Mönchsdeggingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mönchsdeggingen
Mönchsdeggingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mönchsdeggingen hervorgehoben
48.78333333333310.583333333333435Koordinaten: 48° 47′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ries
Höhe: 435 m ü. NHN
Fläche: 32,08 km²
Einwohner: 1401 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86751
Vorwahl: 09088
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 184
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Albstr. 30
86751 Mönchsdeggingen
Webpräsenz: www.moenchsdeggingen.de
Bürgermeister: Karl Wiedenmann (CSU/Freie Bürger/Ortsteilliste)
Lage der Gemeinde Mönchsdeggingen im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Holzheim (Donau-Ries) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Mönchsdeggingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Geografie[Bearbeiten]

Mönchsdeggingen liegt in der Region Augsburg am Südrand des Nördlinger Ries. Im Süden grenzt es an den Landkreis Dillingen. Es existieren folgende Gemarkungen: Merzingen, Mönchsdeggingen, Rohrbach, Schaffhausen, Untermagerbein und Ziswingen. Geologisch gehört das Gebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur noch hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Geschichte[Bearbeiten]

zur Geschichte des Klosters siehe: Kloster Mönchsdeggingen

Deggingen wurde erstmals 1007 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. erwähnt, in der der Ort – bis dahin vermutlich Reichs- oder Ottonisches Hausgut – als Gründungsaustattung dem Hochstift Bamberg übergeben wurde. Die Oberlehenshoheit Bambergs blieb trotz wechselnder faktischer Machtverhältnisse bis zum Ende des Alten Reiches unbestritten.

Das Kloster hatte umfangreichen Besitz und zahlreiche Rechte (u. a. das Patronat der Pfarrkirche St. Georg) im Dorf. Nachdem die Grafen von Oettingen den Herren von Hürnheim als Klostervögte folgten, entglitten Kloster und Ort zunehmend dem hochstiftlichen Einfluss – Mönchsdeggingen wurde in die Grafschaft Oettingen integriert. Bei den Teilungen des Hauses Oettingen blieb die Vogtei als Recht bei der katholischen Linie Oettingen-Wallerstein, das Dorf selber gehörte zu Oettingen-Oettingen. Letztere führten vor Ort im 16. Jahrhundert die Reformation ein; das Kloster blieb jedoch davon unberührt. Das hatte kuriose Folgen, da das Kloster als Patronatsherr nun evangelische Pfarrer berufen musste.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mönchsdeggingen vor allem infolge der Schlacht bei Nördlingen schwer zerstört. Um den Bevölkerungsverlust auszugleichen, wurden 1684 aus Pfalz-Neuburg vertriebene Juden angesiedelt. In den folgenden zwei Jahrhunderten übten diese einen nachhaltigen Einfluss auf Wirtschaft, Kultur und das Ortsbild des Dorfes aus. 1879, wegen Abwanderung nach Übersee und Nördlingen löste sich die jüdische Gemeinde auf.

1802 wurde das Kloster aufgelöst. Mit der Rheinbundakte 1806 kamen der Ort und das säkularisierte Kloster zum Königreich Bayern. 1818 entstand mit dem Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde. 1950 übernahm die Kongregation der Missionare von Mariannhill die alten Klostergebäude als Noviziat für ihre angehenden Priester.

Am 11. Dezember 1930 wurde der Name der Gemeinde amtlich von Deggingen in Mönchsdeggingen geändert.[2]

Im Jahr 2007 feierte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Merzingen, Schaffhausen und Ziswingen eingegliedert.[2] Untermagerbein kam am 1. Januar 1976 hinzu. Rohrbach folgte schließlich am 1. Mai 1978.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1538 Einwohner[3]
  • 1970: 1581 Einwohner[3]
  • 1987: 1563 Einwohner
  • 2000: 1542 Einwohner
  • 2011: 1363 Einwohner

Wappen[Bearbeiten]

„Über rotem Schildfuß, darin ein halber silberner Schragen, gespalten in Blau und Silber; vorne eine golden bewehrte silberne Gans, hinten ein rotes Tatzenkreuz.“ Die Schragen erinnern das Wappen der Oettinger, die Gans steht für das St.-Martin-Patronat der Klosterkirche, das Tatzenkreuz für das Georgskreuz (St. Georg als Patron der Pfarrkirche).

Wappen der Ortsteile

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Karl Wiedenmann (CSU). Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 595.000 Euro, davon waren umgerechnet 12.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 52 und im Bereich Handel und Verkehr neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 51 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 552. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 71 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.300 ha, davon waren 1.022 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2011):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 28 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 18 Lehrern und 251 Schülern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 541.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.

Quelle[Bearbeiten]

Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Bayern 1: Altbayern und Schwaben. Kröner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-520-32401-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mönchsdeggingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien