Beiersdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Beiersdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beiersdorf
Beiersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beiersdorf hervorgehoben
51.07583333333314.541666666667386Koordinaten: 51° 5′ N, 14° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oppach-Beiersdorf
Höhe: 386 m ü. NHN
Fläche: 6,44 km²
Einwohner: 1174 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 182 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02736
Vorwahl: 035872
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 020
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Löbauer Straße 69
02736 Beiersdorf
Webpräsenz: www.beiersdorf-ol.de
Bürgermeister: Matthias Rudolf (FWV „Neues Forum“)
Lage der Gemeinde Beiersdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Sachsen) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Sachsen) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Beiersdorf (obersorbisch Bejerecy) ist eine als Waldhufendorf angelegte sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Oppach-Beiersdorf an.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Beiersdorf liegt im westlichen Teil des Landkreises Görlitz im Lausitzer Bergland, nahe der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien). Sie liegt etwa 18 km südlich von Bautzen und 11 km westlich von Löbau. Der höchste Berg ist der Bieleboh (der Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet „Weißer Gott“) mit 499 Metern.

Die Bundesstraße 96 verläuft westlich des Gemeindegebietes.

Durch Beiersdorf verkehrte bis zum 17. September 1945 die Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf, welche infolge des Zweiten Weltkrieges als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut wurde. Nächstgelegener Bahnhof ist jetzt Neusalza-Spremberg an der Bahnstrecke Oberoderwitz–Wilthen, etwa 5 km südlich von Beiersdorf gelegen.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte von Oberreit mit Beiersdorf von 1821–22

Die Gründung der Ansiedlung Beiersdorf erfolgte offenbar nach 1200 in der Zeit der bäuerlichen deutschen Landnahme durch Lokatoren. Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung am 21. Januar 1272 wird der Ort als bischöflich-meißnisches Zinsdorf aufgeführt, zusammen mit den Dörfern Cunewalde, Spremberg und Niederfriedersdorf. Vom Jahr 1559 an war Beiersdorf kursächsisch und gehörte zum Stolpener Amt. Das Rittergut Beiersdorf hatte sich erst allmählich entwickelt. 1489 wurde Hans von Rechenberg auf Oppach durch den Bischof Johann von Meißen mit Beiersdorf belehnt. Seitdem bis ins 17. Jahrhundert verblieb das Dorf im Besitz der Rechenbergischen Familie.

1939 wurde Neulauba eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1566 21 besessene Mann,
15 Gärtner
1764 12 besessene Mann,
75 Gärtner
1834 1232
1871 1503
1890 1544
1910 1578
1925 1594
1939 1678
1946 1958
1950 2070
1964 1937
1990 1444
2000 1374
2007 1284
2009 1253

Quelle: http://hov.isgv.de/Beiersdorf_(4)

Ortsnamenformen[Bearbeiten]

Der Ortsname soll nach dem Lokator „Beyer/Beier“ benannt sein. Ein anderer Namensursprung leitet sich vom Stammesnamen der Bayern ab.[2]

Der Name entwickelte sich folgendermaßen: 1272: Begerstorf, Beyerstorp, 1355: Beyersdorf, 1368: Beygirstorf, 1419: Beierßdorff, 1433: Beierstorff, 1504: Beyerßdorf, 1875: Beiersdorf b. Neusalza

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

1590: Amt Stolpen, 1764: Amt Stolpen, 1816: Amt Stolpen, 1843: Amt Stolpen, 1856: Gerichtsamt Neusalza, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Umgebindehaus in Beiersdorf
  • Evangelisch-lutherische Kirche, 1855 erbaut, mit älteren barocken Kanzelaltar
  • Bergbaude mit Aussichtsturm auf dem Bieleboh
  • Sühnekreuz
  • Tannenhof, vor 1945 Ruhe- und Erholungs-, jetzt Alters- und Pflegeheim
  • Park im Amselgrund
  • Schule, 1903 erbaut
  • Wasserradbrettmühle

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile sind Gebirge, Neulauba, Schmiedental, Zeile und Zwenke.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Ewald Redam (1884–1947) war Athlet, Varietist und Modell.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Beiersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beiersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Beiersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Neulauba im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Schmiedenthal im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wenzel, Walter: Oberlausitzer Ortsnamenbuch: mit einem Exkurs zur Siedlungsgeschichte und mehrfarbigen Karten / Walter Wenzel. - Bautzen: Domowina-Verl., 2008