Hemau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt im Landkreis Regensburg in Bayern. Zur deutschen Lyrikerin siehe Gisela Hemau.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hemau
Hemau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hemau hervorgehoben
49.05194444444411.782777777778514Koordinaten: 49° 3′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 514 m ü. NHN
Fläche: 122,46 km²
Einwohner: 8610 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93155
Vorwahl: 09491
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 148
Stadtgliederung: 66 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Propsteigaßl 2
93155 Hemau
Webpräsenz: www.hemau.de
Bürgermeister: Hans Pollinger (CSU)
Lage der Stadt Hemau im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Cham Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Eichstätt Landkreis Kelheim Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Schwandorf Straubing Landkreis Straubing-Bogen Regensburg Forstmühler Forst Kreuther Forst Brunn (Oberpfalz) Alteglofsheim Altenthann Aufhausen Bach an der Donau Barbing Beratzhausen Bernhardswald Bernhardswald Brennberg Brunn (Oberpfalz) Deuerling Donaustauf Duggendorf Hagelstadt Hemau Holzheim am Forst Kallmünz Köfering Laaber Lappersdorf Mintraching Mötzing Neutraubling Nittendorf Obertraubling Pentling Pettendorf Pfakofen Pfatter Pielenhofen Riekofen Regenstauf Schierling (Oberpfalz) Sinzing Sünching Tegernheim Thalmassing Wenzenbach Wiesent (Gemeinde) Wörth an der Donau Wolfsegg (Oberpfalz) ZeitlarnKarte
Über dieses Bild

Hemau ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hemau (früher Hembaur 9. Jh., Hembur 13. Jh.) liegt auf dem bewaldeten Bergrücken Tangrintel zwischen der Altmühl und der Schwarzen Laber an der seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Handelsstraße Frankfurt am Main - Würzburg - Nürnberg - Regensburg - Passau, der heutigen Bundesstraße 8. Mit einer Fläche von 122,46 km² ist Hemau die flächenmäßig größte Gemeinde im Landkreis Regensburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Hemau hat 68 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Altes Rathaus der Stadt Hemau

Geschichte[Bearbeiten]

Die Pfarrei Hemau war von 1125 bis 1803 eine Propstei des Klosters Prüfening. 1305 wird Hemau erstmals als Stadt (oppidum) erwähnt. Im Jahr 2005 feierte Hemau das Jubiläum zum 700-jährigen Bestehen mit vielen Veranstaltungen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Berletzhof, Kollersried, Neukirchen, Pellndorf und Thonlohe eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kamen Aichkirchen, Hohenschambach, Klingen, Langenkreith sowie große Teile der aufgelösten Gemeinden Haag und Laufenthal mit dem am 1. Juli 1894 eingemeindeten Beilnstein hinzu.[4]

Politik[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern 2014. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wahlbeteiligung:

Stimmberechtigte: 6516
Wähler: 4012
Wahlbeteiligung: 61,57 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

  1. Bürgermeister: Johann Pollinger (CSU)
  2. Bürgermeister: Gert Schmidt
  3. Bürgermeister: Robert Pollinger

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung

In Blau der golden gerüstete heilige Georg mit goldenem Topfhelm auf einem mit goldener Decke (Pferdemantel) geschützten weißen Rosse mit der Fahnenlanze (silbernes Tuch mit rotem Kreuze) und dem silbernen, mit rotem Kreuz gezierten Armschild rechtshin sprengend.

Wappengeschichte

Der heilige Georg im Wappen weist zurück in die früheste Zeit der Stadtgeschichte: Die Pfarrei Hemau war von der Kirchenweihe durch Bischof Otto von Bamberg im Jahr 1125 bis 1803 eine Propstei des Klosters Prüfening. Der heilige Georg ist sowohl Patron des Klosters Prüfening als auch des Hochstifts Bamberg. 1305 wird Hemau erstmals als Stadt (oppidum) genannt. Der älteste überlieferte Abdruck des Stadtsiegels von 1324 zeigt dieses Bild ebenso wie zwei Typare aus dem 16. Jahrhundert. Aus dem späten 14. Jahrhundert ist ein Wappenbild mit dem heiligen Georg auf schreitendem Ross überliefert. Im 19. Jahrhundert wurde dem Wappen ein grüner Boden hinzugefügt und die Farbgebung verschieden angegeben. Die heutige Tingierung ist seit 1609 belegt. Die Gemeinde Hohenschambach führte von 1974 bis zur Eingliederung in die Stadt Hemau 1978 eine eigenes Wappen.

Wappendaten

Wappenführung seit dem 14. Jahrhundert

Rechtsgrundlage: Wappenbild ist aus dem Siegelbild abgeleitet; Siegelführung seit 14. Jahrhundert belegt.

Fahne

Rot-Weiß (seit 1954)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen
  • Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes ist Thomas Strunz.
  • Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde ist Max Lehnert.

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Hemau

Museen
  • Spielzeugmuseum im Alten Rathaus

Sport & Freizeit[Bearbeiten]

  • Rad- / Wanderwege
    • Fliegerweg (ca. 5 Km)
    • Schwammerlweg (ca. 12 Km)
    • Tannenweg (ca. 25 Km)
    • Obsterlebnisweg Hemau - Beratzhausen - Kallmünz (ca. 34 Km / Panoramaradtour)
    • Spazierweg „Obst und Gesundheit“ (ca. 3 Km / Dauer 45 Min.)
  • Waldbad Hemau
  • Trimm-Dich-Pfad

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Tangrintel-Volksfest, das Fest dauert von Freitag bis einschl. Dienstag, der Volksfestsonntag ist immer der erste Sonntag im September.
  • Bürgerfest „Hemauer Kirta“

(jeweils am letzten Samstag im Juni)

  • Faschingszug

(jeweils am Faschingssonntag)

  • Frühlingsmarkt

(letzter Sonntag im April)

  • Michaelimarkt

(zweiter Sonntag nach Mariä Geburt)

  • Spitzlmarkt

(jeweils am 31. Oktober)

  • Christkindlmarkt

(jeweils am 21. Dezember)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schild neben der Bundesstraße 8, von Südosten kommend.

Seit Dezember 2002 wird Hemau auch als „Solarstadt“ bezeichnet. Auf dem ehemaligen Munitionslager des Militärs wurde ein privat finanzierter Solarpark errichtet. Die Anlage hat eine Spitzenleistung von rund 4 Megawatt und war zur damaligen Zeit die leistungsfähigste der Welt. Sie besteht aus 32000 Solarmodulen, die insgesamt 1150 Haushalte mit Solarenergie versorgen. Somit trägt die Anlage dazu bei, pro Jahr 3550 Tonnen CO2-Ausstoß einzusparen. Die Finanzierung des Projektes wurde über einen geschlossenen Fond abgewickelt, an der sich jeder in der Region beteiligen konnte.


Ehemaliger Bundeswehrstandort[Bearbeiten]

Hemau war lange Zeit (von 1. April 1966 bis 29. Juni 2003) Bundeswehrstandort. In der Endphase der General-von-Steuben-Kaserne waren dort folgende Heeresteile stationiert:

  • Raketenartilleriebataillon 42
  • Begleitbatterie 4
  • Ausbildungskompanie 2/4
  • Ausbildungskompanie 6./Gebirgsinstandsetzungsbataillon 8
  • Kraftfahrausbildungszentrum
  • Instandsetzungsausbildungskompanie 5/4
  • 3./Instandsetzungsbataillon 4

Dazu gab es die „Grundnetz- Schalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr 64 (GSVBw 64)“, eine in den 1960er Jahren errichtete geheime Bunkeranlage imposanter Ausdehnung (Baukosten etwa 15 Mio. Mark, 3 Meter dicke Betonwände, ca. 10 m unter der Erde) im Ortsteil Rieb, die Teil eines Kommunikationsnetzes war. Dieses war darauf ausgelegt, auch im Verlauf eines Atomkriegs betriebsfähig zu bleiben. Die Anlage wurde 1996 außer Betrieb genommen. Seit 2006 finden dort Kunstausstellungen statt.

Daneben gab es ein stark abgesichertes Munitionsdepot mit Sicherungszug der US-Streitkräfte (36th USAFAD), in dem atomare Waffen (insbesondere Artilleriesprengköpfe, vorgesehen für die deutschen Artillerieeinheiten in Regensburg) gelagert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Feuerer (Hg.): 700 Jahre Hemau, die Stadt auf dem Tangrintel. 1305-2005, Norderstedt 2006
  • Johann Nepomuck Müller: Chronik der Stadt Hemau, Regensburg 1861, Nachdruck Hemau 1972
  •  Hans Schuster: Vom Leben auf dem Tangrintel. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Buchverlag der Tangrintler Nachrichten, Hemau 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hemau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111215/210357&attr=OBJ&val=1014
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 546.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 658.