Heimbach (Eifel)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Düren | |
| Höhe: | 227 m ü. NN | |
| Fläche: | 64,96 km² | |
| Einwohner: |
4428 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 52396 | |
| Vorwahlen: | 02446, 02425 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DN, JÜL | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 58 012 | |
| NUTS: | DEA26 | |
| Stadtgliederung: | 7 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hengebachstr. 14 52396 Heimbach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Bert Züll (CDU) | |
| Lage der Stadt Heimbach im Kreis Düren | ||
Heimbach ist eine Stadt im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, in der Rureifel im Nationalpark Eifel. Sie ist die zweitkleinste Stadt in Nordrhein-Westfalen nach Hallenberg im Hochsauerlandkreis und damit auch kleinste Stadt im Landesteil Nordrhein.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Heimbach liegt im Tal der Rur an der Rurtalsperre Schwammenauel und am Stausee Heimbach. In der Kernstadt liegt der Sonnenberg. Die Stadt in der Eifel hat sehr viel Tourismus aus dem Raum Aachen, Köln, Bonn und aus den Niederlanden. Heimbach ist seit dem 13. September 1974 staatlich anerkannter Luftkurort.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
im Kreis Düren [Bearbeiten]
in der Städteregion Aachen [Bearbeiten]
im Kreis Euskirchen [Bearbeiten]
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Heimbach besteht aus den Stadtteilen
Es gibt weiterhin mehrere kleinere Siedlungen zu denen das Fischbachtal, Walbig, Schwammenauel und Buschfelder Hof gehören.
Geschichte [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung findet Heimbach im Jahr 673 in Schenkungsurkunden des fränkischen Königs Theoderich I., Vlatten und Hergarten werden im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt. Im 10. Jahrhundert wurde der Königshof Vlatten auf die Burg Hengebach verlegt.
Lothar II. erwarb 864 das Dorf Hergarten vom Kloster Prüm. 1288 wurde die Heimbach Mittelpunkt eines Jülicher Amtes und die Burg Hengebach zum Sitz eines Jülicher Burggrafen. Um 1300 erhielt Heimbach nach einer Befestigung der Siedlung einen stadtähnlichen Charakter.
Seit 1602 werden in Heimbach Jahrmärkte abgehalten, der Markt zum Fest Mariä Heimsuchung findet anlässlich der Wallfahrtsoktav heute noch statt.
1614 wechselte Heimbach mit Beendigung des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits an Wolfgang Wilhelm Pfalz Neuburg, ab 1815 gehörte es zu Preußen.
1903 erfolgt der Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz.
1904 wurde die Urfttalsperre fertiggestellt, wodurch der Fremdenverkehr im Ort kräftig anwuchs.
Am 8. April 1959 wurden Heimbach die Stadtrechte wiederverliehen aufgrund seiner historischen Vergangenheit und als Würdigung Heimbachs als ein Zentrum des Fremdenverkehrs.
Religionen [Bearbeiten]
Altbau St. Clemens (r.) und Neubau Salvatorkirche mit Pietà und Antwerpener Retabel (l.)
Heimbach ist ein bekannter Wallfahrtsort. Seit dem Jahre 1804 pilgern Gläubige zur „Schmerzhaften Mutter von Heimbach“, einer in der Pfarrkirche von Heimbach aufgestellten Pietà. Im Zuge der Säkularisation wurde die Pietà aus dem 15. Jahrhundert zusammen mit einem Antwerpener Retabel aus dem 16. Jahrhundert am 22. Juni 1804 aus dem Trappistenkloster Mariawald in die Heimbacher Pfarrkirche St. Clemens übertragen. Heute sind Pietà und Retabel in der am 24. Mai 1981 geweihten Heimbacher Salvatorkirche zu sehen. Die katholischen Pfarreien in Heimbach gehören zum Bistum Aachen. Die Christen der „Evangelischen Kirche im Rheinland“ in Heimbach bilden eine Filialgemeinde der „evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde im Schleidener Tal“.
Neugliederung [Bearbeiten]
Am 1. Juli 1968 wurde Hausen eingemeindet.[2] Am 1. Juli 1969 folgten Hergarten und Vlatten.[2] Die Stadt Heimbach kam am 1. Januar 1972 vom Kreis Schleiden zum Kreis Düren und wurde mit der Stadt Nideggen zusammengefasst. Am 4. August 1972 entschied das Oberverwaltungsgericht, dass Heimbach wieder eine eigenständige Kommune wird.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die 20 Sitze des Gemeinderates verteilen sich auf:
(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009)
Wappen, Flagge und Banner [Bearbeiten]
- Blasonierung: „In Schwarz ein siebenzinniger schwarz gefugter silberner Turm mit vorspringendem Sockel sowie spitzbogigem Tor mit halbgezogenem Fallgatter, hinter den Zinnen ein rotgeziegeltes Spitzdach mit silberner Turmkugel und einen mit roten Ziegeln bedachten rückwärtigen Wehrgang tragend, beidseitig in je einem roten Wehrerker mit Pechnase endend, der Sockel mit einem gelehnten Schildchen bedeckt, darin in Gold ein rotbewehrter und rotgezungter schwarzer Löwe.“
- Wappenerklärung: Der Turm steht für die frühe (1300) Befestigung des Ortes, der gelehnte Schild zeigt den Jülicher Löwen, der an die Zugehörigkeit zum Herzogtum Jülich hinweist. Das Wappen von Heimbach ähnelt dem Wappen von Hof an der Saale: silberner Zinnenturm beziehungsweise Zinnentürme mit gelehntem Löwenschild (Jülicher beziehungsweise Wittelsbacher Löwe). Der Grund ist, dass in Schmidt, ein ehemaliges Dorf der Burg Hengebach, bis 1749 ein Zweig der heute in den Niederlanden lebenden Ritterfamilie derer von Schmidt auf Altenstadt ansässig war, deren Stammsitz das von ihnen um 1700 erbaute Rittergut Schloss Gattendorf im oberfränkischen Kirchgattendorf bei Hof liegt.
Beschreibung von Flagge und Banner:„Die Flagge der Stadt Heimbach zeigt die Farben weiß-schwarz-weiß in Längsstreifen im Verhältnis 1 : 2 : 1 mit dem Stadtwappen in der Mitte. Sie kann auch als Banner geführt werden.“[3]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Infozentren und Freizeitaktivitäten [Bearbeiten]
In der Naturerlebnisausstellung im „Haus des Gastes“ geht es um die Wechselwirkungen zwischen Natur und ihrer Nutzung rund um Heimbach. Unter anderem wird das Schaf als wichtiges Nutztier vorgestellt: Eifelbauern waren arme Bauern. Für Getreide und Rinder war der Boden zu karg, der Kunstdünger noch nicht erfunden. Wo die Milchkuh kümmerte, brachte das Eifelschaf Ertrag. Schafe waren in der Eifel einmal ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Vom einstigen Wohlstand der Wollweber und Tuchhändler zeugen noch heute deren prachtvolle Häuser in Monschau. Im 18. Jahrhundert wurden Schafherden aus der Eifel sogar auf die Märkte von Paris getrieben. Große Schafherden bedeuteten Wolle, Tuch und Filz. Allein in Heimbach gab es vier Schäfereien. Hier arbeitete eine Wollspinnerei und eine Walkmühle, lebten Färber und Weber. Heute erhalten die Schafe die traditionelle Kulturlandschaft, die grünen Täler der Eifel mit Orchideen, Hummeln und bunten Schmetterlingen.
Die Dauerausstellung der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen unter dem Titel „Audienz beim König der Nacht“ vermittelt dem Besucher die wichtigsten Informationen über den Uhu und seinen Lebensraum, Ausrottung und Wiederansiedlung, Gefährdungsursachen und Schutz.
In der ehemaligen Hauptschule befindet sich das Wasser-Info-Zentrum Eifel. Es dient zudem der Verbraucherberatung und ist Tagungsstätte.
Im Bahnhof Heimbach befindet sich das Nationalpark-Tor Heimbach mit der Ausstellung „Geheimnisse im Buchenwald“ und wichtigen Informationen rund um den Nationalpark Eifel. Der Bahnhof wurde in einer Feierstunde am 18. September 2011 als NRW-Wanderbahnhof 2011 ausgezeichnet.[4] Von dort führen viele Wanderwege in die nähere und weitere Umgebung. Des Weiteren lässt sich die Eifel von hier aus auch mit dem Fahrrad oder Mountainbike erkunden. Durch den Ort führen die Radfernwege:
- Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt.
- RurUfer-Radweg, der die höchste Erhebung des Hohen Venn mit der Mündung der Rur in die Maas verbindet.
- D-Route 4: Mittelland-Route: Von Aachen über Bonn und Siegen, Erfurt, Jena und Chemnitz nach Zittau.
- D-Route 7: Pilgerroute: Von Aachen über Köln, Düsseldorf, Duisburg, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Flensburg.
- Durch den Stadtteil Hausen (Heimbach) führt die 524 km lange Wasserburgen-Route. Sie verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.
Ferner gibt es in Heimbach einen Minigolfplatz und ein großzügiges Freibad mit Beachvolleyballplatz.
Museum [Bearbeiten]
Im Kraftwerk Heimbach befindet sich das RWE Industriemuseum mit elektrischen Alltagsgeräten. Im Bahnhof wurde das Museum DKB-Zeitreise im Oktober 2009 eröffnet.
Musik [Bearbeiten]
Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind die seit 1998 im Kraftwerk stattfindenden Konzerte „Spannungen“ mit dem künstlerischen Leiter und Pianisten Lars Vogt.
Bauwerke [Bearbeiten]
In Heimbach befindet sich die Abtei Mariawald, das einzige Trappistenkloster in Deutschland.
Heimbach gehört mit seiner eigenen kleinen evangelischen Kirche zur evangelischen Kirchengemeinde Gemünd.
Unterhalb der Urfttalsperre befindet sich das Kraftwerk Heimbach, ein 1904 im Jugendstil errichtetes Wasserkraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie.
Überragt wird die Stadt Heimbach von der Burg Hengebach, die 1106 erstmals erwähnt wurde. Nach dem ersten Spatenstich am 20. November 2008 für den Umbau, wurde sie Sitz der „Internationalen Kunstakademie Heimbach“.
Verkehr [Bearbeiten]
- Heimbach ist Endbahnhof der Bahnstrecke Düren–Heimbach von Düren in die Eifel. Der Bahnhof hat neben der Funktion, eine gute Anbindung im Nahverkehr zwischen Linnich, Düren und Heimbach zu bieten, eine touristische Funktion als Nationalparktor und Infozentrum für Wanderer und Touristen. An Sonn- und Feiertagen der Sommermonate fährt die euregiobahn von Heerlen (NL) über Aachen und Düren kommend direkt den Bahnhof in Heimbach an (Heerlen-Heimbach-Express seit 2004).
- „Mäxchen“ heißt ein Doppeldeckerbus der Dürener Kreisbahn, der an bestimmten Tagen mit Gästeführern über die Eifelhöhen fährt.
- Neben den regelmäßigen Fernverkehrslinien des öffentlichen Personennahverkehrs fährt in der Stadt Heimbach ein Bürgerbus.
- Die Rurseebahn verbindet an bestimmten Tagen den Bahnhof Heimbach mit der Anlegestelle der Rurseeschifffahrt in Schwammenauel (Heimbach-Hasenfeld).
- Die Rurseeschifffahrt bietet Schiffsverbindungen von Heimbach-Schwammenauel zu den anderen Rursee-Anliegerorten Nideggen-Schmidt und Simmerath-Rurberg.
- Im Bereich Vlatten, Hergarten und Düttling durchquert die B 265 das Stadtgebiet.
- Von 1922 bis 1926 führte das Eifelrennen durch den Ort.
Sonstiges [Bearbeiten]
In einer Studie der Universität Trier, bei der 158 Luftkurorte in sechs Bundesländern begutachtet wurden, belegt Heimbach den ersten Platz.[5]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
in Heimbach geboren [Bearbeiten]
- Hanns Kurth (1904-1976), Schriftsteller
- Johann Peter Schroeder (1794–1876), Politiker
- Marion Winkel-Wergen (* 1957), Künstlerin und Keramikerin
mit Heimbach verbunden [Bearbeiten]
- Georg Frentzen (1854–1923), Architekt und Hochschullehrer; baute 1904 das Kraftwerk Heimbach (Wasserkraftwerk der Urfttalsperre) in Heimbach-Hasenfeld
- Luise Kött-Gärtner (* 1953), plastische Künstlerin; gestaltete in Heimbach ein Labyrinth
- Johannes Bündgens (* 1956), Pfarrer in Heimbach und Weihbischof im Bistum Aachen
Literatur [Bearbeiten]
- Josef Daheim: Heimbach und seine Stadtteile – Vergangenes in Wort und Bild. Horb am Neckar 1990.
- Norbert Saupp: Heimbach – Blens, Düttling, Hausen, Hasenfeld, Hergarten, Vlatten. Heimbach 1993.
- Eifelverein (Hrsg.): Heimbach. In: Die schöne Eifel. Geschichte – Naturlandschaft – Der Luftkurort / Führer durch die Stadt, Wandervorschläge. Düren 1987.
- Faßbender: Das Schloß Heimbach und die Grafen und Herren von Hengebach. Bochum 1868 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).
Weblinks [Bearbeiten]
- Rureifel-Tourismus im Nationalpark-Tor Heimbach
- Das Wasser-Info-Zentrum Eifel
- Die Abtei Mariawald
- „Spannungen“ im Kraftwerk Heimbach
- Burg Hengebach
- Denkmale in der Stadt Heimbach
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ a b Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Heimbach, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 20. Dezember 2012 (PDF; 478 kB).
- ↑ Heimbach ist NRW-Wanderbahnhof 2011. Abgerufen am 4. April 2013.
- ↑ Studie des ETI an der Universität Trier, 2008 (PDF; 432 kB)
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