Škoda 100

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Škoda
Škoda 100
Škoda 100
100/110
Produktionszeitraum: 1969–1976
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,2 Liter
(35–88 kW)
Länge: 4155 mm
Breite: 1620 mm
Höhe: 1380 mm
Radstand: 2400 mm
Leergewicht: 805–820 kg
Vorgängermodell Škoda 1000 MB
Nachfolgemodell Škoda 742

Der Škoda 100 (kurz Š100) sowie die stärker motorisierte Variante Škoda 110 (kurz Š110) ist ein Pkw von AZNP (Škoda), der ab 1969 das Modell Škoda 1000 MB/1100 MB ablöste. Die wesentliche Neuerung war die Zweikreisbremsanlage mit Scheibenbremsen vorn, hinzu kamen Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brno, Řečkovice, depozitář TMB, Škoda 100.jpg
Škoda 100 mit Tankstutzen vom Vorgänger 1000 MB
Skoda-110LS.jpg
Škoda 110LS mit Doppelscheinwerfern

Obwohl der Vorgänger Škoda 1000 MB veraltet war, lehnte die damalige Regierung ein zeitgemäßes Fahrzeug mit Frontmotor und Heckantrieb ab. 1964 war eigens für den 1000 MB ein Werk gebaut worden, für ein neues Fahrzeug mit Frontmotor hätten umfangreiche Investitionen getätigt werden müssen. Dies erschien der Regierung aber unwirtschaftlich. Das alte Montagewerk vom Octavia brannte kurz vor Produktionsende ab, der Schaden wurde auf 320 Millionen Kronen geschätzt.

Motor und Fahrwerk des Š100 entsprechen weitgehend denen des Vorgängermodells. Der größte Unterschied besteht aus den Dunlop-Scheibenbremsen vorn und einer Zweikreisbremsanlage. Während der Produktion des 100/110 gab es mehrere Änderungen, die vor allem das Äußere betrafen. So wurden 1972 die vom 1000 MB bekannten Tankeinfüllstutzen an den vorderen Kotflügeln durch eine einfache Tankklappe ersetzt. Teilesätze wurden nach Neuseeland exportiert und dort zusammengebaut. Der 110 LS hatte wie der Škoda 110 R vier Scheinwerfer. Mit dem stärksten Motor erreichte er eine Geschwindigkeit von 140 km/h. Nach der staatlichen Preisliste kostete die Basisversion Standard im Jahr 1972 45.000 Kronen.[1]

Der millionste Škoda seit Eröffnung der neuen Produktionslinien im Stammwerk Mladá Boleslav wurde auf der Internationalen Maschinenbaumesse Brno 1973 vorgestellt.[2]

Nachfolger dieser Modelle war ab 1976 die Škoda-105/120-Serie.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Škoda 110 Rennversion; der 120S

Neben der Standardversion gab es den Škoda 110 R als sportliches Coupé.

Karosserie und Motor des Fahrzeugs waren mehrmals Basis für verschiedene Prototypen und Kleinstserien[3]:

  • Škoda 1100 GT, 1970 entstandener Prototyp mit gleichen Heckleuchten
  • Škoda 110 Super Sport, auf dem 1100 GT basierendes Fahrzeug. Der Sportwagen spielte im Horrorfilm Der Autovampir die Hauptrolle.
  • Škoda Kirby, ein Offroader für den italienischen Markt
  • Škoda V. F. Buggy, ähnliches Aussehen wie der Kirby, jedoch für Belgien

Ab 1971 gab es den Škoda 120S, eine Limousine mit größerem Motor, die in der Rallyeversion mit Schutzkäfig ausgestattet bis zu 220 km/h erreichte.

Export[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Export in die DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Š100 wurde in großem Umfang von der Deutschen Demokratischen Republik importiert. Es sollen mehr als 142.000 Exemplare ins Land gekommen sein [4] – allerdings ausschließlich in der Grundausführung. 1975 waren 10,6 % aller in der DDR zugelassenen Pkw Škodas, zu einem Großteil Škoda 100. Neu kostete der Wagen 15.870 Mark[5] und war damit etwas billiger als der Wartburg. Die Fahrzeuge waren aufgrund ihres sparsamen Viertaktmotors beliebt.

Export in die BRD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Modell Š100 kostete 1971 in der Bundesrepublik Deutschland 4985 DM.[6] Dies entspricht inflationsbereinigt 6.500 Euro.[7] Zum Vergleich: Der VW Golf I kostete 1974 in der Basisversion 7.995 DM,[8] was in heutiger Währung ebenso inflationsbereinigt 11.800 Euro entspricht.[7]

Technik und Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der längs im Heck eingebaute, wassergekühlte Reihenvierzylindermotor mit Aluminiumdruckgussgehäuse, aber Grauguss-Zylinderkopf hat eine kettengetriebene, seitliche Nockenwelle und zwei hängende Ventile pro Zylinder. Ein Jikov-Fallstromvergaser mit Choke bereitete das Gemisch auf. Der Motor leistet 30 kW (41 PS), nach Modellpflege (noch 1976) mit Bomoro-Türschloßsystem 31 kW (42 PS) und treibt die hinteren Räder an. Das Getriebe hat eine lange Übersetzung, war vollsynchronisiert und hat vier Gänge.

Mit dem 100er Motor beschleunigt das Fahrzeug von 0 auf 100 km/h in 24 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 125 km/h, der Verbrauch bei maximal 9,2 Litern pro 100 Kilometer.

Die selbsttragende Karosserie aus Stahlblech hat vier Türen. Sie erhielt vom Werk aus eine Tauchbadphosphatierung als Rostschutz. Die Vorderräder waren Einzelradaufhängung an ungleich langen Doppelquerlenkern aufgehängt, die hinteren an einer Pendelachse mit Schubstreben. Fahrbahnunebenheiten wurden durch Schraubenfedern vorne und hinten mit Teleskopstoßdämpfern ausgeglichen. Das Lenkgetriebe des Kraftfahrzeugs arbeitet mit Spindel und Mutter. Hinten wird das Fahrzeug durch Trommel-, vorne durch Scheibenbremsen der Marke Dunlop abgebremst. Die Originalreifengröße ist 155 SR 14.

Der Wendekreis des Fahrzeugs ist elf Meter. Das Leergewicht beträgt 805 Kilogramm, die Zuladung 395 Kilogramm. Der Tank fasst 32 Liter Treibstoff. Eine Drehstrom-Lichtmaschine versorgt das Fahrzeug mit Elektrizität. Die elektrische Anlage hat wie beim Vorgängermodell eine Spannung von 12 Volt.[6]

Bezeichnung Typ Bauzeit Produzierte
Fahrzeuge
Karosserie Motor
100/100 L Typ 722 1969–1976 217.767 4-türige Limousine 988 cm³, 35 kW (48 SAE-PS)
110 L Typ 717 1969–1976 219.864 4-türige Limousine 1107 cm³, 39 kW (53 SAE-PS)
110 LS Typ 719 1971–1976 40.057 4-türige Limousine 1107 cm³, 45,5 kW (62 SAE-PS)
120 S/120 S Rallye Typ 728 1971–1974 100 4-türige Sport-Limousine 1174 cm³, 38–88 kW (52–120 PS)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Preisliste der Mototechna aus dem Jahr 1972.
  2. Tschechoslowakische Motor-Revue 9/73
  3. skoda-auto.com: The first Škoda 100/110 produced forty years ago (Memento des Originals vom 17. August 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/new.skoda-auto.com
  4. tschechoslowakische motor-revue Heft 8/74
  5. Werner Oswald, Kraftfahrzeuge der DDR, 2.Auflage (2000)
  6. a b Karsten Rehmann: Der Berg ruft. Test NSU 1000 C / Škoda 100 / VW 1302 S. In: Autozeitung Classiccar 2/2013. S. 16–27.
  7. a b Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100 Euro gerundet und bezieht sich auf den vergangenen Januar.
  8. auto motor und sport Heft 16/1974 vom 3. August 1974