Wernberg-Köblitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wernberg-Köblitz
Wernberg-Köblitz
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wernberg-Köblitz hervorgehoben
Koordinaten: 49° 32′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Höhe: 377 m ü. NHN
Fläche: 66,05 km2
Einwohner: 5685 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92533
Vorwahl: 09604
Kfz-Kennzeichen: SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 150
Marktgliederung: 26 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Nürnberger Straße 124
92533 Wernberg-Köblitz
Webpräsenz: www.wernberg-koeblitz.de
Bürgermeister: Georg Butz (CSU)
Lage des Marktes Wernberg-Köblitz im Landkreis Schwandorf
Altendorf Bodenwöhr Bruck in der Oberpfalz Burglengenfeld Dieterskirchen Fensterbach Gleiritsch Guteneck Maxhütte-Haidhof Nabburg Neukirchen-Balbini Neunburg vorm Wald Niedermurach Nittenau Oberviechtach Pfreimd Schmidgaden Schönsee Schwandorf Schwarzach Schwarzenfeld Schwarzhofen Stadlern Steinberg am See Stulln Teublitz Teunz Thanstein Trausnitz Wackersdorf Weiding Wernberg-Köblitz Winklarn Wolferlohe Bayern Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Regensburg Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Cham Tschechien Landkreis Neustadt an der WaldnaabKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wernberg-Köblitz ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Marktplatz von Wernberg-Köblitz (2010)
Katholische St.-Anna-Kirche (2010)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernberg-Köblitz liegt etwa 30 km westlich der Landesgrenze zu Tschechien im mittleren Oberpfälzer Wald auf einer Höhe von 377–600 Metern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wernberg-Köblitz besteht aus folgenden 26 Ortsteilen[2]:

Daneben bestehen die Einöden Kühlohe, Scharlhof und Waldfrieden, die jedoch keine amtlich benannte Ortsteile sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Wernberg wurde erstmals urkundlich im Jahr 1280 beim Verkauf der Burg an Konrad den Paulsdorfer erwähnt. Durch den Fund einer Kupfermünze im Brunnenschacht der Burg aus der Zeit Ptolemäus VII (221–247 n. Chr.) spricht jedoch alles dafür, dass die Römer spätestens im 3. nachchristlichen Jahrhundert einen dem Limes vorgeschobenen Beobachtungs- und Grenzposten auf dem „Werder“ errichtet haben. Der Ort Wernberg entwickelte sich im Laufe der Zeit unterhalb der gleichnamigen Burg an der Kreuzung der alten Post-, Heer- und Handelsstraße NürnbergPrag und RegensburgEger (heute Kreuzung A 6 / A 93). Im Jahr 1567 erhielt Wernberg das Marktrecht, sowie eine Maut- und Zollstation. Die taxische kaiserliche Reichsposthalterei wurde 1705 eingerichtet. Der überwiegend von Handwerkern, Taglöhnern und knapp einem halben Dutzend Ökonomiebürgern bewohnte Ort erhielt im Jahre 1406 einen „Schultheiß und Schöffen“, d. h. einen Bürgermeister und Ratsmitglieder. Im Kreuzungspunkt der beiden Straßenzüge ist in der spätgotischen Zeit eine Kirche erbaut worden, etwa zwischen 1500 und 1530, die der hl. Mutter Anna geweiht wurde und als Filialkirche von Oberköblitz aus versehen wurde. Das Wappen wurde Wernberg 1560 verliehen. Damals hatte der Ort 28 steuerpflichtige Hausbesitzer. Bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) zeigte Wernberg eine langsame aber ständige Aufwärtsentwicklung. Die Kriegs- und Nachkriegswirren führten aber zu einem wirtschaftlichen Niedergang, ebenso die am 10. Juni 1687 entstandene Feuersbrunst, die die gesamte Ortschaft in Schutt und Asche gelegt hat. Alle Unterlagen über Ursprung und Altertum der Ortschaft wurden vernichtet. Ende des 17. Jahrhunderts waren die harten Schicksalsschläge von der Bevölkerung überwunden und es setzte wieder eine Aufwärtsentwicklung ein. Der Markt Wernberg entstand wie fast alle Gemeinden Bayerns im Jahr 1818. Sie wurde aus dem Markt Wernberg und dem Dorf Wohlsbach gebildet.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehörte zum Landgericht älterer Ordnung Nabburg, aus dem 1862 das gleichnamige Bezirksamt, der spätere Landkreis Nabburg hervorging. Die Gebietsreform hatte auch auf die Gemeinde erhebliche Auswirkungen. Im Jahre 1972 wurde die ehemalige Gemeinde Losau in den Markt Wernberg eingegliedert und mit Wirkung vom 1. Januar 1974 wurde schließlich aus dem Markt Wernberg und der Gemeinde Oberköblitz der Markt Wernberg-Köblitz gebildet.[3]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namen „Oberköblitz und Unterköblitz“ sind slawischen Ursprungs und deuten auf slawische Ansiedlungen hin. Die dokumentarisch früheste Erwähnung findet sich 1277 in der Bezeichnung „koblitz“, dann 1279 als „Chobolst“, 1280 als „Coeblitz“, 1324 als Pfarre Chöblitz und 1438 als Oberköblitz.[3] Die Burg Wernberg, der Namensträger des Ortsteils Wernberg, wird in alten Urkunden unter verschiedenen Namen geführt, wie „Werdenberg“ oder „Wernberch“, was bedeutet: die Burg am Werder.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberköblitz und Wernberg in den neuen Markt Wernberg-Köblitz eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kamen Teile der aufgelösten Gemeinde Saltendorf hinzu. Am 1. Mai 1978 folgte der Großteil der aufgelösten Gemeinde Glaubendorf.[5] Zuvor wurden am 1. Januar 1971 Deindorf in die Gemeinde Glaubendorf und am 1. Januar 1972 Losau in den Markt Wernberg, Neunaigen in die Gemeinde Oberköblitz und Woppenhof in die Gemeinde Glaubendorf eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. September 2011 wurde im ersten Wahlgang Georg Butz (CSU) mit 1188 von gültigen Stimmen 1378 im Amt bestätigt. Die Amtszeit endet 2017. Butz (* 1951) ist seit 1999 im Amt. [7]

Der Marktgemeinderat besteht aus dem Bürgermeister und 20 Ratsmitgliedern, die folgenden Parteien bzw. Gruppierungen angehören:

  • CSU
  • SPD
  • Freie Wähler Wernberg
  • 2 Wählergruppe Neunaigener-Land
  • 2 Wählergemeinschaft Saltendorf
  • 1 Wählergemeinschaft Glaubendorf-Woppenhof-Losau
  • 1 Liste Freie Bürger Union – Ökologisch-Demokratische Partei

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber über einem unterhalben schwarzen Zahnrad nebeneinander ein blaues Kirchengebäude mit dreigeschossigem Turmdach und ein über Eck gestellter roter Zinnenturm, dem ein silberner Schild, darin ein blauer Balken, aufgelegt ist.“

Das Wappen gilt seit dem 3. Januar 1975. In ihm haben sowohl das ehemalige Köblitzer, als auch das alte Wernberger Wappen ihren Niederschlag gefunden.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem Markt Wernberg-Köblitz und der gleichnamigen österreichischen Gemeinde Wernberg in Kärnten besteht seit 1977 eine partnerschaftliche Verbindung. Im Jahr 2010 kam eine Partnerschaft mit der tschechischen Nachbarstadt Bor (Haid) hinzu.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Wernberg, historische Burg und Hotelbetrieb
  • Katholische St.-Anna-Kirche, Wernberg
  • Katholische St.-Emmeram-Kirche, Oberköblitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernberg-Köblitz ist durch die Bundesautobahn 93 und die Bundesautobahn 6 an das Autobahn-Verkehrsnetz (Kreuz Oberpfälzer Wald) angeschlossen. Durch den Bahnhof Wernberg an der Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau bestehen Verbindungen nach Regensburg über Schwandorf und nach Hof über Weiden. Es verkehren Züge der Oberpfalzbahn.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Stark: Die Familie Notthafft – auf Spurensuche im Egerland, in Bayern und Schwaben. Weißenstadt 2006, ISBN 3-926621-46-X.
  • Richard Hoffmann, Felix Mader: Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, Bezirksamt Nabburg, München 1910.
  • Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50. Nabburg/München 1981, ISBN 3-7696-9915-7.
  • Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert. München 1982, ISBN 3-7696-9932-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wernberg-Köblitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online: Ortsdatenbank: Wernberg-Köblitz, M
  3. a b Markt Wernberg-Köblitz: Geschichte der Marktgemeinde
  4. Markt Wernberg-Köblitz: Geschichte von Burg Wernberg
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 667, 668.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 529, 530.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/