Trebendorf

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Trebendorf in Sachsen (Trebendorf b. Weißwasser). Trebendorf b. Forst ist unter Wiesengrund, das tschechische Trebendorf unter Třebeň verzeichnet.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Trebendorf führt kein Wappen
Trebendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Trebendorf hervorgehoben
51.52638888888914.561111111111126Koordinaten: 51° 32′ N, 14° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Schleife
Höhe: 126 m ü. NHN
Fläche: 31,95 km²
Einwohner: 960 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02959
Vorwahl: 035773
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 560
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Friedensstraße 83
02959 Schleife
Webpräsenz: www.trebendorf.de
Bürgermeisterin: Kerstin Antonius (Wählervereinigung Trebendorf)
Lage der Gemeinde Trebendorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Trebendorf, obersorbisch Trjebin, ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz, die der Verwaltungsgemeinschaft Schleife angehört. Die zweisprachige Gemeinde liegt im sorbischen Siedlungsgebiet der Oberlausitz.

Die ehemals eigenständige Gemeinde Mühlrose ist seit dem 1. Januar 1999 Ortsteil Trebendorfs. Zusammen bilden die beiden Orte nach Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden Sachsens (2006: Rang 15 mit 1058 Einwohnern).[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Trebendorf liegt im nördlichen Teil des Landkreises, einer waldreichen Gegend[3] am Nordwestrand der Muskauer Heide. Trebendorf liegt 5 km westlich von Weißwasser und 15 km südöstlich der brandenburgischen Stadt Spremberg.

Aus Spremberg kommend verläuft die Bundesstraße 156 parabelförmig um die Dörfer des Schleifer Kirchspiels herum nach Weißwasser und wieder in westlicher Richtung über Boxberg/O.L. nach Bautzen. Durch Trebendorf führt die Bahnstrecke Berlin–Görlitz von Schleife nach Weißwasser, zeitweise parallel zur Struga. Der Großteil der Ortsfläche liegt südlich der Bahnlinie, während sich nördlich von ihr der Halbendorfer See befindet, der Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Tagebau Trebendorfer Felder entstand.

Etwa fünf Kilometer südwestlich Trebendorfs liegt Mühlrose, umgeben von den Schleifer Ortsteilen Mulkwitz (im Nordwesten) und Rohne (im Norden), dem zum Gemeindegebiet gehörenden Tiergarten im Osten und dem Tagebau Nochten im Süden und Westen. Westlich des Tagebaus durchzieht die Spreestraße (Kreisstraße 8481) kurzzeitig das Gemeindegebiet und stellt eine Anbindung zum an der Spree gelegenen Dorfteil Ruhlmühle zur Verfügung. An diesen grenzt die Gemeinde Spreetal mit dem Neustädter Dorfteil Döschko.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zentrum von Hinterberg: erste Grundstücke sind bereits beräumt (KAP-Luftaufnahme im April 2010, grafisch anonymisiert, Blick in östlicher Richtung)

Der Ort Trebendorf gliedert sich in vier Teile. Neben dem Dorfkern (Straßendorf) sind dies Kaupe, Hinterberg (beide Streusiedlungen) und das vom restlichen Dorf etwa einen Kilometer entfernte Klein Trebendorf (sorbisch Trjebink; auch Neu Trebendorf genannt). Gegenwärtig wird Hinterberg zugunsten des Tagebaus Nochten umgesiedelt, wobei der Name in einem der neuen Siedlungsstandorte erhalten bleibt. Durch die 2006 beantragte und 2014 genehmigte Inanspruchnahme des Vorranggebiets wird der Tagebau über das 1994 genehmigte Gebiet ausgedehnt, in diesem Zusammenhang erfolgt die vollständige Umsiedlung Klein Trebendorfs bis etwa 2020.

Das Dorf Mühlrose gliedert sich in drei Teile. Der Dorfkern ist, im Gegensatz zu Trebendorf, ein Rundling, an den sich in nordöstlicher Richtung der Dorfteil Ausbau mit verstreuten Gehöften anschließt. Der beidseitig an der Spree gelegene Weiler Ruhlmühle liegt mehrere Kilometer westlich des Dorfes. Zwischen dem Dorf und Ruhlmühle lagen bis zu den Teilortsabbrüchen die Neustädter und die Tzschellner Ausbauten.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Geschichte von Mühlrose siehe Mühlrose#Geschichte.

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Trebindorf im Jahr 1382. Eine weitere urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1399 in Verbindung mit dem Ort Schleife. 1406 zinste Trebendorf Heinrich von Köckritz auf Schleife, dessen Familie jedoch schon um 1430 aus Schleife verschwunden war. Noch im 15. Jahrhundert wurde Trebendorf neben anderen Dörfern des Kirchspiels Schleife eine Pertinenz der Herrschaft Muskau und unterstand dieser bald darauf auch grundherrschaftlich. Für die Standesherrschaft, die bis zur bäuerlichen Ablösung Mitte des 19. Jahrhunderts Grundherr blieb, war besonders der Tiergarten zwischen Trebendorf und Mühlrose von Interesse; durch die Wälder führende Alleen und Dämme sind noch immer Zeugen jener Zeit.

Karte mit Trebendorf und der Col. Neutrebendorf um 1850

Im 18. Jahrhundert entstand etwas westlich von Trebendorf die Colonie Neutrebendorf (heute Klein Trebendorf), die bereits 1810 über sieben Wirtschaften verfügte.

Wie das gesamte Gebiet der Standesherrschaft Muskau lag Trebendorf in dem Teil der Oberlausitz, den das Königreich Sachsen 1815 nach dem Wiener Kongress an das Königreich Preußen abtreten musste. Mit dem Großteil der Standesherrschaft wurde Trebendorf zur Provinz Schlesien geschlagen und in den 1816 gegründeten Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) eingegliedert.

Im Jahr 1867 ließ ein Spremberger Unternehmer in der Grube Gustav Adolph untertage Braunkohle fördern. Nach wenigen Jahren wurde dieser erste Kohleabbau in Trebendorf eingestellt, da sich die beteiligten Parteien nicht einigen konnten. Wenig später fanden auch Trebendorfer in Weißwasser Arbeit, als sich das Heidedorf bis zur Jahrhundertwende zum Zentrum der europäischen Glasproduktion entwickelte.

Sowjetischer Soldatenfriedhof

Einsetzend mit dem Oder-Neiße-Übertritt am 16. April 1945 und dem Vorstoß zur Spree bei Neustadt bis zum 18. April zog die Rote Armee in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs durch Trebendorf. Nach dem Kriegsende mussten die Toten geborgen und ordentlich beerdigt werden. Für die gefallenen sowjetischen Soldaten aus den umliegenden Dörfern wurde in Trebendorf neben dem Friedhof ein sowjetischer Soldatenfriedhof mit einem Ehren-/Mahnmal errichtet. Zur Einweihung des Heldenfriedhofs der Rotarmisten am 29. September 1945 hatten die Einwohner zu erscheinen.

Die schlesische Künstlerin Dorothea von Philipsborn fand in den ersten Nachkriegsjahren in Trebendorf eine Bleibe, bevor sie sich Anfang der fünfziger Jahre in Weißwasser niederließ. Während ihrer Trebendorfer Zeit schnitzte sie unter anderem im Wohnzimmer ihrer Gastfamilie das neue Kruzifix der Schleifer Kirche.

Durch die Verwaltungsreform von 1952 wurde die seit 1945 wieder sächsische Gemeinde dem Kreis Weißwasser im eher brandenburgisch-niederlausitzischen Bezirk Cottbus zugeordnet.

Große Popularität in den frühen Jahren der DDR hatten die Heimatfeste Trebendorfs, für die (zeitlich begrenzt) an der Bahnstrecke ein Haltepunkt eingerichtet wurde.

Arbeit im Dorf boten neben dem Tagebau Trebendorfer Felder die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). Für die Tierproduktion wurden große Rinder-, Schweine- und Hühnerställe gebaut, für die Pflanzenproduktion wurden Wälder gerodet und zu großen Feldern verbunden.

In der ersten Hälfte der achtziger Jahre konnte die kleine Gemeinde einen Verwaltungskomplex mit Feuerwehrhaus, Gemeindeamt, Poststation und Gemeindeschwesternzimmer bauen.

Umgesetztes Wohnhaus des Dudelsack­spielers Hans Schuster im neuen Dorfzentrum

In der Wendezeit stimmten die meisten Einwohner in Trebendorf wie auch im restlichen Kreisgebiet für einen Wechsel des Landkreises Weißwasser zum Land Sachsen. In der sächsischen Kreisreform von 1994 ging der Landkreis im Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Im November 1996 schloss sich Trebendorf als letzte Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Schleife an. Im Rahmen der sächsischen Gemeindegebietsreformen schlossen sich die Gemeinden Trebendorf und Mühlrose, wie auch Groß Düben und Halbendorf, zum 1. Januar 1999 zusammen[4] und entschieden sich somit gegen eine Eingemeindung nach Schleife. Durch eine neuerliche Kreisreform gehört Trebendorf seit dem 1. August 2008 zum neu gebildeten Landkreis Görlitz.

Für den herannahenden Tagebau Nochten ist der Dorfteil Hinterberg seit 1994 zum Kohleabbau bestimmt, bis 2013 soll auch eine Entscheidung über das beantragte Vorangebiet vorliegen, das den Dorfteil Klein Trebendorf einschließt. Für die Umsiedler stehen Bauflächen im Dorfkern und in Kaupe zur Verfügung. Zwischen dem Dorfteich und dem 1999 eingeweihten Sportplatz entsteht in diesem Zusammenhang auch eine neue Dorfmitte. Dorthin wurde das Wohnhaus des Dudelsackspielers Hans Schuster (1910–1984) umgesetzt, und auch die Kindertagesstätte erhielt dort im Frühjahr 2012 ein neues Domizil.

Schule in Trebendorf[Bearbeiten]

Ehemalige Paul-Thomas-Schule (2008) vor ihrem Umbau zu einem Wohnhaus

Eine eigene Schule wurde in Trebendorf erst 1910 erbaut, vorher gingen die Kinder nach Schleife in die dortige Schule. Anfangs erfolgte der Unterricht in zwei Klassenräumen für die erste bis vierte sowie fünfte bis achte Klasse. Das Gebäude war am 1. September 1945 einem Brand ausgesetzt und wurde 1948 wiederaufgebaut. Noch bis in die fünfziger Jahre hinein gingen die Kinder auch in sorbischer Tracht in die Schule, durch die fortschreitende Industrialisierung wurde die Zweisprachigkeit schrittweise immer mehr zurückgedrängt, so dass das Sorbentum in Trebendorf kaum mehr als historische Brauchtumspflege ist und zumeist nur von älteren Einwohnern wirklich gelebt wird.

Durch den Geburtenrückgang in der Nachwendezeit musste die Grundschule, in die auch die Kinder aus Groß Düben und Halbendorf gingen, im Juli 2000 geschlossen werden. Seitdem gibt es in der Verwaltungsgemeinschaft Schleife nur noch in Schleife selbst eine Grundschule. Zuletzt nahmen etwa 70 % der Schüler am Sorbischunterricht teil. Benannt war die Schule nach dem Trebendorfer Schriftsteller und Journalisten Paul Thomas (1898–1942).

Oberschulstandort ist Schleife, das nächste Gymnasium befindet sich in Weißwasser.

Das Schulgebäude und seine Außenanlagen wurden 2009–2011 saniert, es entstanden Mietwohnungen insbesondere für betreutes Wohnen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
(ohne Mühlrose)
1782[5] 125
1825[6] 223
1863[7] 306
1871 361
1885 384
1905 435
1910[8] 537
1925 540
1939 629
1946 699
1950 710
1964 707
1971 708
1988 631
1991[9] 598
1993 596
1996 731
1998 850
2000[10] 883
2008 810
2010 752
Jahr Bauern Häusler Gärtner Wirtschaften
insgesamt
1552 17 4 4 25
1630 18 2 20
1647 12 12
1699 17 2 4 23
1777 18 1 3 22
1782 16 1 3 20
1810 17
1
1
3
6
21
07

Aus den Urbarien der Herrschaft Muskau geht hervor, dass in Trebendorf 2 Lehngutsbauern und 15 Halbbauern (insgesamt 17 besessene Mann) sowie 4 Gärtner und 4 Häusler lebten. Insgesamt gab es somit 25 Wirtschaften. Diese Zahl ging in der Folgezeit zurück, so dass während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) nur noch 20 Wirtschaften im Jahr 1630 und gar nur 12 belegte und 8 wüste Wirtschaften im Jahr 1647 verzeichnet werden konnten. Einhergehend mit dem Wiederaufbau der Standesherrschaft wuchs auch in Trebendorf wieder die Bevölkerung, so dass bereits 1699 wieder 2 Lehnbauern, 15 Halbbauern, 2 Gärtner und 4 Häusler gezählt werden konnten.[5]

Bei der sächsischen Landesexamination im Jahr 1777 wurden für Trebendorf 18 besessene Mann, 1 Gärtner, 3 Häusler (insgesamt also 22 Wirtschaften) und sechs wüste Wirtschaften übermittelt.[6] Laut anderer Quellen lag die Zahl der besessenen Mann nur bei 15.[5]

Im Jahr 1810 wirtschafteten im eigentlichen Dorf 17 besessene Mann, 1 Gärtner und 3 Häusler. In der Colonie Neutrebendorf, die eine Häuslerzeile auf ursprünglich herrschaftlichem Grund war, lebten 1 Gärtner und 6 Häusler.

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts sowie des frühen 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl rasch an. Waren es 1825 bei der ersten Volkszählung, bei der jeder Einwohner gleichwertig gezählt wurde, noch 223 Einwohner, so konnten 1885 bereits 384 und 1925 540 Einwohner verzeichnet werden.

Infolge des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den ehemals deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl weiter an. Während die letzte Vorkriegszahl im Mai 1939 noch bei 629 Einwohnern lag, wurden im Juli 1946 mehr als 10 % Bevölkerungswachstum verzeichnet. Bis in die frühen siebziger Jahre blieb die Einwohnerzahl relativ konstant bei etwa 700, fiel danach jedoch zurück, so dass 1988 noch 631 und 1990 noch 631 Einwohner gezählt wurden.

Trotz eines Geburtenrückgangs und Wegzugs wegen wegfallender Arbeitsplätze konnte Trebendorf in den neunziger Jahren von der einsetzenden Suburbanisierung profitieren, so dass durch den Bau neuer Eigenheime die Einwohnerzahl innerhalb von fünf Jahren von rund 600 auf 850 Einwohner anstieg. Mit 883 Einwohnern hatte Trebendorf im Jahr 2000 den Höchststand erreicht. Seitdem sank die Zahl auf 752 (2010) zurück.

Ebenfalls im Jahr 2000 hatte die Gemeinde Trebendorf (mit den Ortsteilen Trebendorf und Mühlrose) ihren (statistischen) Einwohnerhöchststand erreicht. Von 1147 Einwohnern sank die Zahl seitdem kontinuierlich und lag Ende 2010 mit 999 wieder unter der 1000er-Marke.[9]

Viele der Einwohner Trebendorfs blicken auf eine deutsch-sorbische Vergangenheit zurück. Noch 1863 stellten mit 288 der 306 Einwohner Sorben die Bevölkerungsmehrheit.[7] Industrialisierung besonders im nahegelegenen Weißwasser und damit einsetzender Zuzug begünstigten eine Durchmischung, während in der Zeit des Nationalsozialismus eine Germanisierung forciert wurde.

Ortsname[Bearbeiten]

Nach Jan Meschgang[11] geht der sorbische Name Trebendorfs, Trjebin, auf trjebić ‘roden, die Bäume mit Wurzeln aushacken’ zurück, Trebendorf ist somit ein ‚Rodungsdorf‘. Ernst Eichler und Hans Walther wiesen darauf hin, dass aufgrund der spät einsetzenden Überlieferung und einer uneinheitlichen Entwicklung neben dieser Bedeutung auch die Möglichkeit der Ableitung von einem Personennamen besteht, die Lage des Ortes jedoch für eine Herkunft von einem altsorbischen Rodungsnamen spricht.[12]

Der deutsche Ortsname entwickelte sich von der ersten Erwähnung als Trebindorf (1382) über Dreben (1552), Dorff Treben (1597), Trebendorff (1704), Drebendorff (1732) nach Trebendorf (1791).[6]

Urkundliche Überlieferungen des sorbischen Ortsnamens sind unter anderem Tŕebin (1843), Trjebin (1866) und Trebin (1885).[12]

Politik[Bearbeiten]

Ehrenamtliche Bürgermeisterin in Trebendorf ist seit dem 7. November 2010 die parteilose Kerstin Antonius. Unter ihrem Vorgänger Peter Mäkelburg, der das Amt des Bürgermeisters vom 1. Mai 1982 bis zum 30. September 2010 bekleidete, war sie langjährig Vorsitzende des Bauausschusses sowie stellvertretende Bürgermeisterin.

Die Gemeinde Trebendorf führt kein Wappen, nutzt seit 2008 jedoch ein wappenähnliches Logo. Auf gelben Grund und von der sorbischen Fahne gesäumt ist in ihm ein sorbischer Dudelsackspieler in Festtracht abgebildet. Entlehnt ist das Logo dem Ärmelzeichen der Freiwilligen Feuerwehr Trebendorf, das bereits seit längerer Zeit einen sorbischen Dudelsackspieler zeigt. Damit soll das Vermächtnis des weit bekannten Trebendorfer Dudelsackspielers Hans Schuster geehrt werden.[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Typisches Wohnhaus in Trebendorf in Klinkerbauweise und mit Torbogen
  • Aussichtspunkt des Tagebaus Nochten
  • Drei- und Vierseitenhöfe in Klinkerbauweise
  • Festplatz und Wasserkraftwerk in Ruhlmühle

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerhard Fugmann, Manfred Noack: Trjebin Trebendorf – Eine Chronik. 2013.
  •  Robert Pohl: Heimatbuch des Kreises Rothenburg O.-L. für Schule und Haus. Buchdruckerei Emil Hampel, Weißwasser O.-L. 1924, S. 186 f.
  •  Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 978-3-929091-96-0, S. 227.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBevölkerung des Freistaates Sachsen 2006 nach Gemeinden. Archiviert vom Original am 25. September 2008, abgerufen am 1. Juli 2008.
  3. Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen gibt von den 3195 ha Gemeindefläche 1998 ha als Waldfläche an, siehe Gemeindestatistik 2007 für Trebendorf.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. a b c  Hermann Graf von Arnim, Willi A. Boelcke: Muskau. Standesherrschaft zwischen Spree und Neiße. Verlag Ullstein, Berlin, Frankfurt/M., Wien 1978, ISBN 3-550-07377-1, S. 604 f.
  6. a b c Trebendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  7. a b Von der Muskauer Heide zum Rotstein, Seite 227.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Abgerufen am 24. Dezember 2008.
  9. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRegionalregister Sachsen. Abgerufen am 29. November 2012.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinde Schleife – Verwaltungsgemeinschaft. Abgerufen am 29. November 2012.
  11.  Jan Meschgang: Die Ortsnamen der Oberlausitz. 2. Auflage. Domowina-Verlag, Bautzen 1979 (bearbeitet von Ernst Eichler).
  12. a b  Ernst Eichler, Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz – Studien zur Toponymie der Kreise Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Niesky, Senftenberg, Weißwasser und Zittau. I Namenbuch (= Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. 28). Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 317.
  13. Trebendorf-Mühlroser Nachrichten, Nr. 15, Oktober/November 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trebendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien