Bodenwöhr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bodenwöhr
Bodenwöhr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bodenwöhr hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 12° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 374 m ü. NHN
Fläche: 54,23 km2
Einwohner: 4290 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92439
Vorwahl: 09434
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 116
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schwandorfer Straße 20
92439 Bodenwöhr
Website: www.bodenwoehr.de
Bürgermeister: Georg Hoffmann (CSU)
Lage der Gemeinde Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf
AltendorfBodenwöhrBruck in der OberpfalzBurglengenfeldDieterskirchenFensterbachGleiritschGuteneckMaxhütte-HaidhofNabburgNeukirchen-BalbiniNeunburg vorm WaldNiedermurachNittenauOberviechtachPfreimdSchmidgadenSchönseeSchwandorfSchwarzachSchwarzenfeldSchwarzhofenStadlernSteinberg am SeeStullnTeublitzTeunzThansteinTrausnitzWackersdorfWeidingWernberg-KöblitzWinklarnWolferloheBayernLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis RegensburgLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis ChamTschechienLandkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Bodenwöhr (2017) am Hammerweiher; mittig St. Barbara, darunter Fertigungshallen von FISCHER-Fertighaus

Bodenwöhr ist eine Gemeinde im südlichen Landkreis Schwandorf im bayerischen Regierungsbezirk der Oberpfalz. Der Ort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenwöhr liegt in der Oberpfalz im Naturpark Oberer Bayerischer Wald an der Bahnlinie Schwandorf-Cham. Der Ort liegt an dem im 15. Jahrhundert durch Aufstau geschaffenen Hammersees, eines acht Kilometer langen ursprünglicher Stausee für die Eisenverhüttung. Der See wird im Osten vom Warbrucker Weiher und im Nordwesten vom Weichselbrunnweiher erweitert. Er wird vom Schafgraben, Gleixnerbach, Reichertweiher Graben, Pechmühlbach, Schwarzenbach und weiteren Bächen gespeist. Er entwässert über den Sulzbach Richtung Nittenau in den Regen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bodenwöhr aus folgenden 16 Ortsteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Bodenwöhr wurde erstmals im Jahre 1123 urkundlich als „Potenwre“ erwähnt. Vor 1464 wurde ein Eisenhammer nach Bodenwöhr verlegt. Mit der Gründung der politischen Gemeinden in Bayern 1818 gehörte der Ort zur Gemeinde Neuenschwand.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1820/21 entstand die Gemeinde Neuenschwand mit 20 Familien. Zur Gemeinde Neuenschwand gehörte das Dorf Kaltenbrunn mit sieben Familien und der Weiler Bodenwöhr mit zwei Familien.[3] Durch Beschluss vom 17. August 1818 war aus den Orten Bodenwöhr und Blechhammer die Gemeinde Bodenwöhr gebildet worden [4]. Da 1818 im Ort Bodenwöhr nur zwei Untertanen ansässig waren (der Wirt Peter Götz und der Bierbrauer Georg Faltermeier), machte die geplante Gemeindebildung wenig Sinn. Bodenwöhr wurde zur Gemeinde Altenschwand zugeteilt. Aus unbekannten Gründen befolgte man diese Zuteilung nicht. So kam Bodenwöhr zur Gemeinde Neuenschwand. 1858 wehrte sich die Gemeinde Neuenschwand gegen die Eingemeindung der Ortschaft Blechhammer erfolglos. 1859 stellte man aber Bodenwöhr und Blechhamer frei, eine eigene Gemeinde zu bilden[5]. 1867 sollte die eigenständige Gemeinde Bodenwöhr mit Blechhammer gegründet werden. Dies hätte aber zur Folge gehabt, dass Neuenschwand zu klein gewesen wäre, um weiter bestehen zu können. 1879 unterstützte die Regierung der Oberpfalz den Bodenwöhrer Plan zur Eigenständigkeit, da die Bevölkerungselemente dieser Gemeinde … nach ihrer Berufsweise sehr unterschiedlich seien. Während Neuenschwand überwiegend landwirtschaftlich ausgerichtet war, gab es in Bodenwöhr mehr Industriearbeiter, Gewerbetreibende oder Beamte [6]. Bodenwöhr gehörte bis 1921 zur eigenständigen Gemeinde Neuenschwand. 1921 änderte sich die Bezeichnung „Gemeinde Neuenschwand“ in „Gemeinde Bodenwöhr“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Taxöldern eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen die ehemalige Gemeinde Erzhäuser und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Altenschwand hinzu.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau über silbernem Wellenbalken schräg gekreuzt einen goldenen Schlägel und einen goldenen Hammer. Es weist damit auf das im 15. Jahrhundert entstandene Hüttenwerk hin.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Pingarten befindet sich der Ehemalige Steinbruch im Pingartener Porphyr. Der aufgelassene Steinbruch gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute bietet der Hammersee als fischreiches Gewässer Möglichkeiten zum Angeln, Baden und Befahren mit Booten ohne Motor. Drei Campingplätze liegen direkt am See (34 ha Wasserfläche, 8 Kilometer lang). Am See gibt es diverse öffentliche und abgelegene Badestellen.

Bodenwöhr hat zahlreiche Ferienwohnungen, Pensionen, Gastronomiebetriebe und Hotels, teils in unmittelbarer Seelage, teils in den Ortsteilen.

Auf die ehemaligen Bahnstrecke Bodenwöhr–Rötz verläuft der gut ausgebaute Regen-Schwarzach-Radweg (Nittenau-Neunburg). Er ist nach Norden über Neunburg vorm Wald und Kröblitz durch das Tal der Schwarzach bis zum Eixendorfer See befahrbar.

In der umgebenden Wald- und Weiherlandschaft sind Rund- und Themenwanderwege ausgeschildert. Der ehemalige Standortübungsplatz südlich des Wahrbrucker Weihers ist ein ruhiges Naturschutzgebiet geworden

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bodenwöhr Nord im Ortsteil Blechhammer liegt an der im Januar 1861 eröffneten Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald. Es bestehen gute Fernverbindungen über Schwandorf nach Nürnberg, München sowie über Furth im Wald nach Prag.

Hier zweigt die Bahnstrecke Bodenwöhr–Nittenau ab, auf der nur Güterverkehr stattfindet. Die Bahnstrecke Bodenwöhr–Rötz ist stillgelegt und zum Radweg ausgebaut. Mit beiden Stecken war der Bahnhof an der Hauptbahn Nürnberg-Prag ein verkehrsreicher Personen- und Güterbahnhof, weshalb er ein großes Gleisfeld besitzt und die Bahnsteige mit einem Tunnel verbunden sind. Bis 2007 war der Bahnhof Verladebahnhof für die im Standort Neunburg vorm Wald stationierten Truppen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bodenwöhr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111207/224249&attr=OBJ&val=1043
  3. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 419
  4. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 425
  5. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 427
  6. Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Neunburg vorm Wald, S. 427
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 668.