Grenke

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Grenke AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A161N30
Gründung 1978
Sitz Baden-Baden, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Antje Leminsky
(Vorstandsvorsitzende)
Ernst-Moritz Lipp
(Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 1675[1]
Umsatz 3.567 Mio. Euro[1]
Branche Finanzdienstleistungen
Website www.grenke.de
Stand: 31. Dezember 2019

Firmenzentrale in Baden-Baden

Die Grenke AG (bis 2016 Grenkeleasing AG; Eigenschreibweise GRENKE) ist ein deutscher Finanzdienstleister mit Sitz in Baden-Baden. Das Kerngeschäft der im SDAX notierten Aktiengesellschaft ist Leasing von Produkten der Bürokommunikation. Daneben ist Grenke im Bereich Factoring tätig und verfügt über eine Banklizenz. Grenke ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1978 von Wolfgang Grenke als Einzelfirma gegründete Unternehmen wurde 1979 in die damalige Grenkeleasing KG eingebracht. In den folgenden Jahren wurden die ersten Niederlassungen in Deutschland eröffnet. 1990 gründete Grenkeleasing als erste deutsche Leasinggesellschaft eine rechtlich selbstständige Niederlassung im damaligen Ost-Berlin. 1997 firmierte die Gesellschaft zur Aktiengesellschaft um, am 4. April 2000 folgte der Börsengang am Neuen Markt.[3] Seit 2003 ist Grenkeleasing im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Seit 2005 bietet die Grenke Gruppe auch Factoring als Finanzdienstleistung an.

Anfang 2009 erwarb das Unternehmen eine Banklizenz durch den Kauf der ehemaligen Privatbank Hesse Newman,[4] die dann zur Grenke Bank umfirmiert wurde.

Am 3. Mai 2016 beschloss die Hauptversammlung der Grenkeleasing AG die Umfirmierung zur Grenke AG.[5] Begründet wurde dieser Schritt mit der zunehmenden Bedeutung der Bereiche Factoring und Banking.

Ende Februar 2018 schied Unternehmensgründer Grenke nach Amtszeitablauf aus dem Vorstand aus. Den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernahm am 1. März seine bisherige Stellvertreterin Antje Leminsky.[6] Wolfgang Grenke wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 3. Mai 2018 in den Aufsichtsrat gewählt.

Zum 24. Juni 2019 stieg die Grenke-Aktie vom SDAX in den MDAX auf.[7] Aufgrund des Einbruches des Aktienkurses infolge der Bilanzbetrugsvorwürfe steigt die Grenke-Aktie zum 21. Dezember 2020 wieder in den SDAX ab.[8]

Grenke Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenke AG ist Teil der Grenke Gruppe, die mittlerweile mit 30 Standorten in Deutschland sowie insgesamt 86 internationalen Standorten vertreten ist. Die Grenke Gruppe umfasst sowohl die in 21 europäischen Ländern aktiven Gesellschaften des Grenke Konzerns als auch die national und international agierenden Leasing- und Factoring-Franchisepartner. Die Service-Palette des Grenke Konzerns (= Grenke Gruppe ohne Franchisepartner) deckt zum einen das Small Ticket IT-Leasing und Factoring ab und zum anderen – über die Grenke Bank AG – die klassischen Online-Bankdienstleistungen.

Auslandsgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Niederlassungen in Italien, Frankreich und der Schweiz arbeitet das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in Belgien, Brasilien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Slowakei, Slowenien Spanien, Tschechien, der Türkei und Ungarn. Grenke-Franchisegesellschaften sind in Australien, Chile, Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Singapur.

Bilanzbetrugsvorwürfe 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2020 bezichtigte die Investorengruppe Viceroy Research um den Leerverkäufer Fraser Perring die Grenke AG unter anderem der Bilanzfälschung und der Beihilfe zur Geldwäsche. Viceroy äußerte die Vermutung, ein großer Anteil der ausgewiesenen liquiden Mittel von rund einer Milliarde Euro würde nicht existieren und stellte Grenke in eine Reihe mit nachgewiesenen Bilanzskandalen wie Wirecard, Lernout & Hauspie und Steinhoff. Grenke wies die Anschuldigungen zurück und betonte, dass zum Zeitpunkt der Aufstellung der Halbjahresbilanz 2020 alleine rund 850 Millionen Euro der angezweifelten liquiden Mittel nachweislich als Bundesbankguthaben bestünden. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel innerhalb von zwei Tagen um rund 49 Prozent.[9][10][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grenke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht zum 31.12.2019 GRENKE AG Konzern. (PDF 3MB) Grenke AG, abgerufen am 26. Mai 2020.
  2. Mitgliederverzeichnis des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (Memento vom 12. Februar 2016 im Internet Archive) (leasingverband.de, Verzeichnis der Mitglieder (Stand: Februar 2016), abgerufen am 11. Februar 2016)
  3. Börse Stuttgart: Grenkeleasing AG – Factsheet Aktien (Memento vom 20. März 2014 im Internet Archive), abgerufen am 20. März 2014.
  4. Ad-hoc-Mitteilung der Hesse Newman Capital am 12. Februar 2009. Abgerufen am 4. November 2013.
  5. Meldung zur Hauptversammlung 2016 (abgerufen 4. Mai 2016)
  6. Wolfgang Grenke scheidet planmäßig aus dem Vorstand der Grenke AG aus. (PDF 22,4kB) Grenke AG, archiviert vom Original am 21. März 2018; abgerufen am 20. März 2018.
  7. Grenke steigt in den MDax auf. In: Handelsblatt. 5. Juni 2019, abgerufen am 25. August 2019.
  8. Siemens Energy AG to be included in MDAX. 3. Dezember 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020 (amerikanisches Englisch).
  9. Grenke-Aktie bricht weiter ein – 900 Millionen Euro verbrannt. Manager Magazin, 16. September 2020, abgerufen am 16. September 2020.
  10. Grenke – For Your Fraud Financing Needs. Viceroy Research, 14. September 2020, abgerufen am 16. September 2020 (englisch).
  11. Grenke weist Vorwürfe von Viceroy als unbegründet zurück. Grenke AG, 15. September 2020, abgerufen am 16. September 2020.


Koordinaten: 48° 47′ 42,3″ N, 8° 11′ 39″ O