Otting

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Otting
Otting
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Otting hervorgehoben
48.87277777777810.803888888889487Koordinaten: 48° 52′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wemding
Höhe: 487 m ü. NHN
Fläche: 13,4 km²
Einwohner: 761 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86700
Vorwahl: 09092
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 198
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Otting
Wolferstädter Str. 2
86700 Otting
Webpräsenz: www.gemeinde-otting.de
Bürgermeister: Johann Bernreuther (FW / Arbeiter)
Lage der Gemeinde Otting im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Brand (gemeindefreies Gebiet) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Otting ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wemding.

Geografie[Bearbeiten]

Otting liegt in der Planungsregion Augsburg.

Es existiert nur die Gemarkung Otting.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die „Pumperhöhle“[Bearbeiten]

Die Pumperhöhle von Otting ist ein Zeugnis vergangener Zeit. Vor der Höhle, die etwa 240 Meter lang sein soll, liegt Geröll aus Dolomit. Nach einigen Windungen kommt eine Stelle mit mittelgroßen Tropfsteinen. Die Höhle weist zisternenartige Tiefen auf, in denen Wasser rauschen. Hinter der ersten Höhle wurde auch eine zweite und dritte mit circa 10 m² Fläche und vier Meter Höhe entdeckt. In eine vierte und weitere Höhle kann man nur liegend eindringen.

Reste einer alten Opferstelle in der Nähe der Pumperhöhle geben einen Hinweis auf Menschen, die vor langer Zeit vielleicht in der Höhle gewohnt, in der Umgebung gejagt und ihre Götter verehrt haben.

Der Suevit-Steinbruch[Bearbeiten]

Otting besitzt eine erdgeschichtliche Besonderheit, nämlich Suevit. Dieses vulkanische Gestein kam mit Sicherheit bei der Entstehung des Rieskessels durch einen Meteoriteneinschlag auf den Jura.

Im August 1970 befanden sich die vier Astronauten Shepard, Mitchell, Engle und Cernan im Suevit-Steinbruch Otting, um ihre Kenntnisse über das Mondgestein zu vertiefen. Im Jahre 1976 wurden Forschungsbohrungen für die US-Weltraumbehörde NASA durchgeführt. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Apollo-14-Unternehmens bestätigte es sich, dass die geologische Struktur des Trümmerfeldes im Fra-Mauro-Krater des Mondes mit der des Rieskessels, zu dem auch der Ottinger Steinbruch gehört, übereinstimmt.

Im Mai 1977 ließ die NASA weitere geologische Untersuchungen im Suevit-Steinbruch vornehmen. Unter der Leitung des amerikanischen Geologen Dr. Chao und dem Freiburger Geologen Dr. Hüttner wurde ein neuerliches wissenschaftliches Modell erstellt. Durch eine Tiefbohrung stieß man in einer Tiefe von 58,29 Metern wieder auf das Urgestein des Jura. Die gesamten Bohrkerne wurden in Kisten verpackt und in die USA zum Raumforschungslaboratorium transportiert. Wie damals Beteiligte auf Grund der Bohrung erklärten, ist stark anzunehmen, dass man bei einer Weiterbohrung auf ein heißes, mineralhaltiges Wasser gestoßen wäre, da durch die Eruption vor etwa 14,8 Millionen Jahren unterirdische Aushöhlungen entstanden sind. Das ehemalige Bürogebäude des Suevit-Steinbruchs ist noch vorhanden. In dessen Nähe steht noch das Pulverhaus, in welchem Sprengmaterial gelagert wurde.

Der Suevit-Steinbruch ist heute im Besitz der Fa. Märker Zementwerk Harburg GmbH. Diese Firma gewinnt den Suevit zur Herstellung von Zement und Suevitkalk.

Die Viereckschanze Alleho[Bearbeiten]

Im Waldstück Alleho fand man eine Viereckschanze aus der Keltenzeit. Die Kelten waren die Bewohner der Rieser Gegend, bevor im Jahre 15 n. Chr. die Römer kamen. Von ihnen zeugen neben gefundenen Gräbern, Werkzeugen, Waffen und Schmuck, gerade auch solche Viereckschanzen. Das waren vermutlich Tempelanlagen oder auch Wohnstätten, die durch Wall und Graben Schutz boten.

Vom einzigen Tor führte ein gerader Weg bis in die Mitte der Schanze. Am Ende des Weges kann sich das Heiligtum befunden haben. Wahrscheinlich besteht auch ein Zusammenhang mit nahen Bestattungsfeldern. Die Viereckschanze von Alleho liegt mitten in einen Grabhügelfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Ottinger Frühgeschichte[Bearbeiten]

Zwischen Wemding und Monheim liegt das Juradorf Otting, auf dessen Flur sich einst – vor Millionen von Jahren – in der sogenannten Jurazeit ein weites, wogendes Meer ausdehnte. Steinerne Zeugen dieses Meeres sind die aus seinen Ablagerungen gebildeten Gesteinsschichten des Jura, die am Bahneinschnitt bei der Station Otting-Weilheim zutage treten.

Aber auch Kräfte von außen, nämlich ein Meteoriteneinschlag im Rieskessel, haben den Boden gestaltet. Daraus entstand auch der „Ottinger Suevit“, wie man ihn im Suevitbruch von Otting vorfinden. Dieser Suevit besteht aus Auswurfasche mit eingelagerten Bomben oder Fladen kleinen Ausmaßes. Zeuge dieser gewaltigen Kräfte ist die Schlifffläche auf einem Kalksteinfelsen am Bahneinschnitt nördlich vom Bahnhof Otting-Weilheim. Diese Überschiebungsfläche zeigt, wie der Riesauswurf von Steinen und Schlamm über den Rand des Rieskessels in diese Gegend geschoben wurde und die Kalksteinfelsen in westlicher Richtung ritzte. Die Schlifffläche steht als Naturdenkmal unter Naturschutz.

Im 3. bis 6. Jahrhundert, zur Zeit der Völkerwanderung, kamen die schwäbischen (alemannischen) Bauern aus dem Norden ins Land (schwäbische Landnahme). Aus dieser Zeit stammen die Anfänge der ältesten Dörfer der Umgegend. Sie sind gekennzeichnet durch ihre Ortsnamen auf „-ingen“, z. B. Mertingen, Genderkingen. Auch Otting gehört dazu. Es gibt jedoch keine Urkunde über die Entstehung des Dorfes Aufschluss. Der Ortsname „Ottingen“ kommt urkundlich um 1060 vor (etwa ab 1340 lautet die Schreibweise „Otting“). Man kann aber aus der ältesten urkundlich überlieferten Form des Ortsnamens, nämlich „Ottingen“ schließen, dass es sich um eine schwäbische Siedlungsgründung aus der Zeit der Landnahme, etwa um die Mitte des ersten Jahrtausends, handelt. Der Ortsname lässt sich wohl von dem Eigennamen „Otto“ ableiten.

Die Entstehung Ottings ist am wahrscheinlichsten dem Umstand zu verdanken, dass sich hier an der Stelle des Meierhofes nahe beim Möhrenbach wegen der günstigen Wasserversorgung ein schwäbischer Anführer namens Otto ansiedelte. Um diesen Hof herum entstanden die Häuser seiner Leute. Es handelte sich also um die Siedlung eines Otto und seiner Gefolgsleute.

Die Markung des Urdorfes war weit und groß, so dass auf ihr in der Folgezeit weitere Niederlassungen entstanden, nämlich Henthalhof (Hof des Handilo oder Sumpftal), Dattenbrunn (starke Quelle) und Weilheimerbach.

Otting seit der Zeit der Staufer[Bearbeiten]

Wappen der Familie von Otting

Eine mittelalterliche Burg zu Otting ist vermutlich in der Stauferzeit, im 11. bis 12. Jahrhundert, entstanden. In Urkunden von 1395 und 1432 ist die Burgkapelle St. Georg erwähnt. Seit 1245 ist ein ansässiger Ortsadel nachweisbar. Die Ritter von Otting [2] waren Ministerialen der Grafen von Graisbach. Auch bekleidete das Geschlecht derer von Otting die Erbkämmerer-Würde des Bistums Eichstätt.

Ein Wappensiegel des Kunrad von Otting aus dem Jahr 1578 zeigt den Heroldsschild der Herren von Otting: der Schild gespalten in Silber und Schwarz und mit einem schmalen goldenen Balken belegt.

Seit etwa 1300 erscheinen die Ottinger auch als Herren zu Tagmersheim, wo sie sich die neue Wasserburg Tagmersheim bauten. Ihre Stammburg Otting verkauften sie um 1570 an die Ritter von Wemding.[3] Der wildeste Spross des Rittergeschlechts war Eucharius von Otting (gest. 1520), der in der Zeit des Verfalls des Rittertums als gefürchteter Raubritter und Haudegen der Schrecken Aller war. Zu seinen Schlupfwinkeln gehörten die 1523 vom Schwäbischen Bund zerstörten Burgen Tagmersheim und Emskeim. Das Ottinger Adelsgeschlecht starb 1578 mit Moritz Heinrich von Otting, gesessen zu Tagmersheim, aus.

1542 bis 1618 war Otting protestantisch. Im Lauf des 17. Jahrhunderts muss die alte Burg Otting verfallen oder im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden sein, denn das Wallfahrtsbild (um 1705) der Schlosskapelle zeigt im Hintergrund die Ruine der mittelalterlichen Burg, an die heute nur noch Flurnamen und der Burgstall östlich von der Schlosskapelle erinnern. Erhalten hat sich die Sage, dass von der Burg aus eine unterirdische Verbindung mit der Pumperhöhle bestanden habe. Während des Dreißigjährigen Krieges wohnte zeitweilig nur noch eine Familie in Otting, die anderen Bewohner waren nach Wemding oder Monheim geflohen. 1648 kehren die meisten Einwohner nach Otting zurück.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 709, 1987 dann 678 und im Jahr 2000 759 Einwohner gezählt. 2005 wurde die 800er-Marke überschritten (803). 2008 zählte Otting 796 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Johann Bernreuther (Freie Wählergruppe/Arbeiter). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Walter Bayerle (Freie Wählergruppe/Arbeiter).

Bürgermeister der Gemeinde Otting:

  • Böll, Karl 1876–1881,
  • Seelmayer, Georg 1882–1887,
  • Böll, Karl 1888–1893 (zweite Amtszeit),
  • Mayer, Johann 1894–1911,
  • Seelmayer, Johann 1912–1919,
  • Vogel, Matthias 1919–1924,
  • Rupp, Michael 1924–1933,
  • Gruber, Johann 1933–1945 (NSDAP),
  • Felber, Rupert 1945–1946 (CSU),
  • Waidhaußer, Kaspar 1946–1952 (CSU),
  • Rupp, Kaspar 1952–1956 (CSU),
  • Häfelein, Karl 1956–1984 (CSU),
  • Seefried, Wolfgang 1984–1990 (Freie Wähler),
  • Bayerle, Walter 1990–2002 (Freie Wähler),
  • Bernreuther, Johann seit 2002

Besonders hervorzuheben ist dabei Karl Häfelein, der Otting im Zuge der großen Flurbereinigung die Unabhängigkeit bewahrte (vgl. Gebietsreform). Er wurde 1983 für seine Verdienste um die kommunale Selbstständigkeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und war bis zu seinem Tod im Jahre 2001 Ehrenbürger und Altbürgermeister der Gemeinde. Er war zudem der letzte CSU-Bürgermeister in Otting.

Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 wurde der amtierende Bürgermeister Johann Bernreuther mit knapp 94 % aller gültigen Stimmen im Bürgermeisteramt bestätigt.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 241.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 12.000 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Ottinger Schloss[Bearbeiten]

Von 1617 bis 1789 wechselte das Schloss Otting oft seine Besitzer. 1707 ist Carl Johann Freiherr von Westernach erwähnt; er berichtete dem Fürstbischöflichen Vikariat den Brand der Schlosskapelle.

Blick auf und durch die Schlossmauer

Weitere Besitzer des Schlosses und der Hofmark waren:

1651 Wilhelm Konrad, Schenk von Staufenberg; 1664 seine Gemahlin Katharina, geborene von Hundpiß zu Waltrams; 1672 Franz Joseph Frh. v. Freyberg, der zweite Gemahl der Katharina von Hundpiß; 1692 die Freiherren von Westernach; 1761 Ludwig Späth von Zwiefalten; 1765 die Freiherren von Rehling; 1816 Frh. Friedrich von Schönfeld (seit 1817 mit dem Titel „Graf von Otting und Fünfstetten“), ein Halbbruder des Königs Max I. von Bayern. Mit ihm kam das Schloss mit seinen Besitzungen wieder in feste Hände. Heute ist das Schloss zu jeweils einem Teil in Besitz von drei Parteien.

Am 16. Juli 1817 ernannte der bayerische König Maximilian Joseph seinen Halbbruder Freiherr von Schönfeld zum Grafen von Otting und Fünfstetten, nachdem er schon am 29. Juli 1813 in den bayerischen Freiherrenstand erhoben wurde.

Baron Schönfeld erwarb im Sommer 1811 durch Vermittlung des Grafen von Reißach, Landrichter in Monheim und auf Rat seines Schwagers Egloffstein die Güter von Otting und Fünfstetten. Besitzer war damals Franz Joseph Freiherr von Rehlingen. Der Kaufpreis betrug 116.000 Gulden.

Die Hofmark Otting: Dieses Gut bestand aus einem Schloss, einer Amtsdienerwohnung, einer Kapelle und dem Zehentstadel. An das Schloss sind die Stallungen angebaut. Die Wohnung für die Hofbauleute befindet sich im unteren Stockwerk des Schlosses. Der sehr große Stadel für Ökonomie steht getrennt von den anderen Gebäuden. Dazu gehört ein großer, schöner Garten und ein erst 1817 ganz neu erbautes Bräuhaus mit den erforderlichen Schenk- und Sommerkellern.

Die Schlosskapelle Mater dolorosa[Bearbeiten]

Die Schlosskapelle Mater dolorosa, seit 1930 Eigentum der Pfarrei Otting, war bis zum 19. Jahrhundert eine vielbesuchte Wallfahrtskirche.

Schlosskapelle Mater dolorasa

Der heutige, inzwischen renovierte Bau geht auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück. Im Innern überrascht die barocke Stuckumrahmung der Sakristeitür. Der barocke Hochaltar von 1705 birgt in einer Nische das kunstgeschichtlich bedeutende Gnadenbild, ein wertvolles, holzgeschnitztes Vesperbild (Pieta um 1590). wappengeschmückte Grabsteine aus dem 18. Jahrhundert erinnern an frühere Hofmarksherren (Freiherren von Westernach und von Rehlingen).

Das Grabmal der gräflichen Familie von Otting und Fünfstetten stammt aus der Zeit nach 1854. Grafen von Otting und Fünfstetten gibt es erst seit dem Jahre 1817. Am 16. Juli 1817 wurde Freiherr Karl Friedrich von Schönfeld, der 1811 das Schloss Fünfstetten und 1816 das Schloss Otting erworben hatte, vom bayrischen König Max Josef, seinem Halbbruder, in den Grafenstand erhoben unter Verleihung des Namens „von Otting und Fünfstetten“.

Das Ottinger Gotteshaus[Bearbeiten]

Das Ottinger Gotteshaus, vielleicht ursprünglich ein Holzbau, wurde zwischen 1057 und 1075 durch Bischof Gundekar II. von Eichstätt dem Schutzheiligen St. Richard geweiht, dessen Verehrung in Eichstätt im 11. Jahrhundert begann.

St. Richard, ein angelsächsischer König (um 700), war Vater des heiligen Willibald (1. Bischof von Eichstätt), des heiligen Wunibald (Gründer des Klosters in Heidenheim a. H.) und der heiligen Walburga (Äbtissin in Heidenheim a. H.), die als Glaubensboten von England nach Deutschland kamen.

Das Kirchenpatrozinium weist auf Beziehungen der Ottinger Kirche zum Bistum Eichstätt hin, ebenso zum Kloster Heidenheim a. H. Vieles spricht dafür, dass dieses Kloster, dessen Missionstätigkeit vor allem das nördliche Ries umfasste, auch in Otting ein geordnetes Kirchwesen schuf. Otting war wohl eine Urpfarrei. Das Kloster Heidenheim a. H. besaß Zehentrechte in Otting (Urkunde von 1180).

Der älteste, geschichtlich nachweisbare Pfarrer von Otting, ein Ordensgeistlicher von Heidenheim a. H., wird 1150 erwähnt und hieß Ilsung. Er brachte aus Lucca in Italien um 1150 Reliquien des heiligen Richard nach Otting.

Der Turm der Pfarrkirche St. Richard reicht in viel ältere Zeit zurück als das Langhaus. Der quadratische Unterbau des Turmes gehört wohl noch dem 14. Jahrhundert an. Die Kirche selbst dürfte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, also spätgotisch sein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche anscheinend beschädigt. Die Sakristei stammt aus dem Barock. Die Kirche der Gemeinde Otting zählt zu den schönsten im gesamten Landkreis.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Otting

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 254. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 29 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 643 ha, davon waren 378 ha Ackerfläche und 265 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Otting-Weilheim liegt zwischen Otting und dem nahen Monheimer Stadtteil Weilheim an der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg zwischen Treuchtlingen und Donauwörth.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2007):

  • Kindergarten: 2-gruppig erbaut mit 50 Kindergartenplätzen und 27 Kindern

Sonstiges[Bearbeiten]

Maximilian I. Joseph, König von Bayern 1821 in Otting[Bearbeiten]

Der Sohn des Grafen Carl Friedrich Stephan (1767–1834) aus erster Ehe, Karl August Graf von Otting und Fünfstetten, königlich-bayerischer Rittmeister und Ritter der französischen Ehrenlegion, starb am 26. Dezember 1821 im Alter von 28 Jahren an den Folgen des Russlandfeldzuges 1812. Er wurde mit militärischen Ehren in der Totengruft der Schlosskapelle Otting als erstes Mitglied der gräflichen Familie vom Ortsgeistlichen H. H. Pfarrer Fischer beigesetzt.

Zu den Trauerfeierlichkeiten weilte der erste bayerische König Maximilian I. Joseph mit seinem Hofstaat in Otting. Der Verstorbene Karl August Graf von Otting und Fünfstetten war der Neffe des Monarchen (Vater Carl Friedrich Stephan war ein außerehelicher Sohn von Friedrich Michael von Pfalz-Birkenfeld und Halbbruder des Königs).[4]

Literatur[Bearbeiten]

Gemeinde Otting: Otting im Spiegel seiner Geschichte. Reimlingen 2009. ISBN 978-3-935700-53-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. siehe auch Liste fränkischer Rittergeschlechter#O
  3. siehe auch Liste bayerischer Adelsgeschlechter#W
  4. Genealogie der Grafen von Otting und Fünfstetten, abgerufen am 29. Juli 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien