Kaltenengers

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kaltenengers
Kaltenengers
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kaltenengers hervorgehoben
50.4172222222227.543611111111163Koordinaten: 50° 25′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 63 m ü. NHN
Fläche: 3,07 km²
Einwohner: 2069 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 674 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56220
Vorwahl: 02630
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 209
Adresse der Verbandsverwaltung: Kärlicher Str. 4
56575 Weißenthurm
Webpräsenz: www.kaltenengers.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Karbach (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kaltenengers im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte
Luftbild Kaltenengers
Rheinkilometer 601 bei Kaltenengers

Kaltenengers ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie liegt nördlich von Koblenz am Rhein und ist mit etwas mehr als 2.000 Einwohnern und einer Fläche von 3,07 km² der kleinste Ort in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Mit den Nachbarorten St. Sebastian und Urmitz gehört Kaltenengers zu den sogenannten Rheindörfern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kaltenengers liegt gegenüber von Engers links des Rheins zwischen Koblenz und Andernach auf Höhe der Flusskilometer 600 und 601. Die relativ niedrige Lage zwischen dem Rhein und einem alten Rheinarm führt bei Hochwasser immer wieder zu starken Überschwemmungen, bei denen der Ort zeitweise fast ganz von Wasser umgeschlossen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1302 als Klein-Engers und 1438 unter dem Namen Callen-Engers urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich sehr viel älter. Der Name deutet darauf hin, dass der Ort wie auch die Nachbargemeinde Sankt Sebastian Teil der linksrheinischen Besitzungen des Engersgaus war, der im 8. Jahrhundert letztmals urkundlich erwähnt wurde. Von 1545 bis zur französischen Besetzung 1794 gehörte Kaltenengers zum kurtrierischen Amt Bergpflege. Nach kurzer Zugehörigkeit zum französischen Département de Rhin-et-Moselle fiel der Ort 1815 an Preußen, das ihn 1822 in die Rheinprovinz eingliederte. Seit 1946 ist Kaltenengers Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Kaltenengers besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[2]

  SPD CDU FWG Gesamt
2009 2 8 6 16 Sitze
2004 3 8 5 16 Sitze
1999 6 10 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt seit 1934 das heutige Wappen: Oben ein weißer Anker auf rotem Grund, unten ein rotes Kreuz auf weißem Grund. Der Anker symbolisiert die Tradition der Rheinschifffahrt, in der früher viele Einwohner des Ortes tätig waren. Das trierische rote Kreuz steht für die lange Zugehörigkeit zum Erzbistum und Kurfürstentum Trier.

Kirche und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Wie in allen ehemals kurtrierischen Orten der Umgebung ist auch in Kaltenengers die Bevölkerung überwiegend katholisch - ca. 70 Prozent gegenüber 16 Prozent Protestanten. 1869 wurde der Ort zur Pfarrei erhoben. Die Katholische Pfarrkirche St. Sylvester wurde in den Jahren 1870/71 erbaut und in den 1950er Jahren erweitert und modernisiert. Heute bildet die katholische Gemeinde einen Pfarrverband mit den benachbarten Gemeinden Urmitz und Sankt Sebastian.

Die Ortsgemeinde verfügt zudem über einen eigenen Kindergarten und eine vierklassige Grundschule.

Bimsmuseum[Bearbeiten]

Am 16. April 2014 wurde in Kaltenengers das Museum der deutschen Bimsindustrie eröffnet. Es veranschaulicht an 29 Stationen Geschichte und Technik der Bimssteinproduktion von ihren Anfängen um die Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Die Herstellung des sogenannten rheinischen Schwemmsteins war bis in jüngste Zeit eine der Haupterwerbsquellen im Neuwieder Becken und hat wesentlich zu dessen Wandel vom Agrarland zur Industrieregion beigetragen. Das Museum wurde von ehrenamtlichen Helfern am Ortsrand von Kaltenengers auf dem Gelände einer früheren Bimsfabrik aufgebaut und ist Teil des regionalen Vulkanparks Eifel. Träger und Initiator ist der Verein „Kulturelles Erbe der Bimsindustrie“.

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Landesstraße 126 und die Kreisstraße 69 besteht Anschluss an die B 9. Über eine Buslinie und seit 2006 auch wieder über den Haltepunkt Urmitz Rheinbrücke der Deutschen Bahn in der Nähe der gleichnameigen Urmitzer Rheinbrücke ist der Ort im Personennahverkehr an die benachbarten Städte Koblenz und Neuwied angeschlossen. Ein Fußgänger- und Fahrrad-Steg an der Brücke verbindet den Ort mit dem rechtsrheinischen Neuwieder Stadtteil Engers. Eine früher existierende Personenfähre zwischen Kaltenengers und Engers stellte Ende der 1960er Jahre ihren Betrieb ein.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaltenengers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat