Vellmar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vellmar
Vellmar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Vellmar hervorgehoben
51.3628055555569.4677777777778198Koordinaten: 51° 22′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 198 m ü. NHN
Fläche: 13,97 km²
Einwohner: 18.075 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1294 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34246
Vorwahl: 0561
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 026
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
34246 Vellmar
Webpräsenz: www.vellmar.de
Bürgermeister: Manfred Ludewig (SPD)
Lage der Stadt Vellmar im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild

Vellmar ist eine Kleinstadt im Landkreis Kassel in Nordhessen (Deutschland). Sie ist mit 19.282 Einwohnern[2] die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Vellmar grenzt an die nördliche Grenze der Großstadt Kassel, wobei die Bebauung beider Städte vielerorts ineinander übergeht. Die Stadt wird etwa in Westnordwest-Südost-Richtung vom nordwestlichen Fulda-Zufluss Ahne durchflossen, an der sich das städtische Naherholungsgebiet Ahnepark befindet. Das Stadtgebiet liegt zwischen 163,5 m ü. NHN[2], am Ausfluss der Ahne aus der Stadt, und 361,2 m Höhe, auf dem Gipfel des sich nordwestlich erhebenden Staufenbergs; als Ortsmittelpunkt wird das Rathaus auf 193,98 m[2] im Stadtzentrum angesehen. In Vellmar münden nahe dem Freibad der kleine Rainbach, nahe der Kreuzung Bahnhofstraße/Holländische Straße die kleine Elsche und nahe dem Grundweg der kleine Bach vom Hopfenberg in die Ahne. Nahe Mittelgebirge sind das westliche Habichtswälder Bergland (bis 614,8 m) und der Reinhardswald (bis 472,2 m) im Nordosten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Vellmar grenzt im Westen an die Gemeinde Ahnatal, im Nordwesten an die Gemeinde Calden, im Norden an die Gemeinde Espenau, im Osten an die Gemeinde Fuldatal (alle im Landkreis Kassel), sowie im Süden an die kreisfreie Stadt Kassel.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die vier Vellmarer Stadtteile sind Frommershausen, Niedervellmar, Obervellmar und Vellmar-West.[3]

Flächennutzung[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Vellmar ist 13,967 km² groß. Die Flächennutzung in Prozent (%) verteilt sich so:[2]

Flächennutzung in km² 2013
Gebäude- und Freifläche 4,248
Betriebsfläche 0,015
Erholungsfläche 0,427
Verkehrsfläche 2,030
Landwirtschaftsfläche 6,009
Waldfläche 0,848
Wasserfläche 0,108
Flächen andere Nutzung 0,282
Summe: 13,967

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Vellmar wurde bereits 775 n. Chr. als Filmare erwähnt. Ältester Beweis menschlicher Siedlung im heutigen Vellmarer Raum ist ein etwa 7.000 Jahre alter Mahlstein.[4]

Die Stadtrechte wurden am 30. August 1975 anlässlich der 1200-Jahr-Feier verliehen. Sie war zu der Zeit zusammen mit Baunatal die jüngste Stadt im Landkreis Kassel. In der gleichen Zeit und weit bis Mitte der 1980er Jahre entstand das Stadtzentrum mit dem Rathaus, Geschäften, das Ärztehaus und das Wohngebiet „Musikerviertel“. Derzeit werden das Baugebiet am Osterberg (größtenteils fertiggestellt) und das Gewerbegebiet „An der Kämperbrücke“ erschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Obervellmar eingegliedert.[5]

Einwohner[Bearbeiten]

Stadt Vellmar[Bearbeiten]

Vellmar hatte mit Stand 30. Juni 2013 laut Hessischem Statistischem Landesamt 18.087 Einwohner[6] und mit Stand Juli 2013 laut Angaben der Stadt Vellmar 19.282 Einwohner. Die Einwohnerentwicklung Vellmars sieht so aus:[2]

Jahr Einwohner
1905 2.171
1939 5.034
1950 6.651
1970 10.344
Jahr Einwohner
1980 17.533
1990 18.740
1995 18.867
2000 18.318
Jahr Einwohner
2005 19.675
2010 19.264
2013 19.282

Die 19.282 Einwohner von 2013 entsprechen einer Bevölkerungsdichte von etwa 1.380 Einwohnern je Quadratkilometer (km²), und der Anteil ausländischer Mitbürger liegt bei etwa 7 %.[2]

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Bevölkerung der Stadtteile sieht so aus:[2]

Stadtteil 2013
Niedervellmar 5.228
Frommershausen 2.571
Obervellmar 8.418
Vellmar-West 3.065

Das Stadtwappen symbolisiert die vier Stadtteile. Der Ring verbindet die Stadtteile sind durch einen Ring verbunden, in dessen Zentrum die neue Stadtmitte entstanden ist.[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsstruktur nach Religionen sieht so aus:[2]

Stadtteil 2013
Evangelisch 57 %
Römisch-katholisch 16 %
Sonstige 27 %
Ahnepark in Vellmar: Unterer Teich

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der etwa 850 Jahre alte evangelische Kirchenbau im Stadtteil Frommershausen ist in Teilen spätgotisch.

Im Stadtteil Obervellmar weist die Pfarrkirche einen spätgotischen Westturm auf. Das 1616 erneuerte Schiff wurde 1824 in klassizistischen Formen erweitert. Die Orgel wurde von der Orgelbauerfamilie Heeren 1773 konstruiert.

Der seit 1986 bestehende Ahnepark mit einer Gesamtfläche von rund 9 ha bietet große Wasserflächen und eine Vielzahl sportlicher und kultureller Einrichtungen. Höhepunkt ist das inzwischen 18-tägige Zeltfestival Sommer im Park mit seinem Unterhaltungsprogramm, verbunden mit dem traditionellen Parkfest.

Der Geschichtskreis Vellmar e. V. betreibt im seit 1790 bestehenden Hof Helse (Alte Hauptstraße) seit 2004 ein Heimatmuseum.[8]

Durch Vellmar verläuft ein Teil des Abschnitts Schäferberg(−Vellmar)−Kassel des nordhessischen Wanderwegs Märchenlandweg.[9]

Die für das Jahr 2013 geplante Austragung des 53. Hessentages in Vellmar wurde im August 2011 abgesagt.[10]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[11]

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,1 %
25,1 %
17,0 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,8 %p
-3,9 %p
+8,4 %p
-3,6 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 55,1 21 55,9 21 55,4 21
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,1 9 29,0 11 30,2 11
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,0 6 8,6 3 8,5 3
FDP Freie Demokratische Partei 2,8 1 6,4 2 3,7 1
UND Unabhängige Demokraten - - 2,3 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,0 44,4 54,1

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Vellmar unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bahnhof Niedervellmar

Vellmar ist durch den Bahnhof Vellmar-Obervellmar (Bahnstrecke Kassel–Warburg), den Haltepunkt Vellmar-Osterberg/EKZ (RegioTram/Regionalbahn Kassel und Kurhessenbahn) und den Haltepunkt Vellmar-Niedervellmar (Hannöversche Südbahn) an das Eisenbahn- und RegioTram-Netz angebunden und besonders über die Bundesstraßen 7 und 83, die schnellstraßenartig als gemeinsamer Abschnitt durch die Stadt führen, an das Straßennetz angeschlossen. Seit dem 22. Oktober 2011 ist Vellmar durch Verlängerung der Linie 1 quer durch die Stadt an das Netz der Straßenbahn Kassel angeschlossen.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Damm: 1200 Jahre Vellmar 775–1975. Vellmar, 1975.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vellmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Vellmar – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d e f g h Broschüre Wissenswertes und Informatives…, Stadt Vellmar, November 2013
       (→ siehe für 2013 auch online: Zahlen - Daten - Fakten 2013, abgerufen am 23. April 2014, auf vellmar.de)
  3. Zahlen - Daten - Fakten, abgerufen am 6. September 2012
  4. Kurzinfo zur Ortsgeschichte, laut Geschichtskreis Vellmar e. V., auf vguenther-online.de
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 400.
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Hessisches Statistisches Landesamt), auf web.statistik-hessen.de
  7. Wappen und Logo der Stadt Vellmar. Stadt Vellmar. Abgerufen am 24. Juni 2014.
  8. Info zum Geschichtskreis Vellmar e. V., auf vguenther-online.de
  9. Der Märchenlandweg durch Vellmar, auf vellmar.de
  10. Artikel Vellmars Bürgermeister zu Hessentags-Aus: Augen zu und durch, das geht nicht, vom 17. August 2011, auf hna.de
  11. Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011 … Vellmar (Hessisches Statistisches Landesamt), auf hsl.de