Wolfstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wolfstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolfstein
Wolfstein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolfstein hervorgehoben
49.5841666666677.6061111111111189Koordinaten: 49° 35′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken-Wolfstein
Höhe: 189 m ü. NHN
Fläche: 13,74 km²
Einwohner: 1944 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67752
Vorwahl: 06304
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 105
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Webpräsenz: www.wolfstein.de
Stadtbürgermeister: Herwart Dilly
Lage der Stadt Wolfstein im Landkreis Kusel
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Wolfstein aus der Luft

Wolfstein ist eine Stadt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an. Wolfstein ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Wolfstein zu den kleinsten Städten Deutschlands.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Wolfstein liegt im Nordpfälzer Bergland, sogenannten „Königsland“, zwischen Idar-Oberstein und Kaiserslautern. Durch die Stadt fließt die Lauter. Vor Ort kommen die Minerale Analcim, Grossular und Prehnit vor. Das Stadtgebiet umfasst 13,74 km². Ausgeprägte Berge sind der Königsberg und der Eisenknopf.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Wolfstein gliedert sich in die beiden Stadtteile Wolfstein mit den Ortsteilen Pfingstweide, Reckweilerhof und Schwanenhof sowie Roßbach mit den Ortsteilen Immetshausen, Mühle und Stahlhausen.[3]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 729 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 46 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Wolfstein wurde 1275 auf Anweisung von Rudolf I. von Habsburg gegründet und erhielt sofort das Stadtrecht. Wolfstein ging 1357 unter Kaiser Karl IV. an die Pfalzgrafen (später Kurpfalz). Während dieser Zeit gehörte die Stadt zu Pfalz-Lautern, das von 1559 bis 1592 ein eigenständiges Territorium innerhalb des Heiligen Römisches Reiches bildete. Zudem war Wolfstein bis Ende des 18. Jahrhunderts Sitz eines kurpfälzischen Unteramtes, das zum Oberamt Lautern zählte.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Wolfstein zum französischen Departement Donnersberg und war Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons.

Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und eines Tauschvertrags mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war Wolfstein dem Landkommissariat Kusel im bayerischen Rheinkreis zugeordnet. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Wolfstein außerdem zu einem der Zentren des Westpfälzer Wandermusikantentums; mehr als 200 Musikanten dieses Wandergewerbes stammten aus der Stadt.

Nach der Pfälzischen Erhebung 1848/49 wanderten viele Bürger nach Amerika aus. 1866 wurde die evangelische Kirche erbaut. Seit 1946 ist Wolfstein Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rossbach in der Pfalz eingemeindet.[4] Seit 1971 war die Stadt Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde gleichen Namens, die 2014 mit der Verbandsgemeinde Lauterecken zur neuen Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein mit Sitz in Lauterecken fusionierte.

Bevölkerungsentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl von Wolfstein bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 861
1835 1.331
1871 1.572
1905 1.691
1939 1.881
1950 1.981
Jahr Einwohner
1961 2.158
1970 2.119
1987 2.049
1997 2.106
2005 2.011
2012 1.944

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Wolfstein besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 4 5 2 5 16 Sitze
2009 4 3 3 6 16 Sitze
2004 4 5 2 5 16 Sitze
  • FWG = Verein zur Förderung der Kommunalpolitik im Bereich der Verbandsgemeinde Wolfstein e.V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 unterhält Wolfstein eine Städtepartnerschaft mit Verdun-sur-le-Doubs in Burgund (Frankreich).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kupferstich nach Matthäus Merian

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Zum Ort gehören die Burg Alt-Wolfstein, die Keimzelle der Stadt war, sowie die Burg Neu-Wolfstein.
  • Ein Zeugnis der industriellen Vergangenheit ist das Historische Besichtigungs-Kalkbergwerk in Wolfstein. Eine Grubenbahn führt den Besucher unter sachkundiger Führung in das Kalkbergwerk am Königsberg, in dem noch bis 1967 untertage Kalksteine gebrochen und am Ort verarbeitet wurden. Sämtliche Einrichtungen sind im Original vorhanden.
  • Das Kalkbergwerk am Königsberg gilt als ein Industriedenkmal von besonderem Rang und ist einmalig in Deutschland.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wolfstein

Kultur[Bearbeiten]

In Wolfstein existiert ein Posaunenchor, der Mitglied im Gnadauer Posaunenbund ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Wolfstein führt die Bundesstraße 270. Die Umgehungsstraße der B 270 wurde am 17. November 2006 nach knapp fünfjähriger Bauzeit für den Verkehr freigegeben. Durch den Stadtteil Roßbach verläuft zudem die Kreisstraße 48. Seit 2011 führt der circa 100 Kilometer lange Pfälzer Höhenweg von Winnweiler über Rockenhausen nach Wolfstein. Außerdem war die Stadt Station des Westpfalz-Wanderweges.

Zug im Jahr 2008 im Bahnhof Wolfstein

Außerdem liegt Wolfstein an der Lautertalbahn. Im Stadtgebiet existieren drei Schienenverkehrhaltestellen, der wichtigste ist der Bahnhof Wolfstein mit dem höchsten Fahrgastaufkommen der Strecke. Im Zuge seiner Entstehung kam es zu Konflikten, da er auf der Gemarkung der damals selbständigen Gemeinde Roßbach befand; die Streitigkeiten setzten sich bis 1906, als die Lautertalbahn bereits mehr als 20 Jahre lang in Betrieb war, fort. Seit 2000 weist der Bahnhof keinen Güterverkehr mehr auf; er war zu diesem Zeitpunkt der letzte Gütertarifpunkt entlang der Bahnlinie. 2005 wurden die Bahnsteige behindertengerecht ausgebaut. Darüber hinaus verfügen die Stadtteile Roßbach und Reckweilerhof jeweils über Schienenverkehrshaltestellen. Ebenfalls auf der Gemarkung der Stadt liegt mit dem Eisenknopf-Tunnel der einzige Tunnel der Bahnstrecke. 2000 wurde die Stadt Teil des neu gegründeten Westpfalz-Verkehrsverbundes (WVV), ehe dieser 2006 im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) aufging, dem Wolfstein seither angehört.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Jugendherberge, erbaut 1978-1980

Wichtigster Arbeitgeber und mit einer langen Geschichte mit Wolfstein verbunden ist die Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, die seit 2010 zur Hartmann Gruppe gehört. Die Instrumentenbauerfamilie Sander besaß früher eine Werkstatt vor Ort. Zudem besitzt die Kreissparkasse Kusel eine Filiale in Wolfstein. Da die Gebäude des Landgericht Kaiserslautern 1944 einem Bombenangriff zum Opfer fielen, verlegte es seinen Sitz provisorisch nach Wolfstein, bis in Kaiserslautern ein neues Gebäude fertiggestellt war. Wolfstein verfügt zudem über eine Regionale Schule sowie über ein Heimatmuseum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfstein – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 100 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 201 (PDF; 2,6 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen