Lauterecken

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lauterecken
Lauterecken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lauterecken hervorgehoben
49.6494444444447.5919444444444169Koordinaten: 49° 39′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 8,89 km²
Einwohner: 2194 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67742
Vorwahl: 06382
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Webpräsenz: www.lauterecken.de
Stadtbürgermeister: Heinrich Steinhauer
Lage der Stadt Lauterecken im Landkreis Kusel
Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern ZweibrückenKarte
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Lauterecken ist eine Stadt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Lauterecken, der sie auch angehört. Lauterecken trägt den Beinamen Veldenzstadt. Lauterecken ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Darüber hinaus ist Lauterecken in zusammen mit der Kreisstadt Kusel Teil eines mittelzentralen Verbundes.

Sowohl gemessen an der Einwohnerzahl als auch an der Gemarkungsflache zählt Lauterecken zu den kleinsten Städten Deutschlands.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lauterecken liegt im Nordpfälzer Bergland an der Mündung der Lauter in den Glan.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Lohnweiler, Medard, Wiesweiler, Grumbach, Cronenberg und Heinzenhausen.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 707 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 41 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 0 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht nach Matthäus Merian

Die Stadt ist nach dem Flüsschen Lauter benannt, die nahe der Ortsmitte in den aus Altenglan zufließenden Glan mündet. Erstmalige Erwähnung fand Lauterecken in einem Reichsspruch von 1224. Stadt und Burg Lauterecken befanden sich zu dieser Zeit im Besitz der Grafen von Veldenz. Mit dem Aussterben der Veldenzer 1444 fiel Lauterecken an Pfalz-Zweibrücken und war von 1543 bis 1694 Residenz der Nebenlinie Pfalz-Veldenz-Lauterecken. 1689 wurden Stadt und Schloss zerstört. Von 1733 bis 1797 war Lauterecken Sitz eines Kurpfälzischen Oberamtes. Nach der Französischen Revolution kam Lauterecken an Bayern (1818) — nach dem Zweiten Weltkrieg an Rheinland-Pfalz. Seit 1972 ist es Verwaltungssitz einer Verbandsgemeinde, der neben Lauterecken 25 eigenständige Ortsgemeinden angehören.

Politik[Bearbeiten]

Ein Teil der Heizwärme in der Stadt wird umweltfreundlich durch eine Hochleistungswärmepumpe des Freitaler Unternehmens Thermea aus der im Jahresmittel 10 °C warmen Lauter gewonnen.[3] Nur bei Frosttemperaturen springt alternativ ein Brennwertkessel ein.[4]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Lauterecken besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[5]

  SPD CDU FDP FWG Gesamt
2009 4 4 3 5 16 Sitze
2004 5 5 2 4 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtbürgermeister ist Heinrich Steinhauer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Turm von Schloss Veldenz

Sehenswerte Bauwerke sind der Turm des ehemaligen Residenz des Grafen von Veldenz, ein Kriegerdenkmal und das Schloss, das mittlerweile renoviert wurde, außerdem die alte Brücke über die Lauter.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lauterecken

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Als größere Veranstaltungen sind der Frühjahrsmarkt, das große Heimatfest, der Herbstmarkt, der Weihnachtsmarkt und das alle zwei Jahre stattfindende Turmfest zu nennen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Lauterecken beherbergt wegen seiner zentralen Lage im nördlichen Landkreis Kusel drei mittelständische Unternehmen und verschiedene Geschäfte.

Verkehr[Bearbeiten]

In Lauterecken treffen sich die Bundesstraße 270 und die Bundesstraße 420. Zudem beginnt vor Ort die Kreisstraße 39, die nach Hohenöllen führt. Für Radler ist Lauterecken ein Durchgangsort des Radwegs Glan-Blies sowie nördlicher Endpunkt des Lautertal Radwegs.

Im Jahr 1883 erhielt Lauterecken in Form der Lautertalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der damalige Endbahnhof befand sich am südlichen Stadtrand. Er blieb zunächst bestehen, als die untere Glantalbahn im Jahr 1896 als unmittelbare Fortsetzung der Lautertalbahn bis nach Odernheim verlängert und ein Jahr später bis nach Staudernheim an der Rhein-Nahe-Bahn durchgebunden wurde.

In diesem Zusammenhang entstand rund einen Kilometer nördlich des Bahnhofs ein weiterer Bahnhalt mit dem Namen Lauterecken. Er sollte den Einwohnern des nördlichen Stadtgebiets von Lauterecken und aus den im mittleren Glantal gelegenen Gemeinden den Zugang zur Bahn erleichtern. Mit der Vollendung der Glantalbahn im Jahr 1904 wurde er aufgegeben.

Trtiebwagen im Bahnhof Lauterecken-Grumbach im Jahr 1986

Bereits im Zuge der Planungen der übrigen Glantalbahn, die in erster Linie aus strategischen Gründen errichtet wurde, stellte sich heraus, dass sich der bisherige Bahnhof sich in bezug auf die Verknüpfung mit der Lauterstrecke in einer ungünstigen Lage befand. Aus diesem Grund entstand der 1904 eröffnete Bahnhof Lauterecken-Grumbach unweit des bisherigen Haltepunkts, der fortan als Verknüpfungsstation fungierte und der bis heute die Stadt mit dem Oberzentrum Kaiserslautern verbindet. Der alte Bahnhof wurde zunächst als Haltepunkt weiter betrieben, ehe er mangels Rantabilität 1912 aufgegeben wurde. Auf der Glantalbahn endete der Personenverkehr zwischen Altenglan und Lauterecken im Jahr 1985, ein Jahr später folgte der Abschnitt zwischen Lauterecken und Staudernheim. Zur selben Zeit war die Lautertalbahn ebenfalls von der Stilllegung bedroht, die jedoch abgewendet wurde. Der Güterverkehr kam 1993 zum Erliegen. Entlang der Glantalbahn wurde 2000 der Draisinenverkehr eröffnet, wobei im Bahnhof Lauterecken-Grumbach eine von insgesamt drei Ausleihstationen für Draisinen darstellt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Als Unternehmen mit überregionaler Bedeutung sind vor allem der Fruchtsafthersteller Niehoffs-Vaihinger, ein Werk der seit 2003 zum Industriekonzern Behr Bircher Cellpack BBC gehörenden Cellpack-Gruppe (Lebensmittelverpackungen) und eine Produktionsstätte der BITO-Lagertechnik zu nennen. Zudem besitzt die Kreissparkasse Kusel eine Filiale in Lauterecken. Die Instrumentenbauerfamilie Sander besaß früher eine Werkstatt vor Ort.


Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Lauterecken ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde und beherbergt auch ihre Verwaltung. Außerdem ist hier eine Filiale der Bundesagentur für Arbeit ansässig (von insgesamt drei im Landkreis Kusel). Lauterecken besitzt eine Residenz der Wohn- und Alteneinrichtung „Pro Seniore“, in der Alleinstehende und Pflegebedürftige wohnen und betreut werden können. Eine kleine Stadtbücherei findet sich im Stadthaus.

Bildung[Bearbeiten]

In der Veldenzstadt Lauterecken gibt es eine Grundschule, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Janusz-Korczak-Schule), ein Schulzentrum mit Realschule plus und das Veldenz-Gymnasium.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Friedrich Schüler (1791–1873), war 1848/1849 als Abgeordneter für Lauterecken Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung
  • Emil Fränger (1856–1941), deutscher Verwaltungsjurist, war 1882 vor ort Rechtsreferendar
  • Johannes Lohr (1875–1941), protestantischer Pfarrer im Dekanat Lauterecken
  • Bruno Eckhardt (* 1960), Professor für Theoretische Physik an der Philipps-Universität Marburg besuchte das Gymnasium Lauterecken

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lauterecken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lauterecken – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Thermea.Energiesysteme
  4. Die Exoten unter den alternativen EnergienVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times vom 4. April 2011, abgerufen 9. April 2011
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat