 1532 von Rudra Pratap. Protektorat 1812. Zusätzliche Titel ab 1882: Sawai Mahendra Maharaja und Saramad-i-Rajaha-i-Bundelkhand. Posthoheit bis 1939. Münzregal, aber keine Prägungen.
Palanpur.svg Palanpur Diwan (ab 1910: Nawab Sahib), 11 8127 km²
1891: 236, 1901: 223
294 K, 697 I, 80 G 1594 gegr. von ursprünglich afghanischer Lohani-Dynastie, 1947 in der 30. Generation. Verträge mit den Briten 1809, 1813 und Protektorat ab 1817. Palanpur Agency 1819–1924.
Palitana Thakur, 9 745 km²
1891: 49, 1941: 62
1941: 821000 74 K, 401 I, 7 G Im Ländchen befindet sich ein wichtiges Heiligtum der Jain, der Berg Satrunjaya.
Pannaflag.png Panna Raja (bis 1869), Maharaja, 13 6625 km²
1891: 225, 1931: 212
1941: 1,16 mIO. 165 K, 1165 I, 36 G Gegr. 1732. Protektorat 1807. Loyal 1857.
Pratapgarh (Rajputana) Maharaja, 15 1891: 3766, 1941: 2293 km²
1891: 79, 1941: 76
1941: 5500 327 K, 454 I, 4 G Gegr. im 16. Jahrhundert durch Rawat Bhikaji, mit der Hauptstadt Deolia. Protektoratsvertrag 1818. Bevölkerungsverlust 1891-1901 (Hunger und Seuchen): 41%[13]
Patiala flag.svg Patiala Maharaja Bahadur, 17 1891: 13980, 1941: 15330 km²
1891: 1,46 Mio. (50% Hindus)
2423 K, 4147 I, 109 G
Wappen Patalia
Gegr. 1761, Protektorat 1809. Raja Bhupinder Singh war einer der aktivsten Gegner der Föderation in den Verhandlungen zur Verfassungsreform 1930-5 und einer der autokratischten indischen Fürsten. Siehe auch: Patiala and East Punjab States Union.
Patnaflag.jpg Patna Maharaja, 9 6192 km²
257
1941: 1,2 Mio. Protektorat 1803.
Porbandarflag.png Porbandar (Kathiawar) Rana, 11 1640 km²
1891: 71, 1941: 139
1941: ca. 2,5 Mio. 14 K, 236 I, 113 G 1808 Abkommen zur Piratenbekämpfung. Im Folgejahr brit. Kontrolle über die drei Häfen. Dem Raja wurde als zweitem Inder überhaupt im Vatikan eine Audienz gewährt von Benedikt XV., Maharaja Natvarsinhji Bahadur führte das indische Cricketteam auf seiner Tour in England 1932.
Pudukkottai flag.svg Pudukkottai (= Pudukota; Madras) Tondiman Raja, 11 1891: 3560, 1941: 3041 km²
1891: 302, 1901: 380, 1941: 401
16 K, 136 I, 27 G Alte staatliche Tradition, aus dem Vijayanagara-Reich hervorgegangen. Ab 1350 unter der Pallava-Dynastie. 1801 unter britischer Kontrolle, der Raja wurde Marionette, bieb aber mit Einführung eines die Grundsteuern festschreibendes permanent settlement 1803 zumindest nominell eigenständig. Der eigentlich abgemachte Tribut eines Elephanten pro Jahr wurde, bis zur Aufhebung der Pflicht 1839, nie abgeliefert.
Radhanpur Nawab Sahib, 11 2967 km² (1943: 5201 km²)
1941: 70 (173 Dörfer), 1943: 100644
1941: ca. 800000 Babi-Dynastie regierte seit der Zeit Humayuns. Zahlte keinen Tribut, erhielt jedoch 1712 Rs. von 18 umliegenden Dörfern. 1943 Anschluss zahlreicher Zwergstaaten.
Rajgarh Rawat (1871-80: Nawab, 1886: Raja), 11 1891: 1690, 1941: 2481 km²
1891: 118, 1941: 135
1941: 100000 300 K, 360 I, 6 G 1681 durch Teilung von Umatwara in Rajgarh und Narsinghgarh hervorgegangen. Teil der Bhopawar Agency, später Kathiawar Agency. Der Raja konvertierte 1871 zum Islam. Die Hauptstadt (24° 1' N. 76° 44' O) ist nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen (27° 14', 76° 38' O) Alwar bezw. Bikaner (28° 39' N, 75° 24' O).
Rajkot Thakur Sahib, 9 1891: 727 km²
1872: 36,770, 1881: 46, 1891 und 1901: 50, 1941: 75
1891: ca. 300000, Tribut 21321 Rs. 40 K, 310 I, 8 G 1807 Protektorat. Auf Anregung von Colonel Richard Harte Keatinge, VC (1825-1904) wurde im Hauptort 1870 das Rajkumar-College für Fürstensöhne der Bombay Presidency gegründet.
Rajpipla Raja, 11 (später 13) 3914 km²
1872: 120, 1881: 114, 1891 und 1901: 171, 1941: 206
Tribut an Baroda ab 1823: 50001 Rs.; 1941: ca. 250000 77 K, 443 I, 23 G (1904: 111 gesamt + 239 Polizei) Gohel-Dynastie seit 1470. Unterwerfung Okt. 1821, nach Nachfolgedisput. Hauptort Nandod. Rewa Kantha Agency. 1884-97 unter Zwangsverwaltung wegen Missmanagement. Eigene Post bis 1886. Stark von Hungersnöten 1896-8 und 1899-1902 betroffen.
Rampur flag.svg Rampur Nawab (ab 1737), 13 2427 km²
1872: 507, 1881: 541, 1891: 551, 1901: 533
1903: 3,5 Mio. (davon 1,9 Grundsteuer) 598 K, 2417 I, 28 G Als Aonla gegr. 1719, später Rohilkhand genannt. Britische Interventionen 1774 (Verlegung der Hauptstadt nach Rampur) und 1794. Vasall 1801, loyal 1857 mit folgender Gebietsvergößerung. Central India Agency, ab 1936 Gwalior Agency. Die Hauptstadt Rampur City (28° 49' N, 79° 2' O) ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hauptort des bengalischen Zwergstaates Rairakhol, der 1901 1400 Einwohner hatte.
Ratlam (= Rutlam; Malwa Agency) Raja Maharaja (1921), 13 1880 (? 2300) km²
1881: 87, 1891: 89, 1901: 83 (16 % Bhils); 1941: 107
1903: ca 50000 (dazu 67000 Zoll, 34000 Tribute) 134 K, 246 I, 13 G (davon 1903 5 brauchbar) 1652 gegr. unter Ratan Singh, am 5. Jan. 1819 Protektorat. Malwa Agency. Grenzziehung und Fläche unklar, da eng mit Sailana verwoben. 1902-4 jährlich ca. 2000 Pesttote. Währung bis 1897 war die Bahm Shahi-Rupie geprägt in Partabgarh, eigene Kupfermünzen.
Rewa (= Rewah) Maharaja, 17 33540 km²
1891: 1,5 Mio., 1901: 1,32 (12 % Gond, 15 % Kol), 1941: 1,59
1902: 290000 (davon 135000 Grundsteuer), 1941: 6 Mio. 691 K, 3135 I, 55 G Gegr. von Bilagar Deo (= Biag Deo) um 1057. Schutzverträge 1812 und 1813. Kohle- und Kalkbergbau. Im ländlichen Distrikt Theonthai war die Bevölkerungsabnahme durch Hungersnot 1891-1901 41 %. Im 19. Jahrhundert Prägung von Bagga shahi-Kupfermünzen (56 = 1 R).
Sachinflag.png Sachin Nawab, 9 108 km²
1891: 19 (in 21 Dörfern), 1941: 22
1891: 200000, 1941: 397000 5 K, 52 I, 4 G (60 Polizisten) Dynastie (Habshi Sidis von Danda-Rajapur und Janjira) Nachfahren von muslimischen abessinischen Seefahrern im Dienste von Aurangzeb. Als Gründungsdatum (Seitenlinie von Janjira) gilt 6. Juni 1791. Zersplittertes Territorium hauptsächlich im Distrikt Surat; Protektorat 1813, Surat Agency. 1835-64 unter direkter britischer Verwaltung. „Hauptstadt“ Sachin (21° 4' N, 72° 59' O) 1901: 997 Einwohner. Der Raja war 1931 gegen die Föderation.
Sailanaflag.png Sailana (= Shailana) Raja, 11 291 km²
1891: 29 (¼ tribals), 1941: 35
1941: 300000 21 K, 152 I, 3 G Gegr. von Jai Singh 1730. Britischer Schutz 1819, die den an Sindh fälligen Tribut von 46000 Rs seit 1860 trugen. Territorium eng mit Ratlam verwoben, von dem es sezessionierte.
Samthar Raja, 11 459 km²
1881: 39, 1891: 41, 1901: 33 (-17 % Verhungerte), 1941: 33
1891: 150000, 1941: 350000 (davon 200000 von abgetretenen Ländereien) 290 K, 2275 I, 46 G (1903 Leibgarde 12 K, 40 I) Sezessionierte Ende des 18. Jahrhunderts von Dattia. Bündnis 1804 abgelehnt; 1817 von den Briten nach Unterwerfung als eigener Staat anerkannt. Raja als oberster Richter, Exekutive in den Händen eines Wesirs. Erste Landvermessungen 1855/7 und 1860-2. Bis ca. 1873 Währung auf Basis der Nana Shahi-Rupie geschlagen in Jhansi und Datia. Bahnlinie ab 1888. Salpetergewinnung.
Sangli Raja, 9 2930 km²
1941: 258
1941: 160.000 Staatliche Eisenbahn von Sangli nach Miraj, knapp 10 km. Anfang des 20. Jahrhunderts Konstitutionelle Monarchie mit vierköpfigem Kabinett und legislativer Versammlung.
Sant Maharaja, 9 1016 km²
1941: 84
1941: 436.000
Kolhapurflag.png Savantvadi (= Sawantwari) Sir Desai, 9 2386 km²
1872: 191, 1881: 192, 1901: 217
1903: 430.000 12 K, 400 I, 34 G (1904 gesamt 324 Mann, 1 britischer Offizier) Ab ca. 1450 Teil von Bijapur. 1554 erstmals selbständig unter Mang Savant, endgültig unter Khem Savant Bhonsla (reg. 1627-40). Gebietsgewinne im 17. Jahrhundert. Der 1730 geschlossene Freundschaftsvertrag war der erste, der mit einem Marathen-Fürsten geschlossen wurde. Nachfolgekämpfe 1803-12, in denen sich Piraten der Häfen bedienten. Abtretung des Hafens Vengrula 1812 an die Briten, Protektorat 1819. 1838 bis 1861 unter direkter Verwaltung. Nach Vermessung stiegen die Grundsteuereinnahmen 1895-7 von 180.000 auf 270.000 Rs. Hauptort Wari (= Vari).
Shapura Rajahiraja, 9 1045 km²
1941: 54
1941: 381.000
Flag of Sikkim (1967-1975).svg Sikkim Maharaja, 15 7107 km²
1891: 30, 1951: 161
ca. 5000 Mann Miliz Im Krieg gegen Nepal 1814 (Vertreibung der Gurkhas) erstmals britisch besetzt. 1835 Abtretung der Region von Darjeeling gegen 3000 Rs jährliche Pension für den Raja. 1890 britisch-chinesisches Abkommen, das ein Protektorat errichtete. Kein militärischer Schutz vereinbart. Seit der Tibet-Expedition von 1904 political agent vor Ort. Hauptstadt Gangtok.[28] Massive Zuwanderung von Nepalesen im 20. Jahrhundert, die die indigenen Lepchas und Bhutias zur Minderheit machten. 1975 von Indien annektiert.
Sirmur (= Sirmaur, Sirmour) Raja (Maharaja 1918), 13 2700 km²
1891: 112, 1901: 135, 1941: 148
1901: 600.000, 1935-40: ø 867.000 100 K, 408 I, 10 G Als Nahan 1095 gegr. Neue Hauptstadt Sirmur 1621. Nepalesisch besetzt 1803-15, nach deren Vertreibung durch die Expedition von Sir David Ochterlony Protektorat als Teil der Shimla Hills (Ambala Division). Das Regiment der 2. King Edward VII's Own Gurkha Rifles wurde als Sirmoor Rifles bezeichnet. Eigene Post bis 31. Dezember 1901.
Sirohi.svg Sirohi Maharao, 15 7791 km²
1891: 142, 1941: 216
199 K, 532 I, 8 G Im Lande befindet sich der heilige Berg der Rajputen, Mount Abu. Dort Gebietsabtretung 1845 für ein Sanatorium der Kolonialarmee. Hungerbedingter Bevölkerungsverlust 17,79 %.[13]Der Staat war ein Zentrum der Kampagne der Nichtkooperation 1921/22, die besonders unter den Bhil viele Anhänger fand.[29] Wurde 1951 geteilt.


Sitamau Raja, 11 521 km²
1941: 28
1941: 271000
Sonepur (Orissa) Maharaja, 9  ??? km²
Suket flag.svg Suket (= Surendernagar; Punjab) Raja, 11 1011 (? 1083) km²
52
1912: 30000 Rs. 12 K, 12 I, 4 G Staatliche Tradition seit 765. Dynastie der Sage nach von den Pandavas des Mahabharata abstammend. Historisch von den bengalischen Sena. Erster Vertrag nach dem Nepal-Krieg 1815. Unter britischen Protektorat seit 24. Okt. 1846. Der Vertrag (wie auch der von Chamba und Mandi) verbietet ausdrücklich Gebietsabtretungen, Tötung Neugeborener, Sklavenhandel und das Verbrennen von Witwen oder Leprakranken.[30]
Sunth Raja, 9 1016 km²
59
1872: 22000, davon 6108 Tribut 98 K, 226 I, 4 G Benannt nach dem Eroberer 1055. Die Briten schlugen 1819 eine Invasion aus Sind zurück und nahmen das Land unter Schutz.
Tehri-Garhwal Raja, 11 1891: 10784, 1941: 11610 km²
1891: 199, 1941: 470
1941: 1,85 Mio. Hauptstadt Narendnagar
Tonk.svg Tonk (Rajputana) Nawab, 17 6473 km²
1891: 338, 1941: 317
1941: 2,1 Mio. 510 C, 2081 I, 77 G Exklave innerhalb der Central India Agency.
Travancoreflag.png Travancore Maharaja, 19 1891: 17363, 1901: 18295, 1941: 19642 km²
1891: 2,4 Mio. (20 % Christen); 1901: 2,9 Mio., 1931: 5,1 Mio.
für Verteidigung ab 1805: 800000; 1941: 26,8 Mio. 61 K, 1442 I, 6 G
Wappen Travancore
Erster Freundschaftsvertrag 1723, erweitert 1795; Protektorat 1805, was zur Rebellion des Velu Thampi Dalawa führte, die 1809 niedergeschlagen wurde. Seit 1932 Zweikammer-Parlament. 1938 kam es zur Gründung des Travancore State Congress, der die Politik des Congress in den Staat trug und bis 1956 als Partei dominierte. Münzregal mit eigenen Prägungen (ab 1873 von den Briten hergestellt) bis 1948. Währung: 16 cash = 1 Chukram, 1 R. = 28 Chukram. Posthoheit bis 1948, dann nach der Vereinigung mit Cochin noch Markenausgaben bis 1950.
Mewar.svg Udaipur (= Mewar; Rajputana) Maharana, 19 32743 (ohne Vasallen) km²
1891 (mit Vasallen): 1,49 Mio., 1901: 1,02 (Hungertote über 40 %[13]), 1931: 1,56
1941: 6,5 Mio. 5560 K, 19344 I, 464 G
Ab 1881 wurden die Einnahmen von Mewar Merwara zur Deckung der Verteidigungskosten (50000 Rs für Bhil Corps, 16000 Rs für Merwara Corps) komplett an die Briten abgetreten.
Wappen von Udaipur
Wichtigere Vasallen: Chani, Jawas, Jura, Madri, Oghna, Panarwa, Para, Patia, Sarwan und Thana. Unterstützte die Briten im Maratha-Krieg 1803, Ansuchen um Schutz 1805 wurde jedoch abgelehnt. Erst am 13. Jan. 1818 brit. Protektorat, mit weitreichenden Verteidigungspflichten. Politische Kontrolle durch die Mewar Residency zu der Udaipur, Banswara, Dungarpur und Partabgarh gehörten. In den 1920ern Schwerpunkt nationalistischer Agitation.[29] Münzregal, ab 1851 eigene Prägungen mit der Aufschrift (in Nagari) Dosti Landan („Freund Londons“) und am Revers Chitrakuta Udaipur. Prägungen erfolgten ab 1932 in Kalkutta.
Vizianagram (Vizagapatam, Madras) Maharaja (ab 1890), "Durbar Salut" seit 1876
1901: 2,9 Mio.
Ort einer der ersten britischen Faktoreien. Eigentlich Teil der Präsidentschaft Madras. Aus der Mogulzeit überkommene weitere Titel des Herrschers: Maharaja Sahiba Meharban Mushpaku, Kadaradan Karampharmayi Mokhalesan Maharaja Mitza, Manya Sultan Garu Bahadur. Der Raja unter britischem Einfluss seit 1757 war Großgrundbesitzer (Zamindar) auch in anderen Staaten. Manganabbau seit 1891.
Wadhwan flag.svg Wadhwan Thakur Sahib, 9 609 km²
1881: 43, 1891: 42, 1901: 35 (-18 %)
1901: 375000, davon 28692 Tribut 49 K, 280 I, 9 G; 1901: 163, davon 39 K Hauptort Wadhwan (22° 42' N, 71° 44' O) und 31 Dörfer. Nicht zu verwechseln mit Zwergstaat in der Dangs. Eigene Post und Briefmarken bis 1893.
Wankanerflag.png Wankaner Raj Sahib, 9 (11) 1068 km²
1891: 30, 1931: 44
1941: 727000 73 K, 312 I, 15 G

Sonstige Salutberechtigte[Bearbeiten]

  • Der Aga Khan, als Oberhaupt der ismaelitischen Muslime: 11

Einigen Häuptern von Dynastien, deren Länder Teil Britisch-Indiens geworden waren, die sogenannten political pensioners, erhielten das Recht auf persönlichen Salut vor Ort:

  • Nawab von Murshidabad, vormals Herrscher über Groß-Bengalen, etwa das heutige Bangladesch, Bihar, Orissa und West-Bengalen: 19
  • Nawab von Arkot, bis der Staat als Fürstentum wiederentstand
  • Zamindar von Manyam (Französisch-Indien): 4

Vom pakistanischen Präsidenten Muhammed Ayub Khan wurde 1966 folgenden Herrschern Salut zugestanden:

  • Flag of Hunza.svg Mir von Hunza (15 Schuss)
  • Flag of Swat.svg Wali von Swat (15 Schuss)
  • Mehtar von Chitral (11 Schuss)

Im Hadramaut (Südarabien) die Herrscher:

Die Herrscher von fünf der sieben Scheichtümer des Trucial Oman auf der Arabischen Halbinsel, die bis 1937 administrativ als Teil der Bombay Presidency, dann Teil der Persian Gulf Residency verwaltet wurden, hatten das Recht auf drei Schuss Salut. Die waren:

Gruppierungen[Bearbeiten]

Die Briten kontrollierten die Fürsten durch Residenten (für größere Staaten) und Agenturen (Agencies), für Gruppen kleinerer Staaten. Die jeweiligen britischen „Berater“ hatten im Zweifelsfall das letzte Wort und zögerten auch nicht zu selbständig agierende Herrscher zur Raison zu bringen.

Direkt dem Vizekönig unterstanden:

  • Hyderabad
  • Mysore
  • die Gujarat and Baroda Agency. Sie wurde 1944 mit der 1924 geschaffenen Western India States Agency zur Baroda, Western India and Gujarat States Agency zusammengefasst.
  • Kaschmir und Jammu
  • Gwalior, 1921 aus der Central India Agency ausgegliedert.
  • Baluchistan Agency, bestand aus nur zwei Staaten: Kalat und Las Bela.
  • Rajputana Agency (Hauptort Mt. Abu) mit 21 Ländchen war untergliedert in vier Agencies. Sie hatte ursprünglich aus 18 Staaten und 2 Domänen bestanden. (Anfangs war sie in sechs kleinere Agencies und drei Residencies unterteilt):
  • Central India Agency (seit 1854) unter einem Agent hatte 97 Länder unter sich, gegliedert in:
  • Madras States, von denen es fünf gab, nämlich Banganapalle, Cochin, Pudukkottai, Sandur und Travancore. Sie hatten bis 1. Okt. 1923 dem Gouverneur von Madras unterstanden.
  • Western India States Agency 1924 gebildet aus den Kathiawar, Kutch und Palanpur Agencies. Kathiawar umfasste nur noch 134 Kleinststaaten.
  • United Deccan States: Akalkot, Aundh, Bhor, Jamkhandi, Jath, Kuraundvad Senior, Kuraundvad Junior, Miraj Senior und Junior, Mudhol, Phaltan, Ramdurg, Sangli, Savantvadi, Savanur und Wadi, sowie zwei weitere.
  • Chota Nagpur States und Orissa Tributary States wurden zur 1933 geschaffenen Eastern States Agency zusammengefasst, diese wurde 1947 zur Eastern States Union:
    • Später zu Orissa kamen die Staaten Gangpur, Bonai, Mayurbhanj (erst am 1. Januar 1949), Bamra, Keonjhar, Rairakhol, Sonpur, Athmallik, Pal Lahara, Talcher, Patna, Boudh, Dhenkanal, Hindol, Daspalla, Narasinghapur, Barhamba, Athgarh, Tigiria, Nayagarh, Ranpur und Kalahandi
    • Im Mai 1948 an Bihar: Kharsawan und Sareikella
    • Teil Madhya Pradeshs wurden Chang Bhakar, Korea, Surguja, Jashpur, Udaipur, Raigarh, Sarangarh, Kawardha, Khairagarh, Nandgaon, Kanker und Bastar.
  • United Provinces of Agra and Oudh mit drei Ländern, dabei auch die Bhopal Agency (1818-1947).
  • Punjab States Agency hatte seit 1929 13 Staaten

Cooch Behar und Tripura unterstanden dem seit 1922 dem Generalgouverneur, vorher waren sie von Bengalen verwaltet worden. Die North-West Frontier Agencies wurden als Stammesgebiete unter die politische Aufsicht der jeweiligen Distriktkommissare gestellt. Sikkim genoss offiziell seit 1917 vollen britischen Schutz.

Durch lokale Behörden kontrolliert wurden, vom:

  • Gouverneur von Assam: Manipur und 24 kleinere Häuptlingsschaften der Khasia and Jaintia Hills.
  • Gouverneur des Punjab, vertreten durch den Distriktverwalter für Ambala: Dujana, Kalsi und Pataudi. Aus den ursprünglich 18 Shimla Hill States wurde die 1901 gebildete Punjab States Agency geschaffen, nach Vergrößerung 1936 umbenannt zur Punjab Hill States Agency.

Außer den erwähnten bestanden noch folgende Verwaltungseinheiten, die im Rahmen administrativer Neugliederungen aufgelöst oder umbenannt wurden:

  • Malwa Agency gegr. 1895: Jaora, Ratlam, Sitamau, Sailana, und Teile von Gwalior, Tonk, Indore. 1925 mit der Bhopawar Agency (größere Staaten: Bakhatgarh, Barwani, Dhar, Ali Rajpur, Jhabua, Jobat, Mathwar, Kathiwara, Ratanmal) zur Malwa and Southern States Agency vereinigt. Bald darauf wieder zur Malwa Agency umbenannt.
  • Gilgit Agency, seit 1877
  • Kathiawar Agency (bis 1924) auf der gleichnamigen Halbinsel beinhaltete 193 meist sehr kleine Staaten, von denen 14 das Recht auf eigene Rechtsprechung hatten. Die Hungerjahre 1891-1902 führten zu einem Bevölkerungsverlust von mindestens 15 %.
  • Mahi Kantha Agency (bis 1924) mit Idar, Dedhrota, Derol, Pal, Danta, Malpur, Mansa, Mohanpur, Varsora, Pethapur, Ranasan, Punadra, Khadal, Ghorasar, Katosan, Maguna, Palej, Virsoda, Ilol, Amliyara, Satlasana, Sathamba, Moyad, Vagpur u. a. 1891-1901 fiel die Bevölkerung um 41 %.
  • Northeast Frontier Agency (NEFA), hieß früher North-East Frontier Tracts und bildet heute den Bundesstaat Arunachal Pradesh.
  • Zur Rewa Kantha Agency gehörten 61 meist kleine Staaten, der größte war Rajpipla.

Literatur[Bearbeiten]

  • Adams, Archibald; The Western Rajputana States: A Medico-Topographical and General Account Of Marwar, Sirohi, Jaisalmir; London 1899
  • Directorate of the Chamber's Special Organisation; The British Crown & the Indian States: An Outline Sketch Drawn Up On Behalf of the Standing Committee of the Chamber Of Princes; London 1929
  • Dua, J. C.; Illustrated Encyclopaedia & Who's Who of Princely States in Indian Sub-Continent; New Delhi 2000, ISBN 81-7479-036-5
  • Fifth Report from the Select Committee of the House of Commons on the affairs of the East India Company; 1812
  • Holland, T. H. Sir (Hrsg.); Provincial Geographies of India; Cambridge 1916
  • Lethbridge, Sir Roper; The Golden Book of India; London 1893
  • Lee-Warner, William; The Native States of India; London 1910
  • Sutherland, J.; Sketches of the Relations Subsisting Between the British Government in India and the Different Native States; Calcutta 1837
  • Vanaja Rangaswami; The Story of Integration: A New Interpretation in the Context of the Democratic Movements in the Princely States of Mysore, Travancore and Cochin 1900–1947; Delhi 1981

Quellen[Bearbeiten]

Zugrundegelegt wurden für Fläche und Bevölkerung die Volkszählungsdaten 1891, weil dies der erste in der Methodik[31][32] moderne war. Statistische Angaben zu den einzelnen Staaten weichen in den Quellen dennoch teilweise stark voneinander ab. Wo Zahlen für 1891 nicht vorlagen, wurde auf die Zahlen von 1901 zurückgegriffen.[33] Die dazwischenliegende Dekade war die Zeit der größten Hungersnöte indischer Geschichte. In einzelnen Distrikten lag der Bevölkerungsverlust bei 60-70%. Besonders im Dekkan und Westen dauerte es, bis in die 1930er Jahre, bis der Stand von 1891 wieder erreicht wurde. Die Angaben 1931/41 stammen aus Dua (2000), der ohne Quellenangabe ein ca. 1942 erschienenes Werk nachdruckte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c lt. Golden Book of India; 1893
  2. a b c Michel Briefmarkenkatalog Europa-Übersee Leipzig 1934, S 1102-39
  3. Texte
  4. 39 & 40 Vict., c. 10. vgl. [:en:Royal Titles Act 1876]
  5. a b Umrechnungsfaktor 2,58. nach Golden Book, 1893, mangels hinreichender Katasterdaten nicht immer zuverlässig
  6. Volkszählung 1891, oder 1901. Ggf. zusätzlich versch. Jahrgänge des Imperial Gazetteer
  7. a b oder Tribut, zahlbar an die Briten. "für Verteidigung" bedeutet an die Briten zahlbar für Truppen, nicht die Kosten der eigenen Truppe.
  8. a b Stand 1891: K = Kavallerie, I = Infanterie, G = Geschütze. (Eigene Truppen, meist nur Leib- oder Ehrengarde, des Rajas). Bei den meisten Geschützen handelte es sich um Vorderlader, die bis 1900 veraltet waren. lt. Golden Book of India; 1893
  9. a b c d e Parmeshwari Lal Gupta; Coins; New Delhi 42000; ISBN 81-237-1887-X; Kap. "Princely States"
  10. vom pakistanischen Präsidenten
  11. mit Vasallenstaat Kusalgarh
  12. zersplittert aber, größer als das Königreich Württemberg
  13. a b c d e f g Statistik weist 1891-1901 nur deshalb Zuwachs aus, weil 1901 die davor nicht gezählten Tribals mitgezählt wurden. Reale Bevölkerungsabnahme (verhungert!) ca. 20%. Census of India, Vol. XXV (Rajputana Reports)
  14. Geography of India (1909) gibt gar nur 101000 Einwohner für 1901.
  15. vgl.: en:John Malcolm
  16. Inklusive Berar. Das ist mehr als die dreifache Größe des Königreich Bayerns, oder etwas größer als die BRD (1949-1989).
  17. Etwa 1½ Mio. Verhungerte 1899/01 allein. Imperial Gazetters of India – Provincial Series: Hyderabad State; Calcutta 1909, S 49
  18. zu Verpflichtungen detailliert: British Crown & the Indian States (1929), S 227ff
  19. dazu (1903): 2988 europäische und 5549 indische Besatzungstruppen. Gazetters (1909), S 70
  20. vgl. Bawa Satinder Singh; Raja Gulab Singh's Role in the First Anglo-Sikh War; Modern Asian Studies, Vol. 5, No. 1 (1971), S. 35-59
  21. New Cambridge History of India; Indian Princes and their states, Kap. 5 "Princes as Men …"
  22. Native States (1875), S 85-88
  23. Chakrabarti, Jadab Chandra; The Native States of India; London 1896
  24. vgl. Stuart Cary Welch (Hrsg.); The legitimation of kingly authority in Kotah. Gods, Kings and Tigers: The Art of Kotah; München 1997
  25. Volkszählung 1891, oder 1901. Ggf. zusätzlich versch. Jahrgänge des Imperial Gazetteer (*)
  26. British Crown & the Indian States (1929), S 77-82
  27. Biographie des Rajas (1930er): Satadru Sen; The Loyal Insurgency: Empire, Identity and K. S. Ranjitsinhji; Manchester 2004
  28. vgl. Imperial Gazetteer of India; Vol. XXV (Sa-Si) 1908, S 365-70
  29. a b C. S. K. Singh; Bhils' Participation in Politics in Rajasthan in the 1920's; Social Scientist, Vol. 13, No. 4 (Apr., 1985), S. 31-43
  30. Lee-Warner (1910), S 142
  31. vgl. Reginald H. Hooker; Modes of Census-Taking in the British Dominions; Journal of the Royal Statistical Society, Vol. 57, No. 2 (Jun., 1894), S. 298-368
  32. vgl. F. C. Danvers; A Review of Indian Statistics; Journal of the Royal Statistical Society, Vol. 64, No. 1 (Mar., 1901), S. 31-72
  33. Volltexte der Volkszählungsdaten teilweise auf archive.org

Siehe auch[Bearbeiten]

Große Flächenstaaten, ohne Salutberechtigung: