Deiningen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deiningen
Deiningen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deiningen hervorgehoben
48.86666666666710.566666666667420Koordinaten: 48° 52′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ries
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 15,32 km²
Einwohner: 1974 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86738
Vorwahl: 09081
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 130
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alerheimer Str. 4
86738 Deiningen
Webpräsenz: www.deiningen.de
Bürgermeister: Wilhelm Rehklau
Lage der Gemeinde Deiningen im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Holzheim (Donau-Ries) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Deiningen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Deiningen liegt im Zentrum des Rieskraters, etwa 6 km östlich von Nördlingen. Zum Gemeindegebiet gehört neben dem Hauptort noch der knapp 2 km nördlich gelegene Gutshof Klosterzimmern, der an das im 16. Jahrhundert säkularisierte ehemalige Zisterzienserinnenkloster Zimmern erinnert. Im Westen grenzt das Stadtgebiet von Nördlingen an. Die Eger verläuft westlich angrenzend.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in der Frühgeschichte sind Siedlungen aus der Zeit der Urnenfelderkultur (1300 bis 800 v. Chr.) und aus der La-Tène-Zeit (480 bis etwa 15 v. Chr.) nachweisbar. In einer vom Frankenkönig Pippin III. unterzeichneten Urkunde von 760 wird die Schenkung der Villa Thininga im Riesgau am Egerfluss mit allen Ländereien, Leuten und Rechten an das im Auftrag des Hl. Bonifatius gegründete und dem hochheiligen Erlöser geweihte Kloster Fulda beglaubigt. Der Königshof aus ca. 50 Familien (Leibeigenen wie Halbfreien) hatte neben Viehbestand und Land acht Mühlen und drei Kirchen, von denen die Kirche St. Ottilien nicht mehr existiert. Damit gehörte Deiningen bis ins 13. Jahrhundert zum Kloster Fulda und gelangte danach in den Besitz der fränkisch-schwäbischen Grafen von Oettingen. Die Hochgerichtsbarkeit und die Dorfherrschaft teilten sich die Herrschaftshäuser Oettingen-Oettingen mit dem Oberamt Harburg und Oettingen-Wallerstein mit dem Oberamt Wallerstein. Während die Grafschaft Oettingen-Wallerstein in der Reformation katholisch blieb, wurde von den Grafen von Oettingen-Oettingen die neue Lehre eingeführt. Dies bewirkte, dass der wallersteinische (südlich gelegene) Ortsteil von Deiningen katholisch blieb und der nördliche oettingische Ortsteil sich dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis zuwandte. Beide Konfessionen nutzten die im katholischen Teil stehende Pfarrkirche als Simultankirche. 1961 erhielt die evangelische Gemeinde eine eigene Kirche. Nördlich von Deiningen liegt an der Eger die Ortschaft Klosterzimmern mit dem 1245 gegründeten, ehemals reich begüterten Frauenkloster des Zisterzienserordens (Kloster Zimmern). Dieses Kloster wurde in der Reformationszeit säkularisiert.

Festjahr 2010[Bearbeiten]

Die in Latein abgefasste Schenkungsurkunde aus dem Jahr 760 weist Deiningen als die älteste Riesgemeinde aus. Der ganze Riesgau (lateinisch: pagus Riezzin) ist darin erstmals urkundlich erwähnt. Diese Schenkungsurkunde, mit der König Pippin III. den Königshof dem Kloster Fulda übereignete, gilt als älteste in Deutschland im Original erhaltene Königsurkunde. Diese 1250 Jahre alte urkundliche Erwähnung wurde vom 23. bis 25. Juli 2010 mit einem großen Festwochenende gefeiert.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin eine siebenbogige silberne Brücke mit nach außen abfallender Bogenhöhe, gespalten von Rot und Gold, darin ein Gegenseitensparren in verwechselten Farben.“

Wappenerklärung: Die Brücke im Schildhaupt ist die unter Denkmalschutz stehende, siebenbogige Egerbrücke, das seit der Römerzeit belegte Wahrzeichen des Ortes. Ihr jetziger Bauzustand ist aus dem 18. Jahrhundert. Die beiden Schildhälften enthalten das geminderte Wappen der Fürsten von Oettingen („Auf rot-goldenem Eisenhutfeh ein blauer Herzschild, alles belegt mit einem durchgehenden silbernen Schragen.“), dem auch dei Wappenfarben blau, silber, gold und rot entstammen, die verwechselten Farben symbolisieren die gleichzeitige Grund- wie Territorialherrschaft der Linien Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Wahrzeichen des Ortes ist die unter Denkmalschutz stehende Brücke über die Eger. Die Martinskirche mit ihrer barocken Ausstattung ist als ehemalige gotische Wehrkirche sehenswert. Von 1616 bis 1961 diente sie als Simultankirche beiden Konfessionen. Die ehemalige Klosterkirche im nördlich von Deiningen gelegenen Ortsteil Klosterzimmern aus dem 13. Jahrhundert bildet ein Kulturdenkmal ersten Ranges, auch wenn die Innenausstattung inzwischen leider ausgeräumt ist.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Deiningen liegt zwei bis drei Kilometer südöstlich der Bundesstraße 466 Heidenheim an der BrenzSchwabach. Die von Nördlingen kommende Staatsstraße St 2213 und die Kreisstraße DON 7 kreuzen sich im Ort.

Der Ort war Bahnstation an der 1903 eröffneten ehemaligen Bahnstrecke Nördlingen–Wemding, auf der bis 1981 Personenzüge fuhren. Heute ist der nächste Bahnhof Nördlingen an der Riesbahn AalenDonauwörth, etwa sechs Kilometer westlich von Deiningen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Neben der alten katholischen St. Martinskirche (Bistum Augsburg) gibt es die evangelische Erlöserkirche.

Bildung[Bearbeiten]

In Deiningen gibt es eine Grundschule mit 131 Schülern und eine Mittelschule mit 95 Schülern (2012/2013). Die Montessori-Schule Deiningen (69 Schüler) unterrichtet Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse; die Hauptschule (Jahrgangsstufen 5 und 7) ist im Aufbau. Daneben existieren zwei Kindertageseinrichtungen mit 84 Plätzen und 92 betreuten Kindern, darunter 21 Kinder unter drei Jahren (Stand 1. März 2011).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Barsig (Hrsg.): Deiningen inmitten des Rieses. Missionsverlag Mariannhill, Reimlingen 2004, ISBN 3-935700-20-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deiningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)