Weißkeißel

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Weißkeißel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weißkeißel hervorgehoben
51.4914.72126Koordinaten: 51° 29′ N, 14° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Weißwasser
Höhe: 126 m ü. NHN
Fläche: 50,42 km²
Einwohner: 1275 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02957
Vorwahl: 03576
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 590
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz
02943 Weißwasser
Webpräsenz: www.weisskeissel.de
Bürgermeister: Andreas Lysk
Lage der Gemeinde Weißkeißel im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Weißkeißel, sorbisch Wuskidź, ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz im Osten des Freistaats Sachsen. Der Ort gehörte ursprünglich zum sorbischen Sprachgebiet des Muskauer Dialekts.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Weißkeißel liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises nahe der Grenze zu Polen in einer waldreichen Gegend am Nordrand der Muskauer Heide. Südlich des Siedlungsgebietes erstreckt sich der Truppenübungsplatz Oberlausitz, der mit rund 160 km² der viertgrößte Truppenübungsplatz der Bundeswehr ist.

Nordwestlich Weißkeißels liegt in etwa 7 km Entfernung die Stadt Weißwasser, mit der Weißkeißel eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. Die Gemeinde Krauschwitz, deren namensgebender Hauptort nördlich Weißkeißels liegt, nimmt die gesamte Ostgrenze ein. Im Süden grenzt die Gemeinde Rietschen und im Südwesten die Gemeinde Boxberg/O.L. an.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Bundesstraße 115, die, von Bad Muskau aus über Krauschwitz, Weißkeißel und Rietschen nach Niesky und Görlitz führend, eine der Hauptverkehrsadern des Nordkreises bildet.

Es gibt an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz einen Betriebsbahnhof der Deutschen Bahn AG, welcher abgelegen liegt und nur betrieblich ausgelegt ist. Von dort wird auch der Gleisanschluss zu den Anlagen des Truppenübungsplatzes bedient. Er ist örtlich besetzt durch einen Fahrdienstleiter mit einem DR Gleisbildstellwerk.

Geschichte[Bearbeiten]

Weißkeißel wurde erstmals in einer Urkunde am 21. September 1452 erwähnt, als Wenzel von Bieberstein dem Ort Muskau das Stadtrecht verlieh. Die Ortschaft zählte 32 Seelen und wurde Weißkesch genannt. Die Schreibweise änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals, meist waren gleichzeitig mehrere Auffassungen gültig – von Weiszkeusel über Weißkhessel und Weißkeisel bis zum endgültigen Beschluss in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Schreibweise Weißkeißel amtlich zu verwenden, wobei die Schreibweise Weißkeisel auf einigen Ortseingangsschildern noch bis 1987 Bestand hatte.

Durch seine Lage ist Weißkeißels Geschichte eng mit der Geschichte der Standesherrschaft Muskau verbunden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Weißkeißel im Jahr 1631 durch kaiserliche Truppen zerstört.

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde Weißkeißel Standort für die Landstreitkräfte der NVA mit dem Ausbildungszentrum 6 („Rudolf Egelhofer“), der Raketenabteilung 6 („Ernst Busch“), sowie dem Truppenübungsplatz Nochten.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 50,8 % (2004: 45,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,8 %
18,3 %
16,3 %
5,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+15,6 %p
-2,8 %p
-7,2 %p
-5,4 %p

Der Gemeinderat besteht seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 aus 12 Mitgliedern:

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Neben Weißkeißel selbst gehören noch die Siedlungen Haide (Hola), Kaupen (Kupelń) und Bresina (Březina) zur Gemeinde, wobei nur Haide den Status eines Gemeindeteils hat. Die Gemeinden Weißkeißel und Haide arbeiteten bereits seit 1960 zusammen, der Zusammenschluss erfolgte jedoch erst zum 1. Januar 1974.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Weißkeißel findet monatlich ein Bauern- und Viehmarkt mit regionaler Bekanntheit statt. Überregionale Bedeutung hatte über viele Jahre hinweg das Hexenbrennen in Weißkeißel am 30. April. Es war das größte Volksfest Weißkeißels und das größte Hexenbrennen der Region um Weißwasser. Seit dem Jahr 2011 wird es jedoch aus verschiedenen Gründen nicht mehr in großem Umfang durchgeführt. Daher musste es diesen Titel an das Hexenbrennen in Weißwasser abgeben.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 978-3-929091-96-0, S. 236.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14626590

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißkeißel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien