Varta AG

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VARTA AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0TGJ55
Gründung 27. Dezember 1887
Sitz Ellwangen, DeutschlandDeutschland Deutschland[1]
Leitung DeutschlandDeutschland Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender

OsterreichÖsterreich Michael Tojner, Aufsichtsratsvorsitzender

Mitarbeiterzahl über 2000
Umsatz 195,1 Mio. Euro (2015)
Branche Elektrotechnik
Website www.varta-ag.com

Luftansicht von Varta Microbattery in Ellwangen

Varta (Akronym für: Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren) ist ein traditionsreicher deutscher Batteriekonzern. Daneben ist VARTA auch der Markenname für Waren, die von derzeit oder früher zum Konzern gehörenden Unternehmen hergestellt oder vertrieben werden. Dazu gehören beispielsweise Akkumulatoren und Batterien. Die Varta AG besteht aus den beiden Tochterunternehmen Varta Microbattery und Varta Storage GmbH. Der Markenname wird beim jährlich erscheinenden Varta Hotel- und Restaurantführer verwendet.

Varta gehört heute zu dem Schweizer Industriekonzern Montana Tech Components.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung der AFA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung der Varta AG war die Accumulatoren-Fabrik Tudor’schen Systems Büsche & Müller oHG, die am 27. Dezember 1887 im Hagener Ortsteil Wehringhausen von Adolph Müller gegründet wurde. Er hatte das große Marktpotenzial für Akkumulatoren zu dieser Zeit erkannt. Neben Paul Büsche waren mehrere Unternehmer und Bankiers aus Hagen als stille Teilhaber beteiligt. Im Jahr 1888 begann das Unternehmen mit der industriellen Fertigung von ortsfesten Bleiakkumulatoren nach der Konstruktion von Henri Owen Tudor, einem Ingenieur aus Rosport (Luxemburg). Der Kapitalanteil von Paul Büsche wurde durch den Ingenieur Paul Einbeck übernommen. Daher wurde die Firma am 1. Januar 1889 in Accumulatoren-Fabrik Tudor’schen Systems Müller & Einbeck oHG geändert. Um der Konkurrenz der beiden Elektrokonzerne Siemens und AEG zu entgehen, die ebenfalls die Produktion von Bleiakkumulatoren aufgenommen hatten, strebte Adolph Müller eine Kooperation mit diesen an. Nach Abschluss der Verhandlungen wurde unter Kapitalbeteiligung der oben genannten Konzerne und unter Mitwirkung der Deutschen Bank das Unternehmen am 1. Januar 1890 in die Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft (AFA) umgewandelt. Als erstes Tochterunternehmen der AFA wurde 1890 die Generalrepräsentanz Wien mit eigener Fabrikation gegründet.[2][3]

Um jedem möglichen Patentstreit aus dem Wege zu gehen, erwarb die AFA am 4. April 1890 die Lizenzrechte für Deutschland des Patents von Camille Alphonse Faure über auf die Bleiplatten aufgetragene Bleioxide. Der Besitz dieses Patentrechts ermöglichte der AFA ganz unerwartet strategische Maßnahmen größeren Ausmaßes. In den Jahren 1890 bis 1896 und darüber hinaus führte das Unternehmen gegen die zahlreichen deutschen Konkurrenten Patentverletzungsklagen durch, die zugunsten der AFA entschieden wurden. Somit konnte die AFA ihre Dominanz auf dem Markt weiter stärken und ihre technische Basis ausbauen[4].

Die AFA wurde ab 1894 an der Berliner Börse notiert. Im Jahr 1897 verlegte die AFA ihre Hauptverwaltung nach Berlin.

Anfang des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1904 erwarb die AFA die Watt Accumulatoren-Werke AG, die auf ihrem Standort Berlin-Oberschöneweide tragbare Akkumulatoren herstellte. Diese wurden für Taschenlampen, Telegraphen und Signalapparate verwendet. Das Werk Oberschöneweide wurde zum zweitwichtigsten Standbein des Konzerns. Die Vertriebsgesellschaft des Werkes mit dem Namen Varta (Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren) wurde weltbekannt[5]. Die Gitterplatte, die die Watt-Werke entwickelt hatten, wurde zum Ausgangspunkt für die Entwicklung der Starterbatterie für Automobile, die ab 1920 in die Fertigung ging.

Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs das Unternehmen schnell. 1912 erwirtschafteten etwa 4000 Beschäftigte im Deutschen Reich einen Umsatz von rund 31,4 Millionen Mark (Beleg?). Bis 1914 wurden im In- und Ausland zahlreiche Werke und Tochterunternehmen gegründet oder übernommen, und zwar in Österreich (1890), Schweiz (1892), Russland (1897), Ungarn (1904), Galizien (1906), Italien (1907), Böhmen (1909), Rumänien (1911) und Schweden (1914).

Bis 1904 erwarb die AFA einen Großanteil des Kapitals von The Tudor Accumulator Company Limited in England[6]. 1912 schloss sie einen sogenannten "Freundschaftsvertrag" mit den Firmen Société de l'Accumulateur Tudor (Paris) und Société Anonyme "Accumulateurs Tudor" (Brüssel)[7]. Daraus ergab sich eine erhebliche Ausweitung ihres Wirkungsbereiches[8].

1905 entstand zusammen mit Siemens und AEG die Gesellschaft für elektrische Zugbeleuchtung, abgekürzt GEZ, mit Sitz in Berlin. 1913 wurde die Deutsche Edison-Akkumulatoren-Company DEAC, die 1905 in Berlin zur Herstellung von Stahlakkumulatoren nach Edison-Bauart gegründet worden war, übernommen[9]. Im Stammwerk in Hagen wurden zu dieser Zeit hauptsächlich große ortsfeste Blei-Akkumulatoren produziert. Bereits 1904 wurde die erste U-Boot-Batterie geliefert. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion zunehmend auf die Bedürfnisse des Militärs umgestellt. Beispielsweise war das Werk in Hagen der einzige Produzent von U-Boot-Batterien im Deutschen Reich. Daher plante die britische Admiralität bereits im Ersten Weltkrieg Luftangriffe auf das AFA-Werk in Hagen.

Nach der Niederlage Deutschlands am Ende des Ersten Weltkriegs verlor die AFA ihre Tochtergesellschaften in England, Russland, Rumänien und Galizien. Dank qualitativ hochwertiger Produkte konnte sie jedoch bald ihre Geschäftstätigkeit im zivilen Bereich wieder aufnehmen.

Übernahme durch die Quandts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früheres Varta-Betriebsgelände in Hannover, im 21. Jahrhundert Johnson Controls am Mittellandkanal
Aktie der Accumulatoren-Fabrik AG über 100 Reichsmark vom November 1941

Ab 1922 nutzte Günther Quandt momentane wirtschaftliche Fluktuationen, um systematisch Anteile an der AFA zu erwerben. Die Geschäftsleitung der AFA konnte sich nicht gegen diese Aktionen wehren, die als feindliche Übernahme empfunden wurden. Nach dem Erwerb der Aktienmehrheit wurde Quandt am 13. Juni 1923 Aufsichtsratsvorsitzender der AFA. 1938 wurde er Vorstandsvorsitzender. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die AFA zu einem bedeutenden Teil Quandts wirtschaftlicher Aktivitäten und Industriebeteiligungen.

Weitere Diversifizierung zwischen den beiden Weltkriegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926 erwarb die AFA die 1922 in Hamburg gegründete Pertrix Chemische Fabrik Aktiengesellschaft. Im neuen Pertrix-Werk in Berlin-Niederschöneweide entstanden Trockenbatterien und Taschenlampen[10]. Unter den Produkten dieses Werkes sind besonders auch Anodenbatterien für Rundfunkempfänger zu erwähnen. 1927 übernahm die AFA die 1921 gegründete Grubenlampenfabrik Dominit-Werke GmbH aus Dortmund. 1939 änderte sich die Gesellschaftsform der Pertrix und Dominit-Werke, die Aktiengesellschaften wurden zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Beide Unternehmen blieben aber Tochterunternehmen der AFA.

In Hannover-Stöcken errichtete die AFA von 1936 bis 1938 ein neues Werk, das ausschließlich für die Kriegsmarine Akkumulatoren für U-Boote und Torpedos herstellte.[11]

Die AFA in Nazideutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele U-Boote der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg waren mit Akkus aus dem AFA-Werk Hannover-Stöcken ausgerüstet.

Günther Quandt gehörte zu den Eliten der deutschen Wirtschaft, die die Rüstungspolitik Hitlers bejahten und aktiv unterstützten[12]. Er sympathisierte ab 1931 mit der NSDAP, und zwar durch die Vermittlung von Goebbels, der seine Ex-Frau Magda Behrend geheiratet hatte. 1937 wurde Quandt zum Wehrwirtschaftsführer ernannt.

Die AFA war Hauptlieferant von Antriebsbatterien für U-Boote, vorwiegend der Typen VII und XXI, Torpedos (G7e/G7es), sowie Bordbatterien der Fernrakete V2.

Im Jahre 1943 gründete Quandt einen Fertigungsstandort größeren Ausmaßes in Posen. Dieses Werk zeichnete sich durch seine überaus rationale Raumaufteilung aus, wodurch der Aufwand an Transportvorgängen auf ein striktes Minimum reduziert wurde.

In den Betrieben der AFA in Hagen, Hannover-Stöcken, Posen und Wien wurden während des Zweiten Weltkrieges neben ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen auch Häftlinge aus Konzentrationslagern zur Sicherung der kriegswichtigen Produktion eingesetzt: Hunderte von inhaftierten Frauen verrichteten im Pertrix-Werk von Niederschöneweide Zwangsarbeit[13]. Die Betriebe der AFA gehörten zu den wenigen Orten, wo Häftlinge von Konzentrationslagern in Kontakt mit der Zivilbevölkerung kamen. Die für das Personal gültigen Sicherheits- und Hygienevorschriften wurden allerdings bei den Häftlingen nicht angewandt. Sie waren den Gefahren des Bleis ausgesetzt, unterernährt und erschöpft[12].

In Hannover gehörten die Häftlinge zum Außenlager KZ Stöcken (Akkumulatorenwerke) des KZ Neuengamme. Das Lager bestand zwischen Juli 1943 und April 1945 direkt neben dem Werksgelände der Akkumulatorenfabrik. Rund 400 der durchschnittlich 15.000 Häftlinge starben an den schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie einem Todesmarsch zum KZ Bergen-Belsen im April 1945 [14]. Etwa 600 marschunfähige Häftlinge wurden nach Gardelegen transportiert, wo sie in der Isenschnibber Feldscheune ermordet wurden.

Mahnmal für die Zwangsarbeiter der Akkumulatorenfabrik

Zur Erinnerung wurde 1987 in Hannover-Stöcken nahe dem ehemaligen Lager ein Mahnmal mit Skulptur und Gedenktafeln aufgestellt. Es ist den west- und osteuropäischen Häftlingen gewidmet, die unter unmenschlichen Bedingungen zur Kriegsproduktion gezwungen wurden. Unter Einflussnahme des damaligen Hauptanteilseigners, der Familie Quandt, weigerte sich die Varta AG, das Mahnmal auf dem Firmengrundstück aufstellen zu lassen.

Günther Quandt war bestrebt, auch das Tudor-Werk in Florival bei Wavre in sein Industrie-Imperium einzuverleiben. Dieses Werk stand unter der Leitung von Léon Laval, dem Schwiegersohn von Henri Tudor. Im Jahre 1942 beanspruchte Quandt die Dienste der Gestapo, um Laval zu einer Verhandlung über eine Anteilnahme der AFA zu zwingen. Laval war unnachgiebig. Er wurde sogleich in Luxemburg und später bis Kriegsende in Deutschland inhaftiert. Das Werk Florival blieb der AFA endgültig vorenthalten[15].

Gegen Kriegsende erlitt das Stammwerk in Hagen durch alliierte Luftangriffe starke Beschädigungen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Werke in Berlin enteignet, sie lagen im Sowjetischen Sektor der Stadt. Trotz Bombenschäden und Demontage wurden in Berlin-Oberschöneweide ab 1946 von der neugegründeten VEB Berliner Akkumulatoren- und Elementefabrik (BAE) wieder Batterien für Gabelstapler und Schienenfahrzeuge produziert. Das ehemalige Pertrix-Werk in Berlin-Niederschöneweide produzierte unter dem Namen Batropa bis 1999 Taschenlampen und Batterien. Im Jahr 1946 nahm die AFA unter der Firmenbezeichnung BMF – Batterie- und Metallwarenfabrik die Herstellung von Trockenbatterien in Ellwangen auf. Dazu wurden in einer ehemaligen Propeller-Nabenfabrik die Fertigungen aus Hannover und Ullersricht zusammengelegt. Aus den Unternehmen BMF und der Pertrix-Werke entstand 1949 die Pertrix-Union in Ellwangen. In der Folgezeit wurde die Produktion von Zink-Kohle-Batterien in Ellwangen nach und nach ausgebaut – mit Zellen in den Baugrößen Mono und Baby begann in den 1950er Jahren die Massenfertigung.

Umbenennung der AFA in Varta und Verlegung des Hauptsitzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg der Name VARTA als Marken- und Qualitätsbegriff immer weiter durchsetzte, beschloss die Hauptversammlung des Konzerns im Jahr 1962 die AFA in Varta Aktiengesellschaft umzubenennen. Im Jahr 1965 verlegte Varta den Sitz von Hagen nach Frankfurt am Main.[16] Seit 1956 lieferte Varta wieder U-Boot-Batterien an die Bundesmarine und für den Export. Das Geschäft mit U-Boot-Batterien ist das gewinnträchtigste und wird – als einer der wenigen ursprünglichen Fertigungsbereiche – von Hawker im Stammwerk Hagen fortgeführt.

1977 wurde die alte Varta AG aufgeteilt in die Varta AG für Batterien und Kunststoffe, CEAG für Elektronik und die Altana für Pharmazieprodukte.

Jahrzehntelang war das Unternehmen in verschiedenen Bereichen der Batterieherstellung tätig. Im In- und Ausland produzierte Varta Industrie- und eckige Autobatterien, Rund- und Knopfzellen. Im Jahr 1993 machte die Varta AG erstmals in ihrer Geschichte keinen Gewinn. Durch weltweiten Wettbewerb und Kostendruck, sowie infolge von verkrusteten Strukturen sei Varta „in vielerlei Hinsicht ein typischer Fall für eine deutsche Firma in der Mitte der neunziger Jahre“, urteilte die Financial Times. In der Folge begann ein tiefgreifender Umbau des Konzerns. 1995 wurde der Unternehmensbereich Industriebatterien und damit das historische Kerngeschäft an den britischen Mischkonzern BTR (British Tyre & Rubber Company) verkauft. In etwa der gleichen Zeit wurde das Autobatterie-Geschäft in ein Joint Venture mit der Robert Bosch GmbH eingebracht. 1998 wurden im Zuge einer Umstrukturierung die gesamten Gerätebatterieaktivitäten in der neuen Varta Gerätebatterie GmbH zusammengefasst und Varta-Plastic verkauft. Damit wurde die Konzentration auf die Unternehmensbereiche Geräte- und Autobatterien abgeschlossen und die Varta AG zur reinen Konzernholding. 1999 wurde die Fertigung von Zink-Kohle-Batterien in Ellwangen eingestellt.

Zerschlagung des Konzerns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johnson-Controls-Unternehmensgebäude in Hannover am früheren Varta-Gelände

Zum Ende des Jahres 2000 wurden 92 % der Aktien gegen knapp 300 Millionen Euro von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank namens DB Investor übernommen und an die Gopla GmbH weitergereicht, an der die Deutsche Bank zu 39 % und die beiden früheren Hauptaktionäre aus der Familie Quandt zu 25,1 % beteiligt waren.[17]

2001 wurde der Geschäftsbereich Microbatterien ausgegliedert, die entstandene Varta Microbattery wurde eine Tochtergesellschaft der Varta AG in Hannover.

Im Sommer 2002 wurden die beiden größten Arbeitsbereiche von Varta verkauft.[17] Zuerst wurde die Mehrheitsbeteiligung im Bereich der Gerätebatterien an den Batteriehersteller Rayovac abgegeben. Eine Woche später kaufte der Kooperationspartner Johnson Controls gegen 312,5 Millionen Euro die 80 Prozent von Varta an der VB Autobatterie GmbH mit der Robert Bosch GmbH und damit den größten Bereich. Varta verblieben 1.700 Beschäftigte und rund 130 Millionen Euro Umsatz im Bereich der Mikrobatterien.

2004 wurde die Beteiligung an Microlite, einem brasilianischen Gerätebatteriehersteller, an Rayovac verkauft. Im Juli 2005 kündigte Spectrum Brands, wie sich Rayovac nun nannte, das Joint Venture mit Varta und übernahm den Geschäftsbereich Handelsbatterien komplett. Somit verblieb nur der Bereich Microbatterien bei Varta. Dieser wurde im Februar 2007 für einen vorläufigen Kaufpreis von etwa 30 Millionen Euro an die österreichische VEG Beteiligungsgesellschaft und Buy-Out Beteiligungs-Invest, die beide zur Global Equity Partners Gruppe gehören und schließlich Ende 2007 an die Montana Tech Components verkauft, die ebenfalls eine Beteiligung der Global Equity Partners Gruppe darstellt.

Mit dem Verkauf aller operativen Geschäftsbereiche verabschiedete sich Varta nach über 100 Jahren ganz aus dem Batteriegeschäft. Varta mit Sitz in Hannover besteht weiter und beschäftigt sich mit der Verwaltung eigenen Vermögens sowie der Verwertung und Abwicklung von Vermögensgegenständen, Verträgen, Verbindlichkeiten und Beteiligungen der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften. Unter dem Dach von Varta befinden sich die Varta-Unterstützungskasse sowie die Immobiliengesellschaft Pertrix.

Die Volkswagen AG und Varta Microbattery gründeten im Jahr 2009 eine Forschungskooperation, um die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkumulatoren für Elektro-Autos voranzutreiben.[18] Das dazu gegründete Unternehmen trägt heute den Namen VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG.[19]

Neuer Anfang und Neugliederung des Konzerns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Varta AG wurde im August 2011 vom selben Unternehmenskonsortium aufgekauft, das auch Varta Microbattery übernommen hatte.[20] Nach der Übernahme brachte Montana Tech Components ihre bis dahin direkt gehaltenen Tochtergesellschaften Varta Microbattery GmbH und Varta Storage GmbH in die Varta AG ein.

Durch Umstrukturierung der Varta-Beteiligungen ist die Varta AG in den 2010er Jahren heute wieder die Holding-Gesellschaft der gesamten VARTA-Gruppe.[21] Die VARTA AG gliedert sich seitdem in die VARTA Microbattery GmbH sowie die VARTA Storage GmbH als operative Einheiten und die VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG als Kooperation mit der Volkswagen AG.[18][21]

Im November 2016 kündigte die Konzernleitung einen erneuten Börsengang an,[22][23] der jedoch am 29. November 2016 kurzfristig abgesagt wurde.[24] Am 19. Oktober 2017 erfolgte schließlich der Börsengang im regulierten Markt (Prime Standard). Bei einem Emissionspreis von 17,50 Euro wurde der Konzern mit 668,5 Mio. Euro bewertet.[25][26] Gelistet ist die Varta AG in folgenden Aktienindizes: Prime Standard, German Entrepreneurial Index und DAX International Mid100.[27] Erwähnenswert ist, dass Varta bereits zweimal Batterien für Weltraummissionen bereitgestellt hat: Zuerst bei der Mondmission von Neil Armstrong 1969, und bei der 2018 gestarteten Mission zur Internationalen Weltraumstation wurden Li-Ionen-Polymerbatterien für ein Medizinisches Projekt zur ISS geschickt.[28]

Produkte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Varta AG bietet mit der Varta Storage GmbH Energiespeichersysteme für den privaten Haushalt und für die Industrie an.[29][30] und zählte 2017 zu den drei größten Anbietern von Stromspeichern für Photovoltaikanlagen im Eigenheimbereich am europäischen Markt.[31]

Zusammen mit der Binnenreederei Riedel entstand das erste rein elektrisch betriebene Binnenfahrgastschiff für Fahrten auf der Spree.[32]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Blank: Hagen im Zweiten Weltkrieg. Bombenkrieg, Rüstung und Kriegsalltag in einer westfälischen Großstadt 1939–1945, Essen 2008 (ausführliche Darstellung der AFA/Varta als Rüstungsunternehmen)
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder, Der Ort des Terrors : Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bd. 5 Hinzert-Auschwitz-Neuengamme, C.H. Beck, München 2007
  • Oskar Clemens, 50 Jahre Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1938, AFA, Berlin-Hagen-Wien 1938
  • Rüdiger Jungbluth, Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands, Bastei-Lübbe Taschenbuch, Bd. 61550, Bergisch Gladbach 2004
  • Gabriele Layer-Jung, Cord Pagenstecher, Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum? Das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin-Schoneweide, GedenkstättenRundbrief Nr. 111, Berlin 2003
  • Burkhard Nadolny, Wilhelm Treue: Varta – ein Unternehmen der Quandt-Gruppe. Verlag Mensch und Arbeit, München 1964 (Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum, die die Unternehmensgeschichte darstellt)
  • Adolph Müller, 25 Jahre der Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1913, AFA, Berlin 1913
  • Henri Werner, Ernest Reiter, Henri Owen Tudor. L'impact d'une idée, Les Amis du Musée Henri Tudor asbl, Rosport 2009, ISBN 978-99959-629-0-6.
  • Henri Werner, Ernest Reiter, Henri Owen Tudor. An Idea ... and Where it Led, Les Amis du Musée Henri Tudor asbl, Rosport 2012, ISBN 978-99959-629-1-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Varta Batterien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Varta AG: Impressum
  2. Oskar Clemens: 50 Jahre Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1938. Hrsg.: AFA. Berlin-Hagen-Wien 1938, S. 50.
  3. 50 Jahre deutsche Akkumulatorenindustrie. In: HELIOS Export Trade Journale of Electricity and Radio, Leipzig und Wien, 44. Jg. Nr. 21 vom 22. Mai 1938, S. 678–680
  4. Adolph Müller: 25 Jahre der Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1913. Hrsg.: AFA. Berlin 1913, S. 40–46.
  5. Oskar Clemens: 50 Jahre Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1938. Hrsg.: AFA. Berlin-Hagen-Wien 1938, S. 66–67.
  6. Adolph Müller: 25 Jahre der Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1913. Hrsg.: AFA. Berlin 1913, S. 224.
  7. Adolph Müller: 25 Jahre der Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1913. Hrsg.: AFA. Berlin 1913, S. 277–279.
  8. Henri Werner, Ernest Reiter: Henri Owen Tudor. L'impact d'une idée. Hrsg.: Les Amis du Musée Henri Tudor asbl. Rosport 2009, ISBN 978-99959-6290-6, S. 123–125, 153–161.
  9. Oskar Clemens: 50 Jahre Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1938. Hrsg.: AFA. Berlin-Hagen-Wien 1938, S. 70–71.
  10. Oskar Clemens: 50 Jahre Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft 1888-1938. Hrsg.: AFA. Berlin-Hagen-Wien 1938, S. 97.
  11. Burkhard Nadolny, Wilhelm Treue: Varta – Ein Unternehmen der Quandt Gruppe 1888–1963, Verlag Mensch und Arbeit, München 1964.
  12. a b Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Band 61550. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 2004, S. 190–199.
  13. Gabriele Layer-Jung, Cord Pagenstecher: Vom vergessenen Lager zum Dokumentationszentrum? Das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin-Schöneweide. In: GedenkstättenRundbrief. Nr. 111. Berlin März 2003, S. 3–13.
  14. Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder: Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. 5 Hinzert-Auschwitz-Neuengamme. C.H. Beck, München 2007, S. 443–446.
  15. Henri Werner, Ernest Reiter: Henri Owen Tudor. L'impact d'une idée. Hrsg.: Les Amis du Musée Henri Tudor asbl. Rosport 2009, ISBN 978-99959-6290-6, S. 223.
  16. Geschichte. Teil einer mehr als 130-jährigen Geschichte von Innovation und Erfahrung. In: www.varta-ag.com. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  17. a b Varta verkauft auch den Bereich Autobatterien. Handelsblatt, August 2002, abgerufen am 8. Oktober 2016.
  18. a b Volkswagen und Varta schmieden Allianz. In: auto-motor-und-sport.de. Auto Motor Sport, 25. September 2009, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  19. Handelsregisterdetails zu VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG. In: online-handelsregister.de. Registeranzeiger GmbH, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  20. Wirtschaftsblatt:Tojner Gruppe übernimmt Kontrolle über gesamte Varta AG (Memento vom 10. September 2011 im Internet Archive)
  21. a b Quartalsbericht MonatanTechComponets. Abgerufen am 9. November 2016.
  22. http://boerse.ard.de/aktien/varta-mit-mikrobatterien-an-die-boerse100.html
  23. http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/varta-mit-power-an-die-boerse/14788898.html
  24. Varta verschiebt Börsengang. In: finanznachrichten.de. Finanznachrichten.de, 29. November 2016, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  25. Varta AG − Angaben zum Unternehmen, Börse Frankfurt, abgerufen am 21. Oktober 2017.
  26. VARTA AG beendet Angebotszeitraum vorzeitig und legt Emissionspreis bei 17,50 Euro je Aktie fest, Pressemeldung der Varta AG auf dgap.de, 18. Oktober 2017.
  27. [1] Finanznachrichten abgerufen am 7. April 2018.
  28. Sandra Enkhardt: Varta schickt Hochleistungsbatterie ins All; PV-Magazine Deutschland, 20. April 2018.
  29. http://www.elektroniknet.de/markt-technik/power/lithium-ionen-batterien-treiben-gewinn-147994.html
  30. Firmenwebseite Varta-Storage GMBH, aufgerufen am 22. November 2017
  31. https://www.pv-magazine.de/2018/04/25/eupd-research-sonnen-lg-chem-und-varta-bei-photovoltaik-heimspeichern-in-europa-fuehrend/
  32. Jochen Knoblach: Vartas Köpenicker Wiege. In: Berliner Zeitung, 11. Mai 2018, S. 6.