Bundesstraße 388

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Bundesstraße 388 in Deutschland
Bundesstraße 388
Karte
Verlauf der B 388
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 203 km

Bundesland:

Die deutsche Bundesstraße 388 (Abkürzung: B 388) führt von Ismaning im Norden Münchens über Erding, Pfarrkirchen und Passau bis zur österreichischen Staatsgrenze bei Wegscheid, allerdings nicht durchgängig unter dieser Nummer. Zwischen Pocking und Passau ersetzen B 12 und A 3 die Trasse. Die B 388 ist eine der wenigen Bundesstraßen im Nummernbereich zwischen 328 und 432 mit größerer Länge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 388 ging 1949 aus der Reichsstraße 388 hervor. Zunächst wurde ab 1940 die Strecke von Zichenau im an Ostpreußen angegliederten Regierungsbezirk Zichenau nach Pultusk, das 1941 in „Ostenburg“ umbenannt wurde, eingerichtet.

Im Jahre 1941 gab man diese Streckenführung jedoch zugunsten des östlichen Abschnitts der heutigen Strecke auf. Die R 388 führte jedoch weiter über Öpping/Rohrbach (Kreuzung mit R 341), Leonfelden, Freistadt (R 95), Sandl, Groß Gerungs, Zwettl (Kreuzung mit R 31, R 346), Neupölla, Horn (Kreuzung mit R 170, R 343), Eggenburg, Schöngrabern (Kreuzung mit R 96), Ernstbrunn, Mistelbach, Wilfersdorf (Kreuzung mit R 116 und R 374), Zistersdorf und schließlich nach Dürnkrut an der Grenze zur Slowakei. Damit waren Oberbayern, Oberösterreich und Niederösterreich (damals Oberdonau und Niederdonau) in ihren nördlichen Teilen durch eine West-Ost-Verbindung erschlossen.

Der 174,8 km lange Abschnitt der ehemaligen R 388 in Oberösterreich und Niederösterreich bis Horn (Niederösterreich) wird heute als Böhmerwald Straße (B 38) bezeichnet, wobei bis 1983 der Abschnitt zwischen Freistadt und der Staatsgrenze bei Kollerschlag als Sternwald Straße (B 128) bezeichnet wurde. Von Horn (Niederösterreich) bis Schöngrabern wird der ehemalige Verlauf der R 388 durch die Waldviertler Straße (B 2) und zwischen Hollabrunn und der slowakischen Grenze durch die Mistelbacher Straße (B 40) fortgeführt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlicher Abschnitt (zirka 143 Kilometer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Ismaning bei München beginnt die B 388 am Abzweig von der B 471 und verläuft dann in nordöstlicher Richtung über den Ortsteil Fischerhäuser mit dem Abzweig zu B 301 über Moosinning nach Erding, das südlich tangiert wird. Hier kreuzt unter anderem die „Flughafentangente Ost“. In der Folge führt die B 388 in östlicher Richtung durch das Erdinger Holzland nach Taufkirchen, wo die B 388 auf die B 15 trifft. Weiter geht es über Velden nach Vilsbiburg, wo sie einige Kilometer gemeinsam mit der B 299 verläuft. Über Gangkofen und Massing, die wie Velden und Vilsbiburg nur tangiert werden, geht es hinein ins Rottal, wo Eggenfelden mit der B 20 und der B 588 erreicht wird. Nach einigen Kilometern gemeinsamem Verlauf mit der B 20 verläuft die B 388 weiter in östlicher Richtung über Pfarrkirchen, Bad Birnbach, Bad Griesbach und Ruhstorf zur B 12 nordöstlich von Pocking.

Unterbrochener Abschnitt (zirka 26 Kilometer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 388 ist von Pocking bis Passau durch die B 12 und die A 3 ersetzt.

Östlicher Abschnitt (zirka 34 Kilometer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Passauer Stadtteil Ilzstadt endet die Ersetzung, die B 388 verläuft nun auf etwa 15 Kilometer direkt am Ufer der Donau unterhalb der Steilhänge des Bayerischen Waldes. Ab Obernzell steigt die Bundesstraße jedoch in die Höhen des südlichen Bayerwaldes auf und führt durch Untergriesbach und Wegscheid zur österreichischen Grenze. Jenseits der Grenze gelangt man auf der B 38 nach Freistadt.

Ausbauplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsumfahrung Taufkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bundesverkehrswegeplan 2003 war die Ortsumfahrung Taufkirchen (Vils) als Projekt BY8311 im vordringlichen Bedarf eingestuft. Die Kostenschätzung für die 5 km lange zweistreifige Neubaustrecke betrug darin 11,4 Millionen Euro.[1] Im letzten hierzu gehörenden Investitionsrahmenplan - gültig für den Zeitraum 2011 bis 2015 - war dieses Projekt in der Kategorie D „weitere wichtige Vorhaben“ gelistet, da hier das Erreichen der Baureife nach 2015 erwartet wurde.[2]

Nördliche Ortsumfahrung Passau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt B388-G050-BY - nördliche Ortsumfahrung Passau - wurde erstmals in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen und in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Die Kostenschätzung für die 8,5 km lange 2 bzw. 3streifige Neubautrasse beträgt 61,9 Millionen Euro. Der Planungsstand bezieht sich aktuell auf eine abgeschlossene Variantenuntersuchung, wobei das Kosten-Nutzen-Verhältnis aber gleichzeitig auch die Umweltrelevanz als hoch eingestuft werden.[3] Als Trassenvariante war der Georgsbergtunnel in Passau untersucht worden, welcher aber im Vergleich schlechter abschnitt.[4]

Bundesverkehrswegeplan 2030[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Referentenentwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 sind insgesamt neun Vorhaben zur B 388 genannt. Diese sind in zwei Kategorien gelistet:

  • Neue Vorhaben - Vordringlicher Bedarf (VB) und Vordringlicher Bedarf-Engpassbeseitigung (VB-E)
  • Neue Vorhaben - Weiterer Bedarf (WB)

Drei Projekte sind mit vordringlicher Bedarf (VB) gekennzeichnet; bei weiteren vieren ist nicht angegeben ob es sich um VB oder VB-E handelt. Zwei Projekte sind im weiteren Bedarf Bedarf (WB) eingruppiert. Dabei handelt es sich um folgende Projekte:

Kategorie Projektnummer Straßen-
nummer
Abschnitt Ausbauziel Länge
in km
Investitions-
kosten
in Mio. Euro
Nutzen-
kosten-
verhältnis
Umwelt- und
naturschutz-
fachliche
Beurteilung
Städtebauliche
Beurteilung
Planungssituation[A 1]
VB B388-G010-BY B 388 Ismaning (471) bis
Fischerhäuser (B 301)
Erweiterung
auf vier Fahrstreifen
3,1 22,2 7,4 mittel[5] ohne Planungsbeginn
VB B388-G020-BY B 388 Ismaning bis Taufkirchen Neubau
zwei- bzw. dreistreifig
21,0 86,0 7,2 hoch hoch  ?
 ? B388-G020-BY-T02-BY B 388 Ortsumfahrung Erding
(mit Anbindung Flufghafen)
Neubau
zwei- bzw. dreistreifig
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
Umweltverträglichkeits-/
Variantenuntersuchung
abgeschlossen
 ? B388-G020-BY-T01-BY B 388 Ortsumfahrung Moosinning Neubau
zweistreifig
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
hoch hoch Umweltverträglichkeits-/
Variantenuntersuchung
abgeschlossen
 ? B388-G020-BY-T04-BY B 388 Ortsumfahrung Taufkirchen/Vils Neubau
zweistreifig
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
hoch Planfeststellung beantragt
 ? B388-G020-BY-T03-BY B 388 Ortsumfahrung Grünbach Neubau
zweistreifig
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
ohne
Angabe
hoch ohne Planungsbeginn
VB B388-G050-BY B 388 nördliche Ortsumfahrung
Passau
Neubau
zwei- bzw. dreistreifig
8,5 61,9 >10 hoch Umweltverträglichkeits-/
Variantenuntersuchung
abgeschlossen
WB B388-G030-BY B 388 Ortsumfahrung Wolferding
Trauterfing und
Ortsumfahrung Johanneskirchen
Neubau
zweistreifig
3,9 10,9 2,6 gering[5] Vorplanung läuft
WB B388-G040-BY B 388 Ortsumfahrung Brombach Neubau
zweistreifig
5,1 23,7 1,4 mittel[5] Umweltverträglichkeits-/
Variantenuntersuchung
abgeschlossen
Gesamt (41,6) (204,7)
  1. Ist die Planfeststellung beantragt, ein Planfeststellungsbeschluss ergangen oder die Umweltverträglichkeits-/Variantenuntersuchung abgeschlossen kann hinsichtlich der Prüftiefe eine weitere Trassenplausibilitätsprüfung entfallen (Umweltbericht zum BVWP 2030, Seiten 31ff.).

Für diese Projekte wird die Flächeninanspruchnahme wie folgt angegeben[5]:

  1. Ismaning (471) bis Fischerhäuser (B 301): 5,1 Hektar
  2. Ismaning bis Taufkirchen: 59,8 Hektar
  3. Ortsumfahrung Erding (mit Anbindung Flufghafen): ? Hektar
  4. Ortsumfahrung Moosinning: ? Hektar
  5. Ortsumfahrung Taufkirchen/Vils: ? Hektar
  6. Ortsumfahrung Grünbach: ? Hektar
  7. nördliche Ortsumfahrung Passau: 25,4 Hektar
  8. Ortsumfahrung Wolferding Trauterfing und Ortsumfahrung Johanneskirchen: 13,8 Hektar
  9. Ortsumfahrung Brombach: 17,6 Hektar

Folgende Projektvarianten wurden nicht in den ersten Referentenentwurf aufgenommen und mit „kein Bedarf“ (KB) eingestuft:[6]:

  • B388-G060-BY - OU Obernzell und OU Untergriesbach,
  • B388-G060-BY-T01-BY - OU Obernzell,
  • B388-G060-BY-T02-BY - OU Untergriesbach und
  • B388-G070-BY - OU Wegscheid.

An die Veröffentlichung des Referentenentwurfes schloss sich eine sechswöchige Öffentlichkeitsbeteiligung an. Nach Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen lag ein überarbeiteter Kabinettsentwurf vor, in dem die Ortsumfahrung Taufkirchen/Vils im vordringlichen Bedarf enthalten war.[7] Nach der Ressortabstimmung Ende Juli 2016 hat das Bundeskabinett den Plan am 3. August 2016 beschlossen.[8][9]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für LKW besteht nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) derzeit keine Mautpflicht auf der B 388.[10] Ab 1. Juli 2018 sollen Bundesstraßen dann allgemein mautpflichtig für LKW ab 7,5 Tonnen werden.[11]

Für den Neubau einer vierstreifigen Bundesstraße geht man von folgenden Brutto-Flächenbedarfen (Trassenbreiten inklusive Nebenflächen, Böschungen und Einschnitten) aus[5]:

  • ohne Standstreifen: 36 m in ebenem Gelände, 56 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 65 m in stark bewegtem Relief
  • mit Standstreifen: 40 m in ebenem Gelände, 60 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 70 m in stark bewegtem Relief.

Für einen dreistreifigen Ausbau gilt[5]:

  • ohne Standstreifen: 28,5 m in ebenem Gelände, 45 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 52 m in stark bewegtem Relief
  • mit Standstreifen: 32,5 m in ebenem Gelände, 49 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 57 m in stark bewegtem Relief.

Bei einer zweistreifigen Bundesstraße sehen die Werte wie folgt aus[5]:

  • ohne Standstreifen: 21 m in ebenem Gelände, 33,5 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 39 m in stark bewegtem Relief
  • mit Standstreifen: 25 m in ebenem Gelände, 37,5 m in bewegtem Relief bzw. Niederungsbereich sowie 44 m in stark bewegtem Relief.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 388 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Bundestag - 15. Wahlperiode: [dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/020/1502050.pdf Bundesverkehrswegeplan 2003 - Unterrichtung durch die Bundesregierung]. 17. November 2003, PDF, online auf dipbt.bundestag.de, abgerufen am 16. November 2016.
  2. Bundesministerium für Verkehr Bau und Stadtentwicklung: Investitionsrahmenplan 2011–2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP). Stand 15. März 2012, PDF, online auf www.bmvi.de, abgerufen am 16. November 2016.
  3. Deutscher Bundestag - 18. Wahlperiode: Bundesverkehrswegeplan 2030 - Unterrichtung durch die Bundesregierung, Drucksache 18/9350 vom 5. August 2016, PDF, online auf dip21.bundestag.de, abgerufen am 16. November 2016.
  4. Deutscher Bundestag - 18. Wahlperiode: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 30. Mai 2016 eingegangenen Antworten der Bundesregierung, Drucksache 18/8659 vom 3. Juni 2016, PDF, online auf dip21.bundestag.de, abgerufen am 16. November 2016.
  5. a b c d e f g Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: Umweltbericht zum Bundesverkehrswegeplan - Stand: März 2016. PDF. Online auf init.pro.contentstream.de, abgerufen am 23. März 2016.
  6. PRINS: Sonstige Projekte (Straße) die nicht Bestandteil des BVWP 2030 sind. Online auf www.bvwp-projekte.de, abgerufen am 21. März 2016.
  7. Landshuter Wochenblatt: Weitere Verbesserungen für Niederbayern im Bundesverkehrswegeplan. Online auf www.wochenblatt.de, abgerufen am 21. Juli 2016.
  8. Kerstin Schwenn: Neuer Bundesverkehrswegeplan. Erhalt geht vor Aus- und Neubau. In: FAZ.NET. 15. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  9. Kabinett beschließt Bundesverkehrswegeplan 2030. Pressemitteilung 129/2016. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, abgerufen am 3. August 2016.
  10. Bundesanstalt für Straßenwesen: Die Mauttabelle 4.4 (Bundesstraßen). PDF. Online auf www.mauttabelle.de, abgerufen am 26. Juli 2016.
  11. heute.de: Lkw-Maut ab 2018 auf allen Bundesstraßen. 11. Mai 2016, online auf www.heute.de, abgerufen am 24. Mai 2016.