Werneuchen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Barnim | |
| Höhe: | 75 m ü. NN | |
| Fläche: | 116,34 km² | |
| Einwohner: |
7.920 (31. Dez. 2010)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16356 | |
| Vorwahl: | 033398 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BAR | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 60 280 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Markt 5 16356 Werneuchen |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Burkhard Horn (Die Linke) | |
| Lage der Stadt Werneuchen im Landkreis Barnim | ||
Werneuchen ist eine östlich von Berlin gelegene Stadt im Bundesland Brandenburg, Landkreis Barnim. Die nächsten Mittelzentren sind Bernau und Strausberg. Als Stadt im „engeren Verflechtungsraum“ gehört das Grundzentrum Werneuchen zur Europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg. Werneuchen liegt im Regionalpark Barnimer Feldmark.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Werneuchen liegt auf dem Barnim, einem Höhenzug zwischen Berlin und Eberswalde.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Nachbargemeinden von Werneuchen sind:
- Ahrensfelde
- Bernau bei Berlin
- Biesenthal
- Altlandsberg im Landkreis Märkisch-Oderland
- Panketal
- Prötzel im Landkreis Märkisch Oderland
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile:
- Hirschfelde
- Krummensee
- Schönfeld
- Seefeld mit Löhme, beide am dazwischenliegenden Haussee
- Tiefensee
- Stadt Werneuchen
- Weesow
- Willmersdorf
[Bearbeiten] Geschichte
Werneuchen wurde 1247 erstmals urkundlich erwähnt. Obwohl mit Stadtrecht versehen, hatte der Ort nie überregionale Bedeutung. Theodor Fontane beschreibt ihn in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg.
Durch den Bau der Eisenbahnverbindung Berlin-Wriezen, der Wriezener Bahn, deren Führung über Werneuchen durch einen lokalen Verein wesentlich gefördert wurde (Eröffnung 1898), verbesserte sich die Verkehrsanbindung Werneuchens erstmals erheblich. Unverändert ist die Regionalbahnverbindung mit Berlin eine wichtige Ergänzung der bei Ahrensfelde endenden Berliner S-Bahn. Dies führte jedoch weder zu einer großmaßstäblichen Industrialisierung, noch kam es zu einer auf Berlin bezogenen Suburbanisierung.
Ab 1937 gewinnt Werneuchen neue Bedeutung als Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe (Jagdfliegerschule 1). Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Flugplatz Werneuchen als Militärflugplatz der sowjetischen Garnison erheblich ausgebaut und von der Westgruppe der Truppen der Sowjetarmee (GSSD/WGT) durch ein Jagdbomberregiment der 16. Luftarmee bis zu deren Abzug 1993 militärisch genutzt (heute Sportflugplatz).
In Weesow befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum August 1945 das sowjetische Speziallager Nr. 7, ein Internierungslager, es wurde nach Sachsenhausen verlegt.
Werneuchen gehörte bis zum 28. April 1950 zum Landkreis Oberbarnim, kam dann zunächst zum Landkreis Niederbarnim und am 25. Juli 1952 zum Kreis Bernau. Am 5. März 1993 wurde der heutige Landkreis Barnim geschaffen.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Weesow wurde am 31. Dezember 2001 eingemeindet.[2] Durch Gesetz wurde am 26. Oktober 2003 das Amt Werneuchen aufgelöst. Die ehemals amtsangehörigen Gemeinden wurden Ortsteile der Stadt Werneuchen.[3] Vier Ortsteile klagen vor dem Landesverfassungsgericht des Landes Brandenburg erfolglos gegen diese Entscheidung.
Die Stadt besteht nunmehr aus den Ortsteilen Stadt Werneuchen, Tiefensee, Hirschfelde, Seefeld-Löhme, Krummensee, Weesow, Schönfeld und Willmersdorf.
-
Gedenkstätte für das sowjet. Internierungslager in Weesow
[Bearbeiten] Politik
In der Stadtverordnetenversammlung sind folgende Parteien und Wählergruppen vertreten:
- Die Linke: 6 Sitze
- SPD 4 Sitze
- CDU: 2 Sitze
- FDP: 1 Sitz
- Unabh. Wählergruppe Werneuchen: 4 Sitze
- Freie Christl. Liste: 1 Sitz
(Stand: Kommunalwahl vom 28. September 2008)[4]
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 10. August 2001 genehmigt.
Blasonierung: „Unter grünem Schildhaupt, belegt mit einem silbernen Doppelsturzsparren, in Silber auf grünem Boden eine gründe Linde.“[5]
Die Linde im Wappen Werneuchens geht auf ein Siegel aus dem Jahr 1670 zurück. Als Baumart setzte sich im 19. Jahrhundert die Eiche durch. Im Jahr 2000 wurde durch das Landeshauptarchiv von Brandenburg das Führen des Wappens vorläufig untersagt, da ein einzelner Baum kein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Wappen darstelle. Bis zur endgültigen Klärung führt die Stadt aus rechtlichen Gründen ein neu entworfenes Wappen.
Das heutige Wappen mit dem oben angefügten „Doppelsturzsparren“ in Silber auf grünem Grund, der in seiner Form an den Anfangsbuchstaben des Stadtnamens erinnert, entstammt der Gestaltung des Erfurter Heraldikers Frank Diemar.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
- Dziwnów, ehem. Berg-Dievenow, in Polen, seit 1996
- Ustronie Morskie, ehem. Henkenhagen, in Polen, seit 1998
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Werneuchen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
[Bearbeiten] Bauwerke
- neugotische Stadtkirche St. Michael von 1873/74 (Entwurf: Robert Thiem) mit den Gräbern der Familie Schmidt (von Werneuchen), dem Gedenkstein für den in der Schlacht bei Blumberg gefallenen Freiheitskämpfer Otto von Arnim und dem Mausoleum der Familie Petitjean (im Architekturstil des David Gilly)
- katholische Pfarrkirche St. Josef (Lamprechtstraße)
- Schloß Werneuchen, historistischer Bau von 1913
- Rittergut Hirschfelde, ein aus dem Gutshaus, dem Verwalterhaus, der Remise, einem Pferdestall, mehreren anderen Stallgebäuden, einer Schnapsbrennerei, einem Wasserturm und einem Kindergarten bestehender Gutsbetrieb. Die erhaltenen Gebäude wurden in den letzten Jahren teilweise restauriert.
- Johannaheim in Werftpfuhl (Ortsteil Hirschfelde), gestiftet vom Hirschfelder Rittergutsbesitzer Eduard Arnhold und heute von der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein genutzt
- mittelalterliche Dorfkirche in Hirschfelde (noch mit Kriegsschäden)
- mittelalterliche Dorfkirche in Krummensee (Krummensee ist nach dem Lokator Ritter von Krummensee benannt)
Hirsch von Louis Tuaillon - mittelalterliche Dorfkirche in Schönfeld (Baukörper seit dem Zweiten Weltkrieg zum Teil Ruine)
- spätgotische Dorfkirche in Seefeld, auf dem Kirchhof zahlreiche Gräber für gefallene Soldaten und Volkssturmleute der Schlacht um Berlin vom 21. April 1945
- mittelalterliche Dorfkirche in Weesow
- mittelalterliche Dorfkirche in Willmersdorf
[Bearbeiten] Geschichtsdenkmale
- Gedenktafel von 1993 am Gemeindehaus des Ortsteils Tiefensee an der B 158 zur Erinnerung an den sozialistischen Reformpädagogen Adolf Reichwein, der zeitweise an der damals dort befindlichen Schule lehrte und sich später am antifaschistischen Widerstand des Kreisauer Kreises beteiligte, weswegen er 1944 in Berlin-Plötzensee ermordet wurde
- Gedenkstein auf dem Waldfriedhof des Ortsteiles Tiefensee an die Widerstandskämpfer gegen Faschismus und Krieg. Daneben befindet sich das Grab eines umgekommenen ukrainischen Zwangsarbeiters
- FIR-Ehrenmal im Park am Paddenphul zum Gedenken an die antifaschistischen Widerstandskämpfer
[Bearbeiten] Parks
- Der ehemalige Park des Rittergutes Hirschfelde, angelegt von dessen damaligen Besitzer Eduard Arnhold, steht in seinen Resten, ebenso wie das Gutshaus, unter Denkmalschutz. Auf dem Dorfanger von Hirschfelde steht die Bronzestatue eines Hirsches von Louis Tuaillon
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Die ehemalige Ackerbürgerstadt Werneuchen ist im Gemeindegebiet noch stark von Land- und Forstwirtschaft geprägt. An der Grenze zu Märkisch-Oderland dominiert der Obstanbau. Die Stadt selbst verfügt über zahlreiche kleinere, vornehmlich handwerkliche Betriebe, aber auch größere Unternehmen beispielsweise der Nahrungsmittelindustrie. Sie hält gemeinsam mit der BBG Brandenburgische Boden GmbH mehrere Gewerbegebiete vor. Der ADAC betreibt in Werneuchen ein Fahrsicherheitszentrum. Im Norden, am Gamensee im Gamengrund stehen Naherholung, Freizeit und Tourismus im Vordergrund. Die romantische Landschaft lädt zum Wandern, Radfahren und Baden ein. Ein moderner Campingplatz in Tiefensee am Großen Gamensee bietet Übernachtungsmöglichkeiten.
Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen im Werneuchener Ortsteil Seefeld ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Die Stadtverwaltung Werneuchen beschäftigt mit nachgeordneten Einrichtungen ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
[Bearbeiten] Verkehr
- Werneuchen hat einen Bahnhof an der Wriezener Bahn. Die Ostdeutsche Eisenbahn betreibt als Eisenbahnverkehrsunternehmen die Linie OE 25 Bahnhof Berlin-Lichtenberg – Werneuchen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, das Regionalnetz Ostbrandenburg der DB Netz ist Betreiber der Eisenbahninfrastruktur. Der Schienenpersonennahverkehr zwischen Werneuchen und Tiefensee wurde zum 10. Dezember 2006 vom Land Brandenburg abbestellt, nachdem bereits in den 1990er Jahren die weiterführende Verbindung nach Wriezen eingestellt worden war. Die Ortsteile Tiefensee und Werftpfuhl sind jetzt ohne fahrplanmäßigen Bahnanschluss. Diesem Streckenabschnitt steht damit die Stilllegung nach § 11 Allgemeines Eisenbahngesetz oder Verkauf von Strecke, Immobilien und Liegenschaften der Deutschen Bahn an einen privaten Betreiber bzw. Nutzer bevor.
- Die B 158 verbindet Werneuchen mit dem Berliner Ring (ca. 6 km entfernt) im Westen und dem brandenburgischen Umland (Landkreis Barnim mit dem Schiffshebewerk Niederfinow sowie Landkreis Märkisch-Oderland mit dem Kurort Bad Freienwalde) im Osten. 40 km östlich von Werneuchen entfernt liegt im Zuge der B 158 der Grenzübergang Hohenwutzen zur Republik Polen.
- Der Flugplatz Werneuchen ist offen für Sportflieger und Geschäftsreisende.
[Bearbeiten] Bildung
Für seine Einwohner hält Werneuchen folgende Bildungseinrichtungen vor:
[Bearbeiten] Schulen
- Grundschule Am Rosenpark
- Oberschule Europaschule
[Bearbeiten] Kitas
- Kita „Sonnenschein“ Werneuchen
- Kita Schönfeld
- Kita „Wirbelwind“ Seefeld
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen:
- Eduard Arnhold, Berliner Unternehmer, Bankier, Mäzen und Philanthrop, Rittergutsbesitzer in Hirschfelde; * 10. Juni 1849 in Dessau, † 10. August 1925 in Neuhaus am Schliersee, stiftete (nicht nur) die Villa Massimo in Rom
- Brigitte Helm, Schauspielerin (20. Jahrhundert)
- Adolf Reichwein, Lehrer, Politiker und Mitglied des Kreisauer Kreises wirkte in den 1930er Jahren als Lehrer in Tiefensee
- Friedrich Schmidt, gen. Schmidt von Werneuchen, Pastor und Dichter, * 23. März 1764 in Fahrland bei Potsdam, † 26. April 1838 in Werneuchen;[6]
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Webpräsenz der Stadt Werneuchen
- Nachrichten und Aktuelles aus Werneuchen
- Heimatkundliches über Werneuchen
- Regionalpark Barnimerfeldmark
- Aktuelles und Heimatgeschichtliches über den Ortsteil Willmersdorf
[Bearbeiten] Literatur
- Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 4 (Spreeland) „Rechts der Spree“ – Werneuchen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
- ↑ statistik-berlin-brandenburg.de (PDF) Seite 16
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ siehe Theodor Fontane, Vor dem Sturm, Band I Kapitel 15 zum Verhältnis der Dichterschule im Niederbarnim und der im Land Lebus in Ziebingen um Ludwig Tieck
Ahrensfelde | Althüttendorf | Bernau bei Berlin | Biesenthal | Breydin | Britz | Chorin | Eberswalde | Friedrichswalde | Hohenfinow | Joachimsthal | Liepe | Lunow-Stolzenhagen | Marienwerder | Melchow | Niederfinow | Oderberg | Panketal | Parsteinsee | Rüdnitz | Schorfheide | Sydower Fließ | Wandlitz | Werneuchen | Ziethen
