Wallerstein

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Wallerstein in Bayern; zu anderen Bedeutungen siehe Wallerstein (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wallerstein
Wallerstein
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wallerstein hervorgehoben
48.88694444444410.475277777778441Koordinaten: 48° 53′ N, 10° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wallerstein
Höhe: 441 m ü. NHN
Fläche: 19,45 km²
Einwohner: 3353 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86757
Vorwahl: 09081
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 224
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Wallerstein
Weinstr. 19
86757 Wallerstein
Webpräsenz: www.markt-wallerstein.de
Bürgermeister: Joseph Mayer (Parteifreie Wählergruppe)
Lage des Marktes Wallerstein im Landkreis Donau-Ries
Dornstadt-Linkersbaindt Dornstadt-Linkersbaindt Holzheim (Donau-Ries) Esterholz (gemeindefreies Gebiet) Rain (Lech) Münster (Lech) Holzheim (Donau-Ries) Oberndorf am Lech Mertingen Donauwörth Asbach-Bäumenheim Genderkingen Niederschönenfeld Marxheim Tagmersheim Rögling Monheim (Schwaben) Kaisheim Buchdorf Daiting Fremdingen Auhausen Oettingen in Bayern Hainsfarth Ehingen am Ries Tapfheim Marktoffingen Maihingen Megesheim Munningen Wolferstadt Wallerstein Nördlingen Reimlingen Ederheim Forheim Amerdingen Wemding Wechingen Harburg (Schwaben) Hohenaltheim Deiningen Alerheim Otting Fünfstetten Huisheim Mönchsdeggingen Möttingen Baden-Württemberg Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Eichstätt Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Dillingen an der DonauKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wallerstein ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wallerstein.

Geografie[Bearbeiten]

Hauptstraße mit Pestsäule, die linke Inschrift bedeutet: Hier wacht der Hund, verteidigen die Pfeile, [und] heilen die Lilien; so helfen Lilien, Pfeile, [und] der Hund. Das Chronogramm rechts heißt: Die wüste Seuche sei fern von Heimat und Haus und ergibt 1722, links der Heilige Rochus, rechts der Heilige Sebastian
Ostflügel des Schlosses mit Schlosskirche im Hintergrund

Wallerstein liegt in der Region Augsburg nahe Nördlingen im durch einen Meteoriteneinschlag geformten Ries. Der 65 m hohe Wallersteiner Burgfelsen ist der zentrale Punkt im Ort.

Es existieren folgende Gemarkungen: Birkhausen, Ehringen, Munzingen, Wallerstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Steinheim wurde der Ort urkundlich erstmals 1238 erwähnt. Er und die nahegelegene Burg Wallerstein waren Bestandteil der staufischen Hausmacht. Um 1250 ging der Besitz der Burg und des Ortes an das Haus Oettingen über. Im 15. Jahrhundert baute das Adelsgeschlecht den Ort zu ihrer Residenz aus und nannte ihn in Wallerstein um. 1500 erfolgte die Verleihung des Marktrechts durch Kaiser Maximilian I.. 1648 wurde die Burg durch die Schweden zerstört und die Herrscherfamilie errichtete unterhalb des Wohntrakts eine neue Residenz, die seine heutige klassizistische Gestalt 1804 erhielt. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ehringen und Munzingen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Birkhausen hinzu.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde lebten

  • 1970: 2.935
  • 1987: 2.943
  • 2000: 3.310
  • 2011: 3.409 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Joseph Mayer (Parteifreie Wählergruppe). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Manfred Schürer (CSU/PWG).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,454 Millionen Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 293.000 €.

