Römisch-katholische Kirche in Mexiko

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Die römisch-katholische Kirche in Mexiko ist Teil der weltweiten römisch-katholischen Kirche unter der geistlichen Führung des Papstes und der Kurie in Rom.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche San Francisco im Stadtzentrum von Tlaxcala wurde 1521 im Zuge der Spanischen Eroberung Mexikos geweiht und ist die älteste des amerikanischen Festlandes. Die lokalen Völker Mexikos wurden in der Folge zwangsweise christianisiert. Am 13. Oktober 1525 wurde durch Papst Clemens VII. mit der Päpstlichen Bulle Devotionis tuae probata sinceritatis das Erzbistum Puebla de los Ángeles unter dem Namen „Bistum Tlaxcala“ errichtet und dem Erzbistum Sevilla als Suffraganbistum unterstellt. Am 2. September 1530 gab das Bistum Tlaxcala Teile seines Territoriums zur Gründung des Bistums Mexiko-Stadt ab, das bald darauf zum Erzbistum erhoben wurde. Die Spanische Inquisition richtete 1571 für die neuen amerikanischen Besitzungen ein Tribunal in Mexiko ein. Die römisch-katholische Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem der größten Grundbesitzer im damaligen Vizekönigreich Neuspanien. Im Mexikanischen Unabhängigkeitskrieg 1810 bis stand die katholische Amtskirche auf Seiten der Kolonialmacht Spanien und exkommunizierte z.B. zwei führende Vertreter der Unabhängigkeitsbewegung, die Priester Miguel Hidalgo und José María Morelos. Das Verhältnis von Kirche und mexikanischem Staat war lange Zeit angespannt. Infolge der Umsetzung der antiklerikalen Bestimmungen der Verfassung von 1917 und der Gründung einer romunabhängigen mexikanischen Staatskirche im Februar 1925 eskalierte die Auseinandersetzung zwischen Kirche und Staat. 1926 kam es zu einer umfassenden Aufstandsbewegung gegen den mexikanischen Präsidenten Plutarco Elías Calles, den Guerra Cristera, dessen Opferzahl auf mehrere zehntausend Menschen geschätzt wird. Der Übergangspräsident Emilio Portes Gil leitete 1929 Verhandlungen mit der Kirche, mit dem US-amerikanischen Botschafter Dwight Morrow als Vermittler, ein. So kam es zum Modus Vivendi, der eine Verbesserung der Lage für die katholische Kirche vorsah. Im Wesentlichen verzichtete der Staat auf die Anwendung der Gesetze von 1917 und die Kirche sollte sich in der Einforderung ihrer Rechte zurückhalten. Es gab allerdings grobe Verletzungen. Etwa 5000 Cristeros wurden trotz einer Amnestie nach dem Abkommen ermordet. Erst mit der Präsidentschaft von General Lázaro Cárdenas del Río bahnte sich eine anhaltende Besserung im Verhältnis zwischen Kirche und Staat an[1]. Der Modus Vivendi hielt bis 1992 an. In diesem Jahr wurden die Beziehung zwischen Kirche und Staat durch eine umfassende Verfassungsreform neu geregelt. Daraufhin nahmen der Vatikan und Mexiko diplomatische Beziehungen auf.

Papstbesuche[Bearbeiten]

Papst Johannes Paul II. besuchte 1979, 1990, 1993, 1999 und 2002 Mexiko.

Papst Benedikt XVI. besuchte Mexiko vom 23. bis zum 26. März 2012.

Organisation[Bearbeiten]

Mexiko ist nach Brasilien das Land mit den meisten katholischen Gläubigen weltweit. Nach Angabe von Adveniat sind 93 % der Bevölkerung getaufte Katholiken.[2]; nach Angabe im CIA-Factbook sind 76,5% der Mexikaner Katholiken.[3]

Das größte Bistum, Mexiko-Stadt, zählt 7.973.000 Katholiken.[4] Ihm folgen die Erzbistümer Guadalajara mit 6.504.000 Katholiken[5] und Monterrey mit 5.862.000 Katholiken.[6] Die römisch-katholische Kirche in Mexiko ist in 18 Erzbistümer und 73 dazugehörende Suffraganbistümer gegliedert. In Mexiko gibt es 93 kirchliche Jurisdiktionseinheiten, die in 6.534 Pfarreien untergliedert sind (Stand 2011).[2]

Vorsitzender der Conferencia del Episcopado Mexicano (CEM), der mexikanischen Bischofskonferenz, ist Erzbischof Carlos Aguiar Retes. Apostolischer Nuntius in Mexiko ist Christophe Pierre.

Bistümer in Mexiko[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Groppe SJ: Michael Pro - Ein mexikanischer Schlingel wird Priester und Märtyrer. München 1989, S. 163.
  2. a b Adveniat Magdalena Holztrattner: Länderprofil Mexiko (PDF; 1,2 MB), Angaben vom 21. März 2011
  3. CIA World Factbook: Mexiko (englisch) Angaben vom Februar 2010
  4. Annuario Pontificio per l’anno 2012, Città del Vaticano 2012, S. 467.
  5. Annuario Pontificio per l’anno 2012, Città del Vaticano 2012, S. 278.
  6. Annuario Pontificio per l’anno 2012, Città del Vaticano 2012, S. 478.

Weblinks[Bearbeiten]