Vallendar

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Vallendar; für weitere Bedeutungen siehe Vallendar (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vallendar
Vallendar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Vallendar hervorgehoben
50.3969444444447.621944444444499Koordinaten: 50° 24′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vallendar
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 13,22 km²
Einwohner: 8413 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56179
Vorwahl: 0261
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 226
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 13
56179 Vallendar
Webpräsenz: www.vallendar-rhein.de
Stadtbürgermeister: Gerd Jung (CDU)
Lage der Stadt Vallendar im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Stadt Vallendar

Die Stadt Vallendar (ausgesprochen /'fa.lɛn.ˌdaːɐ̯/) ist ein staatlich anerkanntes Heilbad und Mittelzentrum im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Vallendar, der sie auch angehört.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Siedlungsfläche der Stadt Vallendar breitet sich am rechten Ufer des Mittelrheins gegenüber der bewohnten Rheininsel Niederwerth aus, dort, wo mehrere Bachtäler des Westerwaldes auf das Rheintal stoßen. Die Stadt liegt 5,7 km nördlich von Koblenz und 12,3 km südlich von Neuwied im Neuwieder Becken, einem Teil des Mittelrheinischen Beckens. Im Osten steigen die Höhen des Westerwaldes auf, jenseits des Rheins im Westen die Höhen der Eifel.

Stadtteile[Bearbeiten]

  • Mallendar
  • Mallendarer Berg
  • Schönstatt
  • Gartenstadt
  • Gumschlag

Geschichte[Bearbeiten]

Die Lage in den Bachtälern ist der Ursprung des Namens, wobei die Silben „val“ und „ndar“ zu unterscheiden sind. Beide Silben besitzen indogermanische Wurzeln: „val“ bedeutet so viel wie „fließend“, während „ndar“ auf „sumpfiges Gelände“ hinweist.

Vallendar wird erstmals um 830/840 als Besitz der Erzbischöfe von Trier erwähnt, es wird jedoch angenommen, dass es keltischen Ursprungs und damit weitaus älter ist (700-600 v. Chr.). Die Trierer Kurfürsten ließen ihren Besitz durch Vögte verwalten, die jedoch den Besitz immer mehr dem Zugriff der Kurfürsten entziehen konnten. So sind schließlich seit 1232 die Grafen von Sayn Landesherren und erbauen 1240 am Nordausgang von Vallendar eine Burg, auf deren Grundmauern heute das „Haus d'Ester“, die so genannte „Marienburg“ steht. Zusätzlich erhielt Vallendar zu dieser Zeit Stadtmauern.

1143 kam es zur Gründung des Schönstätter Klosters der Augustinerinnen, das 1567 wieder aufgelöst wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Erzbischof von Trier Mitinhaber der Herrschaft Vallendar. 1681 bzw. 1767 (endgültig) wurde Trier alleiniger Landesherr. Auf diese Territorialgeschichte verweist das Stadtwappen mit dem sayn'schen Löwen und dem kurtrierischen roten Kreuz. Im Mittelalter befand sich der Sitz eines pfalzgräflichen Hochgerichts in Vallendar.

1802 gelangte der Ort an das Fürstentum Nassau-Weilburg, 1815 schließlich an das Königreich Preußen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine reiche Gewerbetätigkeit, die ein Grund dafür war, dass Vallendar am 2. November 1856 von König Friedrich Wilhelm IV. die Stadtrechte erhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt 1919 Ziel einer Militäraktion der 23. US-Infanterie.[2] Seit 1932 ist Vallendar anerkannter Luft- und Kneippkurort. 1939 wurde die Gemeinde Mallendar eingemeindet. Ab 1954 bis in die 1970er Jahre entstanden zahlreiche neue Baugebiete. 1958 wurde die Brücke zwischen Vallendar und der Rheininsel Niederwerth eingeweiht. 1973 wurde das ortsbildprägende Hochhaus „Humboldthöhe“ fertiggestellt.

Heute wird das Bild Vallendars stark vom international bekannten Wallfahrtsort im Bezirk Schönstatt geprägt, wo sich die von Josef Kentenich 1914 in einem kleinen verfallenen Marienkapellchen gegründete Schönstatt-Bewegung mittlerweile zu einer regelrechten Wallfahrts-Stadt entwickelt hat. Das Gründungskapellchen gilt als berühmter Wallfahrtsort und ist mittlerweile von zahlreichen Bildungshäusern, Schwesternhäusern, weiteren Kapellchen und der großen Anbetungskirche umgeben.

Demographie[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

  • 1815 – 2.544
  • 1835 – 3.310
  • 1871 – 3.864
  • 1905 – 4.778
  • 1939 – 5.647
  • 1950 – 6.808
  • 1961 – 6.867
  • 1970 – 7.322
  • 1987 – 9.490
  • 2005 – 8.763
Panoramafoto von Vallendar 1919

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Vallendar besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP ULV Gesamt
2014 8 12 1 1 2 24 Sitze
2009 8 13 2 1 24 Sitze
2004 7 15 2 24 Sitze
  • ULV = Unabhängige Liste Vallendar e.V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßenkarte Raum Koblenz
Karte der Bahnanlagen im Großraum Koblenz
Der Kaiser-Friedrich-Turm in Vallendar

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Baldus Medizintechnik GmbH ist ein Beratungs- Ausführungs- und Serviceleistungen im speziellen Bereich der medizinischen Gasversorgung für Krankenhäuser und Arztpraxen.
  • CPS-Datensysteme GmbH ist ein Domain-Registrar.
  • Schneider System GmbH ist ein Organisationsberatungs- und Systemhaus.
  • Vredestein hat hier seine Deutschland-Zentrale.

Bildung[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Vallendar liegt an der B 42 und an der A 48, deren Ausfahrt Bendorf/Neuwied/Vallendar über die B 42 in den Ortskern führt.

Vallendar besitzt einen Bahnhof an der rechten Rheinstrecke.

Die Buslinien 7 und 8 der evm verbinden Vallendar mit Koblenz, Bendorf und Höhr-Grenzhausen.

Die Buslinien 318 und 319 der RMV verbinden Vallendar mit Koblenz und dem Westerwald.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kath. Pfarrkirche St. Marzellinus und St. Petrus (1837-41 von dem Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx als einer der bedeutendsten und größten Kirchenbauten des 19. Jahrhunderts am Rhein errichtet)
  • Evangelische Lukas-Kirche, 1884-85 von dem Wiesbadener Architekten Friedrich Lang, typischer evangelischer Kirchenbau des 19. Jahrhunderts nach den Baurichtlinien des sog. Eisenacher Regulativs
  • ehem. St.-Josef-Krankenhaus, 1856-59 von dem Kölner Architekten Vincenz Statz
  • Wiltberger Hof, 1695-98 für Freiherr Emmerich Ernst von Wiltberg errichtet
  • ehem. Schule (heute Rathaus) in der Eulerstraße, 1844-45 von dem Koblenzer Landbauinspektor Ferdinand Nebel
  • Haus d’Ester, sog. Marienburg (ehemaliger Sitz der Lederfabrikantenfamilie d’Ester, 1773 von Nikolaus Lauxen) mit stuckiertem Balkonzimmer; heute Sitz der WHU – Otto Beisheim School of Management
  • Marienburg-Kapelle, 1897-98 von Josef Kleesattel, Düsseldorf, mit bemerkenswerter Ausmalung von 1926 durch Bruder Notker Becker OSB, im sog. Laacher Stil in der Tradition der Beuroner Kunstschule
  • Fachwerkbauten aus dem 17. Jahrhundert
  • Romanischer Turm der ehemaligen Klosterkirche Schönstatt (13. Jahrh.)
  • Kath. Anbetungskirche zur heiligen Dreifaltigkeit auf Berg Schönstatt, 1968 geweiht, von Alexander Freiherr von Branca (München)
  • Pater-Kentenich-Haus auf Berg Schönstatt (1985), von Alexander Freiherr von Branca (München)
  • Kaiser-Friedrich-Turm
  • Vallendarer Plattpopo, ein Brunnen, der als Baudenkmal in der Hellenstraße steht
  • Pilgerkirche in Schönstatt, für zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland, die zum Wallfahrtsort Schönstatt pilgern

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Vallendar

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Personen wurden in Vallendar geboren:

Folgende Personen wirkten in Vallendar:

Sport[Bearbeiten]

Vallendar ist Heimat des 1878 gegründeten TV Vallendar, der neben Turnen Gesundheitssport, Basketball und Volleyball anbietet. Zahlreiche Deutsche Meister sind aus dem Turnverein Vallendar hervorgegangen. Außerdem gibt es seit 2010 den HV Vallendar, der in der 3. Liga Süd spielt und zuvor die Handballabteilung des TVV ausmachte.

Trivia[Bearbeiten]

Ein Ort namens „Vallendar“ ist ein Schauplatz im Computerspiel Call of Duty 2. Dieser fiktive Ort liegt am Rhein. Aufgabe des Spielers ist es, zurückweichende deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg zu besiegen. Außer der Lage an einem Fluss hat die dargestellte Stadt keinerlei Ähnlichkeiten mit dem realen Ort.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vallendar – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. The Twenty Third United States Infantry, 1812-1945, abgerufen am 30. April 2009, 16 Uhr
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen