Marxheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die bayerische Gemeinde Marxheim. Zu dem gleichnamigen Ort in Hessen siehe Marxheim (Taunus).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marxheim
Marxheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marxheim hervorgehoben
48.7510.95405Koordinaten: 48° 45′ N, 10° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 46,57 km²
Einwohner: 2529 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86688
Vorwahl: 09097
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 178
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfalzstr. 2
86688 Marxheim
Webpräsenz: www.gemeinde-marxheim.de
Bürgermeister: Alois Schiegg (Parteilose Wählergruppe „Friede Gansheim“)
Lage der Gemeinde Marxheim im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Holzheim (Donau-Ries) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Ortsansicht von Marxheim

Marxheim ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Geografie[Bearbeiten]

Marxheim liegt in der Planungsregion Augsburg an der Mündung des Lechs in die Donau im Naturpark Altmühltal.

Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:

Es existieren die Gemarkungen Burgmannshofen, Gansheim, Graisbach, Marxheim, Neuhausen und Schweinspoint.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Marxheimer Wappen

Mittelalter[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gehörte früher zum Herrschaftsbereich der 1342 an die Wittelsbacher gefallenen Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach. Die Besiedlung der Region begann bereits im Frühmittelalter durch die Franken. Erstmals urkundlich erwähnt wird Marxheim als „Villa Morauchisheim“ 1238 in einer Schenkungsurkunde, in der Graf Berchtold von Lechsgemünd einen Gunnehof an das Kloster Kaisheim vermacht. Die Marxheimer Donau-Brücke wird im Jahr 1343 erstmals erwähnt, als der Graf von Lechsgemünd dort eine Zollstation errichten ließ; die Brücke bestand wohl aber schon länger. 1248 wurde die ca. einen Kilometer südwestlich gelegene Burg Lechsend (Lechsgemünd) von einer Regensburger Streitmacht angegriffen und vollständig niedergebrannt. Grund dafür war die Absperrung der Donau durch den Grafen. Die Burg wurde nicht wieder errichtet, stattdessen siedelte die Grafenfamilie nach Graisbach auf die Burg Graisbach über.

Neuzeit[Bearbeiten]

Marxheim gehörte seit 1505 zum Herzogtum Neuburg-Sulzbach und dessen Gericht Graisbach; seit 1777 war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Im heutigen Gemeindegebiet, welches das hiesige Gericht beinhaltet, lagen die geschlossenen Hofmarken Gansheim (Grafen Veri della Bosia) und Schweinspoint (Freiherren von Hacke).

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Ein neues Rathaus, das auch die Gemeindebücherei beherbergt, wurde 1982 im Ortskern von Marxheim errichtet. Ursprünglich waren dort auch noch die Diensträume der Post untergebracht.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bei der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Burgmannshofen (mit Übersfeld), Gansheim, Graisbach (mit Lechsend) und Marxheim zusammengeschlossen.[2] Am 1. April 1977 kam Neuhausen hinzu. Schweinspoint folgte am 1. Mai 1978.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit Stand 31. Januar 2011 hatte die Gemeinde 2.682 Einwohner.[4] 2008 waren von 2.569 Einwohnern 1.198 weiblich (= 46,6 %). 487 Einwohner (= 19 %), davon 232 weibliche (= 19,4 %), waren mindestens 65 Jahre alt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohnerzahlen ermittelt:[5]

Jahr Einwohner
1840 2110
1871 2139
1900 2242
1925 2401
1939 2247
1950 3058
1961 2556
1970 2558
1987 2536
2000 2661
2007 2607
2008 2569
2009 2556
2010 2585
2011 2579

Bevölkerungsbewegung[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 gab es 22 Lebendgeborene (8,6 je 1.000 Einwohner) sowie 35 Gestorbene (13,6 je 1.000 Einwohner). 55 Einwohner (21,4 je 1.000 Einwohner) zogen zu, während 80 (31,1 je 1.000 Einwohner) wegzogen. Damit ergab sich eine Bevölkerungsabnahme von 38 Einwohnern (1,5 %).[6]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2008 Alois Schiegg (Wahlgemeinde Friede Gansheim). Seine Vorgänger seit der Gemeindegebietsreform waren Karl Reinhard (1972 bis 1984) und Anton Fieger (1984 bis 2008).

Die Gemeinde erzielte folgende Steuereinnahmen:[7]

Jahr Gemeindesteuereinnahmen davon Gewerbesteuereinnahmen (netto)
1991 0.639.000 € 054.000 €
1996 0.691.000 € 050.000 €
1999 0.865.000 € 070.000 €
2007 1.048.000 € 070.000 €
2008 1.164.000 € 100.000 €

2011 hatte die Gemeinde Schulden in Höhe von 769.684 €. Das entsprach etwa 290 € pro Einwohner.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: „Fünfmal geteilt von Blau und Gold mit aufgelegtem roten Panther.“

Das Wappen der Gemeinde Marxheim entspricht dem früheren Wappen der Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach und wurde 1983 als Wappen für die Gesamtgemeinde eingeführt. Zuvor wurde das alte Marxheimer Wappen im Gemeindesiegel geführt. Da dieses Wappen für die übrigen Ortsteile wenig aussagekräftig ist, wurde 1982 die Einführung eines neuen Wappens beschlossen. Der Gemeinderat entschied sich schließlich für den Vorschlag der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Archive. Diese begründete ihren Vorschlag folgendermaßen:

„Das Gemeindegebiet gehörte früher zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach. Zur Gestaltungsgrundlage für das neue Gemeindewappen wurde daher das Wappen der 1342 im Mannesstamm erloschenen Grafen von Lechsgemünd-Graisbach genommen. Die das Wappen charakterisierenden sechs goldenen bzw. blauen Farbstreifen symbolisieren gleichzeitig die sechs ehemaligen Gemeinden, aus denen die heutige Gemeinde Marxheim besteht, nämlich Burgmannshofen, Gansheim, Graisbach, Neuhausen, Schweinspoint und Marxheim.“

Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Archive[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Peter und Paul in Marxheim

Zu den Sehenswürdigkeiten in Marxheim und seinen Ortsteilen zählen im Wesentlichen sakrale Bauwerke. Im Ortskern von Marxheim befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, welche in Teilen aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die katholische Filialkirche St. Rochus im Ortsteil Neuhausen wurde zur gleichen Zeit errichtet. Andere Kirchen, wie die Filialkirche St. Gertrud in Burgmannshofen oder die Pfarrkirche St. Vitus in Lechsend, sind romanischen Ursprungs. In Graisbach liegt die Ruine der Burg Graisbach, die bis auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. An der südlichen Burgmauer befindet sich dort die ehem. Burgkapelle St. Pankratius.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

2008 gab es nach der amtlichen Statistik in der Gemeinde insgesamt 528 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.[7] Davon waren im produzierenden Gewerbe 24, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 13 sowie im Bereich öffentliche und private Dienstleister 486 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort.[7] Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 887.[7] Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1998 sieben, im Bauhauptgewerbe 2008 fünf Betriebe.[9] Zudem bestanden im Jahr 2007 95 landwirtschaftliche Betriebe[10] mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.316 ha, davon waren 1.533 ha Ackerfläche und im Jahr 2003 805 ha Dauergrünfläche.[11]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet gibt es sieben Freiwillige Feuerwehren mit jeweils eigenem Feuerwehrhaus.

Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung[Bearbeiten]

Zur Wasserversorgung gibt es auf dem Gemeindegebiet vier Anlagen mit Sitz in Marxheim, Graisbach, Gansheim sowie Übersfeld. Der Ortsteil Burgmannshofen ist an die Ammerfelder Wasserversorgung angeschlossen. Eigenständige Kläranlagen bestehen in Gansheim und Burgmannshofen. Die übrigen Orte, bis auf Übersfeld, das noch keine zentrale Abwasseranlage besitzt, sind an die Marxheimer Abwasserbeseitigung angeschlossen.

Im Jahr 2007 waren 2.583 Einwohner an die Wasserversorgung, 2.586 an die Kanalisation und 2.534 an die Kläranlagen angeschlossen.[12]

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt einen 1985 fertiggestellten, kirchlichen Kindergarten, der 2007 56 Kindergartenplätze mit 56 Kindern hatte. Außerdem besteht die Julian-Knogler-Volksschule, an der im Schuljahr 2008/09 acht Lehrer 87 Schüler unterrichteten.[13]

Sport[Bearbeiten]

In Marxheim existiert eine Sportanlage (Fußball, Tennis, Turnhalle). In Gansheim gibt es einen Sportplatz und ein Sportheim.

Der Sportverein des Hauptorts ist der SV Marxheim. Der FC Marxheim/Gansheim entstand 2008 durch die Fusion der Fußballabteilungen der SpVgg Gansheim und des SV Marxheim.

Vereine[Bearbeiten]

In Marxheim bestehen u. a. ein Angelverein, eine Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Bayern, eine Freiwillige Feuerwehr, ein Musikverein, ein Skiclub, ein Schützenverein und ein Ortsverein der VdK.[14] Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Vereine in den einzelnen Ortsteilen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marxheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 450.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.
  4. a b Mitteilungsblatt der Gemeinde Marxheim (PDF; 2,0 MB), 31. Januar 2011; Zugriff am 8. April 2011
  5. Amtliche Statistik Bayern, S. 4
  6. Amtliche Statistik Bayern, S. 5
  7. a b c d Amtliche Statistik Bayern, S. 7
  8. Wappen und Geschichte der Einheitsgemeinde, Website der Gemeinde]
  9. Amtliche Statistik Bayern, S. 12
  10. Amtliche Statistik Bayern, S. 11
  11. Amtliche Statistik Bayern, S. 10
  12. Amtliche Statistik Bayern, S. 17
  13. Amtliche Statistik Bayern, S. 14
  14. Liste der Vereine in der Gemeinde Marxheim auf der Website der Gemeinde