Preußisch Litauen

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Preußisch Litauen (im 20. Jahrhundert vereinzelt Deutsch-Litauen, litauisch: Mažoji Lietuva oder Prūsų Lietuva) bezeichnet den seit dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts (neben Deutschen, Prußen und Kuren) mehrheitlich von einwandernden Litauern besiedelten Raum im Nordosten des späteren Ostpreußen (heute in etwa Oblast Kaliningrad ohne Samland). Bis auf das Memelland zwischen 1923 und 1939 gehörte das Gebiet nie zum Staat Litauen. Dort wird es, oft auf das Memelgebiet eingeschränkt, auch als Kleinlitauen bezeichnet.

Historische und kulturelle Bedeutung[Bearbeiten]

Von der protestantischen Kirche und dem preußischen Staat gefördert, entwickelte sich das preußische Litauertum unabhängig vom katholischen und stark polonisierten Großfürstentum Litauen.

„Aufgrund einer jahrhundertelangen Geschichte waren sie mit Preußen fest verbunden und hatten mit den Litauern, die jenseits der Grenze im Zarenreich lebten, nicht viel mehr gemein als die Verwandtschaft der Sprache, einige Bräuche, Lieder und bäuerliche Gewohnheiten. Sie waren fromm evangelisch, nicht wie jene drüben katholisch, hatten als Bauern am wirtschaftlichen Fortschritt Preußens teil, ...“

Ulla Lachauer [1]

Auf ostpreußischem Boden entstanden die litauische Schriftsprache, das erste litauische Buch, die erste litauische Bibel, die erste litauische Grammatik, das erste Wörterbuch der späteren litauischen Standardsprache, das erste litauische Universitätsseminar, die erste litauische Zeitung, die erste wissenschaftliche Gesellschaft zum Studium des Litauischen und mit DonelaitisMetai (Jahreszeiten) die erste litauische Kunstdichtung.

Die meist zweisprachigen preußischen Litauer bezeichneten sich selbst als Lietuwininkai (Litauer), während sich die Litauer in Groß-Litauen Lietuviai nannten bzw. nennen. Sie siedelten vor allem in der Großen Wildnis und stellten dort bis zur Großen Pest von 1709/10 mehrheitlich die Landbevölkerung, während die Deutschen vorwiegend in den Städten lebten.

Das nördliche Ostpreußen wurde im deutschen Sprachgebrauch bis Ende des 19. Jahrhunderts – als im benachbarten, damals russischen Litauen eine nationale Wiederbesinnung begann – auch als Litthauen / Littauen / Litauen bezeichnet.[2] Seine Bewohner nannte man Litauer, auch wenn sie Deutsche waren. Noch 1898 erschien in Stuttgart eine Studie über das nördliche Ostpreußen mit dem Titel Litauen. Eine Landes- und Volkskunde.[3]

Aus Preußisch Litauen stammen die vermutlich kurischen väterlichen Vorfahren von Immanuel Kant und der Dichterpfarrer Christian Donalitius ( litauisch Kristijonas Donelaitis ), der im heutigen Litauen als Nationaldichter gilt. In dem seit 1990 wieder unabhängigen Staat versucht man, an das preußisch-litauische Erbe anzuknüpfen.

Seit 2006 ist dort der 16. Oktober staatlicher Tag des Gedenkens an den Genozid an der Bevölkerung Kleinlitauens, in Erinnerung an die Opfer der letzten Kriegsphase, an die Vertreibung nach Westen und an die Deportationen nach Osten bis 1949.[4]

Politische Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem 13. Jahrhundert stand das Gebiet unter der Herrschaft des Deutschen Ordens. Im Friede vom Melnosee musste er 1422 östlich angrenzende Teile Sudauens an Polen-Litauen abtreten und weiteren Expansionsversuchen entsagen. Diese Grenze sollte bis 1919 (Abtrennung des Memellandes im Vertrag von Versailles) bzw. 1945 Bestand haben. 1525 wurde der Ordensstaat durch Säkularisierung zum Herzogtum, 1701 zum Königreich Preußen. Ab 1871 gehörte das Gebiet zum Deutschen Reich. Während für die Region die alten Landschaftsnamen der prußischen Gaue „Nadrauen“ und „Schalauen“ weitergeführt wurden, bürgerte sich auf Grund des starken litauischen Bevölkerungsanteils für die Verwaltungsbezirke auch die Bezeichnung „Litthauische Ämter“ ein, die von 1736 bis 1807 in der „Litthauischen Kriegs- und Domänenkammer“ (später Regierungsbezirk Gumbinnen) unter einer „Königlichen Litthauischen Regierung“ zusammengefasst waren. Bei der neuen Kreisbildung im Jahr 1818 umfasste das Gebiet mit litauischsprachiger Bevölkerung die 10 Kreise Memel, Heydekrug, Niederung, Tilsit, Ragnit, Pillkallen, Insterburg, Gumbinnen, Stallupönen und Darkehmen.

Von Ostpreußen gingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entscheidende Impulse für die nationale Wiedergeburt im russischen Litauen aus. Der politische Wille, mit Großlitauern in einem eigenen Staat zusammenzuleben, bildete sich jedoch nicht heraus, denn die „Kleinlitauer“ empfanden sich als Untertanen und Angehörige des preußischen Staates bzw. als Ostpreußen. Dies kam vor allem in den Wahlergebnissen des von Litauen 1923 annektierten Memellandes zum Ausdruck, bei denen pro-deutsche Parteien immer zwischen 80 und 90 Prozent der Stimmen erhielten.

Der durch bäuerliche Lebensweise geprägten Volksgruppe gelang es nicht, eine eigene Intelligenzschicht heranzubilden. Bildung und gesellschaftlicher Aufstieg wurden erst durch Assimilierung an das deutsche Umfeld möglich. Durch weitere Zuwanderung (u. a. aus Salzburg und der französischsprachigen Schweiz) entstand eine multi-ethnische Bevölkerung, die schließlich im Deutschtum aufging, lediglich im Memelland hielt sich die litauische Sprache länger.

1945 wurde das Gebiet südlich der Memel zur Oblast Kaliningrad und die gesamte Bevölkerung wurde, soweit nicht vorher geflohen, durch die Rote Armee vertrieben, verschleppt oder ermordet. Das Gebiet nördlich der Memel wurde der Litauischen Sowjetrepublik angegliedert. Hier fand keine allgemeine Vertreibung der preußischen Litauer statt. In der Heimat gebliebene und zurückkehrende Memelländer konnten 1947 die sowjetische Staatsbürgerschaft erwerben. Nach dem Abschluss des deutsch-sowjetischen Vertrags vom 8. Juni 1958 siedelten bis 1960 ca. 6000 Memelländer in die Bundesrepublik über. Etwa ebenso viele preußische Litauer sind letztlich in Litauen geblieben.

Für das Leben der in ihrer Heimat Verbliebenen - Kossert schätzt ihre Zahl auf 15.000 bis 20.000 Personen – steht das Schicksal des Landwirts Jan Birschkus, der eine der größten litauischen Büchersammlungen aufgebaut hatte.


„Die Sammlung des Landwirtes Birschkus (1870-1959) mit insgesamt ca. 1300 Bänden ist bei der Eroberung des Memellandes durch die Rote Armee 1945 verbrannt. Bezeichnend für das sowjetische Litauen ist das Schicksal dieses bedeutenden preußisch-litauischen Aktivisten. Birschkus hat noch bis 1959 im Memelland gelebt, jedoch kann man heute nicht mehr ermitteln, wo und wie. Niemand hat sich nach 1945 für ihn interessiert. Sein Grab wurde vor kurzem zerstört. Das ist ein Zeichen mehr, wie die Preußisch-Litauer zwischen alle Stühle gerieten: Die Nazis haben sie wegen ihrer litauischen Sprache und Gesinnung verfolgt, die Sowjets sahen in ihnen Deutsche, die Großlitauer verstanden ihre Andersartigkeit nicht und kümmerten sich nicht um sie. So ist ihre einzigartige Kultur nach dem Ersten Weltkrieg nach und nach untergegangen und muss heute mühsam rekonstruiert werden.“

Arthur Hermann

Vor allem am 1992 gegründeten "Forschungszentrum für die Geschichte Westlitauens und Preußens" bzw. seinem Nachfolger, dem seit 2003 an der Universität Klaipėda ( Memel )bestehenden "Institut für Geschichte und Archäologie der Ostseeregion", beschäftigt man sich heute mit der preußisch-litauischen Geschichte.

Siedlungsgeschichte[Bearbeiten]

Um 1400 war das durch Kreuzzüge (Preußenfahrten und Litauerkriege des Deutschen Ordens) verheerte Gebiet des späteren preußischen Litauen Wildnis und bis auf Siedlungsreste der autochthonen Bevölkerung, prußischen Schalauern und Nadrauern in der Nähe der Ordensburgen sowie Alt-Kuren (am Kurischen Haff und bei Memel), unbewohnt. Nach der Niederlage des Deutschen Ordens in der Schlacht bei Tannenberg (1410) und der Festlegung einer Grenze zu Polen-Litauen (1422) begann die Neubesiedlung des Wildnisgebiets. Zunächst ließen sich dort vereinzelt Prußen (auch Pruzzen oder Altpreußen genannt) und Deutsche nieder, an der Ostseeküste siedelten aus Lettland zugewanderte kurische Fischer. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts, nach dem 2. Thorner Frieden (1466), begann die Einwanderung von Litauern, vor allem aus Schamaiten, bzw. die anzunehmende Rückwanderung nach Litauen geflohener Prußen, die sich in freier Landnahme unter Duldung des Ordens niederließen. Ihre Einwanderung gilt um 1550 als abgeschlossen. Der Siedlungsgeograph Hans Mortensen sieht in ihr eine allerletzte Phase der Völkerwanderung. Nicht Glaubensgründe waren für die Ansiedlung im protestantischen Preußen ausschlaggebend, sondern die sich verschlechternden Bedingungen für abhängige Bauern in Litauen. Teilweise betrieb der Orden auch eine gezielte Anwerbung von Neusiedlern und verhinderte die Rückführung entlaufener Bauern zu ihren Herren. Die litauischen Siedler werden in der Mitte des 16. Jahrhunderts auf etwa 20.000 bis 30.000 Menschen geschätzt. Ihre Namen sind in den Türkensteuerlisten fast vollständig erhalten.

Die weitere Erschließung der Großen Wildnis geschah nun hauptsächlich durch Binnenwanderung und erstreckte sich bis ins erste Viertel des 17. Jahrhunderts. Während der Pestepidemie von 1709/10 starben ca. 160.000 – vorwiegend Litauer – der ungefähr 300.000 Bewohner der so genannten „Litauischen Provinz“, das Memelgebiet war von der Epidemie weniger betroffen. Im Laufe des von König Friedrich Wilhelm I. durchgeführten „Retablissement“ übernahmen etwa 23.000 angeworbene Neusiedler (Salzburger Exulanten,[5] deutsch- und französischsprachige Schweizer, Nassauer und Pfälzer) die wüst gewordenen Höfe, vorwiegend im Hauptamt Insterburg. Begünstigt durch die bis 1800 vollzogene landesweite Alphabetisierung begann eine Assimilierung an das Deutschtum. Nach Vileisis belief sich die Gesamtzahl der Litauischsprechenden im Jahre 1837 auf 149.927 und im Jahre 1852 auf 151.248. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wandern dann viele Ostpreußen - vor allem aus dem Raum Gumbinnen - in andere Landesteile Preußens (Berlin, Ruhrgebiet) aus. Die preußische Volkszählung von 1890 zählte noch 121.345 Personen mit litauischer Muttersprache.

Sprachgrenze[Bearbeiten]

Nationalitätenkarte Ostpreußens (1900). Die blaue Linie ist die 1876 von Friedrich Kurschat beschriebene Grenze des litauischen Sprachgebiets.

Die südlichste geographische Linie, bis zu welcher in Ostpreußen litauischer Gottesdienst durchgeführt wurde, entspricht in etwa der heutigen Grenze zwischen dem Kaliningrader Gebiet und Polen. Die Stadt Angerburg war in dieser Zeit dreisprachig: deutsch, polnisch und litauisch.

Zur Grenze des litauischen Siedlungsraumes schreibt Friedrich Kurschat 1876:

„Die Grenze des littauischen Sprachgebiets geht, von dessen nördlichstem an der Ostsee gelegenen Punkt ab, etwa von dem russischen Grenzorte Polangen in südlicher Richtung bis Memel längs der Ostsee, von da ab längs dem Kurischen Haff und dem Deimefluss bis gegen Tapiau. Von da ab zieht sie sich den Pregel entlang bis hinter Wehlau nach Insterburg zu, zwischen welchen beiden Städten sie diesen Fluss überspringt, dann in südöstlicher Richtung hinstreicht und in der Gegend von Goldap sich in östlicher Richtung hinziehend die polnische Grenze überschreitet.“

Friedrich Kurschat

Um 1900 hat sich die Sprachgrenze zugunsten des Deutschen schon sehr weit nach Norden verschoben.[6] Nach Franz Tetzner sprachen 1897 noch 120.693 Ostpreußen Litauisch als Muttersprache.[7] Ihre Zahl fiel bis 1910 auf rund 90.000 der insgesamt 1,4 Millionen Einwohner der Regierungsbezirke Königsberg und Gumbinnen. Um die Jahrhundertwende lebte etwas über die Hälfte der preußischen Litauer nördlich der Memel.

Flucht und Vertreibung vor allem der südlich der Memel lebenden preußischen Litauer und ihre verstreute Ansiedlung in Deutschland zerstörten die Sprachgemeinschaft. Dieses Kulturerbe wird in Deutschland nicht gepflegt.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die litauische Siedlung spiegelt sich in vielen ostpreußischen Orts- und Flussnamen wider.[8] Dorfnamen enden häufig auf „-kehmen“ (wie in Walterkehmen), von kiemas (preußisch-litauisch „Hof“, „Dorf“), Flüsse auf „-uppe“, von litauisch upė („Fluss, Strom“) wie in „Szeszuppe“.

Die im historischen Siedlungsgebiet der prußischen Nadrauer, Schalauer und Sudauer erscheinenden neuen litauischen Ortsnamen führten zu einer bis heute andauernden Kontroverse unter Historikern darüber, ob die Litauer Ostpreußens Autochthone waren. Ausgangspunkt des Streits war der Artikel "Die litauisch-preussische Grenze" von Adalbert Bezzenberger aus dem Jahr 1882, in dem dieser das jüngere Alter dieser litauischen Ortsnamen nicht berücksichtigte. [9]

Ab 1938 ersetzten die Nationalsozialisten viele dieser alten baltischen Namen durch ahistorische deutsche. Im Dritten Reich unterlagen Untersuchungen über die Siedlungsgeschichte Ostpreußens der Zensur. So durfte der dritte Band von Hans Mortensen zur Besiedlung der Großen Wildnis, in dem er den Nachweis einer teilweise fast ausschließlich litauischen Siedlung bis ins 17. Jahrhundert führte, nicht erscheinen.

Von den unter Josef Stalin nach 1945 mit Hinweis auf einen propagierten „urslawischen Boden“ neu festgesetzten heutigen russischen Ortsnamen haben nur wenige einen Bezug zu den alten Namen prußischer, deutscher oder litauischer Herkunft.[10]

Beispiele für veränderte Ortsnamen:

litauisch germanisiert dt. umbenannt russ. umbenannt
Budviečiai Budwehten Altenkirch Malomozhaiskoye
Gavaičiai Gawaiten Herzogsrode Gavrilovo
Kraupiškas Kraupischken Breitenstern Ulyanovo
Lazdenai- Lasdehnen Haselberg Krasnoznamensk
Pilkalnis Pillkallen Schlossberg Dobrovolsk
Stalupėna Stallupoenen Ebenrode Nesterov

Die Ortschaft Pillkallen ist jedoch keine litauische Ortsgründung, der Name ist vielmehr eine litauische Übersetzung des schon in Ordenszeiten existierenden Ortsnamen "Schloßberg".

Sprachgeschichte[Bearbeiten]

Regionale Gliederung des historischen litauischen Sprach- und Siedlungsgebiets einschließlich Mischgebieten und des ehemaligen Sprachgebietes

Zur Durchsetzung der protestantischen Lehre ließ der letzte Ordenshochmeister als weltlicher Herzog Albrecht I. von Preußen kirchliche Schriften ins Litauische und Prußische übersetzen.[11][12] Hiermit begann eine lange Tradition der Förderung der litauischen Sprache durch Kirche und Staat. Diese Politik entsprach Luthers Forderung nach der Predigt des Evangeliums in der Muttersprache und verhalf der litauischen Sprache in Ostpreußen - im Gegensatz zum Großfürstentum bzw. russischen Litauen - vom 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer kontinuierlichen Entwicklung, die auch eine Vereinheitlichung der Sprache einschloss. Die dabei entstehende preußisch-litauische Schriftsprache, August Schleicher führt für sie die Bezeichnung „südwestliches Aukschtaitisch“ (Aukschtaitisch = Hochlitauisch) ein, wird später zur Grundlage des modernen Litauisch.[13] Bei dieser Entwicklung spielen die ostpreußischen Pfarrer - häufig Deutsche - eine herausragende Rolle.

Die Übersetzung des lutherischen Katechismus durch Martin Mosvid (Königsberg 1547)[14], eines gebürtigen Schamaiten, ist das erste Buch in litauischer Sprache überhaupt - im benachbarten Großfürstentum Litauen verwendete man als Schriftsprachen Polnisch und Ruthenisch, das erste litauische Buch erschien dort erst ca. 50 Jahre später.

„Das wichtigste Dokument der altlitauischen Sprach-, Kirchen- und Kulturgeschichte“ (Range) ist die als Handschrift erhaltene Bibelübersetzung (1579–1590) des deutschstämmigen Pfarrers Johannes Bretke. Die am Text auch von anderen Pfarrern immer wieder vorgenommenen Korrekturen erlauben wichtige Einblicke in die Sprachgeschichte des Litauischen und seiner Mundarten. Bretke beherrschte in einer einzigartigen Kombination die drei in Ostpreußen gesprochenen baltischen Sprachen, neben dem Litauischen die Sprache seiner Mutter, einer Prußin, und das Kurische, einen an der ostpreußischen Küste gesprochenen lettischen Dialekt. Seine hinterlassenen litauischen Schriften alleine stellen etwa die Hälfte des gesamten aus dem 16. Jahrhundert erhaltenen altlitauischen Sprachkorpus dar. Bretkes Bibelübersetzung wurde nie gedruckt, die Handschrift ist heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz verwahrt. 2013 wurde die Faksimile-Ausgabe dieses einzigartigen kulturhistorischen Denkmals abgeschlossen.

Eine erste Normierung des Litauischen auf preußischem Boden erfolgte durch die vom Großen Kurfürsten in Auftrag gegebene litauische Grammatik des Tilsiter Pastors Daniel Klein (lateinische Fassung 1653, deutsche Fassung 1654).[15]

Aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt das mehr als tausend Seiten umfassende, als Handschrift erhaltene Lexicon Germanico-Lithuanicum[16] von Jacob Brodowski, das wertvolle enzyklopädieartige Sachinformationen enthält.

Das erste schöngeistige Werk in litauischer Sprache, „Metai“[17] (Jahreszeiten), entstand in dem ostpreußischen Dorf Tollmingkehmen [18] in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Verfasser des in Hexametern geschriebenen satirisch-didaktischen Gedichts ist der Pfarrer Christian Donelaitis, Absolvent des Litauischen Seminars in Königsberg. Das auf Anregung des preußischen Kultusministers Wilhelm von Humboldt 1818 posthum veröffentlichte Werk ist Gelegenheitsdichtung und schildert – mitunter sehr drastisch – in vier den Jahreszeiten gewidmeten Gesängen Leben und Umwelt ostpreußisch-litauischer Scharwerksbauern. Die UNESCO nahm „Metai“ 1977 in die Bibliothek der europäischen Literaturmeisterwerke auf.

Auf der Flucht vor Napoleon hält sich das preußische Königspaar 1807/1808 in Memel auf. Die ihm von der litauischen Bevölkerung entgegengebrachte Verehrung und ihre Klagen veranlassen den König zur Gründung der Erziehungs- und Lehrerbildungsanstalt Karalene ("Königin", zu Ehren von Königin Luise) und einer Stipendienstiftung für begabte junge Litauer. Aufgrund der misslichen wirtschaftlichen Lage nach den Befreiungskriegen können die aufgestockte Stipendienstiftung und ein Dispositionsfond zur Förderung der litauischen Sprache und einer Volksliteratur erst 1844 umgesetzt werden.

Wortlaut des königlichen Erlasses vom 12. Januar 1844:

Aus Ihrem Berichte vom 15. v. M. habe Ich ersehen, dass Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters Majestät, in landesväterlicher Fürsorge für die getreuen litthauischen Unterthanen durch die anbei zurückfolgende Ordre vom 22. März 1807 angeordnet hatte, dass beständig 6 Knaben von eingeborenen litthauischen Landleute auf öffentliche Kosten auf Schulen und Universitäten erzogen und unterrichtet, dann zum practischen Staatsdienst ausgebildet und nach Maßgabe ihrer Qualifikation vorzugsweise in Litthauen angestellt werden sollten. Die Ausführung dieser durch Verlesung von der Kanzel in litthauischen Kirchen bereits bekannt gemachten Anordnung aber bei der damaligen bedrängten Lage des Staats unterblieben ist. Ich will das edle Vorhaben, an dessen Verwirklichung Meines hochseligen Vaters Majestät durch die Ungunst der Zeit verhindert worden, nunmehr bei günstigen Zeitverhältnissen, und um die getreuen Litthauer für die lange Entbehrung der ihnen zugedachten Wohlfahrt zu entschädigen, mit Freude in erweiterten Umfange zur Ausführung bringen. Zu dem Ende bewillige ich hierdurch aus dem Staatsfonds eine jährliche Summe von 3000 Thalern, aus welcher zwölf junge Leute litthauischen Stammes zu ihrer Ausbildung auf Schulen und Universitäten Stipendien, durchschnittlich von 200 Thalern, welche jedoch nach dem Bedürfnis vertheilt werden können, angewiesen erhalten, die übrigen 600 Thaler aber zu einem Dispositions-Fonds bestimmt sein sollen, um die Kenntnis der litthauischen Sprache zu fördern. Die Hälfte der Stipendien bestimme ich für junge Leute, welche sich dem geistlichen Stande oder der Schulsache, die andere Hälfte aber für solche, welche sich dem Staatsdienste widmen wollen. Für diejenigen, welche sich dazu die erforderliche Qualification erwerben werden, will Ich die Zusicherung vorzugsweiser Anstellung in den litthauischen Districten hiermit erneuern.
Die zum Genusse jener Stipendien ausersehenen jungen Litthauer sollen ihren Gymnasial-Unterricht auf em Gymnasium zu Tilsit empfangen, mit eben diesem Gymnasium soll auch der gedachte Dispositions-Fonds verbunden, und solcher zu Remunerationen für Lehrer, die sich um die litthauische Sprache, es sei durch eigene Schriften, oder durch Übersetzungen gemeinnütziger Werke in diese Sprache verdient machen, und zur Verbreitung der letzteren unter das Volk verwendet werden. Es ist möglich dahin zu wirken, dass für das Gymnasium in Tilsit Lehrer gewonnen, oder auf dem oben bezeichneten Wege herangebildet werden, welche der litthauischen Sprache neben der deutschen völlig gewachsen sind, damit auf diese Weise ein lebendiger Mittelpunkt für die Erhaltung dieser Sprache und eine Volksliteratur in derselben geschafft werde. Ich beauftrage Sie, wegen der Ausführung dieses Planes das Weitere vorzubereiten, darüber mit dem Finanz-Minister in Communikation zu treten, und gemeinschaftlich mit letzteren und unter Konkurrenz der übrigen betheiligten Departements-Chefs, in Bezug auf die für den Justiz und Administrationsdienst auszubildenden jungen Leute die erforderlichen speziellen Vorschläge einzureichen.

Zu den Stipendiaten zählen u.a. der Philologe und Heimatforscher Alexander Kurschat, Verfasser eines vierbändigen ‚Thesaurus linguae lituanicae‘, und die auch philologisch tätigen Pfarrer Wilhelm Gaigalat, Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus, und Jonas Pipirs (‚Lithauische Sprachlehre‘).

Im 19. Jahrhundert werden Sprachforscher aus ganz Europa auf die archaische Sprache im östlichsten Teil Deutschlands aufmerksam. Die Königsberger Professoren Rhesa,[19] Nesselmann,[19] der den Begriff „baltische Sprachen“ in die Sprachwissenschaft einführt, und Kurschat publizieren die ersten wissenschaftlichen Arbeiten zum Litauischen. Mit seiner Schrift „Beiträge zur Kunde der littauischen Sprache“ (1843) wird Friedrich Kurschat, selbst preußisch-litauischer Abstammung, zum Begründer der litauischen Akzentologie. Der Indogermanist August Schleicher unternimmt 1852 einen längeren Studienaufenthalt in Ostpreußen.[20] Meyers Konversationslexikon schreibt 1889 über Schleichers Verdienste:

„Schon in Bopps vergleichender Grammatik ist die litauische Sprache behandelt, aber der berühmte Sprachforscher Schleicher war der erste, der diesen Schatz systematisch zu heben suchte, indem er 1852 mit Unterstützung der österreichischen Regierung eine Art Entdeckungsreise nach Litauen -- gemeint ist das preußische Litauen -- unternahm und den Bauern durch Abfragen die uralten Formen ihrer Sprache sowie verschiedene ihrer volkstümlichen Lieder (Dainos), Fabeln und Märchen entlockte. Die Resultate seiner Reise legte er in einem vortrefflichen ‚Handbuch der litauischen Sprache‘ nieder, wovon der erste Teil die Grammatik (Prag 1855)[19], der zweite das Lesebuch mit Glossar (das. 1856)[19] enthält. Für die Zwecke der Sprachvergleichung verwertete Schleicher das Litauische selbst in seinem ‚Kompendium der vergleichenden Grammatik‘ (4. Aufl., Weim. 1876)…“

Als Leiter des Litauischen Seminars der Universität Königsberg veröffentlichte Friedrich Kurschat schließlich neben einem umfangreichen deutsch-litauischen Wörterbuch (1870) auch eine Grammatik (1876)[21]. Beide Werke sollen die Kenntnisse der litauischen Sprache, die zu diesem Zeitpunkt schon gefährdet erscheint, unter Deutschen fördern. Von Kurschat (1806-1884) wird auch die erste litauische Zeitung mit größerer Verbreitung, „Keleiwis“ (Wanderer, 1849-1880), herausgegeben. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ist das preußische Litauisch „die einheitlichste, am besten durchgebildete litauische Schrift-, Literatur- und Amtssprache“ (Erich Hoffmann). Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts im russischen Litauen ein Nationalbewusstsein entsteht, wird das preußische Litauisch Grundlage der nun dort einsetzenden Bemühungen um eine Staatssprache. Die Sprache wird zunächst an die Bedürfnisse im zaristischen Russland angepasst und im 20. Jahrhundert nach Gründung des modernen litauischen Staats weiter kodifiziert und modernisiert.

Der Rückgang der Zahl der Litauischsprecher in Ostpreußen lässt sich jedoch nicht aufhalten. Die in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts durchgeführten Agrarreformen machen die vorher amts- oder gutsuntertänigen litauischen Bauern freizügig und etliche zu Grundbesitzern (Großbauern). Das Verlassen des bäuerlichen Milieus, Militärdienst, Verstädterung, Mischehen, die deutsche Bildungswelt und sozialer Aufstieg münden in eine dem preußischen Litauer nicht aufgezwungene Germanisierung. Im Zuge der Reichsgründung von 1871 gibt Preußen allerdings seine über Jahrhunderte geübte fürsorgliche Haltung gegenüber seinen nicht-deutschen Volksgruppen auf. Trotz ihres protestantischen Glaubens und ihrer Loyalität zum preußischen Königshaus werden die preußischen Litauer Leidtragende des Bismarckschen Kulturkampfes. In Petitionen an den Kaiser wenden sie sich gegen den Abbau des muttersprachlichen Unterrichts.

Aus einer litauischen Petition an den Kaiser vom 11. Mai 1879:

„Wir armen bedrängten Littauer wollen ja, daß unsere Kinder im Deutschen unterrichtet werden sollen, nur die Religionslehre und das Lesen der heiligen Schrift möchten wir littauisch haben wollen. Wir wollen ja auch die Sprache unseres teuren Landsvaters, den wir so gern haben und so herzlich lieben, kennenlernen, deshalb wissen wir auch, daß das Lallen unserer Kinder in der Muttersprache ihnen nicht genommen wird. Wir wollen gern die Sprache kennen, die deutsche Helden erzieht, doch den Kern unserer Sprache, der uns durch die Natur ins Herz gepflanzt ist, wollen wir nicht verlieren. Wir wollen gern die Sprache kennen, die vielen Millionen auf dem Erdenrund bekannt ist, doch wollen wir nicht vergessen, was auch in den künftigen Zeiten ein Bruder zu dem anderen von Herzen spricht; denn wird einmal unsere Sprache, die uns die Natur ins Herz gelegt, vernichtet, so wird es der größten Kunst nicht mehr gelingen, dieselbe in ihrer ganzen Würde wieder aufzurichten.“

1878 wird eine von Georg Sauerwein begleitete litauische Delegation von Kaiser Wilhelm I. empfangen. Über den Besuch vermerkt der Kronprinz, der spätere Kaiser Friedrich III. in seinem Tagebuch:

„Es war schwer, die ungekünstelte Herzensinnigkeit einer solchen Liebe und Dankbarkeit anzusehen, und ihre Äußerung anzuhören, ohne daß einem die Tränen in die Augen traten, bei dem Gedanken an das in jüngster Zeit von verschiedenen Seiten in Ostpreußen angestrebte rasche Ausrotten der alten, ehrwürdigen Sprache mit ihren Volksliedern von ungekünstelter, unverdorbener Naturkraft und tiefster religiöser Glaubensinnigkeit.“

Die bedrohte Sprache für die Wissenschaft zu retten, ist Ziel der 1879 gegründeten Litauischen Literarischen Gesellschaft (aufgelöst 1925, Mitglied u.a. Ferdinand de Saussure), die Sammlungen volkstümlicher Dichtung wie Volkslieder (Dainos), Fabeln, Märchen, Sprichwörter und Rätsel veröffentlicht. Ihr letzter Vorsitzender, Alexander Kurschat (1857-1944), rettet das Manuskript zu einem vierbändigen litauisch-deutschen Großwörterbuch trotz Krieg und Vertreibung in den Westen. Der 1973 erscheinende vierte Band ist das letzte Zeugnis des Preußisch-Litauischen.

Wortschatz[Bearbeiten]

Das preußische Litauisch besitzt im Kontakt mit dem Deutschen und slawischen Sprachen, vor allem dem Ruthenischen und Polnischen, erworbenes Lehngut. Zu den Slawismen zählen neben anderen "alle die christliche Religion, die christlichen Feste, Wochentage, kirchliche Dinge, soziale Ordnungen und Ähnliches betreffenden Ausdrücke" ( F. Kurschat ). Die Slawismen sind mithin ein Beweis dafür, dass die preußischen Litauer keine Autochthonen waren, sondern in das nördliche Ostpreußen einwanderten.

Die Namen der Wochentage z.B. lauten panedelis (Montag), utarninkas, sereda, ketwergas, petnyczia, subata, nedelia (nach Kurschat, 1870). Im ehemals russischen Litauen wurden im Zuge der Sprachreform zu Beginn des 20. Jahrhunderts die dort noch zahlreicheren Slawismen getilgt und durch zwar litauische aber ahistorische Bildungen ersetzt: pirmadienis (Montag - wörtlich „Ersttag“), antradienis (Dienstag - wörtlich „Zweittag“), treciadienis, ketvirtadienis, penktadienis, sestadienis, sekmadienis.

Aus dem Deutschen entlehnte Wörter werden lautlich an das Litauische angepasst und erhalten litauische Endungen: popierius - Papier, kurbas - Korb, zebelis - Säbel, apiciers - Offizier, pikis - Pech, kamarotas - Kamerad, kamandieruti - kommandieren.

Neben alte litauische Wörter aus der bäuerlichen Lebenswelt treten nun deutsche Entsprechungen, wie z.B. bei Monatsnamen:

  • Januarijis neben wasaris, ragas oder pusczius von pusti „blasen“.
  • Februarijis neben kowinis (Dohlenmonat), rugutis oder prydelinis.
  • Mercas neben karwelinis oder balandinis (Taubenmonat).
  • Aprilis neben sultekis (Birkenmonat)oder welyku-menu (Ostermonat).
  • Meijis neben geguzinis (Kuckucksmonat) oder ziedu-menu.
  • Junijis neben pudimo-menu (Brachmonat), sejinis (Säemonat), semenys (Leinmonat) oder wisjawis.
  • Julijis neben liepinis (Lindenmonat) oder szienawimo-menu.
  • Augustas neben degesis (Hitzemonat) oder rugpjutis (Erntemonat).
  • Septemberis neben rudugys (Herbstmonat), rugsejis, wesselinnis (kühler Monat) oder pauksztlekis.
  • Oktoberis neben lapkritis (Monat, da die Blätter fallen) oder spalinis.
  • Nowemberis neben grudinis (Frostmonat).
  • Decemberis neben sausis (trockner Monat) oder kaledu-menu (Weihnachtsmonat).

Es entsteht auch im privaten Bereich ein für Außenstehende ergötzliches Gemisch aus Litauisch und Deutsch.

„Kur foruji?“ (Wohin fährst Du?)
„I miesta ant verjnyjes.“ (In die Stadt zum Vergnügen.)
„Na, tai amyzierukis!“ (Na, dann amüsiere Dich!)

Preußisch-litauische Familiennamen[Bearbeiten]

Sie entstehen seit dem 16. Jahrhundert, und damit ein Jahrhundert früher als Familiennamen im benachbarten Polen-Litauen. Im Deutschen verlieren sie häufig ihre ursprünglichen Endungen. Der Name Adomeit z.B. geht zurück auf die Form Adomaitis. Sie entsteht durch Anfügung des patronymischen Suffixes -aitis an den Vor- bzw. Familiennamen Adomas (Adam). Dieses hatte ursprünglich die Bedeutung „Sohn des …“. Als Familienname hat sich meist die abgeleitete Form durchgesetzt, vgl. germanische Namen wie Johnson oder Thomson. Die Ehefrau des Adomeit heißt Adomaitiene, die Tochter Adomaitike (auch Adomaityte). Die Mitglieder der ostpreußischen Familie Adomeit antworteten demnach auf die Frage nach ihren Namen folgendermaßen: Ansas Adomaitis (der Vater Hans Adomeit), Barbe Adomaitiene (die Mutter Barbara Adomeit), Pritzkus Adomaitis (der Sohn Friedrich Adomeit) und Urte Adomaitike (die Tochter Dorothea Adomeit). Die häufigsten Endungen preußisch-litauischer Familiennamen sind -eit, -at, -(k)us und -ies.

  • In der artikellosen litauischen Sprache werden Eigennamen wie alle Substantive dekliniert. Es gibt 7 Fälle:
    • Nominativ: RIMKUS yra geras vyras = Rimkus ist ein guter Mann.
    • Genitiv: Ši knyga yra RIMKAUS = Dieses Buch gehört Rimkus.
    • Dativ: Perduok šią knygą RIMKUI! = Gib Rimkus dieses Buch!
    • Akkusativ: Pasveikink RIMKų su gimtadieniu = Gratuliere Rimkus zum Geburtstag.
    • Instrumental: RIMKUMI galima pasitikėti = Wir können Rimkus vertrauen.
    • Lokativ: RIMKUJE slepiasi kažkokia jėga = In Rimkus steckt Kraft.
    • Vokativ: RIMKAU, eik namo! = Rimkus, geh nach Hause!
    • Namensendungen des Sohnes, sie können regional variieren, in Ostpreußen überwiegen -ATIS und -AITIS, -UNAS ist seltener:
    • N. Rimkūnas, Rimkaitis
    • G. Rimkūno, Rimkaičio
    • D. Rimkūnui, Rimkaičiui
    • A. Rimkūną, Rimkaitį
    • I. Rimkūnu, Rimkaičiu
    • L. Rimkūne, Rimkaityje
    • V. Rimkūnai! Rimkaiti!
    • Namensendungen einer verheirateten Frau: Rimkuvienė, Rimkuvienės, Rimkuvienei, Rimkuvienę, Rimkuviene, Rimkuvienėje, Rimkuviene
    • Namensendungen einer unverheirateten Frau: Rimkutė, Rimkutės, Rimkutei, Rimkutę, Rimkute, Rimkutėje, Rimkute
    • Dazu kommen neben den Pluralformen in Ostpreußen noch die Formen des Duals, die im heutigen Litauisch verschwunden sind
  • Es finden sich deutsch-litauische Mischformen wie Schneidereit, Schustereit, Bäckereit, Fritzkeit, Dietrichkeit, Müllereit, Cimermonis, Schulmeistrat
  • Viele Familiennamen entstehen aus christlichen Vornamen: Ambrassat (Ambrosius), Tomuscheit (Thomas), Kristopeit (Christoph), Stepputat (Stephan), Petereit (Peter), Endruweit (Andreas), Simoneit (Simon).
  • Berufsnamen sind Kallweit (Schmied), Kurpjuhn (Schumacher), Podszus (Töpfer), Laschat (Scharwerker), Krauczun (Schneider), Krauledat (Aderlasser)
  • Namen, die auf die Herkunft weisen, sind Kurschat (Kure), Szameit (Schamaite), Prusseit (Preuße), Lenkeit (Pole).
  • Namen der bäuerlichen Umwelt: Wowereit (Eichhörnchen), Awischus (Hafermann), Dobileit (Klee), Schernus (Eber), Puschat (Kiefer), Schermukschnis (Eberesche)
  • Namen, die körperliche Merkmale bezeichnen: Didschus (Groß), Rudat (Rotbraun), Kairies (Linkshänder).
  • Auch manche Namen ausländischer Herkunft können lithuanisiert werden: französisch Du Commun wird zu Dickomeit, der Schweizer Name Süpply wird zu Zipplies
  • Schließlich können Namen der autochthonen prußischen Bevölkerung litauisch überdeckt werden (Scawdenne-Schaudinn, Tuleswayde-Tuleweit, Waynax-Wannags, Wissegeyde-Wissigkeit), manche Namen sind dem Prußischen und Litauischen gemeinsam.
  • Der häufigste deutsche Name preußisch-litauischer Herkunft ist litauisch "naujokas" (dt."Neumann") mit seinen Varianten Naujocks, Naujoks, Naujox, Naujock, Naujok, Naujokat und Naujack (2690 Nennungen auf verwandt.de), der häufigste Name in Litauen selbst, Kazlauskas, kommt nur auf 1857 Nennungen (litauisches Telefonbuch 2004).

Träger preußisch-litauischer Familiennamen[Bearbeiten]

  • Wulf Bernotat, deutscher Manager und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der E.ON AG.
  • Erich Dunskus, deutscher Film- und Theaterschauspieler
  • Wilhelm Gaigalat (litauisch Vilius Gaigalaitis), preußisch-litauischer Pfarrer und Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus
  • Georg Gerullis, deutscher Baltist
  • Martin Jankus (litauisch Martynas Jankus), preußisch-litauischer Druckereibesitzer und Publizist
  • Herbert Jankuhn, deutscher Prähistoriker
  • John Kay (Fritz Krauledat), Leadsinger der Rockgruppe Steppenwolf
  • Christoph Kukat, ostpreußischer Evangelist und Bußprediger
  • Heinrich Schlusnus, deutscher Opern- und Konzertsänger
  • Jonas Smalakys, preußisch-litauischer Reichtagsabgeordneter, Gutsbesitzer, Teilnehmer am italienischen Unabhängigkeitskampf
  • Wilhelm Steputat, deutscher Schriftsteller, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und Landespräsident im Memelländischen Landesdirektorium
  • Klaus Theweleit, deutscher Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Schriftsteller
  • Gerd Siemoneit-Barum, deutscher Zirkusdirektor
  • Lena Valaitis, deutsch-litauische Schlagersängerin
  • Vydūnas (bürgerl. Wilhelm Storost) preußisch-litauischer Lehrer, Dichter, Philosoph, Humanist und Theosoph
  • Reinhard Wenskus, deutscher Historiker
  • Dietmar Willoweit, deutscher Rechtswissenschaftler und Rechtshistoriker
  • Günter Willumeit, deutscher Humorist, Parodist und Unterhalter
  • Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Zitate[Bearbeiten]

  • „In dem nördlichsten Teil der Provinz Ostpreußen wohnt schon seit fünf Jahrtausenden der nach Sprache und Sitten äußerst merkwürdige Volksstamm der Litauer.“ (Wilhelm Gaigalat, 1904)
  • „…Brandenburger, Preußen, Schlesier, Pommern, Litthauer! Ihr wisst, was Ihr seit fast sieben Jahren erduldet habt; Ihr wisst, was euer trauriges Loos ist, wenn wir den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden. Erinnert Euch an die Vorzeit, an den großen Kurfürsten, den großen Friedrich. Bleibt eingedenk der Güter, die unter Ihnen Unsere Vorfahren blutig erkämpften: Gewissensfreiheit, Ehre, Unabhängigkeit, Handel, Kunstfleiß und Wissenschaft…“

Aufruf des Königs von Preußen Friedrich Wilhelm III. „An Mein Volk“ zu Beginn der Befreiungskriege gegen Frankreich vom 17. März 1813.

  • „Ich füge zu diesem noch hinzu: das er /der preußische Litauer/ von Kriecherey weiter, als die ihm benachbarten Völker, entfernt, gewohnt ist mit seinen Obern im Tone der Gleichheit und vertraulichen Offenherzigkeit zu sprechen; welches diese auch nicht übel nehmen oder das Händedrücken spröde verweigern, weil sie ihn dabei zu allem Billigen willig finden. Ein von allem Hochmuth, oder einer gewissen benachbarten Nation, wenn jemand unter ihnen vornehmer ist, ganz unterschiedener Stolz, oder vielmehr Gefühl seines Werths, welches Muth andeutet und zugleich für seine Treue die Gewähr leistet.“ (Immanuel Kant, 1800; er war drei Jahre lang Hauslehrer in Judtschen bei Gumbinnen)
  • Im Insterburgischen Amt „waren … fast nur Litauer, die ein starkes Volk sind und nach ihrer Art gottesfürchtig, die ihre Pfarrer ehren, der Obrigkeit gehorsam sind und willig tun, wozu sie verpflichtet sind. Doch wenn sie darüber hinaus belastet werden, halten sie zusammen und werden aufsässig wie die Bienen … und ob sie auch wohl mit dem leidigen Sauflaster, das in diesen Landen sehr gemein ist, beladen sind, so auch, dass sie zeitweilig alle voll, Junge, Alte, Männer, Weiber, Knechte, Mägde, nicht anders als das Vieh zusammen auf der Streu liegen, doch ohne dass man irgendeine Unzucht von ihnen erfährt.“ (Caspar Henneberger, 1595, zitiert nach Willoweit)

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeine Darstellungen[Bearbeiten]

  • Zigmas Zinkevicius, Aleksijus Luchtanas, Gintautas Cesnys: Woher wir stammen. Der Ursprung des litauischen Volkes. Vilnius 2005. Litauische Internetversion: Tautos Kilme.
  • Adalbert Bezzenberger: Der Werdegang des litauischen Volkes. In: Vierteljahrschrift für Sozial- u. Wirtschaftsgeschichte. Band XIII. Berlin 1916. S. 1–40 (online)
  • Theodor Lepner: Der Preusche Littauer. Danzig 1744 (online).
  • Gottfried Ostermeyer: Gedanken von den alten Bewohnern des Landes Preussen. Königsberg/Leipzig 1780 (online).
  • Tiez: Die Litthauer in Ostpreußen". In: Das Ausland. Zwölfter Jahrgang. Stuttgart und Tübingen 1839 (online).
  • August Eduard Preuß: Die Litthauer. In: ders.: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835. S. 224–232 (online).
  • August Gotthilf Krause: Litthauen und dessen Bewohner in Hinsicht der Abstammung, der volkstümlichen Verwandtschaft und Sprache. Ein geschichtlicher Versuch, mit Beziehung auf Ruhigs Betrachtung der litthauischen Sprache. Königsberg 1834.
  • Ludwig von Baczko: Reise durch einen Theil Preussens Bd. 1. Hamburg und Altona 1800 (online).
  • Rudolph Stadelmann: Die preussischen Könige in ihrer Thätigkeit für die Landescultur. Erster Theil. Friedrich Wilhelm I. Leipzig 1878 (online).
  • Otto Glagau: Littauen und die Littauer (online), Tilsit 1869.
  • Albert Zweck: Litauen. Eine Landes- und Volkskunde. Stuttgart 1898 (online).
  • G. Hoffmann: Volkstümliches aus dem preussischen Litauen. In: Mitteilungen der schlesischen Gesellschaft für Volkskunde. Breslau 1899, Heft 6 Nr. 1, S. 1–10 (online).
  • Franz Tetzner: Die Slawen in Deutschland. Beiträge zur Volkskunde der Preußen, Litauer und Letten, der Masuren und Philipponen, der Tschechen, Mähren und Sorben, Polaben und Slowinzen, Kaschuben und Polen. Braunschweig 1902 (online).
  • Wilhelm Storost: Litauen in Vergangenheit und Gegenwart. Tilsit 1916.
  • Fritz Terveen: Gesamtstaat und Retablissement. Der Wiederaufbau des nördlichen Ostpreußens unter Friedrich Wilhelm I., 1714–1740. Göttingen 1954.
  • Jochen D. Range: Preußisch-Litauen in kulturhistorischer Sicht. In: Hans Hecker/Silke Spieler: Deutsche, Slawen und Balten, Aspekte des Zusammenlebens im Osten des Deutschen Reiches und in Ostmitteleuropa. Bonn 1989, S. 55–81.
  • Arthur Hermann (Hrsg.): Die Grenze als Annäherung, 750 Jahre deutsch-litauische Beziehungen. Köln 1992.
  • Algirdas Matulevicius: Deutsch-Litauische Beziehungen in Preußisch-Litauen. In: Arthur Hermann (Hrsg.): Die Grenze als Ort der Annäherung, 750 Jahre deutsch-litauische Beziehungen. Köln 1992.
  • Bernhart Jähnig u. a.: Kirche im Dorf. Ihre Bedeutung für die kulturelle Entwicklung der ländlichen Gesellschaft im „Preußenland“ 13.–18. Jahrhundert (Ausstellungskatalog). Berlin 2002.
  • Domas Kaunas: Das Kulturhistorische Erbe Kleinlitauens. In: Annaberger Annalen. Nr. 12, 2004 (online)
  • Kleinlitauische Stiftung, Verlagsinstitut für Wissenschaft und Enzyklopädien: Kleinlitauische Enzyklopädie, Vilnius 2000–2008.
    • Bd. 1: A–Kar, 2000.
    • Bd. 2: Kas–Maz, 2003; Rezension: Klaus Fuchs: Das Memelgebiet in der Darstellung der Kleinlitauischen Enzyklopädie, in: Altpreußische Geschlechterkunde, Band 38, Hamburg 2008, S. 401–407.
    • Bd. 3: Mec–Rag, 2006.
    • Bd. 4: Rahn–Žvižežeris, 2008.
  • Andreas Kossert: Ostpreußen, Geschichte und Mythos. 2005.
  • Zigmas Zinkevicius: Mažosios Lietuvos indėlis į lietuvių kultūrą (Der Einfluß Kleinlitauens auf die litauische Kultur). Vilnius 2008.
  • Hermann Pölking: Ostpreussen. Biographie einer Provinz. Berlin 2011 (Auszug: "Die Litauisch und Kurisch sprechen" online).
  • Hermann Pölking: Das Memelland. Wo Deutschland einst zu Ende war. Berlin 2013.
  • Werner Paravicini: Die Preußenreisen des europäischen Adels. Teil 1. Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-7317-8; Teil 2. Thorbecke, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-7348-8 (Beihefte der Francia, 17, 1–2) (Bd. 1 online), (Bd. 2 online).
  • Geschichte im Fluss. Die Memel, Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung, 2012.
  • Ingė Lukšaitė, Vilija Gerulaitienė: Prūsijos įdomybės, arba Prūsijos regykla. T. 1 (MATTHAEUS PRAETORIUS: DELICIAE PRUSSICAE, oder PREUSSISCHE SCHAUBÜHNE). Vilnius 1999. (online).
  • Ingė Lukšaitė, Vilija Gerulaitienė, Mintautas Čiurinskas: Prūsijos įdomybės, arba Prūsijos regykla. T. 2 (MATTHAEUS PRAETORIUS: DELICIAE PRUSSICAE, oder PREUSSISCHE SCHAUBÜHNE). Vilnius 2004. (online).

Siedlungsgeschichte[Bearbeiten]

  • Reinhard Wenskus: Der deutsche Orden und die nichtdeutsche Bevölkerung des Preußenlandes mit besonderer Berücksichtigung der Siedlung. In: Walter Schlesinger (Hrsg.): Die deutsche Ostsiedlung des Mittelalters als Problem der europäischen Geschichte. Sigmaringen 1975. S. 417-438 (online).
  • P. v. Koeppen: Der litauische Volksstamm. Ausbreitung und Stärke desselben in der Mitte des XIX. Jahrhunderts. Akademie der Wissenschaften St. Petersburg. St. Petersburg/Leipzig 1850. Band 8. S. 274–291 (online).
  • Adalbert Bezzenberger: Die litauisch-preussische Grenze. In: Altpreußische Monatsschrift, 1882, online.
  • Alexander Kurschat: Zur Geschichte der Litauer in Ostpreußen. In: Mittheilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft H.18. Heidelberg 1893, S. 497–509 (online).
  • Gertrud Mortensen: Beiträge zu den Nationalitäten- und Siedlungsverhältnissen von Pr. Litauen. Berlin 1927 (online).
  • Hans Mortensen: Die litauische Wanderung. In: Nachr. Gesellsch. d. Wissensch. Göttingen 1927 (online).
  • Paul Karge: Die Litauerfrage in Altpreußen in geschichtlicher Beleuchtung. Königsberg 1925 (online).
  • Otto Barkowski: Die Besiedlung des Hauptamtes Insterburg 1525–1603. Königsberg, 1928/1930.
  • Hans Mortensen und Gertrud Mortensen: Die Besiedlung des nordöstlichen Ostpreußens bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts.
    • Band 1: Die preußisch-deutsche Siedlung am Westrand der Großen Wildnis um 1400. Leipzig, 1937.
    • Band 2: Die Wildnis im östlichen Preußen, ihr Zustand um 1400 und ihre frühere Besiedlung. Leipzig 1938.
    • Band 3: Unvollendetes Manuskript im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem (weist die litauische Einwanderung anhand der Quellen in Königsberger Archiven nach); jetzt in Bearbeitung als: Jähnig, Bernhart und Vercamer, Grischa: Hans und Gertrud Mortensen: Die Besiedlung des nordöstlichen Ostpreußen bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Einwanderung der Litauer nach Ostpreußen.
  • Hans Mortensen, Gertrud Mortensen, Reinhard Wenskus, Helmut Jäger (Hrsg.): Historischer Atlas des Preußenlandes, Lf. 5: Die Besiedlung der Großen Wildnis. Wiesbaden 1978.
  • Bernhart Jähnig: Deutsche und Balten im historisch-geographischen Werk der Zwischenkriegszeit von Hans und Gertrud Mortensen. In: Michael Garleff (Hrsg.): Zwischen Konfrontation und Kompromiß, Lüneburg 1995, S. 101–131 (online).
  • Bernhart Jähnig: Litauische Einwanderung nach Preußen im 16. Jahrhundert. Ein Bericht zum „dritten Band“ von Hans und Gertrud Mortensen. In: Udo Arnold (Hrsg.): Zur Siedlungs-, Bevölkerungs- und Kirchengeschichte Preußens. Lüneburg, 1999.
  • Arthur Hermann: Die Besiedlung Preußisch-Litauens im 15.–16. Jahrhundert in der deutschen und litauischen Historiographie. In: Zeitschrift für Ostforschung. 39, 1990. S. 321–341.
  • Hans Heinz Diehlmann (Hrsg.): Die Türkensteuer im Herzogtum Preußen 1540. Band 2: Memel, Tilsit. (Sonderschrift 88/2), 331 S. u. 2 Karten. Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V., Hamburg 2007 (flächendeckendes Namensregister der steuerzahlenden Bevölkerung).
  • Hans Heinz Diehlmann (Hg.): Die Türkensteuer im Herzogtum Preußen 1540, Band 3: Ragnit, Insterburg, Saalau, Georgenburg. (Sonderschrift 88/3), Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., 88/3, Hamburg 2008.
  • Grzegorz Bialunski: Bevölkerung und Siedlung im ordensstaatlichen und herzoglichen Preußen im Gebiet der Großen Wildnis bis 1568 (Sonderschrift 109), Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., Hamburg 2009.
  • Grischa Vercamer: Siedlungs-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte der Komturei Königsberg in Preußen (13.–16. Jahrhundert) (= Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, Bd. 29), Marburg 2010. Digitale Karten im pdf- und pmf-Format (online)
  • Max Beheim-Schwarzbach: Friedrich Wilhelm’s I. Colonisationswerk in Lithauen, vornehmlich die Salzburger Colonie. Königsberg 1879 (online).
  • Lothar Berwein: Ansiedlung von Schweizer Kolonisten im Rahmen der Repeuplierung Ostpreußens (Sonderschrift 103), Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V., Hamburg 2003.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie vom Littthauischen Cammer-Departement. Marienwerder 1785. (Online, Google)
  • Wolfgang Rothe: Zur Siedlungsgeschichte in Preußisch Litthauen. 2014.
    • Band I: Textband
    • Band II: Dokumentenband
  • Verbreitungskarte der ostpreußischen Ethnien[22]

Einzeldarstellungen zur Siedlungsgeschichte[Bearbeiten]

  • Wolfgang Rothe: Kirchspiel Tollmingkehmen, ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte in Preußisch Lithauen. Band III, ISBN 3-9807759-2-5, Hrsg. Prusia, Duisburg 2005.
  • Günter Uschtrin (Hrsg.): Wo liegt Coadjuthen? Die Geschichte eines ostpreußischen Kirchspiels im ehemaligen Memelland. Berlin 2011.
  • Erwin Spehr: Aus der Geschichte des Kreises Schloßberg (Pillkallen). Genwiki. Portal: Pillkallen/Geschichte (online).
  • Horst Kenkel: Grund- und Häuserbuch der Stadt Tilsit: 1552–1944. Köln/Berlin 1973 (online).
  • Gitanas Nauseda / Vilija Gerulaitiene (Hrsg.): Chronik der Schule zu Nidden. Vilnius 2013
  • Wulf D. Wagner: Das Rittergut Truntlack 1446-1945: 499 Jahre Geschichte eines ostpreußischen Gutes. Husum 2014
  • A. Strukat: Schweizer Kolonien in Ostpreußen. In: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte. Band XI, Heft 3 (1931). S. 371 - 377 (online).

Sozialgeschichte[Bearbeiten]

  • A. Horn und P. Horn (Hg.): Friedrich Tribukeit's Chronik. Schilderung aus dem Leben der preussisch-littauischen Landbewohner des 18. und 19. Jahrhunderts. Insterburg 1894. Nachdruck in: Altpreußische Geschlechterkunde (Neue Folge). Band 16, 1986, S. 433–468.
  • Alina Kuzborska: Das Bild Preußisch-Litauens im 18. Jahrhundert im Werk von K. Donelaitis. Internetausgabe Collasius, 2003.(online).
  • Wilhelm von Brünneck: Zur Geschichte des Grundeigenthums in Ost- und Westpreußen. Berlin 1891 (online).
  • Karl Böhme: Gutsherrlich-bäuerliche Verhältnisse in Ostpreussen während der Reformzeit von 1770 bis 1830. Leipzig 1902 (online).
  • Felix Gerhardt: Die Landarbeiter in der Provinz Ostpreußen. Lucka 1902 (online).
  • Familienkundliche und ortsgeschichtliche Beiträge aus „Nadrauen“. Heimatbeilage des Ostpreußischen Tageblatts erschienen Insterburg 1935 bis 1940. Sonderschrift des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Nr. 117. Nachdruck Hamburg 2013.
  • Kurt Staszewski u. Robert Stein: Was waren unsere Vorfahren? Amts- , Berufs- und Standesbezeichnungen aus Altpreussen. Königsberg 1938.(online).

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

  • Rasa Seibutyte: Die Bildung der Provinz Litauen im 18. Jahrhundert in: Litauisches Kulturinstitut Jahrestagung 2007, Lampertheim 2007. S. 23–46 (online).
  • Rolf Engels: Die preussische Verwaltung von Kammer und Regierung Gumbinnen (1724–1870). Köln/Berlin 1974.
  • Dieter Stüttgen: Die preussische Verwaltung des Regierungsbezirks Gumbinnen 1871–1920. Köln 1980.
  • Regierungsbezirk Gumbinnen. In: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945 (online).

Institutionen[Bearbeiten]

  • Arthur Hermann: Litauischsprachiger Unterricht in Ostpreußen und seine Darstellung in der deutschen und litauischen Historiographie, Nordost-Archiv Band I: 1992, H. 2, S. 375–393 (online; PDF; 1,1 MB).
  • Christiane Schiller: Die Litauischen Seminare in Königsberg und Halle. Eine Bilanz, Nordost-Archiv Band III: 1994, H. 2, S. 375 (online).
  • Albertas Juška: Mažosios Lietuvos mokykla (Die Schule Kleinlitauens). Klaipėda 2003.
  • Marianne Krüger-Potratz/Dirk Jasper/Ferdinand Knabe: „Fremdsprachige Volksteile“ und deutsche Schule: Schulpolitik für die Kinder der autochthonen Minderheiten in der Weimarer Republik – ein Quellen- und Arbeitsbuch. 1988.

Materielle Kultur[Bearbeiten]

  • Adalbert Bezzenberger: Über das litauische Haus. In: Altpreussische Monatsschrift 23 (1886), S. 34–79 (PDF).
  • Richard Jepsen Dethlefsen: Bauernhäuser und Holzkirchen in Ostpreußen. Berlin 1911 (online).
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, Heft V. Litauen. Königsberg 1895 (online).
  • Martynas Purvinas: Mažosios Lietuvos tradicinė kaimo architektūra („Traditionelle Dorfarchitektur in Kleinlitauen“). Vilnius 2008 (PDF).
  • Christian Papendick: Der Norden Ostpreussens: Land zwischen Zerfall und Hoffnung. Eine Bilddokumentation 1992–2007. Husum 2009.

Identität[Bearbeiten]

  • Brolis: Weckruf an Preussens gebildete Litauer. Tilsit 1911 (online).
  • Max Niedermann: Russische und Preussische Litauer. 1918 (online).
  • Wilhelm Storost-Vydunas: Siebenhundert Jahre deutsch-litauischer Beziehungen. Tilsit 1932 (Das Volkstum der Bewohner unserer Heimat).
  • Walther Hubatsch: Masuren und Preußisch-Litthauen in der Nationalitätenpolitik Preußens 1870–1920. Marburg 1966.
  • Joachim Tauber: Der unbekannte Dritte: Die Kleinlitauer im Memelgebiet 1918–1939. In: Bömelburg/Eschment (Hrsg.): Der Fremde im Dorf. Lüneburg 1998, S. 85–104.
  • Georg Gerullis (Rektor der Universität Königsberg): Zur preußisch-litauischen Identität. (online).
  • Christiane Schiller: Bilinguismus. Zur Darstellung eines soziolinguistischen Phänomens in der Literatur. Dargestellt an Beispielen der regionalen Literatur Preußisch-Litauens. Hermann Sudermann „Litauische Geschichten“ Ieva Simonaitite „Vilius Karalius“. Frankfurt 2000.
  • Vygantas Vareikis: Memellander/Klaipėdiškiai Identity and German-Lithuanian Relations in Lithuania Minor in the Nineteenth and Twentieth Centuries. In: Sociologija. Mintis ir veiksmas, 2001, Nr. 1–2 (6), S. 54–65 (PDF).
  • Christina Nikolajew: Zum Zusammenhang zwischen nationaler Identitätsbildung und Katholischer Kirche in Litauen. Tübingen 2005 (PDF).
  • Regina Hartmann: Deutschsprachige Litauer und Kuren? Preußisch-Litauen am Ende des 19. Jahrhunderts in Erzählungen und Reiseberichten. In: Konrad Maier (Hrsg.): Nation und Sprache in Nordosteuropa im 19. Jahrhundert. Wiesbaden 2012, S. 149–164.
  • Vasilijus Safronovas, Nijolė Strakauskaitė, Lina Motuzienė (Hrsg.): Die vieldeutigen Identitäten in den Zwischenräumen: Der Fall Ostpreußen im 19./20. Jahrhundert. Acta Historica Universitatis Klaipedensis, t. XXIII. Klaipėda, 2011 (online).
  • Silva Pocytė: Deutsch-litauische Beziehungen bei I. Simonaitytė. In: Annaberger Annalen, Nr.6 1998, S. 117–128 (online; PDF; 110 kB).
  • Vilius Karalius (TV-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ieva Simonaitytė 1988, Regie: Vidmantas Bačiulis) (Teil 1) (Teil 2)(Teil 3).
  • Eberhard Demm: Drei königstreue Litauer beim 25. Regierungsjubiläum Wilhelms II. In: Annaberger Annalen, Nr.18 2010, S. 97–107 (online; PDF; 94 kB).
  • Girenas/Georg Sauerwein: Kaiser Friedrich und die Littauer Tilsit 1890 (online).
  • Christian Pletzing: Die Konstruktion deutscher Identität in Preussisch-Litauen 1848-1871. In: Acta Historica Universitatis Klaipedensis. Band 23 2011. S. 128-135 (online)

Volkskultur und Religion[Bearbeiten]

  • Adalbert Bezzenberger: Litauische Forschungen. Beiträge zur Kenntnis der Sprache und des Volkstumes der Litauer. Göttingen 1882 (online).
  • Carl Cappeller: Kaip senëji lëtuvininkai gyveno. Heidelberg 1904(online). Dt. Übersetzung: Carl Cappeller, Jons Adomat, Heinrich Gelzer: Leben und Gebräuche der alten Preussischen Litauer. Aufzeichnungen aus dem Kreise Stallupönen. 1925.
  • Pranas Meskauskas: Volksbräuche im litauischen Familienleben. Niederkunft, Taufe, Hochzeit und Begräbnis der preußischen Litauer. Tilsit 1936.
  • Die Kirche in Kleinlitauen. (online).
  • Wilhelm Gaigalat: Die evangelische Gemeinschaftsbewegung unter den preußischen Litauern: Geschichtliches und Gegenwärtiges. Königsberg 1904 (online).
  • Der kleine Catechismus … deutsch und litthauisch. Aufs neue in Tilsit 1722 übersehen. Königsberg 1722 (online).
  • Wilhelm Storost-Vydunas: Die Lebenswelt im Preussischen Litauen ums Jahr 1770 nach den Dichtungen des Pfarrers Christian Donelaitis mit ihrer voelkischen Bedeutung. Kassel 1947 (online; PDF; 4,6 MB).

Philologie[Bearbeiten]

  • Sprachdatenbank Litauisch. [2]
  • Philipp Ruhig: Betrachtung der Littauischen Sprache, in ihrem Ursprunge, Wesen und Eigenschaften. Königsberg 1745 (online).
  • Mittheilungen der litauischen literarischen Gesellschaft. Heidelberg 1880–1912 (online).
  • Alexander Alexandrow: Sprachliches aus dem Nationaldichter Litauens Donalitius, I. Zur Semasiologie. Dorpat 1886 (online).
  • Paul Schultze: Der Ausklang der litauischen Sprache im Kirchspiel Pillupönen, Kreis Stallupönen. Halle (Saale) 1932.
  • Vincentas Drotvinas: Die Anfänge der litauischen Philologie an der Königsberger Universität (16.–18 Jahrhundert). In: Garber/Komorowski/Walter (Hrsg.): Kulturgeschichte Ostpreußens in der Frühen Neuzeit. Tübingen 2001, S. 405–420.
  • Gertrud Bense: Schrifttum und Volkssprache. Zur Situation der Philologie Preußisch-Litauens im 18./19. Jahrhundert. In: Bense, Kozianka, Meinhold (Hrsg.): Deutsch-Litauische Kulturbeziehungen. Jena 1995, S. 99–108.
  • Thorwald Poschenrieder: Deutsch- und baltischsprachige Preußen des Memellandes. In: Bense, Kozianka, Meinhold (Hrsg.): Deutsch-Litauische Kulturbeziehungen. Jena 1995, S. 109–150 (enthält Siedlungskarten und Sprachkarten der litauischen Mundarten Ostpreußens) (online).
  • Alexander Doritsch: Beiträge zur litauischen Dialektologie. Tilsit 1911 (online).
  • Christiane Schiller: Das Preußisch-Litauische vor und nach dem ersten Weltkrieg. In: Robert Traba (Hrsg.): Selbstbewußtsein und Modernisierung. Osnabrück 2000, S. 173–185.
  • Manfred Klein: Wann „schämt“ man sich seiner Muttersprache? Aspekte der Sprachwahl bei Preußisch-Litauern. In: Jochen D. Range (Hg.): Baltisch-deutsche Sprachen- und Kulturkontakte in Nord-Ostpreußen. Essen 2002, S. 67–80.
  • Jochen D. Range: Baltisch-deutsche Sprachenkontakte in Nord-Ostpreußen und ihre Folgen. In: ders. (Hrsg.): Baltisch-deutsche Sprachen- und Kulturkontakte in Nord-Ostpreußen. Essen 2002, S. 9–16.
  • Gerhard Bauer: Lituanismen im Ostpreußischen, Sprache und Alltag in Nord-Ostpreußen. In: Annaberger Annalen. Nr. 11, 2003 (online).
  • Zigmas Zinkevicius: History of the Lithuanian Language. Vilnius 1998.
  • William Schmalstieg: From Donelaitis to Jablonskis. In: Lituanus. Volume 28, No. 1 – Spring 1982 (online).
  • Helmut Schaller: Geschichte der Slawischen und Baltischen Philologie an der Universität Königsberg. Frankfurt 2008.
  • Ilja Lemeškin, Rainer Eckert, Algirdas Sabaliauskas, Jolanta Zabarskaitė (Red.): Das lituanistische Erbe August Schleichers. B. I. Zusammengestellt von Ilja Lemeškin, Jolanta Zabarskaitė, Vilnius 2008.
  • Eduard Hermann: Die litauische Gemeinsprache als Problem der allgemeinen Sprachwissenschaft. In: Akademie der Wissenschaft. Nachrichten. Philologisch-Historische Klasse. Göttingen 1929. Heft 1. S. 65–125.
  • Manfred Klein: „Laß uns mal deutsch kalbeken, Margellchen!“ Wirkungen des Sprachkontaktes in Preußisch-Litauen. In: Hans Henning Hahn / Peter Kunze (Hrsg.): Nationale Minderheiten und staatliche Minderheitenpolitik in Deutschland im 19. Jahrhundert. Berlin 1999. S. 195–203 (online).
  • Zigmas Zinkevicius: Zum Einfluß des Deutschen auf das Ostpreußisch-Litauische des 20. Jahrhunderts. In: Ulrich Obst (Hrsg.): Balten – Slaven – Deutsche. Aspekte und Perspektiven kultureller Kontakte. Festschrift für Friedrich Scholz zum 70. Geburtstag. Münster 1999. S. 383–389.
  • Antanas Salys: Die žemaitischen Mundarten. Teil 1. Geschichte des žemaitischen Sprachgebiets. Kaunas 1930 (online).
  • Otto Natau: Mundart und Siedelung im nordöstlichen Ostpreussen. Königsberg 1937. (online).

Preußisch-litauische Zeitungen[Bearbeiten]

  • Keleiwis. Königsberg 1849–1880. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Kurschat, Verlag und Druck Emil Rautenberg (online).
  • Lietuwiszka ceitunga. Klaipeda 1877–1940. Verantwortlicher Redakteur Martin Szernus (online).
  • Tilžės keleiwis. Tilsit 1883–1924. Verantwortlicher Redakteur Johann Ferdinand Kelch (online).
  • Nauja lietuwiszka ceitunga. 1890–1923 (online).

Wörterbücher[Bearbeiten]

  • Unbekannter Autor: Lexicon Lithuanicum. handgeschrieben, nach Wasserzeichenanalyse zwischen 1632 und 1658, erstes Wörterbuch der späteren litauischen Standardsprache (südwestliches Aukschtaitisch).
  • Friedrich Wilhelm Haack: Vocabularium Litthuanico-Germanicum et Germanico-Litthuanicum. Halle 1730 (online).
  • Georg Nesselmann: Wörterbuch der littauischen Sprache. Königsberg 1851 (online).
  • Friedrich Kurschat: Wörterbuch der Littauischen Sprache. Erster Theil: Deutsch-Littauisches Wörterbuch. Halle 1870 (ca. 1000 Seiten, erschließt das Preußisch-Litauische vom Deutschen her, deskriptiv und am tatsächlichen Sprachgebrauch ausgerichtet, viele Erläuterungen) (online).
  • Friedrich Kurschat: Wörterbuch der Littauischen Sprache. Zweiter Theil: Deutsch-Littauisches-Deutsches Wörterbuch. Halle 1883 (online).
  • Harold Bender: A Lithuanian Etymological Index. Princeton 1921 (online).
  • Christiane Schiller: Zur Geschichte der preußisch-litauischen Lexikographie. Die handschriftliche Lexikographie bis 1744. Habilitationsschrift, Berlin 2010.
  • Altlitauisches etymologisches Wörterbuch (ALEW): in Arbeit an der Humboldt-Universität Berlin (online).
  • Alexander Kurschat: Litauisch-deutsches Wörterbuch. Thesaurus linguae lituanicae. 4 Bd. Göttingen 1968 ff. (online)

Grammatiken[Bearbeiten]

  • Daniel Klein: Compendium Lituanico-Germanicum, Oder Kurtze und gantz deutliche Anführung zur Littauischen Sprache. Königsberg 1654 (Digitalisat).
  • Philipp Ruhig: Littauisch-deutsches und Deutsch-littauisches Wörterbuch. Königsberg 1800 (mit einem Nachwort von Immanuel Kant) (Digitalisat).
  • Christian Mielcke: Anfangsgründe einer littauischen Sprachlehre. Königsberg 1800 (Google Books).
  • Friedrich Kurschat: Beiträge zur Kunde der littauischen Sprache. Erstes Heft: Deutsch-littauische Phraseologie der Präpositionen. Königsberg 1843, Zweites Heft: Laut- und Tonlehre der littauischen Sprache. Königsberg 1849 (Google Books).
  • August Schleicher: Handbuch der litauischen Sprache. 2 Bde., 1856/57 (Google Books)
  • Friedrich Kurschat: Grammatik der Littauischen Sprache. Halle 1876 (Digitalisat).
  • Christoph Jurkschat: Kurze deutsche Grammatik oder Sprachlehre für preußische und russische Littauer, sowie Szameiten zum rechten Erlernen der deutschen Sprache. Tilsit 1900 (Digitalisat).
  • J.Schiekopp / Alexander Kurschat: Litauische Elementar-Grammatik. Tilsit 1901. Teil I: Formenlehre (online). Teil II: Syntax (online).
  • Ernst Schwentner: Die Wortfolge im Litauischen. Heidelberg 1922 (online).
  • Friedrich Becker: Der kleine Littauer. Das Wichtigste aus der Sprachlehre, mehrere alphabetisch geordnete Wortregister und 200 Sprichworte. Zum Anfangsgebrauch bei Erlernung der littauischen Umgangssprache für verschiedene Geschäftsverhältnisse. Tilsit 1866 (online).
  • Jonas Pipirs: Lithauische Sprachlehre mit Berücksichtigung des Selbstunterrichts. Erster Theil. Memel 1899(online).

Preußisch-litauische Familiennamen[Bearbeiten]

  • Reinhold Trautmann: Die altpreußischen Personennamen, Göttingen 1974 (2. Auflage).
  • Hoffheinz: Über die Namen der Litauer. In: Mitteilungen der litauischen litterarischen Gesellschaft. Bd. 1. Heidelberg 1883. S. 353–358 (online).
  • Wilius Kalwaitis: Litauischer Namenschatz von Dörfern, Flüssen, Lebewesen, Pflanzen, Metallen; der Mensch und Wörtersammlung. Tilsit 1910 (online).
  • Reinhard Wenskus: Namengebung und Namenwechsel im nordöstlichen Ostpreußen in der frühen Neuzeit. In: Altpreußische Geschlechterkunde. Neue Folge, Band 20, Hamburg 1990, S. 27–142.
  • Horst Kenkel: Amtsbauern und Kölmer im nördlichen Ostpreußen um 1736. Hamburg 1972 (Namenslisten der bäuerlichen Bevölkerung getrennt nach ethnischer Herkunft: Deutsche, Litauer, Salzburger).
  • Ortsfamilienbuch Memelland
  • Vitalija Maciejauskienė: Lietuvių pavardžių susidarymas (= Die Entstehung der Litauischen Familiennamen. 13.–18. Jahrhundert). Vilnius 1991.
  • Christiane Schiller: Familiennamen preußisch-litauischer Provenienz in der Bundesrepublik. In: Zunamen. 3, Hamburg 2008.
  • Zigmas Zinkevicius: Lietuvių Asmenvardžiai. Vilnius 2008.
  • GenWiki Memelland
  • Christiane Schiller: Berufsnamen im Preußisch-Litauischen. In: Acta linguistica lituanica LXVI (2012), S. 48–63 (online).

Preußisch-Litauische Ortsnamen[Bearbeiten]

  • Ferdinand Hoppe: Ortsnamen der Provinz Preussen 1.(und ff.) In: Altpreussische Monatsschrift 12 (und ff.). Königsberg 1875 (PDF).
  • Ferdinand Hoppe: Ortsnamen des Regierungsbezirks Gumbinnen. Gumbinnen 1877 (online).
  • Vilius Peteraitis: Die Ortsnamen von Kleinlitauen und Twangsta, ihre Herkunft und Bedeutung. Vilnius 1997 (online).
  • Ortsnamen Kleinlitauens (online).
  • Ortsnamenlisten für Ostpreußen und Nachbargebiete (online).
  • Herbert Liedtke: Die Landschaften Ostpreußens. Namen und Abgrenzungen naturgeographischer und historischer Landschaften in Ostpreußen und angrenzenden Gebieten. Leipzig 2011.
  • Karaliaučiaus srities vietovardžiai – Ortsnamen des Königsberger Gebiets: litauisch, deutsch, russisch (online).
  • Interaktyvus Rytų Prūsijos žemėlapis. Vietovardžiai – Interaktive Karte Ostpreußens. Ortsnamen (online)
  • Gerhard Bauer: Ostpreußische Ortsnamen in Sprichwörtern und Redensarten. In: Annaberger Annalen Nr. 14, 2006, S. 189-264 (online)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Rhesa: Das Jahr in vier Gesängen, ein ländliches Epos aus dem Litthauischen des Christian Donaleitis genannt Donalitius. Königsberg 1818, S. 128.
  • Ludwig Rhesa: Aisopas, arba Pasakos isz grykonu kalbos pergulditos. Königsberg 1824 (online).
  • August Schleicher: Christian Donaleitis. Litauische Dichtungen. Sankt Petersburg 1865 (online).
  • Adalbert Bezzenberger: Die litauische Literatur. In: ders.: Die osteuropäischen Literaturen und die slawischen Sprachen. Berlin/Leipzig 1908, S. 354–371 (online).
  • A.B. Klaipediskis (Ansas Bruozis): Prusu Lietuviu Rastija (Preußisch-Litauische Literatur). Tilsit 1913 (online).
  • Domas Kaunas: Das Buch in Kleinlitauen. Vilnius 1996 (in litauischer Sprache mit deutscher Zusammenfassung).
  • Domas Kaunas: Übersetzungen deutscher Literatur in die litauische Sprache in Kleinlitauen. Berlin 2003 (PDF).
  • Domas Kaunas: Die Rolle Königsbergs in der Geschichte des litauischen Buches. In: Axel E. Walter (Hrsg.): Königsberger Buch- und Bibliotheksgeschichte, Köln 2004. S. 157–167.

Sammlungen volkstümlicher Dichtung[Bearbeiten]

  • Ludwig Rhesa: Prutena oder preussische Volkslieder. Königsberg 1809 (online).
  • Adalbert Bezzenberger: Litauische Forschungen. Beiträge zur Kenntnis der Sprache und des Volkstumes der Litauer. Göttingen 1882 (online).
  • August Leskien und Karl Brugmann: Litauische Volkslieder und Märchen aus dem preussischen und russischen Litauen. Strassburg 1882 (online).
  • F. und. H. Tetzner: Dainos: litauische Volksgesänge. Leipzig 1897 (online).
  • Christian Bartsch: Dainu Balsai, Melodien litauischer Volkslieder. Heidelberg 1886 (online).
  • Christoph Jurkschat: Litauische Märchen und Erzählungen, 1. Teil: 62 Märchen und Erzählungen im Galbraster Dialekt. Heidelberg 1898.
  • August Schleicher: Litauische Märchen, Sprichworte, Rätsel und Lieder. Weimar 1857 (deutsche Übersetzung von Schleichers Lesebuch).

Germanisierungspolitik[Bearbeiten]

  • Anonymer Verfasser: Über die Einwirkung auf das Erlöschen der Nebensprachen in unserem Vaterlande. In: Preußische Provinzialblätter 1830. S. 340-355 ([3])
  • Gustav Gisevius: Die polnische Sprachfrage in Preußen. Leipzig 1845 (Inhaltsverzeichnis).
  • Girenas/Georg Sauerwein: Die littauische Frage. Tilsit 1888 (online).
  • Girenas/Georg Sauerwein: Immanuel Kant und Ludwig Windthorft in Bezug auf angemessene Behandlung und angemessenen Unterricht eines fremdsprachigen Volks und die schulleitige Bekämpfung des Socialismus. Christiana 1891. (online)
  • Franz Tetzner: Zur Besiedlung und Germanisierung Deutsch-Litauens. In: Geographische Zeitschrift. 1. Jahrg. 1895, S. 679 ff. (online).
  • Gerhard Lepa: Die Stämme der Prußen. Nadrauen, Schalauen und Sudauen (das sogenannte Preußisch-Litauen). Der Niedergang ihrer Sprache nach den Akten des Preußischen Geheimen Staatsarchivs zu Berlin. Dieburg/Berlin (Tolkemita-Texte 67, 69, 72).

Verhältnis zu Großlitauen[Bearbeiten]

  • Dietmar Willoweit: 700 Jahre deutsch-litauische Nachbarschaft. (online, unter Abschnitt 04 „Allgemeine Geschichte“).
  • Bericht der 1923 nach Memel entsandten Sonderkommission an die Botschafterkonferenz in Paris (online).
  • Geschichte des Memellandes 1920–1939. (PDF)
  • Institut Nordostdeutsches Kulturwerk (Hrsg.): Zwischen Staatsnation und Minderheit. Litauen, das Memelland und das Wilnagebiet in der Zwischenkriegszeit. Lüneburg 1993
  • Annaberger Annalen, Jahrbuch der deutsch-litauischen Beziehungen (online, mehrere Jahrgänge sind verfügbar)
  • Stephan Kessler: Die Zeitschrift „Auszra“ – ein echter Grenzfall. In: Regina Hartmann (Hrsg.): Grenzen auf der Landkarte – Grenzen im Kopf? Kulturräume der östlichen Ostsee in der Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Bielefeld 2010, S. 241–263.
  • Domas Kaunas: Das Interesse der litauischen Forschung an Ostpreußen. In: Annaberger Annalen, 1994, S. 51–64 (PDF).
  • Vasilijus Safronovas: Apie istorinio regiono virsmą vaizduotės regionu. Mažosios Lietuvos pavyzdys / On the Turning of a Historical Region into a Region of Imagination. The Case of Lithuania Minor. In: Istorija 86. Vilnius 2012 (online).
  • Christoph Kairies: Die Litauer in Preussen und ihre Bestrebungen. Eine historisch-kritische Betrachtung. Tilsit 1922.
  • siehe auch: Akt von Tilsit
  • Wilhelm Gaigalat: Die litauisch-baltische Frage. Berlin 1915. (online)
  • Wilhelm Gaigalat: Litauen : das besetzte Gebiet, sein Volk und dessen geistige Strömungen. Frankfurt 1917 (online)
  • Manfred Klein: Die versäumte Chance zweier Kulturen. Zum deutsch-litauischen Gegensatz im Memelgebiet. In: Nordost-Archiv. N.F.2/2 1993. S. 317 - 359.
  • Karl-Heinz Ruffmann: Deutsche und Litauer in der Zwischenkriegszeit. Lüneburg 1994.

Theater, Film und Oper[Bearbeiten]

  • Algimantas Bražinskas: Kristijonas. Oper 1985. (Teil 1, Teil 2).
  • Nemuno deltos balsai („Stimmen des Memeldelta“). Dokumentarfilm 2012, (Film bei YouTube).
  • Algimantas Puipa: Moteris ir keturi jos vyrai. Spielfilm 1983. (Film bei YouTube).
  • Jeremiah Cullinane: KNYGNEŠIAI - SMUGLÉIRÍ LEABHAR - BOOK SMUGGLERS. Dokumentarfilm 2010. ([4]).
  • Jonas Trukanas: Knygnešys (Buchträger). Kurzfilm 2011. (Film bei YouTube).
  • Rick Ostermann: Wolfskinder. Spielfilm 2013.
  • Ramūnas Abukevičius: Donelaitis. XVIII a. Mažosios Lietuvos tautinis kostiumas. Dokumentarfilm 2014.
  • Hermann Pölking: Ostpreußen (DVD). Panorama einer Provinz - erzählt aus alten Filmen 1913-1948. September 2014.

Deutsche Belletristik mit preußisch-litauischer Thematik[Bearbeiten]

  • Jodocus Temme: Anna Jogszis. Leipzig 1856.
  • Jodocus Temme: Die schwarze Mare: Bilder aus Litthauen. Leipzig 1854 (Bayerische Staatsbibliothek: Digitalisat 1, 2, 3).
  • Johannes Bobrowski: Litauische Klaviere. Berlin 1966.
  • Ernst Wichert: Littauische Geschichten. Dresden/Leipzig 1904 (online).
  • Ernst Wichert: Der Schaktarp. Hamburg 1935 (online). Verfilmt als Elzes Leben (Elzė iš Giljos, Lit-D, 1999) unter der Regie von Algimantas Puipa
  • Hermann Sudermann: Litauische Geschichten, Magdeburg 1917 (online).
  • Clara Ratzka: Urte Kalwis. Berlin 1917 (PDF).
  • Anatole C. Matulis: History of the Lithuanian cultural profile in German literature. In: Lituanus. Volume 11 No.1.(online)

Biographien[Bearbeiten]

  • Hans Masalskis: Das Sprachgenie. Georg Sauerwein – eine Biographie. Oldenburg 2003 (online).
  • Ulla Lachauer: Paradiesstraße: Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit. Reinbek 1996. Stimme von Lena Grigoleit, online.
  • William R. Schmalstieg: The founder of Baltic philology: Adalbert Bezzenberger. In: Lituanus, Band 20, Nr. 2 – Sommer 1974 (online).
  • J.S.: Eduard Gisevius. In: Altpreussische Monatsschrift 17, Königsberg 1880, S. 550–572 (online).
  • Helmut Jenkis: Die Wandlungen und Wanderungen des Pfarrers Dr. Wilhelm Gaigalat. Versuch eines Psychogramms. In: Annaberger Annalen 14, 2006, S. 23–86 (PDF).
  • Manfred Klein: Martynas Jankus und das Deutsche Reich In: Annaberger Annalen Nr. 17, 2009 (online).
  • Arthur Kittel: 37 Jahre Landarzt in Preußisch-Litauen (1869–1906). Memel 1926.
  • Arvydas Piepalius: Jurgio Gerulio biografijos 1933–1945 m. dokumentativimo klausimu. On the Issue of Georg Gerullis Biography Documentation in 1933–1945. In: Res Humaniariae V, Klaipeda 2009, S. 160–173 (PDF).
  • Birute Ludwig: Bokellen, ein Rittergut in Ostpreußen. Neuss 2001.
  • George Turner: Die Heimat nehmen wir mit. Berlin 2008.
  • Alfred Kelletat: Erinnerung an Christian Donalitius (1714–1780), den preußisch-litauischen Poeten. In: Annaberger Annalen 20/2012, S. 91–133 (PDF).
  • Josef und Alma Tennikat (Maschidlauskas): Chronik einer deutschen Familie aus Litauen. In: Annaberger Annalen 20/2012, S. 304–347 (PDF).
  • Lutz F. W. Wenau: Einst war es die Große Wildnis. Eine Familiengeschichte aus Preußisch-Litauen in fünf Jahrhunderten. Lilienthal 2002.
  • Ruth Leiserowitz: Von Ostpreußen nach Kyritz. Wolfskinder auf dem Weg nach Brandenburg. Potsdam 2003 (PDF; 897 kB).
  • Sonya Winterberg: Wir sind die Wolfskinder: Verlassen in Ostpreußen. Piper, München 2012. ISBN 978-3-492-05515-4.

Landkarten[Bearbeiten]

Bibliotheken, Archive, Institute, Museen, Organisationen und Vereine[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulla Lachauer: Erdmute Gerollis, die letzte Moorbäuerin von Wabbeln. In: Dies.: Ostpreußische Lebensläufe. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000. ISBN 3-499-22681-2. S. 73–100, Zitat S. 76.
  2. vgl. Wilhelm von Humboldts Litauischer Schulplan von 1809
  3. Albert Zweck: Litauen. Eine Landes- und Volkskunde im Volltext
  4. Lietuvos Respublikos Seimas
  5. Deutsches Historisches Museum Berlin - Zuwanderungsland Deutschland - Migrationen 1500- 2005
  6. Karte Litauen (UB Bremen)
  7. F. Tetzner: Das litauische Sprachgebiet.
  8. Ostpreußen Ortsnamen und Wohnplätze
  9. [1]
  10. Names of Settlements in Lithuania Minor
  11. http://www.uni-klu.ac.at/eeo/Altpreuszisch.pdf 589 Rainer Eckert: Altpreußisch.
  12. Die Litauische Postille (1573): Dokumente der litauischen Reformation
  13. Kodifikationsgeschichte des Litauischen
  14. Martynas Mažvydas
  15. Danielius Kleinas: Grammatica Litvanica.
  16.  Lexicon Germanico-Lithuanicum et Lithuanico-Germanicum: tom. Abtilgen die Gesetze įstátimus iszgaiszinti - Futter unter Sattel paklódas. Lietuvių kalbos institutas, 2009 (Google Books).
  17. Lietuviu klasikines literaturos antologija: Kristijonas Donelaitis METAI (Version vom 28. März 2009 im Internet Archive)
  18. Annaberger Annalen, Nr. 2, 1994, Kap. 1 (Version vom 4. September 2011 im Internet Archive)
  19. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAugust Schleicher: Handbuch der litauischen Sprache. J. G. Calvesche Verlagsbuchhandlung Prag, 1856, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAugust Schleicher: Briefe an den Secretär, über die Erfolge einer nach Litauen unternommenen wissenschaftlichen Reise. In: Sitzungsberichte. Philosophisch-historische Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien. 1853, abgerufen am 21. Oktober 2012.
  21. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFriedrich Kurschat: Grammatik der littauischen Sprache. Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses Halle, 1876, abgerufen am 21. Oktober 2012 (Digitalisat bei openlibrary.org).
  22. („Karten“ anklicken, danach „Kleinlitauen im Herzogtum Preußen 1525–1701“) Die dargestellten flächendeckenden Siedlungsverhältnisse im litauischen Siedlungsgebiet sind erst um 1700 erreicht, nicht jedoch um 1525.