Ostamerikanischer Maulwurf

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Ostamerikanischer Maulwurf
ScalopusAquaticus.jpg

Ostamerikanischer Maulwurf (Scalopus aquaticus)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Unterfamilie: Neuweltmaulwürfe (Scalopinae)
Gattung: Scalopus
Art: Ostamerikanischer Maulwurf
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Scalopus
É. Geoffroy, 1803
Wissenschaftlicher Name der Art
Scalopus aquaticus
(Linnaeus, 1758)

Der Ostamerikanische Maulwurf (Scalopus aquaticus) ist eine im östlichen Nordamerika lebende Säugetierart aus der Familie der Maulwürfe (Talpidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Ostamerikanische Maulwürfe sind durch die vergleichsweise lange Schnauze und die breiten Grabschaufeln charakterisiert. Wie bei vielen Maulwürfen sind die Augen und Ohren äußerlich nicht sichtbar und der walzenförmige Rumpf ist an eine grabende Lebensweise angepasst. Auch das Blut ist an die subterrane Lebensweise angepasst. Da unterirdische Gänge schlecht belüftet sind, ist die Kohlenstoffdioxidkonzentration hier oftmals deutlich höher als an der Oberfläche. Die ostamerikanischen Maulwürfe besitzen ein spezielles Hämoglobin, das eine höhere CO2-Aufnahme möglich macht [1]. Somit kann mehr CO2 im Körper transportiert werden. Sie sind außerdem in der Lage mit beiden Nasenlöchern Gerüche getrennt wahrzunehmen, was man als Stereoriechen bezeichnen kann. Diese Fähigkeit nutzen sie für die unterirdische Nahrungssuche. Bei einem Experiment zeigte sich, dass Regenwürmer bei einem verstopften Nasenloch deutlich später, bei einer überkreuzten Geruchswahrnehmung mit Hilfe feiner Kunststoffröhrchen, gar nicht gefunden werden. [2]

Das Fell ist weich, es kann bräunlich, grau oder schwarz gefärbt sein. Die Zehen der Vorderpfoten sind durch schwimmhautartige Hautlappen verbunden, was sich im Artepitheton aquaticus widerspiegelt. (Sie können zwar wie viele Maulwürfe im Bedarfsfall schwimmen, führen jedoch keine speziell aquatische Lebensweise.) Diese Maulwürfe erreichen eine Kopfrumpflänge von 11 bis 17 Zentimeter, wozu noch ein 2 bis 4 Zentimeter langer, unbehaarter Schwanz kommt. Das Gewicht beträgt 40 bis 140 Gramm.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das südliche Ontario (Kanada) und weite Teile der östlichen USA (Wyoming und Texas bis Massachusetts und Florida), isolierte Populationen finden sich auch im nordöstlichen Mexiko. Sein Lebensraum sind eher feuchte Böden in offenen Wäldern, Wiesen und Kulturlandschaften.

Lebensweise[Bearbeiten]

Wie alle Neuweltmaulwürfe führen diese Tiere eine unterirdisch grabende Lebensweise. Dabei graben sie jedoch oft knapp unter der Oberfläche, sodass sie eher gratartige Spuren und nur selten Maulwurfshügel hinterlassen. Sie errichten aber auch tiefergelegene Gänge, in denen sie sich vorwiegend während des Winters aufhalten. Eine mit Pflanzen gepolsterte Kammer dient ihnen als Ruheplatz. Wie die meisten Maulwürfe haben sie keinen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus und halten keinen Winterschlaf. Sie sind sozialer als die meisten anderen Maulwürfe, oft benutzen zwei oder drei Tiere das gleiche Tunnelsystem.

Die Nahrung dieser Tiere besteht hauptsächlich aus Regenwürmern, daneben nehmen sie auch Insekten und deren Larven zu sich.

Die Paarungszeit liegt im Frühling. Einmal im Jahr bringt das Weibchen nach einer vier- bis sechswöchigen Tragzeit zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. Diese werden rund einen Monat gesäugt und sind im darauffolgenden Frühling geschlechtsreif. Die Lebenserwartung wird auf drei bis sechs Jahre geschätzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kevin L. Campbell, Jay F. Storz, Anthony V. Signore, Hideaki Moriyama, Kenneth C. Catania, Alexander P. Payson, Joseph Bonaventura, Jörg Stetefeld, Roy E. Weber: Molecular basis of a novel adaptation to hypoxic-hypercapnia in a strictly fossorial mole. In: BMC Evolutionary Biology. Bd. 10, 2010, ISSN 1471-2148, doi:10.1186/1471-2148-10-214.
  2. Maulwürfe riechen Stereo. In: Spektrum der Wissenschaft. April 2013, Heft 4, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ostamerikanischer Maulwurf (Scalopus aquaticus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Scalopus aquaticus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Insectivore Specialist Group, 1996. Abgerufen am 13.2.2007