Mahlberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mahlberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mahlberg
Mahlberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mahlberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 17′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 16,59 km²
Einwohner: 4832 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 291 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77972
Vorwahl: 07825
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 073
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 7
77972 Mahlberg
Webpräsenz: www.mahlberg.de
Bürgermeister: Dietmar Benz
Lage der Stadt Mahlberg im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Mahlberg ist eine kleine Stadt im Südwesten von Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg liegt zwischen den Vorbergen des Schwarzwalds und dem Rhein in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen den Städten Freiburg im Breisgau im Süden (ca. 40 km) und Offenburg im Norden (ca. 26 km).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbare Nachbargemeinden sind Kippenheim im Norden (dahinter folgt Lahr), Kappel-Grafenhausen im Westen jenseits der Bundesautobahn 5 und Ettenheim im Südosten (mit Ortsteil Altdorf).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Mahlberg gehört die ehemals selbstständige Gemeinde Orschweier, in der etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt. Zur Stadt Mahlberg in den Grenzen vom 30. September 1973 gehören die Stadt Mahlberg und das Gehöft Allmendhöfe. Zur ehemaligen Gemeinde Orschweier gehört das südlich von Mahlberg gelegene Dorf Orschweier und der Wohnplatz Bahnstation Orschweier. Im Stadtteil Mahlberg lag das in Mahlberg aufgegangene Dorf Altenmahlberg.[2]

Vor einigen Jahren wurde zusätzlich mit der Nachbargemeinde Ettenheim ein interkommunales Industriegebiet namens „DYNA5“ ausgewiesen und erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg wurde im Jahre 1215 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1223 wurden dem Ort von Kaiser Friedrich II. die Stadtrechte verliehen. Mahlberg war zu dieser Zeit Reichsburg und der Sitz eines Reichschultheißen. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Herrschaftsbereich der Herren von Geroldseck. Nach deren Aussterben Mitte des 15. Jahrhunderts kam die Stadt zur Markgrafschaft Baden, wobei eine Gemeinherrschaft mit den Grafen von Nassau-Saarbrücken vereinbart wurde. Nach Auflösung des Gemeinschaftsbesitzes von Baden und Nassau im Jahr 1629 wurde die Stadt dann zum Zentrum der gleichnamigen Baden-Badischen Herrschaft.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss wurde Mahlberg zunächst Sitz des gleichnamigen Oberamtes, das zur Landvogtei Hochberg gehörte. 1806 wurde es als landesherrliches Amt dann direkt der Provinz Mittelrhein unterstellt. Bei der erneuten Neuordnung 1809 wurde es als Amt Mahlberg dem Kinzigkreis mit Sitz in Offenburg unterstellt. Schließlich wurde das Mahlberger Amt 1813 mit den Amt Ettenheim vereinigt. Das neue Amt nahm in Ettenheim seinen Sitz. Von diesem Zeitpunkt an hatte Mahlberg als Stadt keine Bedeutung mehr in der Verwaltungsgeschichte von Baden. Im Jahr 1900 lebten in Mahlberg 962 meist katholische Einwohner.[3] Seit 1924 gehörte die Stadt zum Bezirksamt Lahr, aus dem 1939 der Landkreis Lahr wurde.

1935 verlor Mahlberg im Zuge der nationalsozialistischen zentralen Verwaltungs-„Bereinigung“ seine Stadtrechte, bekam diese jedoch 1950 wieder zurück, nachdem sich der damalige badische Ministerpräsident Leo Wohleb (noch vor der Gründung Baden-Württembergs) dafür eingesetzt hatte. Mit der Auflösung des Landkreises Lahr fiel Mahlberg an den neuen Ortenaukreis.

Eingemeindungen
Wappen Orschweier.png

Die bis dahin selbständige Gemeinde Orschweier wurde im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg am 1. Oktober 1973 zur Stadt Mahlberg eingemeindet. Dem gingen – letztlich ergebnislose – Verhandlungen auch mit den Nachbargemeinden Ettenheim und Kippenheim voraus.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg ist eine der kleinsten Städte Baden-Württembergs und trotzdem selbstständig. Mit der größeren Nachbarstadt Ettenheim verbindet sie ein Wasser- und Abwasserzweckverband, zusätzlich ein gemeinsames „Interkommunales Industriegebiet DYNA5“.

Bürgermeister ist Dietmar Benz (CDU), seit 2010 in seiner dritten Amtsperiode.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören drei Gemeinderätinnen und elf Gemeinderäte an. Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 kam es bei einer Wahlbeteiligung von 47,3 % (- 2,5) zu folgendem Ergebnis:[4]

CDU 56,5 % + 3,3 8 Sitze ± 0
SPD 26,0 % – 1,2 4 Sitze ± 0
andere 17,6 % – 0,4 2 Sitze ± 0

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kam es bei einer Wahlbeteiligung von 39,56 % zu folgendem Ergebnis:[5]

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 6 Sitze − 2 40,15 %
BürgerForum Mahlberg+Orschweier (BFMO) 4 Sitze + 4 27,07 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 2 Sitze − 2 16,95 %
Freie Wählervereinigung (FWV) 2 Sitze ± 0 15,83 %

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Mahlberger Wappens lautet: „In Blau ein goldener Sechsberg, darüber zwei schwebende silberne Sterne.“

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Malaucène liegt an den westlichen Ausläufern der Seealpen und etwa 40 km nordöstlich der im Rhônetal gelegenen Stadt Avignon.

Kirche und Schloss

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind:

  • das weithin sichtbare, 1630 von den Markgrafen von Baden erbaute Schloss (heute: Freiherren von Türckheim-Böhl) als Wahrzeichen der südlichen Ortenau,[6]
  • die Evangelische Pfarrkirche von 1687 im alten Ortskern mit einer weitgehend aus dem 18. Jahrhundert stammenden Innenausstattung,
  • die Katharinenkapelle mit ihrem noch immer erhaltenen achteckigen Grundriss,
  • der Radbrunnenhof,
  • verschiedene Brunnen, darunter ein in Sicherung begriffener aus römischer Zeit.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 besteht in einer ehemaligen Zigarrenfabrik das Oberrheinische Tabakmuseum, wo die Tradition und Bedeutung der Tabakherstellung in ihren einzelnen Arbeitsgängen gezeigt wird. Der Anbau von Tabak war 200 Jahre lang ein bedeutender Zweig der Landwirtschaft in der Oberrheinebene.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[[Vorlage:Bilderwunsch/code!/C:48.279402,7.793757!/D:Betonbrücke von Brenzinger & Cie. bei Orschweier über die Rheintalbahn (1912), sofern noch vorhanden!/|BW]]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg ist über die Autobahnausfahrt Ettenheim/Mahlberg (Nr. 57a) der A 5 (BaselKarlsruhe) zu erreichen, an der auch die Autobahnraststätten Mahlberg-Ost und Mahlberg-West liegen. Durch die Gemarkung von Mahlberg verläuft die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein).

Im Ortsteil Orschweier liegt ein Bahnhof der Regionalbahn (Rheintalbahn von Mannheim nach Basel). Dieser wird im Stunden-Takt von Regional-Express-Zügen nach Offenburg und Basel bedient. Vom 22. Dezember 1893 bis zum 31. August 1966 hatte Orschweier durch die Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster einen weiteren Eisenbahnanschluss.

Regenerative Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlberg besitzt auf dem Dach der Schule ein eigenes Solarkraftwerk mit einer Leistung von 33 kWp. Als erste Gemeinde im Ortenaukreis wurde sie dafür von der Deutschen Umwelthilfe mit dem Titel „Solar-Kommune“ ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden auf der Gemarkung seit Juni 2002 zwei der damals größten und leistungsstärksten serienmäßig hergestellten Windenergieanlagen der Welt mit je 2,5 Megawatt Leistung installiert. Eines davon ist jedoch seit Jahren außer Betrieb. Mittlerweile hat Mahlberg zahlreiche private Solaranlagen bezuschusst, weitere eigene Dachflächen (etwa des Feuerwehrhauses und Tabaktrockenschopfes des Tabakmuseums) für Solaranlagen verpachtet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mahlberg wurde 2010 die bisherige Hauptschule zugunsten einer mit der Nachbargemeinde Kippenheim gemeinsam betriebenen „Werk- und Realschule“ aufgelöst, um damit einer von der baden-württembergischen Landesregierung angedrohten Auflösung einer der beiden Hauptschulen zu entgehen. Die vierklassige Mahlberger Grundschule mit zwei ersten „Filial“-Klassen im Ortsteil Orschweier wurde unter Eigenverwaltung beibehalten. Zudem ist Mahlberg Schulträger der „Hansjakob-Förderschule“ für den Ortenauer Südbezirk, die im Orschweierer Schulgebäude mit untergebracht ist und anteilig von den benachbarten Südbezirks-Gemeinden Ettenheim, Ringsheim, Rust und Kappel-Grafenhausen mit finanziert wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere bekannte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Rieder: Die Stadt Mahlberg im Wandel der Zeiten, eine Heimatgeschichte, Stückle, Ettenheim 1956
  • Josef Naudascher: Mahlberg, Orschweier. Vergangenheit im Bild, Stückle, Ettenheim 1985

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 312–314
  3. Mahlberg in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 163.
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  6. http://schloss-mahlberg.de/schloss.php

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mahlberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien