Hornberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hornberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hornberg
Hornberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hornberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 384 m ü. NHN
Fläche: 54,45 km²
Einwohner: 4320 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78132
Vorwahl: 07833
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 051
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 1-3
78132 Hornberg
Webpräsenz: www.hornberg.de
Bürgermeister: Siegfried Scheffold (parteilos)
Lage der Stadt Hornberg im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Hornberg ist eine Stadt im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hornberg liegt an der Mündung des Reichenbachtals in das Gutachtal im mittleren Schwarzwald in 344–970 Metern Höhe (Gemarkungsgrenze zu Gutach im Talgrund–Karlstein), im südöstlichen Zipfel des Ortenaukreises.

Blick auf Hornberg vom Schloss; links das Eisenbahnviadukt

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Nordwesten an Gutach, im Norden an die Stadt Wolfach, im Osten an Lauterbach und Schramberg, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an die Stadt Triberg und im Südwesten an Schonach, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Westen an die Stadt Elzach im Landkreis Emmendingen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Hornberg mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwasser und Reichenbach gehören die Kernstadt Hornberg und 133 weitere Ortsteile (Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allianzwappen anlässlich einer Eheschließung zwischen einem Freiherrn von Hornberg und einer Freiin von Zimmern

Bereits zur Römerzeit verlief durch das Gebiet der Stadt eine bedeutende Fernverbindung von Straßburg nach Konstanz, die unter fränkischer Herrschaft weiterbetrieben wurde. Die Herrschaft Hornberg wurde dem Adalbert von Ellerbach von Heinrich IV. um das Jahr 1084 zum Lehen gegeben, der sich fortan von Hornberg nannte.

Um 1200 erfolgte unter den Erben eine Teilung, der südliche Teil wurde zur Herrschaft Triberg. Die Burg, unterhalb der sich die spätere Stadt Hornberg entwickelte, wurde um das Jahr 1300 errichtet.

Die Stadt ging durch Verkauf in die Hände der Württemberger über, für die dieses Gebiet einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg zu ihren elsässischen Besitzungen und der Grafschaft Mömpelgard darstellte. Der Verkauf begann im Jahre 1423 und war etwa zwei Jahrzehnte später abgeschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz eines Obervogteiamtes.

Im Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden,[2] der am 2. Oktober 1810 in Paris abgeschlossen wurde, kamen mehrere „Stäbe“ des Oberamtes Hornberg, so neben Hornberg die Stadt Schiltach und die Gemeinden Gutach und Kirnbach an das Großherzogtum Baden. Hornberg blieb auch danach Sitz eines Bezirksamtes.

Siehe auch: Burg Tiefenbach

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederwasser wurde am 1. Dezember 1971 und die Gemeinde Reichenbach am 1. April 1974 eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reformation wurde 1535 in Hornberg eingeführt. In der Stadt gibt es heute eine evangelische, eine römisch-katholische und eine neuapostolische Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Hornberg, 2015
Stadtbrunnen in Hornberg, Landsknecht und Narr weisen auf das bekannte Hornberger Schießen hin.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl am 7. Dezember 2008 wurde Siegfried Scheffold mit 77,53 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erneut zum Bürgermeister gewählt. Es ist seine zweite Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,69 Prozent.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Hornberg hat 14 Mitglieder. 2013 hatte der Gemeinderat beschlossen, das Gremium zu verkleinern, davor waren es noch 18 Mitglieder.

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei Wahlbeteiligung von 53,6 % (2009: 55,5 %) zu folgendem amtlichen Endergebnis[3]. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,6 % (2009: 55,5 %).

Partei Wahlergebnis Sitze Vergleich
CDU 37,2 % 5 Sitze 2009: 38,2 %, 7 Sitze
SPD 36,2 % 5 Sitze 2009: 32,3 %, 6 Sitze
Freie Wähler Hornberg 26,6 % 4 Sitze 2009: 29,6 %, 5 Sitze

Reichenbach und Niederwasser verfügen über eigene Ortschaftsräte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt zwei abgewendete schwarze Jagdhörner (Hifthörner), die über einem grünen Dreiberg schweben auf einem silbernen Schild.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hornberg unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gasthaus Schwanen auf dem Fohrenbühl
  • Industrie: Sanitärkeramik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung.
  • Landwirtschaft: Die landwirtschaftlichen Betriebe konzentrieren sich auf Viehhaltung und Forstwirtschaft in den Ortsteilen Reichenbach und Niederwasser, von den 85 (2003) Betrieben sind 34 Haupterwerbsbetriebe.
  • Fremdenverkehr: Der Tourismus ist für Hornberg ein wichtiger Erwerbszweig, insgesamt wurden im Jahr 2005 52.685 Übernachtungen gezählt.

Ansässige Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hornberg sind unter anderem die Privatbrauerei M. Ketterer GmbH & Co. und der Sanitärhersteller Duravit AG ansässig. In der Ortsmitte liegt das Hotel & Restaurant Adler, hoch über der Stadt das Hotel Schloss Hornberg. Zur anderen Seite der Stadt befindet sich die vom Neurologen Matthias Gottschaldt gegründete private Akutklinik Oberbergklinik Schwarzwald für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die sich auf die Behandlung von Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out sowie Angst- und Panikstörungen spezialisiert hat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnviadukt, Westseite

Hornberg ist durch die Bundesstraße 33 (WillstättRavensburg) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Seit 3. Juli 2006 wird die Hornberger Innenstadt durch einen Umgehungstunnel, den 1885 Meter langen Hornberg-Tunnel, entlastet.

Über die Badische Schwarzwaldbahn von Karlsruhe und Offenburg nach Singen (Hohentwiel) und Konstanz ist die Stadt an das Schienennetz angeschlossen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Wilhelm-Hausenstein-Schule verfügt Hornberg über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Daneben gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stich von Matthäus Merian: Hornberg um 1643

Durch Hornberg führt der Querweg Rottweil–Lahr, in einigen Kilometern Entfernung verlaufen der Westweg und der Mittelweg, drei Fernwanderwege, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Der Ort liegt auch an der Deutschen Uhrenstraße.

Bauwerke und Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtmuseum mit Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum[6]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freilichtbühne Hornberg

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Codex Manesse 251r: Herr Bruno von Hornberg

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1957 – Franz Schiele (1884–1963), Unternehmer und Bürgermeister
  • 1957 – Wilhelm Hausenstein (1882–1957), Publizist und Diplomat
  • 1990 – Erwin Leisinger († 1996), Heimatdichter und Verfasser des Freilichtspiels „Das Hornberger Schießen“
  • 2012 – Franz Kook (* 1946), Vorstandsvorsitzender der Duravit AG

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicole Armbruster (* 1975), Drehbuchautorin und Lektorin
  • Andreas Beck (* 1948), Mediziner (Leiter der Röntgenabteilung des Klinikums Konstanz), Theologe und Schriftsteller
  • Dietmar Bisch, Head of the Department of Mathematics, Vanderbilt University Nashville, TN (USA)
  • Michael Ehrmann, Direktor des Zentrums für Medizinische Biotechnologie Universität Duisburg-Essen
  • Michael Gebhart (* 1961), deutscher Drehbuchautor, Produzent und Radiomoderator
  • Arno Haas (* 1965), Jazz-Saxophonist, Komponist, Musikproduzent, Artists and Repertoire Manager und Musikverleger
  • Bärbel Hähnle (* 1949), Leichtathletin, 1969 Vize-Europameisterin mit der 4×100-Meter-Staffel
  • Wilhelm Hausenstein (1882–1957), Schriftsteller, Kunstkritiker und Kulturhistoriker, Publizist und Diplomat
  • Anna Hofheinz-Gysin (1881–1929), deutsche Dichterin, Pfarrersfrau und Hausfrau
  • Bruno von Hornberg (1275–1310), deutscher Minnesänger
  • Wilhelm Ludwig Hosch (1750–1811), pietistischer Theologe und Kirchenlieddichter
  • Friedrich Jeckeln (1895–1946), deutscher Kriegsverbrecher
  • Werner Reutter (1937–2016), Direktor des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie der Charité, Berlin-Dahlem
  • Frieder Schäuble (1937–2011), Vorsitzender des Europahauses in Leipzig (Schirmherr H. D. Genscher)
  • Thomas Schäuble (1948–2013), deutscher Politiker (CDU), Direktor der Badischen Staatsbrauerei Rothaus/Schwarzwald
  • Christoph Schmider (* 1960), deutscher Archivdirektor
  • Beate Schwer, Department of Microbiology and Immunology, Weill Cornell Medical College, New York
  • Alfred Stulz, Okarben, Begründer des ratiopharm-Prinzips in Deutschland
  • Siegfried Wendt (* 1940), Informatiker

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rochus Misch (1917–2013), Leibwächter und Telefonist Adolf Hitlers; hatte ein Malergeschäft in Hornberg vor dem Krieg und ein Geschäft für Raumausstattung in Berlin-Schöneberg nach dem Krieg; diesen Betrieb führte er bis 1985
  • Reinold VI. von Urslingen (um 1364 – 1442), Ritter, 1437 Anteilseigentümer an der Burg und Stadt Hornberg
  • Karl Schäuble (1907–2000), deutscher Politiker (CDU), lebte in Hornberg
  • Wolfgang Schäuble (* 1942), deutscher Politiker (CDU), wuchs in Hornberg auf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtverwaltung Hornberg (Hrsg.): 900 Jahre Hornberg. Konkordia, Bühl [Baden] 1993.
  • Carsten Kohlmann: „Von unsern widersachern den bapisten vil erlitten und ussgestanden.“ Kriegs- und Krisenerfahrungen von lutherischen Pfarrern und Gläubigen im Amt Hornberg des Herzogtums Württemberg während des Dreißigjährigen Krieges und nach dem Westfälischen Frieden, in: Matthias Asche, Anton Schindling (Hrsg.), Das Strafgericht Gottes. Kriegserfahrungen und Religion im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges, 2. durchges. Aufl., Münster 2002, S. 123–213.
  • Mark Twain beschreibt in "Reise durch Deutschland" schon die Burg und die sog. "Geisterhöhle" unterhalb der Burg. Anaconda-Verlag 2013, ISBN 978-3-86647-937-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hornberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Burg Hornberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor): Topographia Sueviae, Frankfurt am Main 1643, S. 98–99. – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. documentArchiv.de: Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden
  3. Endgültiges Wahlergebnis des Statistischen Landesamts
  4. Website der Stadt Hornberg, Stand 06/2011
  5. Narrenzunft Hornberg e.V.
  6. Stadtmuseum Hornberg