Auto1 Group

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AUTO1 Group SE

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Rechtsform Europäische Aktiengesellschaft
ISIN DE000A2LQ884
Gründung 2012
Sitz München (juristisch)[1]
Berlin (Verwaltung)
Leitung Christian Bertermann (CEO)
Markus Boser (CFO)
Mitarbeiterzahl 4.418[1]
Umsatz 3.476 Mrd. Euro[1]
Branche Elektronischer Handel
Website https://www.auto1-group.com/
Stand: 31. Dezember 2019

Die Auto1 Group SE (Eigenschreibweise: AUTO1) ist ein 2012 gegründetes Unternehmen mit juristischem Sitz in München[1] und Verwaltungssitz in Berlin.[2] Nach eigenen Angaben ist es Europas größter Gebrauchtwagenhändler.

Nach der Beteiligung des japanischen Unternehmens Softbank im Jahr 2018 wurde das Unternehmen mit 2,9 Milliarden Euro bewertet.[3] Damit war es 2019 das am höchsten bewertete nicht börsennotierte Start-Up Europas.[4]

Das Unternehmen wurde von Christian Bertermann und Hakan Koç in Berlin gegründet; sie hielten 2018 gemeinsam etwa 30 Prozent der Anteile.[5] Am 4. Februar 2021 erfolgte an der Börse Frankfurt der Börsengang des Unternehmens.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 gründeten Hakan Koç und Christian Bertermann das Unternehmen. Die Idee, den Gebrauchtwagenhandel zu digitalisieren, entsprang einem Zufall. Bertermann half seiner Großmutter beim Verkauf zweier Autos, eines Mercedes-Benz 190 D und eines Golf IV, und erhielt viele unseriöse und inakzeptable Angebote. Diese fehlende Professionalität in der Branche war der Antrieb für die Gründung der Auto1 Group.[7] Bertermann hatte zuvor bei Groupon gearbeitet, Koç bei Rocket Internet.[8]

Im Februar 2021 fand der Börsengang der Auto1 Group statt, die zu diesem Zeitpunkt mit bis zu 8 Milliarden Euro bewertet wurde. Die Emission umfasste dabei insgesamt 48,23 Millionen Aktien, wovon 31,25 Millionen aus einer Kapitalerhöhung stammten und die restlichen 15,63 Millionen von den Alteigentümern. Der Erlös (geplant: 1,8 Mrd. Euro) soll größtenteils in die Online-Gebrauchtwagenplattform Autohero (750 Mio. Euro), sowie zur Rückzahlung einer bestehenden Wandelanleihe genutzt werden.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitz der Auto1 Group in Berlin-Kreuzberg

Auto1 beschäftigt in 30 Ländern über 4400 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro.[1] Das Unternehmen handelt täglich mit über 3000 Fahrzeugen.[9] In Deutschland ist vor allem die Ankaufsplattform wirkaufendeinauto.de bekannt.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auto1 Group besteht derzeit aus drei Plattformen (wirkaufendeinauto.de, Auto1.com, Autohero). Darüber hinaus wurde im Jahr 2018 gemeinsam mit der Allianz und der Deutschen Bank das Joint Venture Auto1 FinTech gegründet.[10]

Wirkaufendeinauto.de[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirkaufendeinauto.de hat über 120 Standorte in Deutschland[11], in denen Autos geprüft und angekauft werden. Dazu kommen u. a. Standorte in Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, den Niederlanden und Portugal. Über die Website gibt der potenzielle Verkäufer seine Fahrzeugdaten ein und bucht einen Termin. Nach der Prüfung erhält der Kunde ein Ankaufsangebot.[12]

Auto1.com[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auto1.com ist ein Online-B2B-Marktplatz für den An- und Verkauf von Gebrauchtwagen. Ihn nutzen nach eigenen Angaben mehr als 60.000 Händler aus über 30 Ländern (Stand: 2020).[13]

Autohero[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autohero wurde im Jahr 2016 gegründet und ist ein Online-Autohaus für Fahrzeuge jedes Herstellers sowie jeder Preisklasse.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süddeutsche Zeitung veröffentliche im Juli 2021 eine Recherche, nach der die beiden größten deutschen Finanzkonzerne, Deutsche Bank und Allianz, geforderte Misstrauensregeln klar außer Acht gelassen hätten, als sie sich 2018 mit undurchsichtigen Geschäftsmännern eingelassen hätten, als sie 2018 zusammen mit dem Start-up Auto 1, die Firma Auto 1 Fintech an den Start gebracht hätten. Das Geld sei zu großen Teilen von zwei undurchsichtigen Investoren aufgebracht worden, die auch an zwei Banken ausgerechnet in Nordzypern beteiligt gewesen seien. Das Bankensystem in Nordzypern gelte als Drehscheibe für Geldwäsche, Terrorfinanzierung und illegales Glücksspiel. Das Land ist von der EU nicht anerkannt, normale internationale Bankgeschäfte sind dort kaum möglich. In Israel vermute man, dass über nordzyprische Banken Terrororganisationen wie die Hamas finanziert würden.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Konzernjahresabschluss per 31. Dezember 2019, veröffentlicht auf bundesanzeiger.de, abgerufen am 6. April 2021
  2. Impressum auf aut01-group.com
  3. Wirkaufendeinauto.de: Investoren bewerten Berliner Start-up mit 2,9 Milliarden Euro. In: Spiegel Online. 15. Januar 2018 (spiegel.de [abgerufen am 8. März 2019]).
  4. Jonas Jansen: Nach Spotify-Börsengang: Auto 1 ist jetzt das wertvollste Start-up Europas. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. März 2019]).
  5. Japaner pumpen halbe Milliarde Euro in Berliner Start-up. Berliner Zeitung (dpa), 15. Januar 2018.
  6. Erfolgreiches Börsendebüt. Auto1 bei Anlegern beliebt (tagesschau.de, abgerufen am 4. Februar 2021).
  7. Bettina Weiguny: Gründergeschichten: Der Milliardär vom Hinterhof. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 8. März 2019]).
  8. Über Omas alten Benz zum Millionen-Start-up handelsblatt.com (Bloomberg), 9. Juli 2015.
  9. Peter Brors: Die Milliarden-Manager. handelsblatt.de, 15. Januar 2015.
  10. Gebrauchtwagen-Plattform: Auto1 startet mit der Deutschen Bank und der Allianz ein eigenes Fintech. Abgerufen am 8. März 2019.
  11. Über 120 Standorte deutschlandweit - wirkaufeindeinauto.de. Abgerufen am 8. März 2019.
  12. Auto verkaufen zum Bestpreis. Abgerufen am 8. März 2019.
  13. Über AUTO1.com. Abgerufen am 24. September 2020.
  14. Meike Schreiber: Misstrauen muss vor Geschäft gehen. So etwas darf nicht passieren: Allianz und Deutsche Bank haben sich ohne Not mit dubiosen Partnern eingelassen. Süddeutsche Zeitung, 26. Juli 2021