Reipoltskirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reipoltskirchen
Reipoltskirchen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reipoltskirchen hervorgehoben
49.6346111111117.6617361111111208Koordinaten: 49° 38′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken-Wolfstein
Höhe: 208 m ü. NHN
Fläche: 7,48 km²
Einwohner: 365 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67753
Vorwahl: 06364
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 085
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Webpräsenz: www.reipoltskirchen.de
Ortsbürgermeisterin: Elisabeth Schultz
Lage der Ortsgemeinde Reipoltskirchen im Landkreis Kusel
Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern ZweibrückenKarte
Über dieses Bild

Reipoltskirchen ist eine Ortsgemeinde im westpfälzischen Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Tal des Odenbachs im Norden des Nordpfälzer Berglandes. Zu Reipoltskirchen gehören auch die Wohnplätze Ausbacherhof, Ingweilerhof und Karlshof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

In der Gemarkung, die vom Jahr 750 an dem fränkischen Nahegau zugehörig war, stiftete der Franke Richbaldes – möglicherweise bereits im 8. Jahrhundert – eine Kirche. Um diese herum bildete sich im Lauf der Jahre eine Siedlung, die Richbaldeskirchen genannt wurde, was sich mit der Zeit zum aktuellen Namen veränderte.

Der Ort, 1198 erstmals urkundlich erwähnt, war Hauptort und Amtssitz der unmittelbaren Reichsherrschaft Reipoltskirchen. Diese umfasste 15 Dörfer und diverse Höfe, die sich mit ca. 3.000 Einwohnern auf einer Fläche von rund 100 km² zwischen Alsenz und Lauter ausdehnten.

Die zum Oberrheinischen Reichskreis gehörende Herrschaft Reipoltskirchen blieb bis zu ihrer Besetzung durch französische Revolutionstruppen 1792 reichsunmittelbar. 1816 fiel das Gebiet mit der linksrheinischen Pfalz an das Königreich Bayern, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es Bestandteil von Rheinland-Pfalz.

1998 feierte der Ort unter Bezugnahme auf die erste urkundliche Erwähnung seine 800-Jahr-Feier.

Kirchengeschichte[Bearbeiten]

Die Herrschaft Reipoltskirchen nahm im 16. Jahrhundert das lutherische Bekenntnis an. Ab dem 17. Jahrhundert siedelten sich aber wieder Katholiken im Ort Reipoltskirchen an, was durch die französische Besatzungsmacht unter Ludwig XIV. und auch spätere Herren gefördert wurde, sodass sich die Mehrheitsverhältnisse umkehrten und das Kirchengebäude in Reipoltskirchen gegen Ende des Jahrhunderts wieder in katholischen Besitz gelangte. Betreut wurde die katholische Gemeinde zunächst durch Angehörige des Franziskanerklosters in Meisenheim − ebenfalls eine gegenreformatorische Gründung Frankreichs. Als das baufällige Kirchengebäude 1848 durch einen Neubau ersetzt wurde, forderten die Protestanten im Ort allerdings Nutzungsrechte ein, was auf eine simultane Nutzung des Vorgängerbaus hindeutet. Diese Rekatholisierung ist eine spezifische Entwicklung des Dorfes Reipoltskirchen und betrifft nicht den Rest der Herrschaft. Heute stehen 55 % Katholiken 40 % Protestanten gegenüber.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Reipoltskirchen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Im geteilten Wappenschild oben ein silbernes Rad auf blauem Grund und unten ein gestürzter silberner Anker, begleitet von zehn silbernen Schindeln auf grünem Grund“.

Es wurde 1927 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt. Das Rad und der Anker entstammen den Wappen der ehemals ortsbeherrschenden Adelsgeschlechter, den Falkensteinern und Hohenfelsern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wasserburg Reipoltskirchen

Auf das erste Gotteshaus, das Richbaldes gestiftet hatte, folgten insgesamt drei weitere an gleicher Stelle. Jüngstes Bauwerk ist die 1880 geweihte Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk, deren 35 m hoher Turm zu einem Wahrzeichen der Gemeinde wurde.

Der Ort besitzt eine ansehnliche Tiefburg, die 1276 erstmals erwähnt wurde. Die Wasserburg Reipoltskirchen war Sitz der Herren von Hohenfels, die eine Nebenlinie der Herren von Bolanden waren. Die Familie starb 1602 aus. 1628 wurde die Reichsherrschaft Reipoltskirchen unter den Grafen von Lewenhaupt-Rasburg und zwei Vettern des letzten Herren von Hohenfels, aufgeteilt. Über eine Erbtochter kam die Hälfte des Besitzes an die Grafen von Manderscheid, die ihren Anteil 1730 an die Grafen von Hillesheim verkauften. Die andere Hälfte kam nach mehrfachem Besitzerwechsel 1777 an die Karoline zu Isenburg und Büdingen, älteste Tochter des Kurfürsten von der Pfalz.

Unterhalb der Burg sind drei Anlagen vom Projekt "Kunst im Grünen". Die Landschaftsbilder zu aktuellen Themen sind vom Turm der Wasserburg besonders gut zu sehen.[5]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Reipoltskirchen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Thon (Hrsg.): Wie Schwalbennester an den Felsen geklebt. Burgen in der Nordpfalz. 1. Aufl. Schnell + Steiner, Regensburg 2005, S. 126–129, ISBN 3-7954-1674-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reipoltskirchen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 100 (PDF; 2,3 MB)
  3. regionalegeschichte.net - Beitrag zu Reipoltskirchen von Ernst Schworm (abgerufen am 31. Juli 2013). Als anschauliche veröffentlichte Quelle über die Wirren der Rekatholisierung vgl. auch eine Bittschrift der Reipoltskirche Lutheraner ca. 1705-1709, in: Bernhard H. Bonkhoff (Hrsg.), Quellen und Texte zur pfälzischen Kirchengeschichte. Bildatlas zur pfälzischen Kirchengeschichte Bd. II, Speyer/Regensburg 2005, Nr. 425/ S. 587
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Kunst im Grünen