Dürrhennersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dürrhennersdorf
Dürrhennersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dürrhennersdorf hervorgehoben
51.05111111111114.607777777778396Koordinaten: 51° 3′ N, 14° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Neusalza-Spremberg
Höhe: 396 m ü. NHN
Fläche: 10,67 km²
Einwohner: 1018 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 035872
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 070
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 60
02708 Dürrhennersdorf
Webpräsenz: www.duerrhennersdorf.com
Bürgermeister: Albrecht Gubsch (parteilos)
Lage der Gemeinde Dürrhennersdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Dürrhennersdorf (obersorbisch Suche Hendrichecy) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie erstreckt sich im Tal des Großschweidnitzer Wassers, nahe der Grenze zu Tschechien und gehört der Verwaltungsgemeinschaft Neusalza-Spremberg an.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dürrhennersdorf liegt im westlichen Teil des Landkreises, etwa 6 km südlich von Löbau am Nordrand des Lausitzer Berglandes zwischen dem Kuhberg (433,6 m), dem Seidelberg (424,7 m), dem Hutberg (422,5 m) und dem Hölleberg (347,1 m). Die Bundesstraße 96 und die Grenze zur Tschechischen Republik verlaufen südlich des Gemeindegebietes. Die Gemeinde befindet sich an der Bahnstrecke Ebersbach–Löbau, die jedoch außer für den Güterverkehr und Sonderfahrten stillgelegt ist. Nordöstlich des Dorfes beginnt der Höllengrund, ein enges Tal des Großschweidnitzer Wassers.

Von 1892 bis 1945 führte die Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf über Schönbach und Oppach nach Taubenheim/Spree.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von Oberreit mit Ausschnitt von Dürrhennersdorf von 1821-22
Karte von Oberreit mit Dürrhennersdorf um 1845

Dürrhennersdorf wurde 1306, wie die meisten Dörfer in der Umgebung, unter das Obergericht Löbau gestellt, damals Heinrickesdorpp geschrieben, was auf einen Lokator Heinrich hinweist. Dieses Jahr gilt auch als erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Im Jahre 1631 im Dreißigjährigen Krieg wurde Dürrhennersdorf geplündert.

Im Frühjahr 1940 kamen die polnischen Eheleute Anton und Josefa Mielniczuk als Zwangsarbeiter auf das Rittergut des Ortes. Ihr Sohn Kazimierz wurde von der deutschen Hebamme Gertrud Landgraf aufgezogen - entgegen den NS-Weisungen zur Behandlung von "Fremdvölkischen" - und damit rette sie sein Leben.[2]

Am Ende des Zweiten Weltkrieges nach der Sprengung des Bahnviaduktes und der Kleinbahnbrücke wurde Dürrhennersdorf zwangsweise zur vorläufigen Endstation für zahlreiche Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland und Schlesien. Einige blieben für immer hier.

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

1306: Heinrickesdorpp, 1348: Fricze von Henrichisdorf, 1419: Heynerßdorff dorre, 1448: Heinirsdorff, 1483: Heinerßdorff, 1503: Dorrheynerßdorff, 1569: Dorrenhennerßdorf, 1657: Dürrhennersdorff

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Neusalza, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner[3]
1777 19 besessene(r) Mann,
22 Gärtner, 66 Häusler
1834 870
1871 1100
1890 969
1910 978
1925 1311
1939 1321
1946 1609
1950 1724
1964 1523
1990 1203
2000 1272
2007 1163
2009 1148

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind Dürrhennersdorf und Neuschönberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Umgebindehäuser
  • Schützenhaus (Gaststätte mit Vereinsraum und Kegelbahn) [4]
  • Park mit jährlich stattfindenden kulturellen Veranstaltungen [5]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Dürrhennersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 95.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ursula Höntsch: Kazio und seine Mütter, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 140
  3. Dürrhennersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. http://www.schuetzenhaus-duerrhennersdorf.de/
  5. http://www.park-duerrhennersdorf.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dürrhennersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien