Landkreis Barnim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Barnim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Barnim hervorgehoben52.8213.7Koordinaten: 52° 49′ N, 13° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Eberswalde
Fläche: 1.494 km²
Einwohner: 173.193 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Kreisschlüssel: 12 0 60
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Markt 1
16225 Eberswalde
Webpräsenz: www.barnim.de
Landrat: Bodo Ihrke (SPD)
Lage des Landkreises Barnim in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Barnim ist ein Landkreis in Brandenburg. Er ist benannt nach dem pleistozänen Höhenzug Barnim zwischen dem Eberswalder und dem Berliner Urstromtal.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis Barnim grenzt im Norden an den Landkreis Uckermark, im Westen an den Landkreis Oberhavel, im Süden an das Land Berlin und den Landkreis Märkisch-Oderland. Im Osten bildet die deutsche Staatsgrenze zu Polen (Woiwodschaft Westpommern) die Kreisgrenze.

Während der südliche Teil des Kreises auf der Barnimhochfläche liegt, befinden sich die Kreisstadt und ihr Umland im Eberswalder Urstromtal. Der nördliche Teil des Kreises gehört naturräumlich bereits zum Hügelland der Uckermark. Im östlichsten Zipfel gehört ein kleiner Teil des Landkreises zum Tal der unteren Oder.

Von der Gesamtfläche sind 46,3 Prozent Wälder und rund fünf Prozent Wasserflächen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gebildet wurde der Landkreis durch die brandenburgische Kreisreform am 5. Dezember 1993 aus den ehemaligen Kreisen Eberswalde (ohne die Gemeinde Bölkendorf) und Bernau sowie den Gemeinden Hohensaaten und Tiefensee aus dem ehemaligen Kreis Bad Freienwalde.

Am 1. Januar 2009 wechselte die Gemeinde Hohensaaten als Stadtteil von Bad Freienwalde (Oder) in den Landkreis Märkisch-Oderland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1990 150.687
1991 148.751
1992 148.750
1993 149.143
1994 150.060
1995 151.783
1996 154.698
1997 159.689
1998 163.937
1999 167.914
Jahr Einwohner
2000 170.288
2001 171.490
2002 172.382
2003 173.951
2004 175.861
2005 176.693
2006 177.396
2007 176.821
2008 177.644
2009 176.904
Jahr Einwohner
2010 176.848
2011 172.572
2012 173.193

Diese Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Barnim (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres).[2] Alle Angaben entsprechen dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).[3]
Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,8 % (-1,3 %)
 %
30
20
10
0
24,8 %
21,4 %
18,6 %
8,4 %
6,9 %
5,0 %
3,2 %
3,0 %
8,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,6 %p
+5,3 %p
-3,0 %p
+3,3 %p
+1,0 %p
-1,0 %p
-4,0 %p
-0,5 %p
+2,5 %p
Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl vom 25. Mai 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
Fraktion Sitze[4]
Die Linke 14
CDU 12
SPD 10
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / 50Plus (BVB/50Plus) 5
Grüne 4
Bürgerfraktion Barnim 3
FDP 2
Bauernverband BAR 2
BfB 2
Nationaldemokratische Partei Deutschland 2
Bündnis Schorfheide 1
Alternative für Deutschland 1

Der Kreistag wird von einem Vorsitzenden geleitet und mindestens alle drei Monate einberufen. Er verfügt über acht Fachausschüsse, die für die inhaltliche Vorbereitung der Entscheidungen zuständig sind. Die Ausschüsse sind: (1) Kreisausschuss, (2) Haushalt und Finanzen, (3) Rechnungsprüfung, (4) Territorialplanung, Bauen und Wohnen, Gewerbe und Wirtschaft, (5) Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft, (6) Gesundheit, Senioren und Soziales, (7) Bildung und Kultur sowie (8) Jugendhilfe.

Verwaltungseinheiten[Bearbeiten]

Das Brandenburgische Bodenschutzamt, die Untere Wasserbehörde und die Untere Abfallwirtschaftsbehörde haben ihren Sitz im Landkreis und sind im Auftrag des Landesumweltministeriums Ansprechpartner für alle Fragen und Anträge zu Wasser, Wald und Grünland in der Region. Ebenfalls in Eberswalde befindet sich eine Außenstelle des Brandenburgische Landeshauptarchivs.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 17. Oktober 1995 genehmigt.

Blasonierung: „Geviert von Silber und Rot; oben ein wachsender, golden bewehrter Adler in verwechselten Farben mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln.“[6]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Barnim enthalten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft des Landkreises besteht aus den Hauptsäulen Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe einschließlich Handwerk, Touristik und Dienstleistungen sowie Energie und Gesundheit. In der Landwirtschaft gab es per Ende 2005 insgesamt 6668 Betriebe der verschiedensten Größe.[7] Der Wirtschaftsstandort Eberswalde ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(In Klammern: Zahl der Einwohner am 31. Dezember 2012)[8]

Die bevölkerungsreichste Stadt ist die Kreisstadt Eberswalde mit mehr als 40.000 Einwohnern, gefolgt von Bernau. Im gesamten Landkreis gibt es 25 Großgemeinden , drei Ämter, drei amtsfreie Städte und vier amtsfreie Gemeinden.

Städte, dabei ¹ amtsangehörige Städte
  1. Bernau bei Berlin (36.020)
  2. Biesenthal ¹ (5525)
  3. Eberswalde (38.960)
  4. Joachimsthal ¹ (3311)
  5. Oderberg ¹ (2172)
  6. Werneuchen (8026)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Ahrensfelde (12.761)
  2. Panketal (19.249)
  3. Schorfheide (9837)
  4. Wandlitz (20.945)
Ahrensfelde Althüttendorf Bernau bei Berlin Biesenthal Breydin Britz (bei Eberswalde) Chorin Eberswalde Friedrichswalde Hohenfinow Joachimsthal Liepe Lunow-Stolzenhagen Marienwerder Melchow Niederfinow Oderberg Panketal Parsteinsee Rüdnitz Schorfheide Sydower Fließ Wandlitz Werneuchen Ziethen BrandenburgMunicipalities in BAR.png
Über dieses Bild

Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Biesenthal-Barnim (11.795)

  1. Biesenthal, Stadt * (5525)
  2. Breydin (808)
  3. Marienwerder (1758)
  4. Melchow (928)
  5. Rüdnitz (1945)
  6. Sydower Fließ (831)

2. Britz-Chorin-Oderberg (10.170)

  1. Britz * (2134)
  2. Chorin (2290)
  3. Hohenfinow (500)
  4. Liepe (700)
  5. Lunow-Stolzenhagen (1218)
  6. Niederfinow (611)
  7. Oderberg, Stadt (2172)
  8. Parsteinsee (545)

3. Joachimsthal (Schorfheide) (5430)

  1. Althüttendorf (805)
  2. Friedrichswalde (844)
  3. Joachimsthal, Stadt * (3311)
  4. Ziethen (470)

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Landkreis Barnim verlaufen die Bundesautobahnen A 10 (Berliner Ring) und A 11 von Berlin nach Stettin. Fünf Bundesstraßen erschließen das Gebiet (B 2, B 109, B 158, B 167, B 273) zusammen mit zahlreichen Kreisstraßen. Eine Eisenbahnlinie von Berlin über Eberswalde, Angermünde nach Stralsund oder Stettin bildet zusammen mit der Wriezener Bahn, der Heidekrautbahn und einigen regionalen Busverkehrsgesellschaften das Rückgrat des öffentlichen Personenverkehrs. Für den Güterverkehr spielt die Schienenverbindung ebenso eine bedeutende Rolle wie die in Ost-West-Richtung verlaufende Wasserstraße Oder-Havel-Kanal.

Umwelt[Bearbeiten]

Energiestrategie – Null Emissionen[Bearbeiten]

Windrad in der Gemeinde Wandlitz

Seit August 2008 arbeitet der Landkreis Barnim auf der Grundlage eines Kreistagsbeschlusses an der Umsetzung der Null-Emissions-Strategie. Es besteht das Ziel, die Klimaschutzvorgaben von EU und Bund bereits vorfristig im Jahr 2011 zu erfüllen. Das Modellvorhaben wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert.[9]

Das Ziel, bis 2011 14 Prozent des Wärmebedarfes aus erneuerbaren Energien bereitzustellen, war Ende 2008 zur Hälfte erfüllt. Die Einsparung der klimaschädlichen CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2011 gegenüber 1990 ist mit 17 Prozent (2008) bereits in greifbare Nähe gerückt. Die nach der Energiestrategie geforderte Erhöhung des Stromanteils aus erneuerbaren Energien auf 30 Prozent konnte mit 44 Prozent bereits übertroffen werden.

Zusammen mit den unterschiedlichsten Partnern aus der Wirtschaft, den Kommunen, der Wissenschaft und mit den Bürgern beleben zahlreiche Projekte die Energiestrategie des Landkreises.

Klimafreundliches Bauen[Bearbeiten]

Die Verwaltung des Landkreises Barnim hat ihren Sitz im Paul-Wunderlich-Haus, dem energieeffizientesten Gebäude Deutschlands. Es wurde 2008 mit dem goldenen Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Die Erfahrungen beim Bau des Verwaltungsgebäudes führten zur Entwicklung eines Leitfadens Nachhaltigkeit für Neubau und Bauerneuerung, der im Landkreis Barnim als Ausschreibungsgrundlage für alle Bauansinnen gilt. Er richtet sich nach den DGNB-Kriterien. Die Stromversorgung aller kreislichen Liegenschaften wurde bereits Anfang 2009 auf Ökostrom umgestellt.

Klimabewusstsein entwickeln[Bearbeiten]

Ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung der Null-Emissions-Strategie ist die Entwicklung von Schulprojektmodulen mit dem Titel "Engagement für Erneuerbare Energien, Klima- und Umweltschutz an Barnimer Schulen", mit denen sich die genannten Themen flexibel in den Unterricht integrieren lassen.

Neben zahlreichen erneuerbaren Energie-Anlagen (Solar, Biogas, Biomasseanlagen), die im Landkreis Barnim entstanden sind, entwickelt sich ein Barnimer Dorf zum Energiedorf: Brodowin will in den nächsten Jahren seine Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellen und sich damit selbst mit Elektro- und Wärmeenergie versorgen.

Auch im Bereich Elektromobilität geht der Landkreis erste Schritte. Nach der Einweihung einer öffentlich zugänglichen Stromtankstelle wurde der kreiseigene Fuhrpark um ein Elektrofahrzeug erweitert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barnim 2007/2008. Die aktuellen Daten aus Städten, Ämtern und Gemeinden; Dakapo Pressebüro (Hrsg.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Barnim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Landkreis Barnim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Nach der Ausgliederung der Gemeinde Hohensaaten in die Stadt Bad Freienwalde (Oder) des Nachbarlandkreises Märkisch-Oderland und dem Verbleib eines Straßenzuges bei Oderberg ergeben sich von den hier verwendeten Zahlen eine Reduzierung der Einwohnerzahl von etwa 800 und der Fläche des Landkreises von etwa 22 km², die präzisiert werden, sobald neue Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vorliegen.
  3. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
  4. https://www.wahlergebnisse.brandenburg.de/wahlen/KO2014/ergebnis/ergebwk51.asp?sel1=4350&sel2=0664&gebiet=60
  5. Homepage Landeshauptarchiv Brandenburg
  6. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  7. (PDF) Faltblatt Landwirtschaft im barnim, 2005
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  9. Beschreibung Null-Emissionsziel in einem Barnimer Schulverbundprojekt; PDF-Dokument; abgerufen am 25. Januar 2010