Partnerstädte von Wallerstein: Partnergemeinde in Frankreich ist Couches

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold, darin ein silberner Gegensparren.“

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Gotteshäuser[Bearbeiten]

  • Kath. Pfarrei St. Alban Wallerstein
  • Evang.-Luth. Pfarrei Ehringen-Wallerstein
  • Maria-Hilf-Kapelle Wallerstein

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Burgfelsen
  • Pestsäule oder Dreifaltigkeitssäule, das Wahrzeichen Wallersteins in der Ortsmitte.
    Graf Anton Karl von Oettingen-Wallerstein ließ 1722–1725 die Wallersteiner Pestsäule durch den Bildhauer Johann Georg Bschorer aus Oberndorf am Lech nach dem Vorbild böhmischer Pestsäulen und der Wiener Pestsäule am Graben errichten. Der reiche Figurenschmuck der Säule zeigt zu Füßen der Dreifaltigkeit die Hl. Maria sowie die Hll. Rochus, Sebastian und Antonius von Padua.
  • Der jüdische Friedhof in Richtung Nördlingen erinnert an ehemaliges Vorhandensein jüdischen Lebens im Ort. Auf dem Friedhof befindet sich das Grab eines erschossenen KZ-Häftlings, vermutlich aus einem Todesmarsch vom Frühjahr 1945.[3]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 19, im produzierenden Gewerbe 478 und im Bereich Handel und Verkehr 77 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 243 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.135. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 70 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.065 ha, davon waren 1.843 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Wallerstein liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl. Hier finden saisonal im Sommer Sonderfahrten des Bayerischen Eisenbahnmuseums statt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 144 Kindern
  • Volksschule: mit 21 Lehrern und 337 Schülern
  • Realschule: Maria-Ward-Realschule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Wallerstein um 1961
  • Jomtow Lipmann Heller (1579–1654), Talmudist
  • Georg Strobel (1735–1792), Porträtmaler
  • Joseph Beer, (1770–1819), Klarinettist
  • Ignaz von Jaumann (1778–1862), Domdekan zu Rottenburg und Altertumsforscher
  • Josef Wintergerst (1783–1867), Maler
  • Ludwig Fürst zu Oettingen-Wallerstein (1791–1870), bayerischer Staatsmann und Fürst
  • Josef Franz von Weckert (1822–1889), Bischof zu Passau
  • Georg Gentner (1877–1940), Saatgutforscher
  • William Berczy (1744–1813), Maler, Kolonist und Architekt, Mitbegründer Torontos
    Einer der größten Söhne des Rieses ist der in Wallerstein geborene Johann Albrecht Ulrich Moll. Er erlangte unter seinem Namen William Berczy großen Ruf als Maler, Architekt, Städteplaner und Straßenbauer. Er führte 220 deutsche Siedler von Altona über die USA nach Kanada, gründete die Stadt Markham und gilt als Mitbegründer Torontos.

Weitere mit Wallerstein verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Ignaz von Beecke (1733–1803), Komponist und Pianist, wirkte von 1759 bis zu seinem Tod in Wallerstein.
  • Antonio Rosetti (1750–1792), Komponist, Kontrabassist und Kapellmeister in der Wallersteiner Hofkapelle.
  • Joseph Reicha (1752–1795), Komponist und Cellist, lebte bis 1785 in Wallerstein.
  • Anton Reicha (1770–1836), Komponist und Musikpädagoge, lebte von 1781 bis 1785 in Wallerstein.
  • Hans Hermann Adler (1891–1956), Zeitungswissenschaftler und Professor an der Universität Heidelberg, lebte die letzten Jahre seines Lebens in Wallerstein und ist dort verstorben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Brutscher: Wallerstein. Markt und Residenz. Beiträge zur Orts- und Grafschaftsgeschichte. Markt Wallerstein 1996.
  • Günther Grünsteudel: Wallerstein. Das schwäbische Mannheim. Begleitband zur Ausstellung der Universitätsbibliothek Augsburg, Wallerstein, Neues Schloss, 1. Juni – 9. Juli 2000. Rieser Kulturtage, Nördlingen 2000, ISBN 3-923373-43-0. (Exzerpt)
  • Günther Grünsteudel: Das „Schwäbische Mannheim“. Zur Geschichte der Wallersteiner Hofkapelle. In: Rosetti-Forum. 2, 2001, S. 19–28 (Digitalisat)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 541
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 197

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wallerstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien