Karlstadt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karlstadt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Karlstadt
Karlstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Karlstadt hervorgehoben
49.9602777777789.7722222222222163Koordinaten: 49° 58′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 98,18 km²
Einwohner: 14.821 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97753
Vorwahlen: 09353
09359 (Wiesenfeld)
09360 (Stetten, Heßlar)
09396 (Stadelhofen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 148
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zum Helfenstein 2
97753 Karlstadt
Webpräsenz: www.karlstadt.de
Bürgermeister: Paul Kruck (Freie Wählergemeinschaft e.V.)
Lage der Stadt Karlstadt im Landkreis Main-Spessart
Hessen Baden-Württemberg Würzburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Miltenberg Landkreis Bad Kissingen Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Forst Lohrerstraße Rechtenbach Esselbach Ruppertshüttener Forst Ruppertshüttener Forst Partensteiner Forst Partensteiner Forst Langenprozeltener Forst Herrnwald Haurain Hafenlohr Fürstlich Löwensteinscher Park Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Frammersbacher Forst Forst Aura Forst Aura Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Gemeindefreies Gebiet Burgjoß Schollbrunn Bischbrunn Thüngen Partenstein Mittelsinn Hasloch Neuhütten (Unterfranken) Rechtenbach Rechtenbach Hafenlohr Hafenlohr Lohr am Main Lohr am Main Zellingen Wiesthal Urspringen Rothenfels Roden (Unterfranken) Rieneck Retzstadt Obersinn Obersinn Obersinn Neustadt am Main Neuendorf (Unterfranken) Marktheidenfeld Triefenstein Kreuzwertheim Karsbach Karlstadt Karbach (Unterfranken) Himmelstadt Gräfendorf Gössenheim Gemünden am Main Frammersbach Frammersbach Fellen Eußenheim Erlenbach bei Marktheidenfeld Birkenfeld (Unterfranken) Aura im Sinngrund Aura im Sinngrund Arnstein (Unterfranken) Burgsinn Steinfeld (Unterfranken) Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Deutlich zu erkennen die Altstadt und die Neubausiedlungen am Saupurzel im Hintergrund
Panorama fotografiert von der Karlsburg

Karlstadt ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart und liegt rund 30 Kilometer nördlich von Würzburg im mainfränkischen Weinbaugebiet.

Im mainfränkischen Dialekt heißt Karlstadt Karscht bzw. Karscht am Mee. Die Bewohner werden Flaak bzw. Karschter Flaak genannt.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Karlstadt besteht aus 12 Stadtteilen (Stand: 1. Juli 2013[2])[3]:

Geschichte von Karlstadt[Bearbeiten]

Schiestl-Notgeld 1920: 50 Pf-Schein

Vom ausgehenden 6. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts bestand auf der gegenüberliegenden Mainseite die ungewöhnlich große Talsiedlung Karlburg mit Kloster und Hafen.

Sie stand im Zusammenhang mit der Höhenburg Karlsburg, die erst im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. 1202 erfolgte die Gründung von Karlstadt durch Bischof Konrad von Querfurt. Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt. Aufgrund der nur vierjährigen Amtszeit des Gründers lässt sich die Entstehungszeit jedoch relativ eng eingrenzen.

Die Stadt wurde zur Verteidigung des Würzburger Territoriums gegen die Grafen von Rieneck planmäßig nach einem nahezu rechteckigen Grundriss angelegt, was noch heute gut zu erkennen ist. Die Straßen im Altort sind nahezu schachbrettartig angelegt, verlaufen aber aus militärischen Gründen und als Schutz vor der Ausweitung bei Bränden nicht vollständig gerade.

1225 wurde Karlstadt erstmals urkundlich erwähnt. 1236 erfolgte die Zerstörung von Burg und Dorf Karlburg in der Rienecker Fehde. Im Jahr 1244 kommt es zur ersten Erwähnung des Karlstadter Weinbaus. 1277 gibt es den frühesten Nachweis des Stadtsiegels. Im Jahr 1304 wurde die Stadtbefestigung fertiggestellt. Die erste Nennung der Pfarrei Karlstadt erfolgte 1339. 1369 kommt es zur Gründung eines Spitals. 1370-1515 erfolgt die durchgreifende Umgestaltung der ersten, romanischen Pfarrkirche zu einem gotischen Hallenbau. Um 1400 wird Karlstadt für kurze Zeit bischöfliche Münzstätte. Das Oberamt des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns, 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern.

Die im Ort ansässigen jüdischen Familien richteten im Haus Hauptstraße 24 eine Synagoge ein. Die Einrichtung und die Ritualien wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört. Eine Gedenktafel am Haus erinnert daran.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gambach eingegliedert.[5] Am 1. Januar 1978 kam Stetten hinzu. Heßlar, Karlburg, Laudenbach, Mühlbach, Rohrbach, Stadelhofen und Wiesenfeld folgten am 1. Mai 1978.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[7]
Wahlbeteiligung: 75,9 %
 %
40
30
20
10
0
34,8 %
27,5 %
24,4 %
13,2 %

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Karlstadt hat (ohne Bürgermeister) 24 Mitglieder.

CSU SPD GRÜNE FWG Gesamt
2002 10 7 2 5 24 Sitze
2008 8 6 3 7 24 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Industrie, Handwerk und Gewerbe[Bearbeiten]

Die Eisenwerke Düker, das Zementwerk Schwenk und das Furnierwerk Kohl bestimmen den Süden der Stadt. Neben diesen drei großen Industriebetrieben sind auch zahlreiche Handwerksbetriebe in Karlstadt angesiedelt. Weiterer großer Arbeitgeber ist das Landratsamt Main-Spessart. Die meisten Einwohner pendeln jedoch in das 25 Kilometer entfernte Würzburg oder in das ca. 18 km entfernte Lohr am Main.

Tourismus[Bearbeiten]

Besonders in den Sommermonaten ist die Altstadt ein beliebtes Ziel von Radtouristen, die sowohl über den Werntal-Radweg als auch über den Maintal-Radweg nach Karlstadt gelangen. Übernachtungsmöglichkeiten bieten 3 Hotels, einige Pensionen und ein Campingplatz am Mainufer.

Weinbau[Bearbeiten]

Nur noch geringe wirtschaftliche, aber hohe kulturelle Bedeutung hat der Weinbau. Auch wenn in Karlstadt nur noch sehr wenig Menschen vom Weinbau leben, ist er für die Selbstwahrnehmung und die lokale Lebensart weiterhin wichtig. Karlstadter Lagen sind der Roßtal (Großlage) und Im Stein Einzellage. Daneben gibt es weitere Lagen in zahlreichen Ortsteilen, vor allem in Stetten (Stettener Stein) sowie auch am Übergang von Karlstadt zu Gambach.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 549 Kindergartenplätze mit 548 Kindern
  • Volksschulen: 5 mit 63 Lehrkräften und 1147 Schülern
  • Johann-Schöner-Gymnasium: ca. 80 Lehrkräfte und 1119 Schüler (Stand 2010)
  • Johann-Rudolph-Glauber-Realschule: mit 613 Schüler (Stand 2012)
  • Förderschule
  • Städtische Sing- und Musikschule: 18 Lehrkräfte und 499 Schüler (Stand Schuljahr 2012/2013)[8]
  • Jugendkulturzentrum "Piranha": mit etwa 10 000 Besuchern im Jahr

Seit dem 7. Juli 2007 tragen alle 4 Schulen in Karlstadt den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".

Sport[Bearbeiten]

In Karlstadt sind drei Vereine aktiv. Der TSV Karlstadt bietet Basketball, Handball, Tennis, Leichtathletik und Schwimmen an. Fußball wird vom FV 1920 Karlstadt geboten. Seit wenigen Jahren ist auch der FV Fatihspor Karlstadt aktiv. Dieser ist ein Club, dessen Ziele Integration und Courage sind. Er dient als Anlaufstelle für die ausländischen Einwohner Karlstadts.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerzahlen
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/202806&attr=OBJ&val=1728
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 152
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 491.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 762.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=677&suchbegriff=6
  8. Jahresbericht 2012 der Stadtverwaltung Karlstadt. Abgerufen am 14. Juli 2013 (PDF; 4,1 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien