Niederfell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Niederfell
Niederfell
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederfell hervorgehoben
50.2905555555567.463055555555680Koordinaten: 50° 17′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Untermosel
Höhe: 80 m ü. NN
Fläche: 11,67 km²
Einwohner:

1011 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56332
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK, MYVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 217
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.niederfell.de
Ortsbürgermeister: Heinz-Jürgen Meidt
Lage der Ortsgemeinde Niederfell im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Niederfell ist eine Ortsgemeinde an der Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Untermosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat.

Niederfell ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Niederfell vom gegenüberliegenden Gondorf aus

Niederfell liegt am rechten Moselufer etwa 17 Kilometer von Koblenz und etwa 33 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Oberfell und moselabwärts Dieblich. Gegenüber liegt Gondorf, ein Ortsteil der Gemeinde Kobern-Gondorf.

Zu Niederfell gehören der Ortsteil Kühr und einige auf den Moselhöhen liegende Höfe.

Geschichte [Bearbeiten]

Vermutlich war Niederfell schon in römischer Zeit besiedelt. Es gibt aber nur spärliche Funde aus dieser Zeit.

In zwei Urkunden des Trierer Erzbischofs Poppo über Schenkungen an die Abtei Sankt Marien, eine davon 1030 datierend, wird Niederfell als Velle erwähnt. Die Urkunden nehmen Bezug auf eine ältere Urkunde des Erzbischofs Egbertus aus dem Jahre 980. Daraus lässt sich auf das Bestehen des Ortes bereits 980 schließen.

Niederfell gehörte zum kurtrierischen Amt Münstermaifeld und umfasste nach dem Trierer Feuerbuch von 1563 (hrsg. von Brommer S. 166) 33 Feuerstellen (in etwa Haushalte). Damals hatte das Domstift Trier das Recht, den Schultheißen des Gerichts zu besetzen. Als „Vogtjunker“ erhielt Emmerich von Eltz jährlich zwei Fuder Wein.

Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort mehrfach zerstört. Aus diesem Grund haben sich auch keine mittelalterlichen Bauten erhalten. 1798 kam die damalige Mairie Niederfell zum Kanton Boppard. Im Zuge der preußischen Verwaltungsneugliederung kam der Ort zur Bürgermeisterei Brodenbach und zum Kreis Sankt Goar. Seit 1970 gehört Niederfell zum Landkreis Mayen-Koblenz.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

  • 1815 – 447
  • 1835 – 680
  • 1871 – 673
  • 1905 – 728
  • 1939 – 994
  • 1950–1082
  • 1961–1140
  • 1970–1232
  • 1987–1040
  • 2005–1077

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Niederfell besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Wappen [Bearbeiten]

Seit dem Ortsjubiläum von 1980, als Niederfell sein 1000-jähriges Bestehen feierte, führt die Gemeinde ein Wappen. Der blaue Pfahl in der Mitte erinnert an das einzige in Niederfell nachweisbare Adelsgeschlecht der Puppe von Niederfell (wohl 1364 ausgestorben). Die rote Lanze und der Bischofsstab stehen für den Pfarrpatron Lambertus, während der rote Schlüssel auf den Heiligen Petrus als Patron Triers verweist. Dem Trierer Domkapitel gehörte jahrhundertelang das größte Weingut Kühr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bauwerke [Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Lambertus wurde 1792 mit einem Dachreiter erbaut und in den Jahren 1871 und 1872 erweitert. Der Turm stammt erst aus dem Jahr 1955. Sehenswert ist die barocke Altargruppe aus dem Jahr 1773, die ursprünglich im Prämonstratenserinnenkloster in Mariaroth, heute ein Ortsteil von Dieblich, stand und im Jahr 1794 durch das beherzte Eingreifen einiger Niederfeller Bürger vor der Zerstörung durch die Franzosen gerettet werden konnte.

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

  • Jährlich im Sommer findet das Winzerhöfefest statt.
  • Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet das Feuerwehrfest der FF Niederfell statt.
  • Im September ist die Lambertuskirmes.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Niederfell moselaufwärts

Weinbau [Bearbeiten]

Niederfell gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind drei Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 15 ha. Etwa 90 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007).[2]

Weinlagen ( moselabwärts gesehen )[4]
  • Niederfeller Goldlay
  • Niederfeller Kahllay
  • Niederfeller Fächern

Verkehr [Bearbeiten]

Am Moselufer entlang führt die B 49 durch den Ort. Es besteht eine regelmäßige Busverbindung in Richtung Koblenz und Burgen. Die Fährverbindung nach Gondorf wurde im Herbst 1974 nach dem Bau der Brücke zwischen Löf und Alken eingestellt. Seit 1977 gibt es eine Brückenverbindung zwischen Niederfell und Kobern-Gondorf, wo sich ein Bahnhof an der Moselstrecke Koblenz–Trier befindet.

Einrichtungen [Bearbeiten]

Im Ortsteil Kühr befindet sich ein großes Betreuungszentrum für Menschen mit geistiger Behinderung unter Leitung der Dienerinnen des Heiligsten Herzens Jesu. Dieses wurde bereits im Jahr 1900 als Pflegeanstalt Herz-Jesu-Haus Kühr eingeweiht.

Bildung [Bearbeiten]

Der Ort verfügt über eine eigene Grundschule in Trägerschaft der Ortsgemeinde. Es handelt sich um eine so genannte Zwergschule. Die Kinder der ersten und zweiten Klasse sowie die Kinder der dritten und vierten Klasse werden in nur zwei Klassenräumen jeweils gemeinsam unterrichtet.

Bilder [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Niederfeller Chronik I., Gemeindeverwaltung Niederfell Mosel, 1979
  • Niederfeller Chronik II., Gemeindeverwaltung Niederfell Mosel, 1986

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Niederfell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  3. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  4. Krieger, Joachim: Terrassenkultur an der Untermosel, Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003